Donnerstag, 27. August 2026

Sommerferien in Dänemark 3

Nachdem wir am Vortag schon eines unserer Highlights besucht hatten, und am Tag zuvor natürlich auch, stand uns wieder ein toller Tag in Aarhus bevor. Zunächst besuchten wir einen Bekleidungsladen einer Marke, die der Liebste mag. Dann schlenderten wir durch die Altstadt und freuten uns über die schönen Häuser und Wandgemälde. Die Straße "Møllestien" existiert schon seit dem Jahr 1300, die Häuser, die dort heute noch stehen, stammen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. 





Eine herrliche kleine Stärkung zwischendurch muss immer sein. 


Am frühen Nachmittag erreichten wir das Freilichtmuseum "Den Gamle By". Im Juni 2026 wurde es als das Europäische Museum des Jahres 2026 ausgezeichnet. Hier ein Modell des Geländes aus dem Foyer des Eingangsgebäudes. Im Vordergrund des eckige Empfangsgebäude. Dahinter ungefähr quadratisch die Häuserzeilen mit ihren Innenhöfen aus den Jahren 1950 bis 1974 und auch aus unserer Zeit. Der größte Teil sind die ganz alten Häuser im Hintergrund, sie bilden die Jahre 1600 bis 1900 ab. Hier ein kleiner Überblick auf der Website des Museums über die Zeitreise durch die Geschichte Dänemarks


Was wir bei unserem Besuch im Frühjahr 2025 gar nicht mitbekommen hatten: alle, wirklich alle Gebäude lassen sich betreten. In jedem Haus befinden sich originalgetreue Wohnungen als Spiegel ihrer Zeit. 

Hier die Wohnung eines alten Rentnerehepaares. Manchmal bleibt die Zeit einfach stehen...



Hier ein Kindergarten. In den 1970er Jahren durchaus neu und modern und eine Errungenschaft. In dieser Zeit erblühte Dänemark als ein Wohlfahrtsstaat. Neue Lebensformen wurden ausprobiert, Frauen hatten sich mehr Rechte erkämpft.


Im Büro des Kindergartens fällt sofort der volle Aschenbecher auf dem Tisch auf. Authentisch! Das waren die 70er! Aus Erzählungen kenne ich das und auch aus meiner eigenen Kindheit. Überall wurde ohne Rücksicht geraucht. In Restaurants, in Zügen... Beim Autofahren wurde mir früher immer schlecht, aber das Rauchen im Auto mit Kindern auf dem Rücksitz wurde trotzdem nicht gelassen....



Hier die Wohnung eines jungen Paares mit Säugling. Alles sah so aus, als hätte die Familie die Wohnung gerade erst verlassen.  Mir war es fast unangenehm, durch diese Wohnungen zu laufen, ich fühlte mich als wäre ich in die Privatsphäre fremder Menschen eingedrungen. Ich fand das alles extrem berührend. 

Und so ging es treppauf und treppab, durch viele verschiedene kleine und große Wohnungen, durch Wohnungen von Menschen, die nach Dänemark eingewandert waren, durch Wohnungen von Studierenden, von Professoren und sogar durch eine gynäkologische Praxis. Dort wurde über die Themen, die in den 1970er Jahren zu diesem Thema aktuell waren, informiert. 




Den alten Teil des Freilichtmuseums mochte ich schon im letzten Jahr. Hier lässt es sich schön zwischen den Häusern spazieren. Auf einem Platz war ein kleiner Jahrmarkt aufgebaut, wo Kinder Karussell fahren oder Schiffsschaukeln ausprobieren konnten. Mittendrin gab es Bastelangebote und Platz für Gemeinschaft.


Natürlich kauften wir auch wieder Gebäck nach alten dänischen Rezepturen.




Und wieder machten wir eine neue Entdeckung: ein Museum im Museum! In diesem kleinen unscheinbaren Häuschen wurden Objekte aus der Zeit des Mittelalters präsentiert. So, wie man es eben früher in den Museen getan hat, alles in kleinen Vitrinen. 



Dann. bogen wir ab und waren wieder in den 1970er Jahren. Im Elektronikgeschäft waren der Liebste und ich wieder echte Zeitzeugen und konnten den Kindern u.a. etwas über das Fernsehen früher und das Leben ohne Fernbedienung und mit nur ein paar Sendern erzählen. 


Kurz darauf standen wir auch wieder im Haus der Familie von heute. Dieses Museum ist einfach ein komplett beeindruckendes Erlebnis! Wir werden auf alle Fälle wiederkommen, denn auch diesmal haben wir längst nicht alles gesehen! 


Nach den ganzen Eindrücken fuhren wir nochmal kurz nach Aarhus Øje, parkten im Parkhaus und holten uns die leckerste Sauerteigpizza im Food Market im Nicolinehus, die wir wieder draußen mit Blick aufs Wasser und die Wasserskianlage aßen. Wenn uns ein Ort überzeugt hat, kehren wir einfach immer wieder zurück. 

Fortsetzung folgt...