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Dienstag, 29. Oktober 2019
Warnemünde zwischen Tourismus und Umweltschutz
Werbung - Pressereise
"Und so sieht ein Strandabschnitt aus, der nicht regelmäßig gesäubert wird." erzählt Rebecca Kain vom NABU Mittleres Mecklenburg und zeigt uns allen ein Foto aus dem Naturschutzgebiet, für das sie als Schutzgebietsbetreuerin zuständig ist. Strand und Dünen sind total vermüllt. Wir sind entsetzt. Solche Strände haben wir schon im Fernsehen gesehen. Irgendwo auf der Welt. Aber doch nicht hier an der Ostsee!
Leider doch. Denn die Strände, die touristisch genutzt werden, sind eben alles andere als ein intakter Lebensraum für Flora und Fauna und vermitteln ein ganz falsches Bild eines Strandes. Damit Touristen den Strand nutzen können, wird der Sand immer wieder aufgefüllt. Und mehrmals pro Woche wird der Strand mit großen Traktoren geharkt. Dabei wird nicht nur Müll ausgesiebt sondern es werden auch kleine und größere Steine aussortiert.
Steine wären aber wichtig für Pflanzen und Tiere, die eigentlich an so einem Ort leben. An Steinen haften z.B. Pflanzen und Muscheln an. Gibt es keine Steine, gibt es auch keine Muscheln. Das ist der Grund warum man z.B. am Strand in Warnemünde so wenig Strandschätze finden kann.
Dafür sind aber ganz andere Dinge am Strand zu finden, die dort gar nicht hingehören. Rebecca kramt in ihrem Stoffbeutel. "Ist doch nur dieses eine Mal! Ist doch soooo ein schönes Ritual!" sagt sie und holt mehrere Fetzen von Luftballons hervor. Lange Bänder aus verdrehten Plastikschnüren hängen noch dran. Herzen sind draufgedruckt. Und stehen da auch noch Namen drauf? Hochzeitsgesellschaften haben wohl Ballons steigen lassen. Ihr Ende finden die Reste der romantischen Feste am Strand und im Meer. Übrigens auch die Reste von umweltfreundlichen Luftballons. Die verrotten doch nicht so schnell, wie man es sich vorstellt.
Dann hat Rebecca ein kleines Ratespiel für uns. Sie holt einen Stapel bunte Getränkeverpackungen hervor. Die kennen wir alle. Rebecca findet immer wieder welche. Massenhaft liegen sie am Strand herum. Schnell konsumiert und dann weggeworfen ist die Verpackung so leicht, dass sie schnell mal wegfliegt.
Das Problem am Plastikmüll ist, dass er nicht verrottet. Er hält sehr, sehr lange und wird nach und nach in immer kleinere Partikel zerrieben. Aber er ist immer noch da. So entsteht Mikroplastik. Als winzig kleine Partikel färbt das Plastik den Sand am Strand bunt. Tiere an Land und im Wasser nehmen das Mikroplastik mit ihrer Nahrung auf. Und der Mensch nimmt das Mikroplastik dann beim Verzehr von z.B. Fisch auf.
Aber zurück zum Ratespiel: Rebecca legt die Getränkeverpackungen aus. Alle hat sie in der letzten Zeit am Strand gefunden. Wir sollen raten, aus welchem Jahr welche Verpackung stammt. 2017 wurde der Name von "Sonne" in "Sun" geändert. So können wir die Verpackungen schonmal grob sortieren. Dann entscheiden wir nach dem Aussehen von Bild und Schriftart. Wir sind gar nicht mal so schlecht. Dann liest Rebecca die aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdaten vor. Wir staunen und sind gleichzeitig geschockt und traurig. Die ältesten Verpackungen sind über 20 Jahre alt und den meisten Verpackungen sieht man ihr Alter überhaupt nicht an. Das ist eine sehr lange Zeit für kurzen 200 Milliliter Getränkegenuss.
Und auch noch andere Verpackungen haben traurige Berühmtheit erlangt. Sie sind sogar schon über 30 Jahre alt. Es ist doch unglaublich, wie lange solche Dinge in der Welt bleiben, oder?!
Und was machen wir nun mit dem Wissen? Zunächst einmal ist es wichtig, in die Natur mitgebrachte Verpackungen wieder mitzunehmen und fachgerecht zu entsorgen, damit die Stoffe recycelt werden können. Schon beim Einkauf sollte auf so wenig Verpackung wie möglich geachtet werden. Für Ausflüge sind wiederverwendbare Flaschen und Behälter sehr praktisch. Darin können dann nämlich auch echte Strandschätze sicher nach Hause transportiert werden.
Zigarettenkippen sind ein großes Problem am Strand und generell in der Natur. Nicht nur wegen der Ästhetik, sondern sie schädigen auch die Umwelt. Die Filter bestehen aus einem Kunststoff, der nicht verrottet sondern sich in immer kleinere Teile zersetzt. Am Strand gehören Zigarettenkippen zu den am häufigsten gefundenen Meeresmüllteilen. Es dauert bis zu 15 Jahre, bis sich ein Filter zersetzt hat. In Salzwasser wird der Zersetzungsprozess sogar noch verlangsamt. In den Filtern sammeln sich eine Menge giftiger Substanzen, die nach und nach an die Umwelt abgegeben werden. Dabei kann ein einziger Zigarettenfilter eine Menge von 40 Litern Wasser verseuchen.
In Warnemünde wurden vom Tourismusverband in Zusammenarbeit mit der Küsten Union Deutschland, dem EUCC-D e.V., mehrere sogenannte "Ostsee-Ascher" aufgestellt. Damit sollen Menschen für das Thema sensibilisiert werden. Außerdem gibt es in der Tourismusinformation und in ausgewählten Geschäften Strandascher, kleine Blechdosen für die Hosentasche, günstig zu erwerben.
In der Jugendherberge Warnemünde lernten wir an unserem Wochenende auch das neuste Projekt vom EUCC-D e.V. für die Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen kennen. Mit Hilfe der praktischen Ostseekiste bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen spielerischen Zugang zum Thema Meeresmüll und Umweltschutz. Die Kiste ist ein modernes erlebnispädagogisches Werkzeug. Es gibt z.B. Experimente, Rätsel, Spiele und Geocaching. Wir haben Teile davon selbst ausprobiert und viel Spaß dabei gehabt.
Die Ostseekiste steht auch in den Jugendherbergen Prora, Born-Ibenhorst und Ueckermünde bereit. Besonders für Klassenfahrten kann dieses Programm interessant sein. In diesem Interview erzählt die Leiterin der Jugendherberge Warnemünde Monique Starr noch ein bisschen was über die Ostseekiste.
Auf einem Spaziergang durch Warnemünde lernten wir verschiedene Initiativen kennen, die sich vor Ort im Umweltschutz engagieren und untereinander vernetzen. Zum Beispiel eröffnen Janina Goldschmidt und Nadja Reinecke im Dezember Rostocks ersten Unverpackt-Laden "Green-Goldi". Dort soll es neben einem kleinen Café auch Gelegenheit zum Austausch und Workshops geben.
Außerdem trafen wir zwei Rostocker Schülerinnen, die in der Gruppe "Cleaning with meaning" aktiv sind. Diese Gruppe wurde von Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren ins Leben gerufen. Einfach und niedrigschwellig verabreden sich die rund 80 Mitglieder über WhatsApp zu Müllsammelaktionen rund um Rostock und Warnemünde.
All die Personen, die wir in Warnemünde getroffen haben, engagieren sich im offenen Rostocker Meeresmüllstammtisch, in dem ca. 26 Organisationen und Unternehmen miteinander vernetzt sind. Gemeinsam werden Küstenputztage an Land und im Wasser organisiert. Um auf die Dimensionen der Vermüllung aufmerksam zu machen, werden nach solchen Müllsammelaktionen die gesammelten Müllberge ganz bewusst an prominenten Plätzen in der Stadt gezeigt.
Was uns und die vielen engagierten Menschen beschäftigte: reicht unser Vorbild? Ist es nicht für die Müllverursacher sehr bequem, wenn jemand hinter ihnen herräumt? Würden Verbote etwas bringen? Sollten nicht Politik und Industrie mehr Verantwortung übernehmen? Und warum finden nicht alle Menschen, dass sowas Einzigartiges und Wunderbares wie unsere Strände und das Meer mitsamt Pflanzen und Tieren besonders schützenswert ist?
Sonntag, 27. Oktober 2019
Nachhaltig reisen
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Macht Ihr Euch Gedanken übers Reisen? Und über umweltfreundliches Reisen? Wie nachhaltig sind Eure Urlaube? Ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt nicht so oft darüber nachgedacht. Wenn wir als Familie mit vier Kindern in den Urlaub fahren, machen wir immer Urlaub in Ferienwohnungen oder -häusern. Unser Augenmerk liegt dabei hauptsächlich auf Größe und Preis der Unterkunft. Es ist schon schwierig genug, da etwas Passendes zu finden.
Wir versorgen uns vor Ort selbst. Wir kaufen dabei am liebsten in Hof- oder Bioläden ein, nutzen aber auch den Supermarkt vor Ort. Wir reisen mit dem Auto an und fahren meistens um die 2 Stunden. Ausnahme sind die Urlaube in Dänemark alle paar Jahre, da fahren wir schonmal länger. Für kurze Auszeiten nutzen wir am liebsten die Jugendherbergen.
Eine Woche ist es schon wieder her, dass wir ein sehr inspirierendes Wochenende in der Jugendherberge Warnemünde verbracht haben. Schon am Anreisetag saßen wir Frauen, die auf Instagram oder in Blogs aktiv sind, bis spät in die Nacht zusammen und tauschten uns über nachhaltiges Reisen aus.
Die Jugendherbergen sind in dem Bereich übrigens schon ziemlich aktiv. Sie nutzen Ökostrom und haben die meisten Leuchtmittel durch LEDs ersetzt. Es wird, wo es geht, Müll eingespart und der wöchentliche "Veggieday" spaltet regelmäßig Meinungen.
Am nächsten Morgen wurden wir von der Schauspielerin und Sängerin Denise M'Baye begrüßt, die mit uns weiter über das Reisen nachdachte. Sie beschäftigt sich auch viel mit Nachhaltigkeit und führte uns ganz wunderbar durch den Vormittag. Wir machten eine Gedankensammlung und trugen sie in einer Stichwortliste zusammen.
Unsere positiven Gedanken zum Thema Reisen:
Erholung Völkerverständigung Freiheit Zeit Tiere Meer Kulturen entdecken Erinnerungen schaffen Horizont erweitern Familienzeit Zeit füreinander Frische Luft Inspiration Treiben lassen Keine Termine Begegnungen Allein sein Natur erleben Raus aus dem Alltag Aussteigen Pause Der Weg Das Essen Draußen frühstücken Strand und Weite Aufatmen Wandern
Unsere negativen Gedanken zum Thema Reisen:
Stress Umweltverschmutzung Müll Massentourismus Ausbeutung Zerstörung Anreise Freizeitstress Geldnot Zuviel Konsum Andere Reisende Naturorte überlaufen Abhängigkeit Irgendwann zu ende CO2 Familienstress Ignoranz Scham Keine Mülltrennung
Unsere Urlaube müssen wir also als ziemlich zwiespältig betrachten. Mal ganz abgesehen vom Umweltschutz, macht sich da noch jemand Gedanken über die Arbeitsbedingungen in den Hotels und Tourismusbetrieben vor Ort? Das müsste eigentlich auch hinterfragt werden. Warum brauchen wir überhaupt Urlaub? Sollten wir nicht so leben, dass wir keine Erholung von unserem Leben brauchen? Ein ganz schönes Dilemma. Und was machen wir nun daraus? Lösungen haben wir nicht gefunden, aber vielleicht Gedankenanstöße.
Unsere Ideen zum Thema nachhaltiges Reisen:
Regional einkaufen Alltag umgestalten Reisen ohne Koffer Deutschland entdecken Entschleunigen Der Weg ist das Ziel Zu Hause Urlaub machen Bewusstes reisen Urlaubsmotvation prüfen Entfernung ist kein Symbol Was will ich im Leben Urlaub im Alltag Leben ändern Platz im Kopf Hoffnung Bewusstsein Wertschätzung Alternativen schaffen Bewusster planen Bewusstes reisen Mehr Ostsee Drüber sprechen
Wir haben dann noch sehr interessante und vorbildliche Initiativen in Sachen Umweltschutz und Umweltbildung in Warnemünde kennengelernt. Darüber berichte ich in diesem Beitrag.
Sonntag, 20. Oktober 2019
Eine frische Ostseebrise...
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... haben wir uns am Wochenende um die Nase wehen lassen. Von Freitag bis Sonntag waren wir als ganze Familie vom Deutschen Jugendherbergswerk eingeladen, die Jugendherberge Warnemünde, deren Programm und die Umgebung kennenzulernen.
Am Freitag reisten wir an und fuhren einen kleinen Schlenker über Kühlungsborn und Heiligendamm. Toll, dass uns da unsere Lieblingsdampflok Molli entgegenkam!
In den folgenden Tagen haben wir unseren Aufenthalt in Warnemünde sehr genossen. 15 Bloggerinnen waren anwesend, teilweise auch mit Familie. Die großen und kleinen Kinder hatten richtig viel Spaß in der Kinderbetreuung drinnen und auch draußen.
Wir Bloggerinnen beschäftigten uns ziemlich intensiv mit den Fragen zum Thema "Nachhaltig reisen". Wir tauschten uns aus, hörten tolle Referentinnen und machten praktische Erfahrungen am Strand. Warnemünde als ein Ort zwischen Umweltschutz und Tourismus bot dafür eine sehr gute Kulisse. Über meine Erfahrungen werde ich nochmal in einem gesonderten Artikel berichten.
Am Samstagabend gab es ein großes Lagerfeuer am Strand mit Stockbrot, Punsch und Livemusik. Das war ein sehr schönes Erlebnis.
Heute gab es eine besondere Stadtführung durch Warnemünde. Die Organisation des ganzen Wochenendes war gut durchdacht und bot sehr interessante Programmpunkte.
Nun sind unsere Herbstferien beendet und wir starten morgen frisch in die neue Woche.
Samstag, 12. Oktober 2019
12 von 12 im Oktober
Da bin ich ja wieder! In der vergangenen Woche waren wir im DJH-Resort Neuharlingersiel in Ostfriesland. Uns hat es dort während der Einladung der Jugendherbergen im letzten Jahr so gut gefallen, dass wir für diese Herbstferien selber einen Aufenthalt gebucht haben.
Heute ist aber schon unser Abreisetag gewesen. In der Nacht war es draußen sehr, sehr stürmisch und deshalb sehr laut. Gegen 2 Uhr will die Augustschnuppe in unser Bett kommen. Sie ist ziemlich zappelig zwischen uns. Ich liege zwei Stunden wach.
Um 6:30 Uhr wache ich endgültig auf und gehe duschen. Ich packe die ersten Sachen ein und wecke dann den Rest der Familie. Als ich die Vorhänge aufziehe, schaue ich direkt auf ein Fasanenpaar.
Gegen halb 9 sind wir im Frühstücksraum. Da ist schon ziemlich viel los, am Vortag waren viele Familien angereist. Der Hit am Frühstücksbuffet ist die automatische Pfannkuchenmaschine. Per Knopfdruck meldet man Bedarf an. Nur 60 Sekunden später fällt ein fertiger Pfannkuchen auf den Teller. Die Kinder sind begeistert!
Mein Frühstück besteht aus Magerquark mit Birne und etwas Müsli und Schokochips.
Nach dem Frühstück laufen wir kurz zurück zu unserem Ferienhaus und holen unsere restlichen Sachen.
Wir beladen unser Auto und fahren los. Die Gegend um das Resort ist schön flach. Und ruhig.
Nach drei Pipipausen, einer Essenspause und zähem Verkehr ab und zu fahren wir am Kohlekraftwerk Moorburg vorbei. Das sehr umstrittene Bauwerk wurde erst 2015 in Betrieb genommen.
Zu Hause wartet schon die frisch angelieferte Abokiste aus Wulksfelde auf uns.
Was noch fehlt, hole ich schnell mit dem Lastenrad im nächsten Supermarkt.
Währenddessen läuft schon die erste Waschmaschinenladung mit der Urlaubswäsche.
Am Nachmittag gibt es Ostfriesentee mit Kluntje und Wulkje und Neujährchen gefüllt mit Sahne. Lecker! Ooohhhh, ein Hörnchenautomat mit hübschen Muster (Amazon-Partner-Link) steht jetzt auf meiner Wunschliste, dann kann ich die Waffelröllchen zu Hause selber machen :-)
Da ruft auch schon Mutzelchens Freundin an. Sie kommt rüber, bekommt Waffelröllchen und dann spielen die beiden mit dem Harry.-Potter-Lego.
Zum Abendbrot gibt es frischen Salat aus der Gemüsekiste. Wie immer in Form von Selbstmachsalat. Alle Komponenten gibt es in eigenen Schüsselchen. Zum Gemüse gibt es z.B. Falafelbällchen, Fetakäse, Kräuterbaguette oder Thunfisch.
Mutzelchens Freundin übernachtet bei uns. Die beiden und der kleine Bruder schauen nun in Mutzelchens Zimmer einen Harry-Potter-Film. Der Adventsjunge schläft schon.
Die Augustschnuppe hat im Auto 20 Minuten geschlafen. Ich tippe auf eine Einschlafzeit gegen 21:30 Uhr. Der Liebste und ich schauen nun nebenbei auf dem rbb den nächsten Teil der Serie "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt". Diesmal ist das Jahr 1985 dran.
Nun trage ich mich drüben beim Geburtstagskind Caro in die lange 12 von 12-Liste ein.
Heute ist aber schon unser Abreisetag gewesen. In der Nacht war es draußen sehr, sehr stürmisch und deshalb sehr laut. Gegen 2 Uhr will die Augustschnuppe in unser Bett kommen. Sie ist ziemlich zappelig zwischen uns. Ich liege zwei Stunden wach.
Um 6:30 Uhr wache ich endgültig auf und gehe duschen. Ich packe die ersten Sachen ein und wecke dann den Rest der Familie. Als ich die Vorhänge aufziehe, schaue ich direkt auf ein Fasanenpaar.
Gegen halb 9 sind wir im Frühstücksraum. Da ist schon ziemlich viel los, am Vortag waren viele Familien angereist. Der Hit am Frühstücksbuffet ist die automatische Pfannkuchenmaschine. Per Knopfdruck meldet man Bedarf an. Nur 60 Sekunden später fällt ein fertiger Pfannkuchen auf den Teller. Die Kinder sind begeistert!
Mein Frühstück besteht aus Magerquark mit Birne und etwas Müsli und Schokochips.
Nach dem Frühstück laufen wir kurz zurück zu unserem Ferienhaus und holen unsere restlichen Sachen.
Wir beladen unser Auto und fahren los. Die Gegend um das Resort ist schön flach. Und ruhig.
Nach drei Pipipausen, einer Essenspause und zähem Verkehr ab und zu fahren wir am Kohlekraftwerk Moorburg vorbei. Das sehr umstrittene Bauwerk wurde erst 2015 in Betrieb genommen.
Zu Hause wartet schon die frisch angelieferte Abokiste aus Wulksfelde auf uns.
Was noch fehlt, hole ich schnell mit dem Lastenrad im nächsten Supermarkt.
Währenddessen läuft schon die erste Waschmaschinenladung mit der Urlaubswäsche.
Am Nachmittag gibt es Ostfriesentee mit Kluntje und Wulkje und Neujährchen gefüllt mit Sahne. Lecker! Ooohhhh, ein Hörnchenautomat mit hübschen Muster (Amazon-Partner-Link) steht jetzt auf meiner Wunschliste, dann kann ich die Waffelröllchen zu Hause selber machen :-)
Da ruft auch schon Mutzelchens Freundin an. Sie kommt rüber, bekommt Waffelröllchen und dann spielen die beiden mit dem Harry.-Potter-Lego.
Zum Abendbrot gibt es frischen Salat aus der Gemüsekiste. Wie immer in Form von Selbstmachsalat. Alle Komponenten gibt es in eigenen Schüsselchen. Zum Gemüse gibt es z.B. Falafelbällchen, Fetakäse, Kräuterbaguette oder Thunfisch.
Mutzelchens Freundin übernachtet bei uns. Die beiden und der kleine Bruder schauen nun in Mutzelchens Zimmer einen Harry-Potter-Film. Der Adventsjunge schläft schon.
Die Augustschnuppe hat im Auto 20 Minuten geschlafen. Ich tippe auf eine Einschlafzeit gegen 21:30 Uhr. Der Liebste und ich schauen nun nebenbei auf dem rbb den nächsten Teil der Serie "Berlin - Schicksalsjahre einer Stadt". Diesmal ist das Jahr 1985 dran.
Nun trage ich mich drüben beim Geburtstagskind Caro in die lange 12 von 12-Liste ein.
Mittwoch, 16. Mai 2018
In der Club-Jugendherberge Neuharlingersiel
Werbung für die Club-Jugendherberge Neuharlingersiel
Hachseufz! 4 Tage ist unser Urlaub erst her und schon vermissen wir die Zeit in der Jugendherberge. Wobei Jugendherberge in diesem Fall maßlos untertrieben ist. Niemals wären wir auf die Idee gekommen, einen All-Inclusive-Urlaub zu machen. Und in einer Jugendherberge hätten wir erst recht nicht danach gesucht.
Das DJH Resort Neuharlingersiel, wie es offiziell heißt, hat uns Entspannung von der ersten Sekunde an geboten. Schon seit über 10 Jahren sind wir Mitglieder im Deutschen Jugendherbergswerk. Immer wieder haben wir auf kleineren Reisen in Jugendherbergen übernachtet. Die Unterkünfte waren meist recht schlicht, wobei wir aber die Verpflegung immer sehr geschätzt haben. Deshalb haben wir uns sehr über die Einladung vom Jugendherbergswerk gefreut, das Resort Neuharlingersiel in Ostfriesland zu testen.
Wir bezogen letzte Woche Montag unseren Bungalow mit den drei Schlafzimmern, den zwei Bädern, dem Kamin und der Terrasse. Wow, das ist purer Luxus! Kurz wunderte ich mich über den Minitisch und die fehlende Küche, bis mir einfiel, dass wir keine brauchen würden. Denn die Vollverpflegung ist mit im Preis drin. In den nächsten Tagen sollten wir morgens, mittags, abends und sogar zwischendurch reichlich Gelegenheit zum Essen und Trinken bekommen.
Aber zunächst drehten wir eine Runde durch das "Dorf". Es liegt gleich hinterm Deich an der Nordseeküste. Die Landschaft drumherum ist platt, der Himmel weit, es weht eine frische Brise und es riecht nach guter Landluft oder dem Meer. Auf dem weitläufigen Gelände entdecken wir eine Slack-Line, einen Lagerfeuer-Platz, einen Kinderspielplatz, Schaukeln, einen Volleyball-Platz und einen Boule-Platz. Gleich hinter unserem Bungalow am Kanal lagen bunte Kanus. Außer den Bungalows gibt es ein richtig großes Haupthaus mit vielen Zimmern, auch barrierefrei, und außerdem Apartmenthäuser. Zentral gelegen ist ein Marktplatz, auf dem Tische und Stühle und Strandkörbe stehen.
Weitere Häuser sind auf dem Gelände verteilt. Das "Kinnerhus" mit Bewegungshalle für kleinere Kinder sieht aus wie ein richtiger Kindergarten. Mit Atelier und Bewegungshalle. Im Watthus können größere Kinder im Labor forschen oder experimentieren. Die "School of Rock" ist ein Ort für die Teens. Hier gibt es einen Kicker und einen Billardtisch.
Im Preis enthalten sind außerdem eine riesengroße Anzahl an Aktivitäten für die ganze Familie. Alles wird von erfahrenen Mitarbeitern durchgeführt. Kinder von 3 bis 6 Jahren können vormittags und nachmittags Zeit im Kinnerhus verbringen. Dort treffen sie andere Kinder und können Angebote wahrnehmen. Es werden Spiele gespielt, es wird geturnt oder es wird kreativ mit Farben und Materialien umgegangen.
Für Kinder von 7 bis 9 Jahren gibt es schon anspruchsvollere Angebote. Sie können z.B. das Sportabzeichen machen, Naturdetektive sein, beim Fußballturnier mitmachen und noch mehr. Teens von 10 bis 15 Jahren können einen Percussion-Workshop besuchen, Bogenschießen, eine geführte Kanutour machen, Henna-Tatoos ausprobieren und noch vieles mehr.
Erwachsene können in der Zeit, in der die Kinder beschäftigt sind, verschiedenste Sport- und Entspannungskurse besuchen, z.B. Rückenfit, Yoga oder Walking. Außerdem gibt es interessante Ausflüge in die Umgebung mit dem Rad oder dem Kanu oder z.B. eine ostfriesische Teezeremonie. Im Wellnessbereich kann man gegen Bezahlung Massagen buchen oder in die Sauna gehen.
Die ganze Familie kann auch Dinge zusammen unternehmen. Das Mutzelchen und der kleine Bruder haben mit dem Liebsten Drachen gebaut, die richtig gut fliegen. Es gibt einen Nordseetag und Lagerfeuer mit Stockbrot und abends auch mal Kinderdisco. Bei einigen wenigen Angeboten fallen Materialkosten an.
Ich kann das gar nicht alles aufzählen, wir waren sehr, sehr beeindruckt. Wir haben gar nicht so viele Angebote wahrgenommen, weil wir gerne zusammen irgendwo draußen gesessen haben und das schöne Wetter und die freie Zeit so genossen haben. Mit dem Baby waren wir auch gerne in einem der Spielzimmer, da konnte es auf dem Teppich gemütlich durch die Gegend robben.
Einmal hat der Liebste für sich und mich abwechselnd eine Massage gebucht. Das war sehr schön. Die Kinder durften sich auch mal die großen Kettcars ausleihen und mit dem Bollerwagen ließen sie sich gerne durch die Gegend kutschieren. Wenn Kosten anfielen, wurden sie auf unsere Hausnummer gebucht. Das blieb aber wirklich überschaubar.
Wie oben schon erwähnt: die gesamte Verpflegung ist im Preis inbegriffen. Das bedeutet, es gibt immer ein reichhaltiges Buffet. Zum Frühstück von 7:30 Uhr bis 10 Uhr gibt es Brot, Brötchen, Toast, Knäckebrot, Müsli, Cornflakes, Joghurt, Rührei, gekochtes Ei, gebratener Speck, Käse, Wurst, Marmeladen, Schokocreme, Kaffee, Tee, Milch und Säfte. Außerdem frisches Obst und, was mir positiv aufgefallen ist, kleine Küchenmesser, ein Brettchen und eine Resteschüssel, um sich das Obst selber kleinzuschneiden.
Der Mittagssnack von 12:30 bis 14 Uhr war ein vollwertiges warmes Mittagessen. An einem Tag haben wir einen Ausflug gemacht und waren zu der Zeit nicht im Resort. Da bekamen wir am Morgen Papierbeutel, die wir mit Lebensmitteln vom Frühstücksbuffet befüllen konnten. Dazu gab es Wasserflaschen und Müsliriegel.
Am Nachmittag konnten wir im Seecafé jeden Tag unterschiedliche Sorten Blechkuchen essen und Kaffee und Säfte trinken. Das war immer sehr schön, weil es dort auch ein Kleinkindzimmer mit einer großen Scheibe gibt.
Am Abend gab es von 18 bis 20 Uhr ein sehr umfangreiches warmes Buffet, immer mit einer großen Salatbar, einer Suppe und süßem Nachtisch dazu. Als sehr schmackhaft sind mir die vegetarischen Spinatcannelloni in Erinnerung geblieben, die Maissuppe, das asiatische Buffet, das Steak... moah, was haben wir geschlemmt!
Die Kinder waren begeistert, dass sie nicht wie in den anderen Jugendherbergen den Tisch abräumen und abwischen mussten, sondern dass freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Geschirr mitnahmen. An einer extra Kinderstation gab es am Boden eine große Stufe, damit die Kinder ans Buffet heranreichen können. Da gab es dann Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse pur. Die Leute kennen sich mit Kindern aus. An einem Tag war übrigens Veggie-Day, das heißt, es gab nur vegetarische Speisen. Für Babys gab es in der Babystation Gläschen mit Obst-, Gemüse- oder Grießbrei und eine Mikrowelle.
Am Anfang der letzten Woche waren wir fast die einzigen Gäste, über Himmelfahrt reisten dann aber sehr viele Familien an und es tummelten sich an die 300 Menschen im Resort. Das war okay, das Gelände ist groß genug. Zu den Essenszeiten merkten wir es aber, da war das Restaurant gut gefüllt und wir mussten ein bisschen suchen, um für uns 6 einen guten Platz zu bekommen.
Tatsächlich sind wir sehr begeistert von dem Angebot im Resort. Wie gesagt, von alleine wären wir nie auf die Idee gekommen, einen All-Inclusive-Urlaub zu machen. Aber das was dort geboten wird, hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Wir Eltern sind so entspannt, wie noch nie. So kann also Urlaub sein! Und auch die Kinder sind sehr zufrieden und denken gerne an unsere Zeit und die Freundinnen und Freunde, die sie dort kennengelernt haben, zurück. Und nun? Nun überlegen wir, wann wir das nächste Mal ins Clubdorf nach Neuharlingersiel fahren. Alle Infos gibt es hier.
Von unseren Ausflügen in die Umgebung erzähle ich demnächst. So viel kann ich verraten: wir haben das Meer nicht gesehen. Nordsee, halt ;-)
Hier waren wir z.B. Wattwandern. Bei Flut!
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