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Freitag, 18. März 2016

Tschüss, London!


10. 03. 2016 

Wir schlafen im Hostel ganz gut und für meine Verhältnisse sogar aus. Um kurz vor 10 fahren wir schließlich im Fahrstuhl mit unseren Trolleys nach unten zur Rezeption und checken schonmal aus. Dann gibt es noch ein schnelles Frühstück und danach rollern wir los.

"Großer, willst Du schöne bunte Häuser in Notting Hill sehen oder eine Einkaufsgegend?" habe ich gefragt. Na gut, ich wäre ja lieber nach Notting Hill gefahren, aber so nehmen wir die U-Bahn und steigen an der Station Oxford Circus aus. Dort verläuft die Oxford Street, eine der bedeutendsten Einkaufsstraßen Londons. Wir biegen aber schnell in die Seitenstraßen des Stadtteils Soho ein. Wir kommen am uralten Kaufhaus Libertys vorbei und entdecken beim weiteren Spaziergang viele schöne Kleinigkeiten.








Am Piccadilly Circus biegen wir ab und essen noch ein bisschen zu Mittag. Vor einer Kirche entdecken wir einen kleinen Handwerkermarkt und schlendern noch kurz drüber. Ein richtiges Kleinod inmitten des Verkehrs und den exklusiven Geschäften. Dann laufen wir bis zur Station Green Park und sitzen nun in der richtigen U-Bahn bis zum Flughafen Heathrow.






In der Bahn entdecken wir, dass der Flughafen Heathrow drei eigene Haltestellen besitzt. Terminal 1 bis 3, Terminal 4 und Terminal 5. Leider haben wir uns, als wir im Hostel noch Internetempfang auf dem Handy hatten, nicht informiert, von welchem Terminal unser Flugzeug abfliegt und wissen nun nicht, wo wir aussteigen sollen. Blöder Fehler.

Wir beschließen, einfach auszusteigen, wenn die meisten Leute mit Koffern die U-Bahn verlassen. Leider stellt es sich als das falsche Terminal heraus. Wir laufen und laufen, fragen nach und müssen dann sogar noch den Heathrow Express nehmen, der noch eine ganze Weile fährt. Ganz schön groß, dieser Flughafen!

Gerade rechtzeitig zum Boarding kommen wir an unserem Zielpunkt an. Wir lassen uns im Flugzeug in unsere Sitze in der vierten Reihe sinken und reden über unsere kleine Reise. Wir heben pünktlich ab und sehen wegen einer dichten Wolkendecke leider nichts mehr von London.

Kurz vor der Küste Englands und der Themsemündung klart es auf und ich sehe von meinem Fensterplatz aus die Landschaft und das Meer unter mir. Ich mache ein paar Fotos für die Kleinen zu Hause. Dann folgen leider ein paar Minuten, in denen mein Großer und ich uns an den Händen halten müssen. "Ich hoffe, Sie haben sich trotz der heftigen Turbulenzen an Bord unseres Flugzeuges wohl gefühlt." sagt später der Kapitän. Puh.

Es war eine schöne und intensive Zeit mit meinem großen Sohn. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, er wird sich auch mit Freude daran erinnern.

Danke fürs Mitreisen!



Donnerstag, 17. März 2016

London - weiter geht's


09. 03. 2016

Am Morgen fahren mein Großer und ich mit der U-Bahn bis zur Station Lancaster Gate. Wir möchten den Hyde Park sehen. Wir laufen einmal quer hindurch. Es ist diesig und nicht gerade warm. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Joggerinnen und Jogger, Nannys mit einigen Kleinkindern. Uns fällt auf, dass wir in London bis jetzt nur vereinzelt Hunde auf den Straßen gesehen haben. Auch hier im Park gibt es keine.

Wir treffen auf eine Menschengruppe, die sich um einen Mann geschart hat. Er hat grüne Papageien auf den Armen sitzen. Weitere Vögel dieser Sorte sitzen in den Bäumen drumherum und krächzen. Wir laufen weiter und erreichen einen länglichen See, ein Denkmal für Prinzessin Diana in Form eines runden Wasserlaufes und sehen am anderen Ende des Parks das gigantische Albert-Memorial gegenüber der Royal Albert Hall.





Vorbei an wunderschönen Häusern und blühenden Magnolien nähern wir uns einem Ziel des Tages, dem Science Museum. Der Eintritt ist frei, wer möchte, darf etwas spenden. Weil der Weg direkt durch einen Schalter mit einem netten Angestellten führt, spende ich zehn Pfund der Londoner Museenlandschaft.

Wir geben unsere Garderobe ab und fahren dann mit dem Fahrstuhl ganz nach oben. Dann arbeiten wir uns bis nach unten durch. Wir schauen uns Ausstellungsstücke zur Geschichte der Medizin an, sehen alte schöne Uhren, spielen gemeinsam Spiele zur Energieversorgung und informieren uns über Brennstoffe der Zukunft, ertasten verschiedene Materialien, bewundern alte Fahrzeuge und sehen die Landekapsel der Weltraummission Apollo 10. Überall darf fotografiert werden, überall sind Kindergruppen unterwegs, es wird gelacht und gekreischt - das Museum ist so voller Leben, dass es eine Freude ist! Es gibt fünf Restaurants, für den schnellen Snack, für Familien, für leichte Gerichte und einen Picknickbereich. Es gibt viele Toiletten, kostenfreies WLAN im ganzen Haus und schöne Museumsshops. Man könnte Tage in dem Museum verbringen. Wir sind sehr begeistert!





Nach einigen Stunden verlassen wir das Science Museum und betreten gleich das nächste Haus nebenan. Es ist das National History Museum. Auch hier ist der Eintritt kostenlos. Die Ausstellung ist sehr umfangreich und modern. Wir sind sehr beeindruckt. Neben den unzähligen Exponaten ist auch das schöne alte Gebäude sehr sehenswert.

Leider streiken meine Füße, weil ich die falschen Schuhe angezogen habe. Mein Großer und ich trennen uns für eine Stunde. Er zieht durch das ganze Haus. Ich setze mich in eins der vielen Cafés und trinke einen Kaffee. Danach schaue ich mich im Museumsshop um und kaufe Dinosticker für die Kleinen zu Hause. Am Nachmittag verlassen wir das Museum und selbst mein Großer staunt, wie viel Spaß Museen machen können.





Wir schlendern die Straße runter, kommen am Victoria and Albert Museum vorbei, das wir zu meinem Bedauern beim besten Willen nicht mehr schaffen, und spazieren zum Kaufhaus Harrods. Da es regnet, drehen wir eine kleine Runde durch die sehenswerte Feinschmeckerabteilung. Wir kaufen Schokolade und beschließen, dass wir nochmal die Tower Bridge im Dunklen besuchen wollen.







Wir ruhen unsere Füße nochmal bei einer Fährfahrt auf der Themse aus und erreichen die Tower Bridge, als gerade die Lichter angeschaltet werden. Ganz langsam spazieren wir über die ganze Brücke und nehmen auf der anderen Seite einen Bus in Richtung Hostel.


Fortsetzung...





Dienstag, 15. März 2016

London, nächster Tag


08.03.2016

Beim Frühstück im Hostel hebe ich den Altersdurchschnitt ganz schön an *hüstel* Ich finde es ganz cool und beobachte die Teenager um mich herum. Ich weiß, ich weiß! Frühstücken könnte man in London auch ganz woanders und natürlich um Längen besser, aber ohne einen Kaffee und etwas im Magen verlasse ich nicht das Haus. Es gibt "continental breakfast", also Brötchen, Belag süß und herzhaft, Müsli, Cornflakes und Joghurt. Das geht in Ordnung.

Dann verlassen wir das Hostel und fahren mit der U-Bahn von Kings Cross bis zur Station Baker Street. Wir verlassen den Bahnhof und sehen links die Straße runter Madame Tussauds. Nein, da möchten wir gar nicht hin. Wir biegen in die Baker Street ein und laufen die Straße runter. Ich habe trotz der riesigen Sherlock-Holmes- Statue direkt vor dem Bahnhof noch gar nichts geschnallt und bin ganz beglückt, als ich diesen hübschen kleinen Hauseingang sehe. Na klar! Baker Street!


Der Teenie möchte aber etwas ganz anderes sehen: die London Business School ist hier ganz in der Nähe. Sie gehört zu den führenden Business Schools der Welt. Vertreter dieser Einrichtung hat mein Großer in Hamburg schon getroffen und will sich den Ort einfach mal anschauen. Ich drehe derweil eine kleine Runde durch den nahen Regent's Park. Dort gibt es hauptsächlich Rasenflächen, Wasserläufe und sehr viele Wasservögel. Die Osterglocken und Magnolien blühen, im Gegensatz zu Hamburg, sogar schon.


Dann laufen wir die Baker Street ganz hinunter bis ihre Verlängerung auf die Oxford Street trifft. Da an der Ecke befindet sich das große Kaufhaus Selfridges. Es wurde 1909 vom US-Amerikaner Harry Selfridge gegründet und erregte Aufsehen, weil es ein Kaufhaus für "jedermann" sein sollte. Grabbeltische, Ausverkäufe, Damenmode von der Stange und Kosmetik waren für die damalige Zeit nahezu unerhört. Das alles wird sehr schön in der Serie "Mr. Selfridge" auf Netflix erzählt, die ich gerade sehe. Ich erkenne das Haus gleich wieder und auch die Drehtüren und die Uhr über dem Eingang sehen genau so aus. Innen drin ist heute natürlich alles sehr modern.



Von der Station Bond Street fahren mein Großer und ich dann runter bis zur Station Waterloo. Von dort laufen wir bis zum großen Riesenrad an der Themse, dem "London Eye". Dank unseres Gutscheines brauchen wir wieder nur die Hälfte des Preises bezahlen und deshalb möchten wir uns diese Fahrt einfach gönnen.

Wir müssen gar nicht lange anstehen und können gleich einsteigen. Ganz gemächlich, ungefähr im Schritttempo, setzt sich unsere Gondel in Bewegung. Im Inneren gibt es eine Bank zum Ausruhen. Zirka 10 Personen sind wir und haben noch genug Platz, uns ein bisschen zu bewegen, um alles in Ruhe anzuschauen. Die 30minütige Fahrt ist sehr angenehm und gehört zu unseren ruhigsten Unternehmungen in London.

Danach essen wir Mittag in einer Pizzeria. Das Menü ist sehr gut und nicht zu teuer. Erst auf der Rechnung sehen wir, dass fast 5 Euro Trinkgeld ganz automatisch berechnet werden. Nunja. Wir freuen uns auf die Fahrt auf der Themse. Wir möchten bis zur Tower Bridge fahren. Weil wir ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel haben, brauchen wir für die Fähre nur einen Teil des Preises dazuzahlen. An der Tower Bridge steigen wir aus und genießen den tollen Blick.






Im Kundencenter des Towers von London zeigen wir unseren Gutschein 2for1 vor und dürfen zum halben Preis den Tower betreten. Gleich hinter dem Eingang haben sich viele Menschen um einen Mann in Uniform versammelt. Er bietet eine kostenlose, einstündige Führung an. Gleich soll es losgehen. Wir schließen uns an und erleben eine sehr spannende, interessante und lustige Führung. Ich hätte nicht gedacht, dass das so einen Spaß machen kann. Wir erfahren ganz viel über berühmte Persönlichkeiten und uralte Gemäuer, hören Schauergeschichten und Lustiges. Wir sehen karge Gemächer, blanke Ritterrüstungen, die Folterkammer, freche Raben und natürlich die herrlich funkelnden Kronjuwelen. Der Besuch des Towers gehört zu unseren schönsten Unternehmungen in London!









Am Abend kann ich meinen Großen noch so richtig beeindrucken. Auf Instagram habe ich beim Stöbern in Fotos aus London den Sky Garden entdeckt. Der Besuch der Aussichtsplattform da ganz oben in dem neuen Hochhaus ist kostenlos, muss aber vorher gebucht werden. Für ein reguläres Ticket war es leider schon zu spät, aber am Empfangstresen gibt man uns den Tipp: ab 18 Uhr könnten wir uns wieder einfinden, dann könnten wir am selben Tag auch ohne Ticket eingelassen werden.

Da wir noch eine Stunde Zeit haben, steigen wir einfach in einen Linienbus, setzen uns vorne ins Oberdeck und fahren ein bisschen umher. So sehen wir einen Vorort und bekommen einen Eindruck vom nicht so schillernden London. Sehr interessant.

Um 18 Uhr stehen wir in der Warteschlange des Sky Gardens und werden nach einer Sicherheitskontrolle eingelassen. 155 Meter über dem Erdboden steigen wir aus dem Fahrstuhl aus. Coole Musik empfängt uns und bunte Lichter. Mein Sohn ist echt beeindruckt. Und ich auch. Wir drehen eine große Runde und können durch die riesengroßen Panoramafenster in alle Himmelsrichtungen sehen. London bei Nacht mit seinen vielen vielen Lichtern liegt uns buchstäblich zu Füßen. Ein toller Abschluss eines sehr tollen Tages!


Fortsetzung...