Freitag, 4. September 2026

Sommerferien in Dänemark 4

Bevor wir nach den erlebnisreichen Tagen in Aarhus und Umgebung weiterreisten, besuchten wir am 17. Juli 2026, unserem letzten Tag in Dänemark, das Gefängnismuseum in Horsens. Das war keine leichte Kost, aber interessant war es auf alle Fälle. 

In Europas größtem Gefängnismuseum wird Geschichte lebendig. Auf ganz unterschiedliche moderne Art und Weise wird über die Insassen aber auch über die Arbeit dort berichtet. 1853 eröffnet, haben diese Mauern eine Menge miterleben müssen, bis das Gefängnis schließlich im Jahr 2006 geschlossen wurde. 

Für Kinder gab es ein Heftchen in verschiedenen Sprachen mit einer Tour durchs Museum. Es sollten verschiedene Rätsel gelöst werden. Gar nicht so einfach!



Es gab dunkle Verliese und alte Zellen zu sehen.


In neuerer Zeit stellten Häftlinge z.B. Adventskalender oder Spielzeug her.


Die historische Kapelle.


Sehr interessant war der eigene Trakt für die Mitglieder einer Rocker-Gang. Weil sie einzeln im normalen Gefängnisbetrieb sehr schnell die Strukturen unterwanderten und weiterhin kriminell tätig waren, wurden sie gemeinsam in einem separaten Trakt mit eigener Küche und eigenen Aufenthaltsräumen eingesperrt. So konnten sie von den anderen Häftlingen ferngehalten werden. 

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." stand auf dem Zettel, den ein Ausbrecher 1949 hinterließ. 11 Monate lang hatte er heimlich an dem 18 Meter langen Tunnel gearbeitet. Die Freiheit währte aber nur kurz, nach sieben Tagen wurde er wieder verhaftet. Nach einer unschönen Kindheit verbrachte er fast sein gesamtes Erwachsenenleben im Gefängnis. Carl August Lorentzen war auf das Aufbrechen von Panzerschränken spezialisiert. Als ein Hersteller von Panzerschränken damit warb, dass selbst die besten Einbrecher die Schränke nicht öffnen könnten, knackte Lorentzen solch einen Tresor und hinterließ eine Notiz "Ich konnte.". Das Geld blieb unangetastet. 


Nach einer Besichtigung des kleinen Ortes Horsens hielten wir noch am Meer und ließen die Seele baumeln. Nach mehreren Tagen hintereinander mit sehr intensivem Ausflugsprogramm mit vielen unterschiedlichen Eindrücken und auch noch großer Hitze obendrein waren wir etwas geschafft. Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag, an dem wir weiter ins seit vielen Jahren vertraute Angeln reisen wollten.


Letzter Abend im dänischen Ferienhaus mit Regenbogen. Dänemarkfans erkennen den Fahnenmast im Garten und die Fenster, die sich nach außen öffnen lassen mit ihren charakteristischen Verschlüssen. 


Fortsetzung folgt....

Sonntag, 30. August 2026

Tschüss August!

Gleich nach unserem Sommerurlaub in Dänemark habe ich ein Rezept für Kardamomknoten rausgesucht. Ich wollte genauso hübsche Knoten hinbekommen, wie in Aarhus. Vor allem die Technik, um das Gebäck zu formen, interessierte mich. Und so wurde das Gebäck tatsächlich ganz hübsch. Und lecker!!!

Entdeckung im Wismarer Hafen: Familie Schwan. 


Durch enormes ehrenamtliches Engagement des Kuno Kulturvereins für Wismar und Umgebung verwandelte sich die Innenstadt Wismars im Juli und im August jede Woche in eine Open-Air-Bühne. Kostenfrei für alle traten Musikerinnen und Musiker aus ganz verschiedenen Sparten auf: es gab einen Shanty-Chor, einzelne Songwriterinnen und Songwriter, Coverbands, Rock 'n' Roll, Punk oder Blasmusik. 

Die Resonanz auf die Veranstaltungen war überwältigend. Die Sehnsucht nach solchen verbindenden Veranstaltungen ist groß. Deshalb setzen sich viele Initiativen der Stadt unermüdlich nicht nur an dieser Stelle für ein gutes Miteinander ein. Es gibt Spieletreffs, Lesungen, Chöre, Tanztreffs, Mitsingabende, Gesprächsrunden, Sportgruppen, Kreativgruppen... so wichtig für die Gesellschaft!


Im phanTECHNIKUM wurde Anfang August mit einer Vernissage feierlich ein neuer Ausstellungsteil über den Radsport in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet. Der Raum ist nach monatelanger Planung und Arbeit wunderschön geworden. Sehr berührend fand ich die Begegnung von Menschen, die sich auf Fotos wiedererkannten oder ganz stolz auf eins ihrer Räder in unserer Ausstellung schauten.



Am 8. August habe ich die ersten Lebkuchen im Laden entdeckt. Das ist aber nun wirklich der Rekord! Schon bestimmt seit 20 Jahren fotografiere ich die erste Sichtung. Meist um den 24. August rum. Und weil die Jüngste meinte, falls ich Lebkuchen sehe, möchte sie gerne welche zum Geburtstag haben....


... lag also am 10. August eine Packung Lebkuchen auf dem Geburtstagstisch der Augustschnuppe. Neun Jahre ist es nun schon her, dass die Jüngste bei uns zu Hause im Wohnzimmer nur im Beisein von mir (klaro!) und des Liebsten auf die Welt kam. Geplante Hausgeburt. Aber dass die Hebamme nicht dabei sein würde, hatten wir nicht auf dem Zettel. Das werden wir nie vergessen. Und so ging es seitdem weiter. Die Jüngste hat ihren eigenen Kopf und Plan, wir können nur daneben stehen und staunen. 


In Rostock haben der Liebste und ich gemeinsam mein Geburtstagsgeschenk eingelöst: Paar-Floating. Das haben wir dort schonmal ausprobiert und es war herrlich. Wann nimmt man sich als Paar schonmal die Zeit um eine ganze Stunde in warmen Wasser zu schweben? Auch diesmal hatten wir einen sehr schönen und entspannten Tag in Rostock mit wertvoller gemeinsamer Zeit. 



In der Fika Kaffeebar gibt es neben handgeröstetem Kaffee auch skandinavische Schokolade und ausgewählte Weine zu kaufen. Die Inhaberin Vicky war an der Mosel und hat dort ein Weingut besucht. Neben neuem Wein hat sie auch ganz viel Wissen mitgebracht, das sie in einer kleinen Runde im Hof der Fika Kaffeebar weitergab. Wir verkosteten verschiedene Rieslinge und unterhielten uns darüber. Dazu gab es selbst gebackenes Brot, köstliche Aufstriche und "Döppekooche" einen herzhaften Kartoffelkuchen von der Mosel. Das war ein spannender und sehr schöner Abend! 



Dann fanden in Wismar noch viele weitere kleine und große Veranstaltungen statt. Kinderfeste, das weit bekannte und viel besuchte Schwedenfest, kleinere Konzerte, ständig war etwas los. Ehrlicherweise mache ich dann meistens einen Bogen um die Innenstadt und en Hafen, denn ich komme nirgendwo durch weil es so voll ist. Ich gönne den Menschen ihre Erlebnisse, aber für mich sind solche Großveranstaltungen nichts. 


Die ersten leckeren Pflaumen landeten natürlich im Kuchen mit schön viel Zimt.


Die erste Schulwoche liegt nun schon hinter uns. Am Montag lagen kleine Schultüten auf dem Frühstückstisch. Dann trudelten viele, viele Zettel ein und die Termine für die Elternversammlungen im neuen Schuljahr. Es wird das letzte für den kleinen Bruder sein, ja! 


Durch das frühe Aufstehen (5:10 Uhr mit Haarewaschen, 5:15 Uhr ohne Haarewaschen) kam ich letzte Woche ich in den Genuss vieler schöner Sonnenaufgänge. 

Mit Nebel:


Mit Fledermaus:


Oder mit einem Stückchen vom Regenbogen. 


Der erste Kürbis wurde zu einer schönen cremigen Kürbissuppe verarbeitet. Nur echt mit dem würzigen Kürbiskönig (Amazon-Partner-Link), anders kennt und mag die ganze Familie die Suppe gar nicht. 


Nach einer Feier im Museum hielt ich um Mitternacht am Alten Hafen Wismar. Hinter den Wolken versteckt sich der Vollmond. Ich liebe diesen Anblick. Tschüss August, du warst heiß, bunt und sehr voll!

Übrigens ist mein Blog am 18. August volljährig geworden. Tadaaaa! Im Jahr 2008 begann ich, kleine und große Erlebnisse meines Lebens aufzuschreiben. Ich habe mal die Blogstatistik geschaut: Seit dem Umzug nach Hamburg 2009 bis heute hat mein Blog 30 Millionen Seitenaufrufe. Hui! Zwischenzeitlich habe ich auch täglich gebloggt. Mittlerweile ist es weniger geworden, aber es sind es monatlich noch ungefähr 200.000 Seitenaufrufe. Danke an alle, die schön länger oder ganz neu hier mitlesen! 



Donnerstag, 27. August 2026

Sommerferien in Dänemark 3

Nachdem wir am Vortag schon eines unserer Highlights besucht hatten, und am Tag zuvor natürlich auch, stand uns wieder ein toller Tag in Aarhus bevor. Zunächst besuchten wir einen Bekleidungsladen einer Marke, die der Liebste mag. Dann schlenderten wir durch die Altstadt und freuten uns über die schönen Häuser und Wandgemälde. Die Straße "Møllestien" existiert schon seit dem Jahr 1300, die Häuser, die dort heute noch stehen, stammen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. 





Eine herrliche kleine Stärkung zwischendurch muss immer sein. 


Am frühen Nachmittag erreichten wir das Freilichtmuseum "Den Gamle By". Im Juni 2026 wurde es als das Europäische Museum des Jahres 2026 ausgezeichnet. Hier ein Modell des Geländes aus dem Foyer des Eingangsgebäudes. Im Vordergrund des eckige Empfangsgebäude. Dahinter ungefähr quadratisch die Häuserzeilen mit ihren Innenhöfen aus den Jahren 1950 bis 1974 und auch aus unserer Zeit. Der größte Teil sind die ganz alten Häuser im Hintergrund, sie bilden die Jahre 1600 bis 1900 ab. Hier ein kleiner Überblick auf der Website des Museums über die Zeitreise durch die Geschichte Dänemarks


Was wir bei unserem Besuch im Frühjahr 2025 gar nicht mitbekommen hatten: alle, wirklich alle Gebäude lassen sich betreten. In jedem Haus befinden sich originalgetreue Wohnungen als Spiegel ihrer Zeit. 

Hier die Wohnung eines alten Rentnerehepaares. Manchmal bleibt die Zeit einfach stehen...



Hier ein Kindergarten. In den 1970er Jahren durchaus neu und modern und eine Errungenschaft. In dieser Zeit erblühte Dänemark als ein Wohlfahrtsstaat. Neue Lebensformen wurden ausprobiert, Frauen hatten sich mehr Rechte erkämpft.


Im Büro des Kindergartens fällt sofort der volle Aschenbecher auf dem Tisch auf. Authentisch! Das waren die 70er! Aus Erzählungen kenne ich das und auch aus meiner eigenen Kindheit. Überall wurde ohne Rücksicht geraucht. In Restaurants, in Zügen... Beim Autofahren wurde mir früher immer schlecht, aber das Rauchen im Auto mit Kindern auf dem Rücksitz wurde trotzdem nicht gelassen....



Hier die Wohnung eines jungen Paares mit Säugling. Alles sah so aus, als hätte die Familie die Wohnung gerade erst verlassen.  Mir war es fast unangenehm, durch diese Wohnungen zu laufen, ich fühlte mich als wäre ich in die Privatsphäre fremder Menschen eingedrungen. Ich fand das alles extrem berührend. 

Und so ging es treppauf und treppab, durch viele verschiedene kleine und große Wohnungen, durch Wohnungen von Menschen, die nach Dänemark eingewandert waren, durch Wohnungen von Studierenden, von Professoren und sogar durch eine gynäkologische Praxis. Dort wurde über die Themen, die in den 1970er Jahren zu diesem Thema aktuell waren, informiert. 




Den alten Teil des Freilichtmuseums mochte ich schon im letzten Jahr. Hier lässt es sich schön zwischen den Häusern spazieren. Auf einem Platz war ein kleiner Jahrmarkt aufgebaut, wo Kinder Karussell fahren oder Schiffsschaukeln ausprobieren konnten. Mittendrin gab es Bastelangebote und Platz für Gemeinschaft.


Natürlich kauften wir auch wieder Gebäck nach alten dänischen Rezepturen.




Und wieder machten wir eine neue Entdeckung: ein Museum im Museum! In diesem kleinen unscheinbaren Häuschen wurden Objekte aus der Zeit des Mittelalters präsentiert. So, wie man es eben früher in den Museen getan hat, alles in kleinen Vitrinen. 



Dann. bogen wir ab und waren wieder in den 1970er Jahren. Im Elektronikgeschäft waren der Liebste und ich wieder echte Zeitzeugen und konnten den Kindern u.a. etwas über das Fernsehen früher und das Leben ohne Fernbedienung und mit nur ein paar Sendern erzählen. 


Kurz darauf standen wir auch wieder im Haus der Familie von heute. Dieses Museum ist einfach ein komplett beeindruckendes Erlebnis! Wir werden auf alle Fälle wiederkommen, denn auch diesmal haben wir längst nicht alles gesehen! 


Nach den ganzen Eindrücken fuhren wir nochmal kurz nach Aarhus Øje, parkten im Parkhaus und holten uns die leckerste Sauerteigpizza im Food Market im Nicolinehus, die wir wieder draußen mit Blick aufs Wasser und die Wasserskianlage aßen. Wenn uns ein Ort überzeugt hat, kehren wir einfach immer wieder zurück. 

Fortsetzung folgt...