Freitag, 18. Mai 2018

Wattwandern bei Flut!

"Sie werden hinterher nicht mehr so aussehen, wie vorher." Dies gab uns der Mann mit auf den Weg, der uns in den kommenden 2,5 Stunden durch das Watt führen sollte.

Am Tag zuvor haben wir uns kurz in Neuharlingersiel umgeschaut. Viele Orte in der Gegend enden auf -siel. Ein Siel ist ein verschließbarer Gewässerdurchlass in einem Deich. Das Siel kann sich je nach Wasserdruck, abhängig von Ebbe oder Flut, öffnen oder schließen. Das eingedeichte Binnenland wird entwässert und das Wasser fließt in eine Rinne und von dort ins Meer. Oft erhielt so ein Ort dann ein Hafenbecken, das rundherum mit Häusern bebaut wurde.

Neuharlingersiel ist so ein Ort. Klein und sympathisch. Mit hübschen Fischerbooten im Hafen. Links und rechts hinterm Deich liegen Strand und Meer. Wenn es denn da ist. Den Kindern fehlte das Meer nicht, sie hatten gleich am ersten Tag Spaß im Watt. Der Liebste und ich mieteten uns spontan einen Strandkorb und schauten ihnen zu. Wozu die Duschen installiert waren, erfuhren wir am nächsten Tag.








Um 12:30 Uhr fanden wir uns vor dem Gebäude der Kurverwaltung Neuharlingersiel ein. Dort haben wir unsere Wattführung gebucht. Außerdem bekamen wir den Tipp, Wasserschuhe zu kaufen, weil eine Wattwanderung an diesem Ort wegen scharfer Muschelschalen barfuß nicht zu empfehlen ist. Die gab es gleich nebenan im Shop. Wir stärkten uns mit Brötchen aus unserem Lunchpaket, das wir uns in der Jugendherberge gepackt hatten.

Unser Wattführer traf ein und gemeinsam überquerten wir den Deich und liefen bis runter zum Strand. Das Wetter war supersonnig und heiß, die Stimmung ausgelassen. Am Horizont leuchtete die Insel Spiekeroog. Am Strand gab es eine kurze Einführung und dann ging es auch schon los. Wir sollten das erste Stück des Wegs einfach mal ausprobieren, wie es sich läuft und unsere eigenen Erfahrungen machen.

Und das war gar nicht so einfach, wie gedacht. Von wegen schöner Spaziergang im Watt! Knöcheltief sanken wir im schlammigen Meeresboden ein. Es war total rutschig. Bei jedem Schritt saugten sich die Sohlen im Untergrund fest und ließen sich nur mit Mühe lösen. Ui. Beim ersten Stopp war die Gruppe deutlich ruhiger geworden.

Der Wattführer fragte nach unseren Erfahrungen und klärte uns auf: an dieser Stelle des Wattenmeeres herrscht das Schlickwatt vor. Das entsteht, wenn nicht so viel Strömung herrscht. Der wasserreiche feine Sand gehört zu den dichtbesiedeltsten Zonen der Erde. Das wurde uns ganz anschaulich erklärt, indem der Wattführer einen Quadratmeter auf dem Boden markierte und das mal hochrechnete. Im Sand entdeckten wir minikleine Schnecken und andere winzig kleine Lebewesen, die in den flachen Pfützen wimmelten.

Wir bekamen Tipps für die Fortbewegung im Watt und dann liefen wir wieder ein Stückchen. Das ging nun schon ein bisschen besser. Ich war froh, dass der Liebste die Augustschnuppe trug. Im Tragetuch schlief sie bald ein. Und als sie zwischendurch Hunger bekam, gab der Liebste ihr mitten im weiten Watt im Tragetuch die Flasche. Ich bewunderte ihn sehr dafür!

Beim nächsten Stopp sollten wir mal, wenn wir denn wollten, unsere Finger im Schlick versenken. Ah, ein paar Zentimeter unter der Oberfläche stießen wir auf runde harte Gebilde. Wir durften sie herausnehmen. Sie stellten sich als Herzmuscheln heraus. Wenn beide Hälften geschlossen sind, sieht die geriffelte Muschel tatsächlich aus wie ein Herz. Sie sind die häufigsten und bekanntesten Muscheln der Nordseeküste.

In der nächsten Pfütze sollten wir die Muscheln wieder ablegen und sie mal eine Weile beobachten. Überraschung! Sie bewegten sich! Sie ruckelten ein bisschen hin und her. Der kleine Bruder beobachtete ein kleines weißes Ding, was aus der Muschel hervorkam. Das war der Fuß der Muschel, mit dem sie sich wieder eingraben kann. Das war ein tolles Erlebnis für uns alle, hatten wir doch bis dahin hauptsächlich leere Muschelschalen am Strand gesammelt.

An einer Stelle im Watt, die nicht ganz so matschig war, hob der Wattführer mit seiner Grabegabel Löcher aus. Im Sand suchten wir Wattwürmer, über die wir dann auch wieder interessante Dinge erfuhren. Die geringelten Häufchen, die man oft auf dem Wattboden sieht, sind die Ausscheidungen des Wattwurms. Es handelt sich hierbei um den reinsten Sand, den man im Watt finden kann. Der Wattwurm filterte die organischen Stoffe heraus und übrig bleiben die kleinen Sandhäufchen. Ein einzelner Wattwurm kann im Jahr 25kg Sand filtern.

Weil es so schön war, überzog der Wattführer einfach mal eine ganze Stunde. Und es stimmt, wir sahen nicht mehr so aus, wie vorher. Besonders die Kinder hatten Spaß im matschigen Watt und jetzt machten auch die Duschen und Fußduschen am Strand wieder Sinn. Ich war froh, dass niemand hingefallen war und auch alle Schuhe waren noch an unseren Füßen.

Und wie war das jetzt? Wir waren bei Flut wattwandern? Ja, das stimmt. Als wir uns um 13 Uhr getroffen hatten, war gerade Niedrigwasser. Während der gesamten Zeit im Watt kam das Wasser schon wieder zurück. Es braucht dafür um die 6 Stunden, also hatten wir genug Zeit. Als wir uns auf dem Deich zum Abschied umdrehten, sahen wir vor Spiekeroog schon wieder einen Streifen blauen Wassers.










Mittwoch, 16. Mai 2018

In der Club-Jugendherberge Neuharlingersiel


Werbung für die Club-Jugendherberge Neuharlingersiel

Hachseufz! 4 Tage ist unser Urlaub erst her und schon vermissen wir die Zeit in der Jugendherberge. Wobei Jugendherberge in diesem Fall maßlos untertrieben ist. Niemals wären wir auf die Idee gekommen, einen All-Inclusive-Urlaub zu machen. Und in einer Jugendherberge hätten wir erst recht nicht danach gesucht.

Das DJH Resort Neuharlingersiel, wie es offiziell heißt, hat uns Entspannung von der ersten Sekunde an geboten. Schon seit über 10 Jahren sind wir Mitglieder im Deutschen Jugendherbergswerk. Immer wieder haben wir auf kleineren Reisen in Jugendherbergen übernachtet. Die Unterkünfte waren meist recht schlicht, wobei wir aber die Verpflegung immer sehr geschätzt haben. Deshalb haben wir uns sehr über die Einladung vom Jugendherbergswerk gefreut, das Resort Neuharlingersiel in Ostfriesland zu testen.

Wir bezogen letzte Woche Montag unseren Bungalow mit den drei Schlafzimmern, den zwei Bädern, dem Kamin und der Terrasse. Wow, das ist purer Luxus! Kurz wunderte ich mich über den Minitisch und die fehlende Küche, bis mir einfiel, dass wir keine brauchen würden. Denn die Vollverpflegung ist mit im Preis drin. In den nächsten Tagen sollten wir morgens, mittags, abends und sogar zwischendurch reichlich Gelegenheit zum Essen und Trinken bekommen.




Aber zunächst drehten wir eine Runde durch das "Dorf". Es liegt gleich hinterm Deich an der Nordseeküste. Die Landschaft drumherum ist platt, der Himmel weit, es weht eine frische Brise und es riecht nach guter Landluft oder dem Meer. Auf dem weitläufigen Gelände entdecken wir eine Slack-Line, einen Lagerfeuer-Platz, einen Kinderspielplatz, Schaukeln, einen Volleyball-Platz und einen Boule-Platz. Gleich hinter unserem Bungalow am Kanal lagen bunte Kanus. Außer den Bungalows gibt es ein richtig großes Haupthaus mit vielen Zimmern, auch barrierefrei, und außerdem Apartmenthäuser. Zentral gelegen ist ein Marktplatz, auf dem Tische und Stühle und Strandkörbe stehen.

Weitere Häuser sind auf dem Gelände verteilt. Das "Kinnerhus" mit Bewegungshalle für kleinere Kinder sieht aus wie ein richtiger Kindergarten. Mit Atelier und Bewegungshalle. Im Watthus können größere Kinder im Labor forschen oder experimentieren. Die "School of Rock" ist ein Ort für die Teens. Hier gibt es einen Kicker und einen Billardtisch.

Im Preis enthalten sind außerdem eine riesengroße Anzahl an Aktivitäten für die ganze Familie. Alles wird von erfahrenen Mitarbeitern durchgeführt. Kinder von 3 bis 6 Jahren können vormittags und nachmittags Zeit im Kinnerhus verbringen. Dort treffen sie andere Kinder und können Angebote wahrnehmen. Es werden Spiele gespielt, es wird geturnt oder es wird kreativ mit Farben und Materialien umgegangen.

Für Kinder von 7 bis 9 Jahren gibt es schon anspruchsvollere Angebote. Sie können z.B. das Sportabzeichen machen, Naturdetektive sein, beim Fußballturnier mitmachen und noch mehr. Teens von 10 bis 15 Jahren können einen Percussion-Workshop besuchen, Bogenschießen, eine geführte Kanutour machen, Henna-Tatoos ausprobieren und noch vieles mehr.

Erwachsene können in der Zeit, in der die Kinder beschäftigt sind, verschiedenste Sport- und Entspannungskurse besuchen, z.B. Rückenfit, Yoga oder Walking. Außerdem gibt es interessante Ausflüge in die Umgebung mit dem Rad oder dem Kanu oder z.B. eine ostfriesische Teezeremonie. Im Wellnessbereich kann man gegen Bezahlung Massagen buchen oder in die Sauna gehen.

Die ganze Familie kann auch Dinge zusammen unternehmen. Das Mutzelchen und der kleine Bruder haben mit dem Liebsten Drachen gebaut, die richtig gut fliegen. Es gibt einen Nordseetag und Lagerfeuer mit Stockbrot und abends auch mal Kinderdisco. Bei einigen wenigen Angeboten fallen Materialkosten an.

Ich kann das gar nicht alles aufzählen, wir waren sehr, sehr beeindruckt. Wir haben gar nicht so viele Angebote wahrgenommen, weil wir gerne zusammen irgendwo draußen gesessen haben und das schöne Wetter und die freie Zeit so genossen haben. Mit dem Baby waren wir auch gerne in einem der Spielzimmer, da konnte es auf dem Teppich gemütlich durch die Gegend robben.

Einmal hat der Liebste für sich und mich abwechselnd eine Massage gebucht. Das war sehr schön. Die Kinder durften sich auch mal die großen Kettcars ausleihen und mit dem Bollerwagen ließen sie sich gerne durch die Gegend kutschieren. Wenn Kosten anfielen, wurden sie auf unsere Hausnummer gebucht. Das blieb aber wirklich überschaubar.










Wie oben schon erwähnt: die gesamte Verpflegung ist im Preis inbegriffen. Das bedeutet, es gibt immer ein reichhaltiges Buffet. Zum Frühstück von 7:30 Uhr bis 10 Uhr gibt es Brot, Brötchen, Toast, Knäckebrot, Müsli, Cornflakes, Joghurt, Rührei, gekochtes Ei, gebratener Speck, Käse, Wurst, Marmeladen, Schokocreme, Kaffee, Tee, Milch und Säfte. Außerdem frisches Obst und, was mir positiv aufgefallen ist, kleine Küchenmesser, ein Brettchen und eine Resteschüssel, um sich das Obst selber kleinzuschneiden.

Der Mittagssnack von 12:30 bis 14 Uhr war ein vollwertiges warmes Mittagessen. An einem Tag haben wir einen Ausflug gemacht und waren zu der Zeit nicht im Resort. Da bekamen wir am Morgen Papierbeutel, die wir mit Lebensmitteln vom Frühstücksbuffet befüllen konnten. Dazu gab es Wasserflaschen und Müsliriegel.

Am Nachmittag konnten wir im Seecafé jeden Tag unterschiedliche Sorten Blechkuchen essen und Kaffee und Säfte trinken. Das war immer sehr schön, weil es dort auch ein Kleinkindzimmer mit einer großen Scheibe gibt.

Am Abend gab es von 18 bis 20 Uhr ein sehr umfangreiches warmes Buffet, immer mit einer großen Salatbar, einer Suppe und süßem Nachtisch dazu. Als sehr schmackhaft sind mir die vegetarischen Spinatcannelloni in Erinnerung geblieben, die Maissuppe, das asiatische Buffet, das Steak... moah, was haben wir geschlemmt!

Die Kinder waren begeistert, dass sie nicht wie in den anderen Jugendherbergen den Tisch abräumen und abwischen mussten, sondern dass freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Geschirr mitnahmen. An einer extra Kinderstation gab es am Boden eine große Stufe, damit die Kinder ans Buffet heranreichen können. Da gab es dann Nudeln, Kartoffeln oder Gemüse pur. Die Leute kennen sich mit Kindern aus. An einem Tag war übrigens Veggie-Day, das heißt, es gab nur vegetarische Speisen. Für Babys gab es in der Babystation Gläschen mit Obst-, Gemüse- oder Grießbrei und eine Mikrowelle.

Am Anfang der letzten Woche waren wir fast die einzigen Gäste, über Himmelfahrt reisten dann aber sehr viele Familien an und es tummelten sich an die 300 Menschen im Resort. Das war okay, das Gelände ist groß genug. Zu den Essenszeiten merkten wir es aber, da war das Restaurant gut gefüllt und wir mussten ein bisschen suchen, um für uns 6 einen guten Platz zu bekommen.

Tatsächlich sind wir sehr begeistert von dem Angebot im Resort. Wie gesagt, von alleine wären wir nie auf die Idee gekommen, einen All-Inclusive-Urlaub zu machen. Aber das was dort geboten wird, hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Wir Eltern sind so entspannt, wie noch nie. So kann also Urlaub sein! Und auch die Kinder sind sehr zufrieden und denken gerne an unsere Zeit und die Freundinnen und Freunde, die sie dort kennengelernt haben, zurück. Und nun? Nun überlegen wir, wann wir das nächste Mal ins Clubdorf nach Neuharlingersiel fahren. Alle Infos gibt es hier.

Von unseren Ausflügen in die Umgebung erzähle ich demnächst. So viel kann ich verraten: wir haben das Meer nicht gesehen. Nordsee, halt ;-)


Hier waren wir z.B. Wattwandern. Bei Flut!










Dienstag, 15. Mai 2018

Neun!

Der kleine Bruder ist gar nicht mehr so klein! Heute feiert er schon seinen neunten Geburtstag.

Seinen Blogspitznamen erhielt er im Januar 2009. Seitdem heißt er hier so. Konnte ja damals niemand ahnen, dass er noch großer Bruder von zwei weiteren Geschwistern wird.

Er ist ein toller Bruder, ob groß oder klein. Seit seiner schnellen Geburt ist er unkompliziert und sehr liebenswürdig. Er ist hilfsbereit und einfühlsam. Er ist ruhig und sensibel gegenüber anderen Menschen und auch Tieren. Er ist schlau, liest viel und hat gerade den 3. Platz im Mathematik-Wettbewerb in seiner Altersstufe gewonnen. Er ist sehr selbstständig und umsichtig. Er ist total fit und sportlich. Seit einiger Zeit geht er alleine einkaufen und besucht seine Freunde. Auf seiner Nase hat er ganz viele winzigkleine Sommersprossen. Ich freue mich so, dass er bei uns ist! 


Sonntag, 13. Mai 2018

1000 Fragen an mich selbst (19)

Neue Woche, neue Fragen. 1000 Fragen und Antworten sollen es am Ende des Jahres sein. Alle Fragen auf einmal und meine bisherigen Antworten finden sich hier oben im Menü.


361. Was war deine schlimmste Lüge?

Weiß ich nicht. Ich glaube, ich habe nie richtig schlimm gelogen.

362. Erweiterst du deine eigenen Grenzen?

Ich versuche es.

363. Kannst du gut Witze erzählen?

Das mache ich selten. Geschichten erzähle ich lieber.

364. Welches Lied handelt von dir?

Weiß ich nicht genau. Irgendeins über eine Frau mit vielen Rollen, also vielleicht "I'm Every Woman" von Chaka Khan oder "Bitch" von Meredith Brooks.

365. Welche kleinen Dinge kannst du geniessen?

Das taucht ja immer wieder hier im Blog auf. Gerade die kleinen Dinge im Alltag sind wichtig für mich. Ich kann nicht auf den nächsten Urlaub am Meer warten, sondern brauche regelmäßig Zeit für mich. Und wenn es nur der Einkauf in der Drogerie ist, ganz alleine. Oder eine Tasse noch warmer (!) Kaffee. Ich glaube, erst als Mutter habe ich es gelernt, diese kleinen Dinge wirklich zu genießen.



366. Wofür darf man dich nachts wecken?

Eigentlich darf man mich gar nicht wecken, mein Schlaf ist mir sehr wichtig. Verträgt sich nicht so mit dem Mutterleben, ich weiß. Natürlich bin ich immer da, wenn mich jemand braucht, auch in der Nacht.

367. Was würdest du gern an deinem Äusseren ändern?

Da das nicht so einfach geht, denke ich da gar nicht drüber nach.

368. Was soll bei deiner Beerdigung mal über dich gesagt werden?

"Ich erinnere mich gerne an sie."

369. Lässt du dich leicht zum Narren halten?

Es gab schon Situationen, da war ich zu leichtgläubig. Aber je älter ich werde, desto skeptischer bin ich.

370. Was würdest du gerne einmal tun, vorausgesetzt dass es keinesfalls schiefgehen könnte?

Schiefgehen? Was soll das heißen? Das ganze Leben versuchen wir etwas und müssen es korrigieren, wenn es nicht klappt. Dann wird halt ein anderer Weg eingeschlagen. Die allerletzte Konsequenz ist der Tod. Bis dahin können wir alles ausprobieren, scheitern und wieder aufstehen. So ist das Leben. Ansonsten fällt mir zu der Frage nichts ein.

371. Muss man immer alles sagen dürfen?

Nein. Die Gedanken sind frei. Ansonsten sollte man ruhig ehrlich sein, aber dabei Anstand und Respekt bewahren. Bringt es mich weiter, wenn ich zum Beispiel im Internet fremden Menschen etwas in den Kommentarbereich rotze? Oder muss ich unbedingt andere Körper beurteilen? Andere Lebensweisen?

372. Wem solltest du mehr Aufmerksamkeit schenken?

Mir selbst.

373. Kannst du gut loslassen?

Es wird mit den Jahren immer leichter. Früher habe ich Bücher gehortet und war stolz auf meine vollen Bücherregale als Zeichen meiner Belesenheit. Mittlerweile ist mir das nicht mehr so wichtig. Und auch meine Porzellansammelleidenschaft hat sich gelegt. Neulich habe ich sogar ein paar Kannen entsorgt, die wirklich nicht mehr schön waren.

Bei den Kindern wird es mit den Jahren natürlich auch leichter. Ich genieße es, dass sie größer und selbstständiger werden und immer mehr ihre eigenen Wege gehen können.

374. Wofür bist du dankbar?

Das ist auch immer wieder Thema hier im Blog. Ich habe allen Grund dankbar zu sein und nehme es nicht als selbstverständlich hin. Meine Ehe, meine Kinder, meine Freundinnen und Freunde, mein Leben hier und jetzt ist kostbar und schön. Das weiß ich sehr zu schätzen.

375. Sind Komplimente von Leuten, die du nicht gut kennst, wichtig für dich?

Nein. Ich freue mich darüber, aber wichtig ist das nicht.

376. Vor welchem Tier hast du Angst?

Vor großen Hunden, wo ich schon von Weitem sehe, dass der Mensch am anderen Ende der Leine sie nicht im Griff hat. Da mache ich sofort einen Bogen.

377. Weswegen warst du zuletzt vollkommen verwirrt?

Ich glaube, vollkommen verwirrt war ich noch nie. Ich bin normalerweise ziemlich beherrscht und Herrin meiner Sinne.

378. Was hast du immer im Kühlschrank?

Milch, Butter, Obst und Gemüse, Käse, Ketchup, Eier... Durch die regelmäßige Lieferung unserer Abokiste haben wir immer einen Vorrat da.



379. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Sendungen schaust?

Nö. Vor wem denn? Wobei ich mittlerweile fast gar kein "normales" Fernsehen mehr schaue und froh um die Mediatheken und Streamingdienste bin.

380. Wann hattest du die beste Zeit deines Leben?

Das wurde neulich schon gefragt, hier in Frage 346.


Noch mehr Teilnehmerinnen versammeln sich bei Johanna.

Samstag, 12. Mai 2018

12 von 12 im Mai

Heute ist wieder 12 von 12 . Am 12. eines Monats macht man viele Fotos vom Tagesablauf und zeigt dann 12 davon im Blog. Bei Caro versammeln sich dann alle zum Gucken und Austauschen.


Um halb 6 wache ich auf. Die Augustschnuppe hat die Nacht für beendet erklärt. Dafür haben wir alle durchgeschlafen. Ist doch auch schon was.

Unser Tag beginnt in Ostfriesland. Genauer in Neuharlingersiel. Das Jugendherbergswerk hat uns eingeladen, das DJH Resort zu besuchen. Seit Montag haben wir dort unsere Ferien verbracht. Genaueres berichte ich noch in einem extra Beitrag.

Dass wir so früh wach sind, macht nichts, denn heute ist schon unser Abreisetag. So duschen wir schnell und packen schonmal unsere Koffer. Um 7:30 Uhr sind wir dann die Ersten im Restaurant beim üppigen Frühstücksbuffet. Müde Miteltern nicken uns zu.



Nach dem Frühstück packen der Liebste und ich die letzten Sachen zusammen. Die Kinder, bis aufs Baby, stromern noch schnell über das Gelände und verabschieden sich von ihren Freundinnen und Freunden, die sie in der vergangenen Woche kennengelernt haben.


Ich speichere mir noch einen schönen Blick und atme die Nordseeluft ganz tief ein. Hinter unserem Haus fließt ein Kanal. Da hinten am Horizont ist der Deich und dahinter gleich die Nordsee.



Gegen 9 Uhr sind Sack und Pack und Kinder im Auto und wir fahren los.

Die Aufschrift auf dem Wohnmobil entziffern wir fast von alleine, auch ohne Lateinkenntnisse. Mutzelchen hat als zweite Fremdsprache Latein gewählt, da üben wir gleich mal. Gegoogelt heißt es also: "Omnia cara mecum porto - All meinen Besitz trage ich bei mir". Passt.


Die Fahrt über Oldenburg und Bremen nach Hamburg kriegen wir ganz gut rum, auch wenn sie wegen diverser Baustellen länger dauert, als geplant. Als Moorfleet auf dem Straßenschild auftaucht, beschließen wir, im blaugelben Möbelhaus Mittag zu essen.


Um 14 Uhr sind wir endlich zu Hause. Noch bevor die Koffer ausgepackt sind, spielen die Kinder mit ihren Spielsachen. Mutzelchens Freundin ruft an und schon steht eine Verabredung.


Vor unserem Fenster ist in der letzten Woche alles zugewachsen.


Nach einer Pause fährt der Liebste mit dem kleinen Bruder einkaufen. Der Adventsjunge will im Gärtchen spielen. Der Rhododendron blüht!



Der Liebste hat mir eine Zeitung mitgebracht. Im Artikel über die Elternbloggerkonferenz Blogfamilia werde ich auch kurz erwähnt. Hier kann der ganze Artikel auch online gelesen werden: Mehr als ein Familientreffen.

Den Aufmacher mit der Blümchenkleidung finde ich so lala... und das hier: "... Die typische Elternbloggerin kommt aus der oberen Mittelschicht. Sie ist gut ausgebildet, verheiratet, Mutter von mehreren Kindern, und oft hat sie in der Medienbranche gearbeitet. Sie ist mitteilungsfreudig und mit den Kindern allein vielleicht nicht ausgelastet. ..." Nunja, davon treffen auf mich jedenfalls nur die Ehe, die Kinder und die Mitteilungsfreudigkeit zu.


Gebadete und müde Kinder liegen nun in ihren Betten. Der Liebste und ich haben mal wieder Lust auf den "Eurovision Song Contest". Mal sehen, wie lange wir durchhalten.

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