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Donnerstag, 14. November 2024

Anfang November

Jetzt schreibe ich meinen Eintrag weiter, den ich gestern bei "12 von 12 im November"  erwähnte:

Der Start in den November war wettertechnisch traumhaft! Perfekt für einen Ausflug zum Schloss Wiligrad, das auf einem Steilufer hoch über dem Schweriner See liegt. 

Das weniger bekannte Schloss liegt 15 Kilometer vom Schweriner Schloss entfernt und war lange Zeit in Vergessenheit geraten, denn es wurde aus Gründen der Geheimhaltung von den Landkarten der DDR getilgt. Im Schloss befand sich zu der Zeit erst eine Landes-Parteischule und später war es Ausbildungsstätte der Polizei. 

Nach der Wende wurden Schloss und Park wiederhergestellt und laden heute zum Entdecken und Genießen ein. Es war einfach herrlich, aber seht selbst:












Auch Wismar sah Anfang des Monats herrlich aus. Hier bei Sonnenuntergang:


Als es dann in den letzten Tagen trüber und grauer wurde, habe ich dem etwas entgegengesetzt. Und zwar in Form von vielen Gewürzen in Zimtschnecken oder Blechlebkuchen. 


Einen Ast, den wir in Wiligrad gefunden haben, habe ich ein bisschen geschmückt.


Das Weltgeschehen und die Politik beschäftigen mich natürlich auch sehr. Doch ich mache weiter, wie immer: ich nehme meine Gefühle wie Angst und Sorgen wahr und nehme mir Zeit zum Nachdenken und Traurigsein. Ich will meine Gefühle nicht verdrängen, denn nur wenn ich sie ernst nehme, kann ich auch Strategien zur Bewältigung entwickeln. 

Ich habe mit den Jahren gelernt, dass ich vor allem im Kleinen und in meinem direkten Umfeld wirksam sein kann. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, mein gesellschaftliches Engagement, auf die Menschen in meiner Stadt oder unterstütze verschiedene Initiativen. Die meiste Kraft versuche ich natürlich meiner Familie zu geben. 

Der Aufenthalt in der Natur ist hilfreich, das Fahrradfahren, auch das Ausmisten und Aufräumen, ich blättere gerne in Büchern oder Zeitschriften, gehe Kaffee trinken. All das gibt mir Kraft und Hoffnung und lässt mich weitermachen und nicht verzweifeln. 

Ab und zu gönne ich mir etwas Schönes. Wie diesen wunderschön blauen Teller von Royal Copenhagen, den ich bei Ebay erstand. Wir haben ja schon Weihnachtsteller der Firma, dieser hier ist ein Teller zum Muttertag. Er ist wie für mich gemacht, denn die Frau hat fünf Kinder, drei sehen aus wie Jungen, zwei wie Mädchen. Wie bei mir! Und solche Kringel habe ich früher im Unterricht gemalt, wenn mir langweilig war :-)


In Wismar hat am Hafen die Eisbahn eröffnet, die Kinder waren schon ein paar Mal dort. 


Der letzte Sonntag startete mit einem Weckmann zum Frühstück...


... und endete für den Liebsten und mich wieder mit einem Abendessen beim Ehe-Kurs in unserer Gemeinde. 

Die Woche war ansonsten sehr arbeitsreich. Heute stand der wichtigste Termin für mich an: die Fortbildung für pädagogische Fachkräfte. "Was macht der Schneehase ohne Schnee?" heißt die. Von morgens bis zum Nachmittag sprachen wir über die Klimakrise, den notwendigen Klimaanpassungen, unsere Klimagefühle und wie wir die Themen mit Kindern besprechen können. 


Als ich dann heute um 16:40 Uhr Feierabend hatte, war gerade die Sonne untergegangen. Nun veröffentliche ich schnell diesen Eintrag, bevor er mit den Tagen immer länger und länger wird....

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Sonntag, 29. Oktober 2023

Ende Oktober

Merkwürdiger Anblick im Supermarkt: Tulpen neben Kürbissen neben Lebkuchen. Muss das alles gleichzeitig sein? 

Alles gleichzeitig derzeit auch bei den Familienterminen: hier ein Herbstfest, da ein Kennenlerncafé, da ein Hoffest, da Laternenlauf, dann noch Elterngespräche, Dienstreisen, Seminare, Weiterbildungen, Verträge kündigen, Verträge unterschreiben, Anwaltstermine, unangenehme Gespräche führen, Weinen, Lachen, Quatsch machen, Filme gucken, verliebt sein und, und, und... Kein Tag vergeht ohne Terminjonglage. 

Das aktuelle Weltgeschehen geht natürlich auch nicht einfach so an uns vorbei. Wir führen Gespräche mit den Kindern, versuchen einzuordnen, Quellen zu unterscheiden und reden auch über Einfluss und Nutzung von Medien. 


Wismar hat den Sturm am 20. Oktober an der Ostseeküste glimpflich überstanden. Das Hochwasser hielt sich in Grenzen. Trotzdem waren Teile des Hafenbereichs überflutet. Hauseingänge wurden vorsichtshalber mit Sandsäcken gesichert. 




Am Abend des 20. Oktobers besuchte ich noch die Vernissage im Phantechnikum. Die neue Sonderausstellung mit dem Namen "I AM A.I." zum Thema künstliche Intelligenz ist ziemlich umfangreich. Auch wenn es hier nicht so aussieht, ist die Ausstellung ziemlich interaktiv. 


Als ich nach der Vernissage im Sturm nach Hause radelte, wurde ich bis auf die Haut nassgeregnet. Das Hafenbecken war dann auch voll bis zum Rand und schwappte vor dem Wassertor auch etwas über. 



Am vorletzten Oktoberwochenende besuchten der Liebste und ich zunächst das Kaffeefestival "ungefiltert". Das war eine sehr schöne Sache, auf so viele Expertinnen und Experten und Kaffeefans zu treffen. 

Abends besuchten wir die Lange Bibliotheksnacht und waren danach noch mit einem befreundeten Paar Sushi essen. 


Letzte Woche habe ich wieder das Nachbarschaftscafé in unserer Kirchengemeinde vorbereitet. 25 Personen besuchten schließlich unsere Räume und genossen eine reichliche Menge Kaffee und Kuchen. 


Dieses Wochenende besuchten der Liebste und ich einen Chansonabend, der von der Deutsch-Französischen-Gesellschaft Wismar organisiert wurde. Pierre Velghe, ein Musiker aus Calais, trat auf und machte echt tolle Stimmung. Wismar und Calais sind tatsächlich schon seit 1971 Partnerstädte. Die Partnerschaft war etwas eingeschlafen und wurde kürzlich wiederbelebt. Weitere tolle Veranstaltungen wie Konversationsnachmittage, Bouleturniere, Filmabende oder gemeinsames Kochen und Essen werden folgen. 


Den ganzen Samstag und den heutigen halben Sonntag verbrachte ich im Bürgerschaftssaal im Rathaus von Wismar. Ich hatte Post vom Bundesministerium für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz bekommen. Ich wurde aus dem Melderegister zufällig ausgewählt, am Dialog zum Thema "Klimaanpassung" teilzunehmen.

Klimaanpassung bedeutet, es werden Maßnahmen entwickelt, um mit den Folgen des Klimawandels zurechtzukommen. Bürgerinnen und Bürger können in den Dialogen ihre Ideen und Wünsche besprechen. Expertinnen und Experten stehen mit ihrem Wissen zur Seite. So konnten wir in den letzten beiden Tagen ziemlich konkrete Forderungen an die Politik formulieren. 

Solche Dialoge finden an fünf Standorten in ganz Deutschland statt. Wismar wurde beispielhaft für die Küstenregionen ausgewählt. Alle Vorschläge und Forderungen werden gesammelt und sollen in die politische Arbeit einfließen.  



Nach diesem intensiven Austausch freute ich mich heute Nachmittag über ein paar Sonnenstrahlen und herbstlich strahlendes Laub. Bei dem ganzen Trubel in letzter Zeit habe ich irgendwie gar nicht mitbekommen, wann die Blätter sich so schön verfärbt haben...


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Donnerstag, 25. August 2022

Donnerstagsschnipsel



Unser Urlaub ist nun auch schon wieder vier Wochen her. Seitdem ist hier eigentlich ständig was los. Erst war ich mit der Theatergruppe "Nosferatour" beim Straßentheaterfestival. Dann hatten wir viele Proben, die Generalprobe, die Premiere und noch eine weitere Aufführung. Das verlief alles ziemlich erfolgreich. Kleinere Pannen haben nur wir selber bemerkt. Die Tage endeten meist erst gegen Mitternacht. Besonders schön finde ich, nach der Anspannung, der Arbeit und der Vorstellung mit über 100 Leuten durch die stille, menschenleere Stadt zu laufen...


Und auch im Stadtmuseum war sehr viel los. Es fanden insgesamt vier Vorstellungen im Open-Air-Kino statt. Immer mit einem Vortrag der Mitarbeitenden, die passend zum jeweiligen Film ein Stück aus der Sammlung präsentierten. Das Wetter war am Abend durchgehend warm und trocken. Ich war an drei Abenden dabei, zwei Mal mit dem Liebsten. Und auch hier wurde es jedes Mal spät.

In Wismar fand wieder das Schwedenfest statt. Das erste, seit wir in der Stadt leben. Das Fest dauerte drei Tage. Es gab viele Buden, einen Rummel, einen großen Umzug, mehrere Bühnen und Livemusik. Es war überall sehr voll. Mittelalter, Ritter, Wikinger... mit der Schwedenzeit, die für Wismar am 18. August 1803 endete, hatte das nicht wirklich etwas zu tun. Aber den Leuten hat es wohl gefallen. 

Für das Protokoll: erste Sichtung von Lebkuchen im Supermarkt am 24. August. Das war auch schon vor 13 Jahren so. 


Auch für das Protokoll: von den vier Tomatenpflanzen auf dem Balkon konnte ich bis jetzt bestimmt schon zwei Kilo Tomaten ernten. Und es hängen noch mehr dran. Die Zucchinipflanzen sind leider eingegangen, die fast fertigen Früchte wurden mit dahingerafft. Die Gurkenpflanze hält sich tapfer, vielleicht können wir eine zweite ernten. Und von nur einer Paprika-Pflanze haben wir ungefähr ein Kilo rote Paprika geerntet. 


Gestern Morgen war ich ganz verzückt von dem Anblick vor meinem Fenster: der Nebel waberte vorbei, die Morgensonne tauchte alles in ein goldenes Licht.

Gestern Abend besuchte ich einen Elternabend im Gymnasium. Das Mutzelchen geht nun in die 10. Klasse, der kleine Bruder in die 8. Klasse. Eine Klassenreise steht an. Das ist schön. Nicht so schön ist der Personalmangel beim Lehrpersonal, der ganz konkret Auswirkungen auf unsere Kinder hat. Wichtige Lerninhalte werden nicht mehr vermittelt und das Schuljahr beginnt schon mit Unterrichtsausfall. Nun haben wir Eltern einfach selber Unterricht organisiert.  

Nach dem Elternabend radelte ich am Hafen vorbei, um den Sonnenuntergang zu genießen. Einer der letzten warmen Sommertage. Die Luft war trotz der Hitze des Tages schon merklich knisterig kalt geworden. 

So. Und jetzt gehts wieder los, die nächste Theateraufführung steht an!



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Donnerstag, 10. März 2022

Donnerstagsschnipsel



* Wenn ich derzeit um 5:50 Uhr ins Bad komme, leuchtet mir vor dem Fenster gen Osten schon ein schmaler Streifen bunten Himmels entgegen. Endlich! Die Nächte sind frostig kalt, aber schon die ganze Woche über scheint jeden Tag die Sonne von einem knallblauen Himmel.

* Am Frauentag war Wismar stellenweise mit Luftballons geschmückt. Sah sehr hübsch aus. Verziert waren sie allerdings mit Forderungen, die zum Nachdenken anregten. Denn so lange wir weiblichen Personen immer noch sagen müssen, sie sollen z.B. im Club auf ihr Getränk aufpassen, im Dunklen bestimmte Stellen meiden oder die Auswahl ihrer Kleidung überdenken, sind wir auch in unserem Land noch längst nicht am Ziel. 

Das neue Buch von Alexandra Zynkov "Wir sind doch längst alle gleichberechtigt!" (Amazon-Partner-Link) würde ich auch gerne noch lesen, befürchte aber, dass ich mich zu sehr aufrege. Aber vielleicht gibt es auch schlagfertige Antworten auf so Sätze wie "Hast Du ein Glück, dass Dein Mann zu Hause so viel mithilft!" oder "Unsere Omas haben das doch schließlich auch alles alleine geschafft!" oder "Frauen wollen doch gar keine Karriere machen!". Alles schon gehört...


* Erstes Eis der Saison gegessen. Yogurette. Und dabei am Marienkirchturm im Sonnenschein gesessen und den Möwen zugeschaut. 

* Ersten Cappuccino draußen getrunken. Dann die Augustschnuppe vom Kindertanz abgeholt. Da geht sie seit Neustem hin und es macht ihr richtig viel Spaß.

* Alle Kinder vermessen. Das Mutzelchen ist mit 14 Jahren nun offiziell so groß wie ich: 1,76cm.

* Die im Norden weit verbreiteten Hanseaten-Kekse gibt es sonst in den Farben der Hanse, rot-weiß. Bei unserem Bäcker heißen sie nun Ukrainer. Alle Einnahmen werden gespendet. 

* Der Liebste und ich haben uns Sportklamotten und Walking-Stöcke zugelegt. Jetzt warten wir noch auf den passenden Moment, dann stiefeln wir zusammen los.

* Den Balkon aufgeräumt. Das war einfach, denn da steht noch nicht viel. Beim Zurückschneiden der alten Zweige frische grüne Blättchen entdeckt. Kräuter sind doch einfach die Besten! Thymian, Oregano und Minze kommen wieder. Salbei und Petersilie nicht. Neue Bücher über Balkonbepflanzung und -gestaltung liegen schon bereit.

* Nach dem Theaterkurs bin ich kurz am Hafen vorbeigefahren. Weil es windstill war, hatte ich auf schöne Spiegelungen gehofft. Und dann stand ich einfach nur da und habe ganz andächtig die friedliche Stimmung genossen. 




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