Montag, 12. Oktober 2026

12 von 12 im Oktober 2026

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es vor vielen, vielen Jahren von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Ich habe im Februar 2009 das erste Mal mitgemacht. Drüben bei Caro gibt es eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.

Um 01:43 Uhr wachte ich leider auf. Bis 04:00 Uhr dämmerte ich vor mich hin, bis das Weckersummen um 05:10 Uhr mich völlig erschreckte. Hmpf. Doch die Aussicht auf meinen freien Tag ließ mich trotzdem entspannt in den Montag starten. 

Am Morgenhimmel entdeckte ich Jupiter und sogar den rotschimmernden Mars. Kaffee kochen, Tisch decken, drei Brotdosen mit Obst, Gemüse und kleinen Snacks befüllen, Kinder wecken, den Liebsten drücken, mit ihm über die Nachrichten diskutieren, Geschirrspüler leeren, Waschmaschine anstellen...
 

Das Display in der Küche sagte heute: das Jahr 2026 hat nur noch 81 Tage. Im rechten Bilderrahmen mein neustes selbstgemachtes Werk. Den Stoffbeutel mit der witzigen Aufschrift entdeckte ich letzte Woche in der Fika Kaffeebar. Der musste mit! Alle Familienmitglieder so: Jupp, das passt. 


Die Kinder gehen selbstständig zur Schule. Um 9 Uhr hatte ich einen Termin zum Haareschneiden. Nachdem ich neulich einen neuen Salon suchen musste, freue ich mich über meine Entdeckung. Am Wismarer Marktplatz stieg die Sonne gerade hinter den Häusern auf. Beim Radfahren war es so frisch, dass ich Handschuhe vermisste. 


Nach dem Haareschneiden kaufte ich mir eine Zeitung und wollte noch gemütlich Kaffee trinken gehen. Im Bäckereicafé am Markt war es rappelvoll. Andere Cafés haben Montags Ruhetag.


Ich hatte Glück und bekam im "Café Glücklich" gerade noch den letzten Platz. Ich las gemütlich in meiner Zeitung und genoss mein zweites Frühstück. 


Draußen bekam das Glücksschwein auf der Schweinsbrücke ein paar Streicheleinheiten. Macht man hier in Wismar so. 


In der Breiten Straße entdeckte ich neue kleine Baumzwerge.


Am Wismarer Hafen schaute ich eine Weile aufs glitzernde Wasser.


Zu Hause hatte sich der Staubsaugroboter am Türstopper festgefahren und rief um Hilfe. Ich befreite ihn und er setzte seine Runde fort. Ich habe mich lange dagegen gesträubt, aber jetzt finde ich das kleine unauffällige Gerät schon ziemlich praktisch. So ist immer eine gewisse Grundreinheit da. Wir haben dieses hier, ohne Wischfunktion. (Amazon-Partner-Link) Die Wackelaugen habe ich draufgeklebt :-)


Am Wochenende hatte die Jüngste ihr Bücherregal entrümpelt. Ich riet ihr, den Stapel im Flur zu deponieren, ich wollte ihn noch durchsehen. Als ich das Buch "Die kleine Raupe Nimmersatt" im Stapel entdeckte, piekste es in meinem Herzen. He! Das Buch hat der Große 1998 zur Geburt geschenkt bekommen! Alle meine Kinder sind mit diesem Buch aufgewachsen! Das wird nie, nie, nie unser Haus verlassen! Da geht eine Ära zu Ende...

Ich sichte jedenfalls den Stapel und sortiere nach Aufheben, Verschenken, Spenden oder Verkaufen. 


Zwischendurch backe ich meinen Lieblingsapfelkuchen. Aber in einer kleinen Form, weil noch Kuchen vom Wochenende übrig ist und nicht alle Kinder Apfelkuchen mögen. Ich halbiere mein Rezept. Die Äpfel koche ich meistens vor, dann sind sie wie Kompott. Der Kuchen ist schön saftig mit kompaktem Knetteig und herrlich knusprigen Streuseln. 


Nachdem zwei volle Maschinen mit Familienwäsche gelaufen sind, wasche ich meine Lieblingsblusen im Feinwaschgang extra. 


Oh, schon sind 12 Bilder zusammengekommen. Am Nachmittag sind alle Kinder da, ich habe zwischendurch sogar noch ein Nickerchen im Sessel machen können. Ich unterschreibe Zettel aus der Schule, quatsche mit den Kindern, räume hier und da, bestelle ein Geschenk. Der Liebste ist im Homeoffice und setzt sich auf einen Kaffee zu mir. Nachher dann Abendbrot, Serie, wahrscheinlich gegen 22 Uhr ins Bett. Das war ein sehr schöner Tag!

Dienstag, 29. September 2026

Der September...

... startete mit einem doppelten Regenbogen vor meinem Fenster.


Die ersten beiden Schulwochen waren voll mit Terminen. Für die Jüngste hatte ich nach zweijähriger Suche vor den Sommerferien einen Schwimmkurs ergattert. Den ganzen September lang radelten wir drei Mal in der Woche nachmittags zum Schwimmbad. Auch nach einem Jahr Schwimmunterricht in der Schule hatte unser Kind kein Seepferdchenabzeichen geschafft. Was vielleicht an der Uhrzeit des Schwimmunterrichts lag. Treffpunkt war 6:15 Uhr an der Schule. Ein Bus brachte die Kinder ins hiesige Spaßbad, wo Schulklassen vor der regulären Öffnungszeit ein Zeitfenster bekommen. Vielleicht lag es auch daran, dass der Schwimmunterricht wegen Personalmangels viele Wochen lang einfach ausfiel. Auch unser Familienschwimmen brachte nix. Das von uns gebuchte Training führte nun jedenfalls nun zum Erfolg. Nun heißt es dranbleiben und Ausschau halten nach einem Anschlusskurs. 

(Nachtrag zur Info, warum wir selten in dieses Schwimmbad, das einzige der Stadt, gehen: 
Eintrittspreis für 1,5 Stunden: 
Kind 14,90 Euro, am Wochende 16,90 Euro
Erwachsene 17,90 Euro, am Wochenende 19,90 Euro)

Hier ein Sonnenuntergang am Wismarer Hafen nach einem der drei Elternabende Anfang September: 


In Berlin absolvierte ich wieder eine Fortbildung bei der Stiftung "Kinder forschen". Es drehte sich um das Thema "Mathematik im Kita-Alltag". Ein Thema, das ich eigentlich nicht so mag, aber ich war zuversichtlich, dass die Stiftung es wieder schaffen würde, das Thema lebensnah und eingängig zu verpacken und rüberzubringen. Und so war es auch. Die zwei Tage voller Lernen vergingen wie im Flug und der Austausch mit Trainerinnen und Trainern aus ganz Deutschland tat wieder sehr gut. 


Die unbebaute Straßenecke in Berlin-Mitte wird immer grüner. Im März 2024 war ich das erste Mal dort und habe diese Häuserwand fotografiert. 


An meinem ersten Abend in Berlin ging ich wieder ins Kino. Das Kino "International" erstrahlte nach zweijähriger Sanierung wieder in neuem alten Glanz. Die meterhohen Filmplakate an der Fassade werden immernoch per Hand gemalt. Auf den Film "Vaterland" u.a. mit Sandra Hüller war ich gespannt. Ich mochte ihn sehr, auch wenn ich ihn entschieden zu kurz fand. 


Im Vorprogramm des Kinos lief eine Werbung für eine Veranstaltung im Chamäleon, einem Theater in einem historischen Festsaal in den Hackeschen Höfen. Hörte sich sehr spannend an. Weil ich mal etwas Besonderes erleben wollte, gönnte ich mir eine der letzten Eintrittskarten für das Stück "Kintsugi" einer zeitgenösischen Zirkuskompanie aus Kanada. 

Der Abend wurde phänomenal! Solche Akrobatik hatte ich noch nie gesehen! 9 Personen zeigten moderne, kraftvolle, zarte, unerwartete und mitreissende Akrobatik nicht nur auf der Bühne sondern auch im Saal. Der historische Saal war auch auf alle Fälle sehenswert und das Personal extrem aufmerksam. Das war ein wunderbarer Abend! Den darauffolgenden Tag zeigte ich im Blog schon bei "12 von 12 im September". 


Das Mutzelchen feierte seinen 19. Geburtstag. Ja, das Kind, das gerade ein Jahr alt war, als ich mit dem Bloggen anfing. Leider war das Geburtstagskind nicht bei uns, ja nichtmal in Deutschland. Sondern es weilte in Lissabon, nicht zum Urlauben sondern zum Arbeiten. Es handelt sich um einen vierwöchigen Aufenthalt im Rahmen des Erasmus-Programms. Erste Erkenntnisse über das Leben und Arbeiten in Lissabon hörten sich sehr spannend an. 


An einem nebeligen Nachmittag wollte die Jüngste unbedingt Plätzchen backen. Ich handelte sie runter auf "Herbstliche Nusskekse", die sie dann ein klein wenig verzierte. 


Nachdem ich an einem Samstag in einer Kita im Umland Wismars eine Fortbildung zu einem älteren Thema gegeben hatte, konnte ich die neu erlernte Fortbildung zum Thema "Mathematik" dann im phanTECHNIKUM gleich anwenden. Ein ganzes Team von 20 Personen hatte sich zu der Fortbildung angemeldet. Der Tag hat von meiner Seite aus super geklappt, auch wenn es zunächst ein bisschen mehr an Vorbereitung erforderte.


Das Paar, das die Königliche Backstube in Wismar betreibt, sagt: "Brot und Kunst sind Lebensmittel." Da stimme ich zu. Zwei Mal im Jahr zeigen Künstlerinnen und Künstler ihre Werke an einer Wand direkt in der Bäckerei. Sie setzen sich dabei mit dem Thema Brot, Ernährung, Traditionen, Gegenwart und Zukunft o.ä. auseinander. Während der Dauer der Ausstellung erhalten die Kunstschaffenden ihr "täglich Brot" als Honorar. 



Nach der Vernissage in der Bäckerei ließen der Liebste und ich den fast sommerlichen Abend am letzten Septemberwochenende am Wismarer Hafen ausklingen. 


Den letzten Sonntag im September verbrachten wir mit zwei Kindern in Kühlungsborn. Gleich nach dem Sonntagsgottesdienst fuhren wir los. In Kühlungsborn aßen wir Fischbrötchen und ließen uns ein bisschen durch den Ort treiben. Wie viele Erinnerungen wir an diesen Ort haben! 




Montag, 14. September 2026

12 von 12 im September 2026

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es vor vielen, vielen Jahren von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Ich habe im Februar 2009 das erste Mal mitgemacht. Drüben bei Caro gibt es eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.

Samstag, 12.09.2026. Um 5:15 Uhr war ich wach. Der Ausblick aus dem Hotel-Fenster zeigt Hinterhöfe in Berlin Kreuzberg. Nach dem zweitägigen Besuch einer neuen Fortbildung für die Stiftung "Kinder forschen" habe ich zwei Nächte drangehängt, um noch ein bisschen Heimatluft zu schnuppern.
 

Doch ich konnte nochmal einschlafen und schaffte es, bis 9:30 Uhr zu schlafen. Am Vorabend war es spät geworden. Ich war im Theater und erst nach Mitternacht im Bett. Ich trödelte vor mich hin, lag im Bett und habe gelesen und mich ganz gemütlich fertiggemacht. 


Gegen Mittag lief ich rüber zum Aufbau-Haus am Moritzplatz und stöberte als Erstes im tollen Buchladen. 


Im hauseigenen Café las ich Zeitung und schaute in die Leseproben der Nominierten für den Deutschen Buchpreis. 


Kurzer Abstecher in das Kunstbedarfsparadies Modulor. Wirklich nur gaaaanz kurz! Für den Moment hatte ich keinen dringenden Bedarf und wollte mich nicht verleiten lassen. Ein paar Sticker für die Kinder durften aber mit. 


Draußen auf dem Moritzplatz fiel mir ein kreatives Wahlplakat ins Auge. 


Mit der U-Bahn fuhr ich in die City West. Vorbei ging es am Deutschen Technikmuseum. Da hängt tatsächlich ein Flugzeug draußen am Haus. Am Kurfürstendamm besuchte ich einen Laden, der eine spezielle Bekleidungsmarke führt, wurde aber nicht fündig. Das Gequetsche durch Menschenmassen und Baustellen hätte ich mir sparen können. 


So fuhr ich wieder Richtung Osten und besuchte ein Museum, das schon lange auf meiner Liste stand. Schon die Gegend ist maximal trist und abschreckend. 


Die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit ist ein ganzer Gebäudekomplex. Im Haus 1, erbaut Anfang der 1960er Jahre, befindet sich auf mehreren Etagen eine umfangreiche Ausstellung über die Arbeitsweise der Staatssicherheit, ihre Überwachungsmethoden, das politische System, die Opposition, Widerstandsbewegungen und generell das Leben in der DDR. Das Museum wird von einem Verein getragen und spielt eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur. 

In einem Raum über das Alltagsleben entdeckte ich Bücher und Spielzeug aus meiner Kindheit und auch Pionieruniform und Ausweis der staatlichen Kinderorganisation. Diese Dinge lagern auch noch in meinem Keller. 


Mich interessierten vor allem die Dienstzimmer von Erich Mielke, dem Minister für Staatssicherheit von 1957 bis 1989. Sein Büro, Konferenzräume, ein Kasino und weitere Räume sind im Original erhalten mitsamt beeindruckender Wandvertäfelung aus Holz. Womit ich nicht gerechnet hatte: dass ich so von dem ekligen verstaubten Geruch der alten Polstermöbel, der alten Vorhänge und der Teppiche überrumpelt werde. Beim Anblick der Spießigkeit der mächtigsten Männer der damaligen Staatsführung schüttelte es mich. Hier der Ruheraum von Erich Mielke.

Schneller als beabsichtigt habe ich das Gebäude wieder verlassen.


Ich fuhr nochmal kurz ins Hotel, bevor ich mich auf den Weg zu meiner Abendverabredung mit einer langjährigen Bloggerkollegin und Freundin machte. Am Schlesischen Tor tobte das Leben. Wir waren sehr lecker essen und hinterher...


... spazierten wir runter zur Spree mit Blick auf die Oberbaumbrücke und den Fernsehturm. Gegen 23 Uhr war ich schließlich wieder zurück im Hotel. 



Sonntag, 6. September 2026

Die Sommerferien gingen weiter in...

... Kappeln und Umgebung. Seit 2011 fahren wir jedes Jahr ins wunderschöne Angeln, wie die Halbinsel zwischen Schlei und Flensburger Förde auch heißt. Wir sind der Gegend sehr verbunden. Alles fühlt sich sehr vertraut an. So ist Urlaub für uns: vertraute Wege und vertraute Orte. Die Erinnerungen sind ganz tief in unserer Familiengeschichte verankert. 

Nach einer aufregenden (und sehr heißen Woche in Dänemark) kehrten wir zurück nach Kappeln und zum "Kappeln-Wetter", wie wir es nennen: Manchmal Sonne, manchmal Regen... aber immer eine schöne frische Brise. Wir mögen das sehr! 

Wir ließen uns treiben. Faulenzten auf dem Ferienhof, schliefen aus, ja, mit größeren Kindern funktioniert das, und machten kurze entspannte Ausflüge in die Umgebung. 




Jede Person durfte sich einen Ausflug aussuchen. Mein größter Wunsch war, endlich mal wieder den Leuchtturm Schleimünde zu besuchen. Dorthin gelangt man nur per Boot, denn die schmale Landzunge, auf der der Leuchtturm steht, ist ein Vogelschutzgebiet. Wir fuhren also ab Kappeln mit einem Schiff die Schlei entlang, vorbei an wunderhübschen Häuschen.



In Schleimünde angekommen, beeilte ich mich, denn ich wollte den Leuchtturm für mich ganz allein haben. Hat auch geklappt....





... auf dem Rückweg sah es nämlich so aus. Ein bisschen voller, denn alle Gäste des Ausflugsschiffs drehten ihre Runden einmal um den Leuchtturm rum.


Der Aufenthalt dauerte nicht lange, wir schauten ein bisschen aufs Wasser, suchten schöne Steine und freuten uns, dass von der großen Sturmflut vor ein paar Jahren nicht mehr allzu viele Schäden zu sehen waren.



Abends saßen der Liebste und ich im Strandkorb auf dem Ferienhof und füllten unser "Sommerbuch" aus, das wir schon den ganzen Urlaub führten. Die Kinder waren noch bis Sonnenuntergang mit anderen Kindern auf dem Hof unterwegs.



Fortsetzung folgt...