Blick aus dem Fenster um 5:30 Uhr. Alles ist saftig grün und es duftet nach Gras, Erde, Holunder und anderen Blüten. Morgenprogramm: alle nacheinander wecken, motivieren, Brotdosen befüllen, Frühstückstisch decken, Frühstück.
Frische Brise
Freitag, 12. Juni 2026
12 von 12 im Juni 2026
An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es vor vielen, vielen Jahren von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Drüben bei Caro gibt es eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.
In Schwerin begebe ich mich zum Stadthaus, dem Sitz der Stadtverwaltung von Schwerin. Das liegt dort gleich neben dem Bahnhof.
In einem der Besprechungsräume gebe ich heute eine Fortbildung der "Stiftung Kinder forschen" für pädagogische Fachkräfte. Der Raum ist recht nüchtern...
... aber die Aussicht aus der 6. Etage ist diesmal toll. Der Blick geht über die Häuser zum sehr großen Schweriner Dom. Rechts neben dem Dom sind die Kuppeln des Schweriner Schlosses zu sehen. Links die barocke Schelfkirche, die die Gruft des mecklenburgischen Fürstenhauses beherbergt. Im Hintergrund der herrliche Schweriner See.
... und komme an einem Antiquitätenladen vorbei. Der sieht einladend aus und ich gehe rein. Dort hat schon eine schöne alte blaue Kuchenplatte aus handbemaltem Porzellan auf mich gewartet. Ja, bei sowas werde ich schwach. Und wenn sie nur 5 Euro kostet, muss ich sie einfach mitnehmen.
In Wismar erwartet mich der Liebste am Bahnhof. Zusammen fahren wir zur Fika Kaffeebar, wo wir das Wochenende einläuten wollen. Diesmal tatsächlich eins ohne Arbeit. In der Straße "Neustadt" blühen die schönsten Rosenbüsche. Die gelben Rosen hier duften himmlisch!
In der Fika Kaffeebar trinken wir besten Kaffee und besprechen mit der Inhaberin einige Details zur Feier meines diesjährigen runden Geburtstags, der im nächsten Monat ansteht.
Danach gehe ich schonmal nach Hause. Der Liebste fährt noch zum Supermarkt und erledigt den Wochenendeinkauf. Eigentlich wollten wir heute Abend ein Konzert einer Jazz Big Band in der Stadt besuchen. Die Band ist super, sie macht eine tolle Stimmung. Doch das passt heute irgendwie nicht. Wir legen lieber die Beine hoch und entspannen.
Ich wache um 4:32 Uhr auf. Schlafen lohnt sich nicht mehr. Ich gehe also ausnahmsweise mal ganz gemütlich ein bisschen länger duschen. Danach erstmal Kaffee kochen. Ich mahle die Bohnen ganz frisch und gieße Wasser in der Stempelkanne dazu.
Um 7 Uhr verlasse ich das Haus Richtung Bahnhof. Bahnhofsgebäude in Wismar.
In der Regionalbahn von Wismar nach Schwerin.
Die Fortbildung heute dreht sich um den Konsum, was er mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu tun hat und die Alternativen dazu, wie reparieren, selber machen, ausleihen oder tauschen. Es wird ein sehr schöner Tag und am Nachmittag gehe ich sehr zufrieden aus dem Stadthaus.
Bonusbild vom heimischen Balkon: die Rosen, die der Liebste mir im letzten Jahr zum Geburtstag geschenkt hat, blühen. Und duften tun sie auch!
Sonntag, 7. Juni 2026
Zurück in Aarhus 4
Am 19. Mai 2026, der leider unser Abreisetag war, wachte ich schon um 7 Uhr auf. Macht nix! So hatte ich noch mehr von dieser grandiosen Aussicht!
Um viertel vor 8 stellte sich heraus: dieses Schiff dort war doch ein bisschen größer. Und zwar war es ein Kreuzfahrtschiff aus der Aida-Flotte. Die Aidamar ist über 200 Meter lang, hat Platz für ca. 2600 Reisende und für nochmal ungefähr 600 Personen an Besatzung.
Vom Balkon aus der 22. Etage sah das Schiff trotzdem ein bisschen klein aus.
Und sie parkte direkt vor unserem Balkon ein...
(Kleiner Wermutstropfen: wahrscheinlich werden wir nie wieder in so eine tolle Ferienwohnung kommen. Spaßeshalber habe ich mal nachgeschaut, die Preise im nächsten Frühjahr haben sich einfach mal mehr als verdoppelt.)
Auf dem Weg durch das nagelneue Stadtviertel mit den vielen Hochhäusern habe ich das extra nochmal fotografiert: zwischen den Häusern mit viel Glas und Beton wurden wunderschöne Oasen für die Bewohnenden geschaffen.
Gewächshaus, individualisierte Hochbeete und eine Feuerschale zeugen von einem schönen Gemeinschaftsgefühl und einer schlauen Stadtplanung.
Ursprünglich sollte die "Unendliche Brücke" im Jahr 2015 nur einen Sommer lang stehen. Doch die Menschen waren so begeistert, dass die Brücke bleiben durfte. Allerdings wird sie in den Wintermonaten abgebaut und im Frühling wieder neu errichtet. Im letzten Jahr waren wir im April genau eine Woche zu früh in Aarhus, deshalb konnten wir sie noch nicht sehen. Aber diesmal!
Nach einer Viertelstunde Fahrt Richtung Süden parkten wir unter riesigen Bäumen und liefen ein kurzes Stückchen runter zum Strand. Wir hatten Glück, es war nicht so voll am Strand.
Tatsächlich sieht die Brücke auf Bildern größer aus, als sie in Wirklichkeit ist. Doch sehenswert ist sie allemal. Wir liefen gemütlich eine ganze Runde auf den Holzbohlen über das türkis schimmernde Ostseewasser. Im Hintergrund konnten wir die Skyline von Aarhus mit dem Hafen sehen.
Wir fuhren weiter durch einen dichten Wald mit erstaunlich großen Bäumen und vielen Hügeln und Schluchten. Dann kamen wir am Moesgaard Museum an. Der moderne Bau schmiegt sich in die Landschaft. Das grasbewachsene Dach kann betreten werden. Von oben hat man einen schönen Blick über die Landschaft bis zum Meer.
Ich kann das alles hier gar nicht in Worte fassen, so beeindruckt waren wir von dem Besuch. Die Ausstellung ist außergewöhnlich und ein großes Erlebnis! Obwohl auch sehr viel für Kinder geboten wird, unter anderem auch ein tolles Forschungslabor, werden wir das Museum vorerst noch nicht mit unseren jüngsten Kindern besuchen. Zu überwältigend kamen uns die ganzen Sinneseindrücke vor. Texte sind auf dänisch und englisch
Die gesamten Räumlichkeiten sind sehr dunkel und sehr verwinkelt. Geräusche und Bilder können teilweise angsteinflößend sein. Es dreht sich viel um Menschenopfer, Kriege, Pest und andere Krankheiten, es gibt Moorleichen und Skelette zu sehen.
Ein besonders eindrückliches Beispiel will ich mal versuchen, zu schildern: wir standen mitten in einem komplett leeren schwarzen Raum. Auf zwei gegenüberliegenden großen Wänden begannen, Filme im Zeichentrickstil hauptsächlich in Schwarz-Weiß abzulaufen. Zwei Heere brachten sich in Position. Wir sahen Soldaten mit Speeren, mit Schilden, Schwertern, wir sahen Bogenschützen und Männer auf Pferden. Dann begann das Schlachtgeschehen und wir standen buchstäblich zwischen den Fronten und mitten im Geschehen.
Pfeile sirrten durch die Luft, genau über uns hinweg. Links und rechts fielen die ersten Soldaten zu Boden. Schreie. Stöhnen. Nochmal und nochmal. Unsere Blicke wanderten hin und her. Dann setzten sich die Soldaten in Bewegung. Erst langsam, dann immer schneller. Sie kamen immer näher und näher. Sie kamen genau auf uns zu. Für uns gab es kein Entrinnen. Die Heere krachten genau auf unserer Position aufeinander. Es wurde komplett dunkel, wir sahen nichts mehr, hörten nur noch die Geräusche auf dem Schlachtfeld. Schreie, dumpfe Hiebe, Röcheln, Klirren von Waffen, fallende Körper... Es war ziemlich beängstigend.
Dann wurden die Geräusche weniger. Langsam wurde es wieder heller. Wie Nebel verzogen sich Rauch und Staub. Das Schlachtfeld war übersät mit übereinanderliegenden Körpern. Krähen krächzten. Wind fuhr durchs Gras und rauschte ein wenig....
Am Boden leuchteten plötzlich Vitrinen auf. In ihrem Inneren wurden verschiedene Waffen, Schilde, Helme, Gürtelschnallen und andere Funde sichtbar. Alles, was von den Menschen damals, von der Schlacht am Ende übrig blieb.
Eine Frage drängte sich mir förmlich sofort auf: Wofür das ganze Leid? Immer und immer wieder seit Menschengedenken. Wofür? Am Ende bläst doch nur der Wind drüber...
Wir waren Zeuge geworden von einer der größten Schlachten der Eisenzeit, die um das Jahr 200 in der Nähe von Aarhus stattfand. Im nächsten Raum wurde die Geschichte noch weitererzählt; die Unterlegenen wurden gedemütigt, zerstückelt und im Moor versenkt, erbeutete Waffen zu Tausenden zerstört und ebenfalls versenkt, wo alles seit Jahrzehnten nach und nach ausgegraben wurde.
Das Erlebnis war, wie gesagt, sehr eindrücklich und wurde exzellent präsentiert. Doch man sollte sich darüber im Klaren sein, ob man das aushält. Ah, ich kann aber erwähnen, dass sich zwischen den Ausstellungsräumen auch hier und da extra "Pausenräume" befinden, wo man sich mal hinsetzten kann, die ganz hell und freundlich sind und wo auch ein Blick aus dem Fenster möglich ist.
Nach nur zwei Stunden waren wir allerdings schon völlig erschlagen von den vielfältigen Sinneseindrücken. Im wunderschönen Museumsrestaurant mit Panoramablick aßen wir sehr schmackhaften Salat und Brote, die Rezepte waren von der altnordischen Küche inspiriert.
Samstag, 30. Mai 2026
Zurück in Aarhus 3
Am Montag, den 18. Mai, war ich in Aarhus gegen 4 Uhr kurz wach. Draußen wurde es schon langsam hell. Doch ich konnte mich glücklicherweise nochmal umdrehen.
Nach einem gemütlichen Morgen traten der Liebste und ich um 11 Uhr vor unser "Ferienhaus". Der Eingang zum Informationszentrum und der Aussichtsplattform lag genau unter unserem Balkon in der 22. Etage. Hier ganz unten sieht man den Ausblick am Abend zuvor und den Elefanten von oben.
Wir bestellten Brot mit Käse. So schlicht. SOOOO gut! Das Sauerteigbrot war superfluffig mit einer schönen Kruste. Der Käse war eine ältere herbere Sorte mit Salzkristallen drin. Lecker!
Die Geschichte dahinter finde ich so sympathisch: immer, wenn im Krankenhaus von Aarhus ein Kind geboren wird, können die Eltern dort auf einen Knopf drücken und den Gong im DOKK 1 auslösen. Der volle tiefe Ton (ich habe auf Youtube Videos gefunden, wo man ihn hören kann) verkündet an diesem öffentlichen Ort: hier gibt es einen neuen Menschen in unserer Mitte, in unserer Stadt! Was für eine schöne Wertschätzung! Was für ein angenehmes Gemeinschaftsgefühl!
Das ganze Haus war rappelvoll. Überall saßen junge Leute allein oder in Lerngruppen an Computern oder vor Büchern. In extra abgetrennten Büros konnten wir Tonstudios oder Arbeitsplätze sehen, an denen Präsentationen erstellt werden konnten. Sehr beeindruckend alles!
Zurück in der Stadt genossen wir nochmal Kaffee und schönstes Gebäck. Wir saßen draußen in einer kleinen Straße und beobachteten einfach die elegant angezogenen Menschen. Vorherrschende Farben in der Mode: Dunkelblau, Weiß, Braun und Salbei. Mit meinem rosa Mantel habe ich ganz schön rausgestochen.
Weil wir Zeit hatten, wollten wir das Wikingermuseum besuchen, das eine Außenstelle des prähistorischen Moesgaard Museums ist. Wie erstaunt waren wir, als wir entdeckten, dass es einfach in einem Keller unter der großen Fußgängerzone war. Der Eingang war ganz unscheinbar zwischen den Geschäften. Hinter der Tür gab es einen Ticketautomaten, wo wir uns selbstständig ein sehr günstiges Ticket kaufen konnten.
Dann liefen wir eine Treppe hinunter und standen gleich in der kleinen Ausstellung völlig ohne Personal. Hier konnten wir Objekte aus der Stadtgeschichte zur Zeit der Gründung durch die Wikinger sehen, die genau an der Stelle gefunden wurden. Sogar ein Skelett war darunter.
Auf dem Dach des Kaufhauses Salling konnten wir danach endlich mal draußen sitzen und einfach nur die Aussicht genießen. Das ganze Dach ist mit Treppen, Stufen und Plattformen versehen, wo man sich aufhalten kann. Hier ist im Hintergrund rechts der mit Marmor verkleidete Rathausturm mit Uhr zu sehen. Das Rathaus wurde vom dänischen Architekten Arne Jacobson entworfen und 1941 eröffnet.
Abonnieren
Posts (Atom)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)
.jpeg)

























.jpeg)


.jpeg)



.jpeg)
.jpeg)







.jpeg)






.jpeg)









