Donnerstag, 20. Januar 2022

Den Winter überstehen

Beim Lesen des Buches "Überwintern" (Amazon-Partnerlink) muss ich ständig an die Worte meiner Hebamme in Berlin denken. Ich war in den letzten Zügen der Schwangerschaft mit meinem dritten Kind. Alles war wieder beschwerlich geworden. Ich hatte starke Rückenschmerzen, viele Vorwehen, einen Haushalt mit zwei Kindern, davon eins noch keine zwei Jahre alt und einen Mann, der von Berlin nach Hamburg zur Arbeit pendelte. 

"Mach Winter." sagte meine Hebamme zu mir tröstend und beruhigend. Sie kannte sich in der Traditionellen Chinesischen Medizin aus. Darin werden die Phasen einer Schwangerschaft den Jahreszeiten und den Elementen zugeordnet. Nach einer Phase des Erblühens und Wachsens, kommt zum Ende der Schwangerschaft die Phase des Abschieds und der Ruhe. 

Am Ende steht der Winter. Es ist eine Zeit des Rückzugs und der inneren Einkehr. Man soll viel schlafen, Wärme suchen, sich pflegen, warme, nährende Speisen zu sich nehmen und Kraft sammeln.

"Mach Winter." Daran denke ich in der letzten Zeit sehr oft. Und ich mache Winter. Ich überwintere. Ich versuche, den Winter zu überstehen. Und damit ist nicht nur die aktuelle Jahreszeit gemeint. Es betrifft auch die angespannte Situation der letzten zwei Jahre. 

Ich achte verstärkt auf meine Bedürfnisse. Das ist viel leichter gesagt als getan. Ich wurde so erzogen, nicht aufzufallen, keinem zur Last zu fallen und meine Gefühle zu unterdrücken. Die Sätze "Hab dich nicht so." "Das tut doch gar nicht weh." "Du bist immer so emotional." "Uns hat das auch nicht geschadet." habe ich sehr oft gehört und verinnerlicht. 

Bei jedem Becher Kaffee auf die Hand, bei jedem Ausflug nur für mich, bei jeder Fahrradtour, bei jedem neuen Buch, das ich mir gönne, bei jedem Schaumbad, das länger dauert, habe ich ein schlechtes Gewissen und das Gefühl, ich habe das nicht verdient. 

Deshalb ist es für mich eine ganz neue Erfahrung, meine Gefühle wirklich, wirklich ernst zu nehmen und sofort zu reagieren, wenn ich merke, dass es mir nicht gut geht. Mit 45 Jahren ist es immerhin noch nicht zu spät. Ich bin da übrigens nicht selber drauf gekommen, sondern der Liebste hat mir dabei geholfen. Als ich vor einigen Wochen gemerkt habe, dass dieses dunkle und leere Gefühl heranrollt, hat er kurzerhand seine Arbeit früher beendet und ist mit mir eine ganz große Runde spazierengegangen. Er hat meine Tränen ausgehalten. Er hat zugehört und mich ganz fest gehalten. 

Das hat überraschenderweise so gut geholfen, dass ich beim nächsten Mal schon selber bemerkte, dass ich aktiv was tun muss. So konnte ich die dunklen Gedanken viel schneller wieder loswerden. Ich mache Pause, wie die Natur es auch im Winter tut. Ich ziehe mich zurück, nehme mich wahr und sammle Kräfte für den Neubeginn. 

Und so ziehe ich jetzt manchmal meinen kuscheligsten Schlafanzug schon am Nachmittag an. Zusammen mit dicken Socken und einem dicken Morgenmantel drüber ist das eine schöne warme Hülle. Zu Weihnachten bekam ich eine kabellose Heizdecke von Stoov geschenkt. Die lege ich mir in den Sessel oder ins Bett. Das tut so gut! Ich habe mir endlich mal richtig bequeme Unterwäsche fast ohne Nähte gekauft. 

Ich gehe richtig früh ins Bett. Manchmal sogar noch vor den großen Kindern. Dann bin ich zwar sehr früh wach, nutze die Zeit aber ganz bewusst nur für mich. Ich gönne mir guten Kaffee und die beste Schokolade, die ich kriegen kann. Je nach Laune lasse ich den Haushalt liegen oder lege mit extra Kraft so richtig los. Ordnung macht mich froh. 

Ich drehe das Lieblingslied im Radio lauter. Ich tanze in der Wohnung. Ich singe und pfeife. Ich backe und koche nur noch Lieblingsgerichte. Ich esse mehr Obst und Gemüse. Ich schaue mir Fotos vom Sommer an. 

Ich renne bei jedem Ruf der Kraniche ans Fenster. Ich beobachte den Sonnenaufgang. Ich schaue den Wolken beim Ziehen zu. Ich staune über Schneeflocken oder den heulenden Sturmwind. Ich bleibe unterwegs stehen um mich ganz bewusst umzusehen. Ich sauge Schönheit auf, wo sie mir begegnet. Ich atme tief ein und aus. Ich übe mich in Dankbarkeit. Ich bete. 

Ich bin nachsichtiger gegenüber den Kindern. Ich sage öfter "Ja." statt "Nein.". Ich lächle fremde Menschen an. Ich helfe, mache Platz und sage ein paar freundliche oder lustige Worte. Bis jetzt ist das immer sehr fröhlich gewesen. 

Ich hole mir frische Farben in die Wohnung. An die Wand oder in Form von bunten Kissenhüllen. Ich suche im Schrank nach den buntesten Vasen. Ich kaufe ein Töpfchen mit Frühjahrsblühern. 

So will ich den Winter überstehen. Es ist, wie gesagt, nicht leicht. Also... es ist vielmehr richtig harte Arbeit. Doch ich weiß, dass hinter jeder grauen Wolke der Sonnenschein versteckt ist. Nach jedem Winter kommt der Frühling. Mit Sonnenschein und Wärme. An diesen Gedanken halte ich mich fest. Der Winter kann ja nicht ewig dauern... 



Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Hier gibt es die Möglichkeit, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!

Montag, 17. Januar 2022

Mitte Januar

Am Freitagnachmittag durfte ich mein Fahrrad wieder aus der Werkstatt abholen. Beim jährlichen Check für die Jobrad-Unterlagen wurde nichts beanstandet. Interessant ist immer das Auslesen des Fahrradcomputers. Da sieht man genau, in welchem Modus ich am meisten fahre (Turbo *hüstel) und sogar, bei welchen Temperaturen ich gefahren bin: die niedrigste Temperatur war minus 8 Grad, die höchste plus 32 Grad. Ich fahre einfach bei jedem Wetter. 

Weil ich endlich mein Fahrrad wiederhatte, bin ich am Samstag gleich mal wieder eine größere Runde gefahren. Ein Grund war, dass es den Lieblingsschokoladenaufstrich des Mutzelchens nur in der Bioabteilung in einem riesigen Supermarkt am Stadtrand zu kaufen gibt. Den wollte ich für sie holen. 


Auf dem Weg dorthin machte ich einen kleinen Umweg zur Seebrücke Wendorf. Das ergab gleich einen kleinen Text für das neue Stadtgeflüster auf der offiziellen Seite der Hansestadt Wismar. Ich habe dort drüben eine Zeichenbegrenzung. Manchmal ist es zunächst schwierig, die passenden Worte zu finden, manchmal fließt es einfach so aus mir heraus. Mein neuer Text war zuerst fast doppelt so lang. Nun werden es einfach zwei Texte. 

Meinen kleinen Ausflug habe ich wieder sehr genossen. Ich konnte schön durchatmen und ins Blaue schauen. Wie toll, dass Wismar einen Strand hat!




Entdeckung am Wegesrand: die Haselnuss fängt an zu blühen. Damit zeigt sie nach dem phänologischen Kalender den Vorfrühling an. 


In der Stadt war auch der Vorfrühling angebrochen. Bei dem schönen Sonnenschein saßen in den Cafés schon die ersten Gäste draußen. 


Am Samstagabend schauten der Liebste und ich den allerneusten Film von und mit Clint Eastwood. "Cry Macho"* (Amazon-Partner-Link) heißt der und ist eher ruhig mit schönen Landschaftsaufnahmen und guter Musik. Ich musste zwei Mal hinsehen und obendrein noch googeln: der Mann ist unglaubliche 91 Jahre alt! Da sei ihm verziehen, dass ich zwischendurch öfters Angst um seine Knochen hatte. Aber in den Momenten, wenn seine Augen blitzten oder er grimmig guckte, war er ganz der gewohnte Typ. 

Am Sonntag stand die Verschönerung des Zimmers der Augustschnuppe an. Eine Wand habe ich am vergangenen Wochenende sandfarben gestrichen. Die gegenüberliegende Wand sollte nun vanille- und himbeerfarben werden. Ich streiche echt gerne. Wobei das Abkleben der Fußleisten und das Kantenmalern immer am meisten aufhält. Das Rollern geht echt fix. Da hat sogar die Augustschnuppe ein bisschen mitgeholfen. Zwischendurch konnte sie auch ein paar Nägel in ihr neues Regal einschlagen. Wenn alles wirklich fertig ist, zeige ich mehr.




Der Liebste hat derweil andere Stellen in der Wohnung optimiert und z.B. ein Badezimmerschränkchen angebracht. Hört sich leichter an, als es ist, denn die Wände sind sehr hart. 

Außerdem wurde diese Ecke im Esszimmer verbessert. Der Toaster sollte einen praktischeren Platz bekommen. Dafür haben wir ein weißes Küchenregal aus der Enhet-Serie von Ikea an die Wand gehängt. Gerade so hoch, dass man mit dem Staubsauger unten drunter fahren kann. Weil das Kabel des Toasters nicht bis zur Steckdose reichte, installierte der Liebste eine Steckdosenleiste unter dem mittleren Regalboden. Sieht man gar nicht, oder?!


Am heutigen Montag startete mein Tag sehr früh. Ich bin um 4 Uhr vom Geräusch des Sturmwindes aufgewacht und nicht mehr eingeschlafen. Die Vorhänge im Schlafzimmer wedelten ganz schön. So bin ich aufgestanden, war duschen, habe mir Kaffee gemacht und ein paar E-Mails abgearbeitet.

Als die Schulkinder nach dem Frühstück losgegangen waren, machte auch ich mich auf den Weg zur Arbeit im Möbelladen. Ich liebe es dort! Psssst, der Onlineshop mit schön duftenden, schmeichelweichen Holzprodukten könnte sich noch ein bisschen mehr rumsprechen, dann habe ich noch mehr zu tun ;-)

Nach der Arbeit bin ich noch ein bisschen durch die Stadt geradelt. Eigentlich war Regen angesagt. Umso erfreuter war ich über den unerwarteten Sonnenschein. War das ein Sturm! Manchmal schlingerte ich mit dem Fahrrad ganz schön. Im Hafenbecken waren ziemliche Wellen. Die kleinen Fischerboote waren fest mit Seilen verzurrt und schaukelten doch wie Walnussschalen auf dem Wasser hin und her. 

Dann fuhr ich nach Hause, kochte für den Liebsten und mich und holte auch schon wieder die Augustschnuppe aus dem Kindergarten ab.

Im Kindergarten ist ab jetzt nur noch Notbetreuung. Es ist kein Personal mehr da. Übrigens in mehreren Kitas der Stadt. Wer kann, soll sein Kind zu Hause lassen. So wird die Augustschnuppe erstmal nicht mehr hingehen oder nur stundenweise. Der Liebste und ich werden uns abwechseln.

Als der Adventsjunge aus der Schule kam, fragte ich ihn, wie es war. Wisst Ihr noch? Früher kam dann immer nur ein knappes "Gut.". Heute kam: "Meine Sitznachbarin hatte heute Morgen zwei positive Tests. Jetzt habe ich Angst, dass ich mich angesteckt habe." Manchmal war früher doch alles besser....







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Mittwoch, 12. Januar 2022

12 von 12 im Januar 2022

Willkommen zum ersten "12 von 12" in diesem Jahr! Auch in den kommenden Monaten möchte ich bei der Aktion, die es schon sehr viele Jahre gibt, mitmachen. Für den deutschsprachigen Raum versammeln sich drüben bei Caro alle, die teilnehmen. 

Ich bin mehrmals in der Nacht wach, weil die Augustschnuppe wieder in unser Bett gekommen ist. Die Frequenz wird aber in der letzten Zeit geringer. Mein Wecker summt um 5:50 Uhr. Schilddrüsentablette, duschen, Kontaktlinsen, anziehen, Kinder das erste Mal wecken, Kaffee kochen, Tisch decken, Brotdosen füllen, Kinder nochmal wecken...

Wenn Bananen in den Dosen für die Schulkinder landen, bekommen sie ein Delfingesicht: 

Die beiden größeren Schulkinder haben von der Schule Corona-Selbsttests ausgehändigt bekommen. Montags, mittwochs und freitags testen sie sich zu Hause. Wir Eltern unterschreiben dann ein Formular. Der Grundschüler testet sich gemeinsam mit den anderen Kindern seiner Klasse in der ersten Unterrichtsstunde in der Schule. 

Alle drei Schulkinder ziehen nach dem Frühstück los. Ich schminke mich und mache mich auch auf den Weg. Drei Mal in der Woche arbeite ich im Möbelladen. Ich fange um 8 Uhr an. Der Liebste bringt derweil die Jüngste in den Kindergarten, bevor er im Homeoffice arbeitet. Ich nehme mein Fahrrad. Draußen dämmert es langsam. Hinterm Haus rufen die Kraniche. Es ist neblig und kalt. 

Mein Arbeitsweg führt am Alten Hafen Wismar vorbei:

Im Laden ist es schön warm und es duftet nach dem Öl, mit dem die Holzprodukte behandelt werden. Ein paar Weihnachtssachen dürfen noch ein bisschen stehenbleiben. Aber die Ostersachen rücken langsam weiter nach vorne. Die gibt es auch im Online-Shop, den ich jetzt betreuen darf. (unbeauftragte Werbung von Herzen)

Bis mittags habe ich zu tun. Dann radle ich kurz durch die Stadt. Im Feinkostladen hole ich Nachschub vom sagenhaften Stralsunder Marzipan. Himmlisch! 

Dann kommt plötzlich die Sonne raus! Es sieht richtig frühlingshaft aus. Fast erwarte ich Frühblüher auf den Wiesen. Ich komme an zwei Kirchen vorbei. Die St. Georgenkirche hat keinen richtigen Turm...

... und die (ehemalige) Marienkirche hat kein Kirchenschiff. Hier kann man gut die Reste erkennen. Mir gefällt, dass das so gelassen wurde.

Ich fahre mit dem Fahrrad an den Stadtrand zu einem großen Fahrradhändler. Die jährliche Inspektion für mein Fahrrad ist schon eine Weile fällig. Es ist gemietet über Jobrad. Das machen nur bestimmte Werkstätten. 2000 Kilometer bin ich seit Dezember 2020 gefahren. Eine sehr gute Strecke! Ein bisschen Schimpfe kriege ich, weil ich die Kette falsch gepflegt habe. In zwei Tagen darf ich mein Rad wieder abholen.

Der Liebste hat eine längere Mittagspause und holt mich ab. Auf dem Heimweg halten wir kurz beim Bäckereicafé. Das erste Mal seit längerer Zeit kehren wir zusammen ein und setzen uns rein. Unsere Booster-Impfung ist mittlerweile vollständig und das Café ist leer, deshalb machen wir das heute mal. 

In Mecklenburg-Vorpommern gilt schon seit Monaten die 2G+ Regel in der Gastronomie. Kinos, Museen und Schwimmbäder haben (mit kurzen Pausen) auch schon länger wieder geschlossen. 

Auf dem Heimweg halten wir an der Packstation. Da kommen überraschenderweise sogar Postkarten von Blogleserinnen an, dankeschön! 

Ich hole dann die beiden jüngeren Kinder ab. Die beiden Großen sind schon da. Zu Hause gibt es Snacks für die hungrige Bande. Dann gehe ich mit den beiden Jüngeren nochmal raus. Mit dem Lastenrad bringen wir zuerst Pfandflaschen weg. Der Adventsjunge darf sich damit sein Taschengeld aufbessern. 

Die Kinder bleiben danach noch ein bisschen draußen auf dem Spielplatz und gehen dann nach Hause. Ich fahre weiter zum Glascontainer. Weil es so schön ist, drehe ich mit dem Lastenrad noch eine Runde zum Hafen. Unterwegs hole ich mir ein Stück Plunder in der Traditions-Bäckerei Tilsen. 

Das esse ich mit Blick auf die Werft. Die musste Anfang der Woche Insolvenz anmelden. Innen drin liegt noch ein riesiges Kreuzfahrtschiff, das zu 75% fertig ist. Vor der Halle liegt ein ausgemustertes Schiff, das in den letzten Jahren als Wohnschiff für Werftarbeiter diente. Es sollte neulich zum Abwracken weggeschleppt werden. Irgendwie verzögert sich die Abreise. 



Wieder zu Hause koche ich einen großen Topf Spaghetti zum Abendbrot. Doppelte Menge, dann reicht es gleich noch für morgen. Abendessen, Küche aufräumen, Kinder ins Bett bringen oder in ihre Zimmer verabschieden. Dann sitze ich im Sessel und beginne meinen heutigen Blogeintrag. Nachher machen der Liebste und ich es uns wieder gemütlich. Ich werde noch ein Stück in meinem aktuellen Buch lesen. Das tut wirklich gut und ist nur zu empfehlen. Am Montag habe ich darüber geschrieben. 



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Montag, 10. Januar 2022

Ein sehr schönes und produktives Wochenende...

... liegt hinter uns. Am Samstag sind der Liebste und ich nach dem gemütlichen Frühstück in die Innenstadt gelaufen. Das ist unser gemeinsames Ritual geworden. 

Weil wir sonst nichts vorhatten und weil es draußen nach dem Mittagessen etwas aufklarte, fuhren wir auf die Insel Poel zu unserem Lieblingsstrand. Mal schnell durchlüften. Kaffee und Kakao hatten wir in Thermoskannen dabei. Mitgekommen waren nur zwei Kinder, da die beiden Großen nach der Auffrischimpfung am Vortag etwas angeschlagen waren. Wir ließen sie sich ausruhen.




Auf dem Rückweg hielten wir kurz vor Sonnenuntergang noch kurz in Kirchdorf auf der Insel Poel. Ach, das ist aber schön dort! Da sind wir bis jetzt immer nur vorbeigefahren. 

Die hübsche Inselkirche ist als Landmarke weithin sichtbar. Der Friedhof bietet Meerblick. Um Kirche und Friedhof verläuft ein hoher Wall, auf dem man laufen kann. Es sind Überreste einer Festung. Das fanden vor allem die Kinder spannend. 


Vom Hafen Kirchdorf kann man übers Meer bis nach Wismar sehen. Da hinten am Horizont befindet sich die Werft und der Seehafen. 

Das war ein sehr schöner Ausflug, den wir auf alle Fälle wiederholen. Im Sommer fahren wir mal mit einem der Ausflugsschiffe von Wismar nach Kirchdorf. 





Am Sonntagmorgen fand diesmal kein Gottesdienst in unserer Gemeinde statt, deshalb hatten wir mal richtig viel Zeit. Der Liebste und ich waren recht früh wach, die Kinder trödelten in ihren Schlafanzügen rum. So sind der Liebste und ich mit dem Fahrrad eine Runde gefahren. 

In der Innenstadt holten wir frische Brötchen und einen Becher Kaffee auf die Hand. Der Marktplatz war nach dem Weihnachtsmarkt frisch durchgefegt und komplett leer. Wir haben uns mitten auf den Platz gestellt und uns einfach nur über unsere schöne neue Heimatstadt gefreut. 

Über mein Erlebnis und eine schöne kleine Entdeckung habe ich ganz frisch drüben im Stadtgeflüster Wismar geschrieben. 


Zum Mittagessen hatten wir sehr gutes Wildschweingulasch. Tatsächlich habe ich vor Weihnachten bei einem Instagram-Gewinnspiel bei "Ein Stück Land" ein sehr großes Wildpaket gewonnen. Davon können wir nun eine Weile zehren.

Nach dem Essen waren der Liebste und ich bis zum Abend ziemlich fleißig. Ich habe im Schlafzimmer eine große Wand sandfarben gestrichen. Weil noch Farbe übrig war, habe ich im Zimmer der Augustschnuppe gleich weitergemacht. Dann wurden dort Regale an der Wand befestigt.

vorher

Von den Beträgen in der Kaffeekasse (Danke!) habe ich mir ein Buch von meiner Wunschliste gegönnt. "Überwintern. Wenn das Leben innehält." (Amazon-Partnerlink) von  Katherine May ist schon auf den ersten Seiten sehr berührend. Ich habe mir schon ganz viele Stellen markiert, unter anderem diese hier, die gleich zu Beginn den Grund für das Schreiben dieses Buches liefert:

"... Dass Menschen phasenweise nicht mit dem ganz normalen Leben zurechtkommen, ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Wir werden nicht dazu erzogen, unsere persönlichen Winterperioden als solche zu erkennen, geschweige denn, ihre Notwendigkeit anzuerkennen. Stattdessen tendieren wir dazu, solche Phasen als Demütigungen zu betrachten, als etwas, das wir besser vor anderen verbergen, wenn wir die Welt nicht schockieren wollen. Nach außen setzen wir eine tapfere Miene auf, und wenn wir allein sind, fallen wir in uns zusammen. Wir tun, als wäre jede dieser Winterphasen eine beschämende Anomalie, die es zu verstecken oder zu ignorieren gilt. So haben wir es geschafft, aus einem ganz normalen Vorgang ein großes Geheimnis zu machen und all jene, die einen solchen Vorgang durchleiden, zu Aussätzigen zu degradieren, denen nichts anderes übrigbleibt, als sich aus dem täglichen Leben zurückzuziehen, um ihr Scheitern zu verbergen. Und das kommt uns teuer zu stehen. Denn Winter- und Ruhephasen bescheren uns einige der wichtigsten und einsichtsvollsten Momente überhaupt: Menschen, die solche Phasen durchlebt haben, gehen weiser aus ihnen hervor. ..."

In der Folge beschreibt die Autorin sehr nahbar ihre persönlichen Winter, wie sie Tiefs in ihrem Leben nennt. Sie erzählt von ihren Strategien, sie zu durchleben. Sie erzählt, wie sie Trost und Zuversicht findet. Das können scheinbar banale Dinge wie Kochen oder Backen sein. Es tut gut, sie dabei zu begleiten. Das Buch passt gerade sehr gut zu einer Stimmung. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.




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Freitag, 7. Januar 2022

Die erste Woche im neuen Jahr...


... ging ganz schön schnell rum. Ich habe an drei von fünf Tagen im Möbelladen gearbeitet. Ich freue mich, dass ich immer sicherer mit dem Computer dort werde und über das Vertrauen der Inhaberin mir gegenüber.

Seit Montag hieß es wieder, Dosen für die drei Schulkinder packen. Weil sie schon länger kein Brot mehr mitnehmen möchten, habe ich mal wieder eine Ladung "Müsli to go" hergestellt. Diese Bällchen aus unserem Lieblingsmüsli sind supereinfach herzustellen und sehr lecker. 

Als es mal nicht regnete oder schneite, konnte man vor unseren Fenstern Richtung Osten erkennen, dass es am Morgen schon um 07:40 Uhr hell wird:


Wismar, immer wieder Wismar! Ich kann einfach nicht genug von der Stadt bekommen! Ich habe ganz vergessen, auf meine neuen Texte meiner Funktion als Stadtflüsterin hinzuweisen. Es gibt einen Weihnachtstext und einen Text zum neuen Jahr. Wer sie noch lesen möchte, bitte hier entlang zur Seite des Citymanagements von Wismar

Gestern war es in Wismar von morgens bis abends klar und sonnig. Ich war kurz nach Sonnenaufgang in der Innenstadt. Da war es überall noch ganz leer. Als die Sonne langsam über den Dächern hervorkam, leuchtete der Turm der ehemaligen Marienkirche rotgolden auf. 






Dreikönig hat in meinem Leben noch nie eine große Rolle gespielt. Doch unsere ehemaligen Nachbarn in Hamburg kamen ursprünglich aus Russland. Sie haben am 6. Januar Weihnachten gefeiert. Unsere Nachbarin hat an dem Tag viel gebacken. In Gedenken an ihre verstorbene Schwester gab es Piroschki mit Apfelfüllung. Davon bekamen wir öfter welche geschenkt. 

Weil die Kinder die Piroschki so lecker fanden, habe ich mich gestern an meine Nachbarin erinnert und welche gebacken. In den Hefeteig habe ich eine Bratapfelfüllung eingewickelt. Njammmm! Von den zwanzig Stück waren am Abend keine mehr übrig.  



Die letzte Weihnachtsdekoration haben wir nun auch abgeräumt. Das passiert, wie das Schmücken auch, immer nach und nach. Zuerst der Baum, dann die ganzen Räuchermännchen, dann die Lichterketten und der Herrnhuter Stern. 

Die bunten Faltsterne löse ich vorsichtig von den Fensterscheiben ab. Wenn Reste vom Klebeband zurückbleiben, entferne ich sie mit etwas Sterilium. Klappt super! Weiße Sterne dürfen nun noch ein bisschen hängenbleiben, bis die Sonne öfter scheint und die Fenster mal wieder geputzt werden müssen.


Am frühen Abend bin ich gestern mit den beiden kleineren Kindern im Lastenrad eine Runde durch Stadt und Hafen gefahren. Weil es echt kalt war, gab es unterwegs noch einen Becher Kakao auf die Hand. Das Licht kurz vor Sonnenuntergang war einfach herrlich!





Und zum Abschluss der Woche gab es heute ganz spontan die Booster-Impfung gegen Corona für die beiden größeren Kinder. In der St. Nikolaikirche in Wismar wurde Impfen ohne Termin angeboten, was wir dankbar angenommen haben. Es ging superschnell und unkompliziert. Das war mal ein Termin in wunderschöner Kulisse!



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