Montag, 9. Februar 2026

Wintertage

Gestern habe ich die erste Amsel zwitschern gehört! Neblig ist es schon seit Tagen, denn ein wenig von dem Eis auf Wegen und Wiesen hat zu tauen begonnen. Ich lasse mich ansonsten einfach nicht runterziehen vom Wetter. Auch dieser Winter wird wieder vorbeigehen. Etwas länger hell ist es am Nachmittag immerhin schon.



Herrlich langsam waren die letzten Tage. Wir hängen auf dem Sofa rum und schauen die Olympischen Winterspiele im Fernsehen an. Arbeitsmäßig startete das Jahr sehr ruhig. Ich brauchte mich bei der Witterung mit Eis und Schnee an einigen Tagen zum Glück nicht zum Museum aufmachen und konnte den gefährlichen Weg mit dem Fahrrad umgehen. Leider werden Geh- und Radwege nur unzureichend geräumt, weshalb alles beschwerlicher wird. 

Am letzten Januartag fand im Museum etwas ganz Besonderes statt. Unsere Große hatte Glück, sie war an dem Wochenende auch da und so flogen wir als ganze Familie zu sechst ins All. Natürlich nur virtuell, aber es war großartig! Wir saßen quasi in einer "Rakete" und konnten mit einer VR-Brille bei einem Flug um die Erde und zum Mond dabei sein. Das war wunderschön aber leider viiiiiel zu kurz. Dieses Ereignis war schonmal ein kleiner Vorgeschmack auf eine spannende neue Sonderausstellung im phanTECHNIKUM, die ab 8. Mai in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum stattfinden wird. 


Am 2. Februar durften der Liebste und ich unseren 18. Hochzeitstag feiern. Wir freuen uns immernoch über unsere Idee damals, ganz für uns nur im Beisein von unseren Kindern, damals drei, in Kühlungsborn zu heiraten. So gehört der Tag wirklich nur uns. Der Liebste und ich haben uns letzte Woche am Hochzeitstag frei genommen und haben unseren Gutschein für ein großes Frühstück in einem Wismarer Hotel eingelöst. Am Nachmittag machten wir es uns mit den Kindern zu Hause gemütlich.



Mehrere Male durften wir zu Jahresbeginn beim fika Dinner verschiedene regionale Köchinnen und Köche und ihre Kochkunst kennenlernen. Das hat uns sehr gut gefallen. Ein paar Gerichte habe ich zu Hause gleich nachgemacht. 


Hier aus verschiedenen Terminen nachgemacht: aufgeschlagener Ziegenfrischkäse mit Rote Beete. 


Gebackener Kürbis und Radicchio mit Gewürzen, dazu Hirtenkäse und Feldsalat mit Honig-Senf-Dressing.


Mallorquinischer Mandelkuchen mit Orangen-Curd, Quarkschaum und gerösteten Mandelblättchen. 

Neulich habe ich am Collage-Stammtisch in Wismar teilgenommen. Das war ein sehr schöner, lustiger und kreativer Nachmittag und Abend. Ich hoffe sehr, die Tradition wird fortgeführt. 

Für die Statistik: das letzte Mal habe ich den Sonnenschein in Wismar am 3. Februar um 08:30 Uhr morgens fotografiert. 


Donnerstag, 5. Februar 2026

Runeberg Törtchen

Jeden Morgen soll der Schriftsteller Johan Ludvig Runeberg ein Törtchen mit einem Glas Punsch verzehrt haben. Seine Frau Frederika, ebenfalls Schriftstellerin, hat das Rezept um 1850 in ihrem Rezeptbuch notiert. Gemeinsam hatten sie acht Kinder Am 5. Februar wird der Nationaldichter Finnlands anlässlich seines Geburtstags mit den Runeberg-Törtchen geehrt. Ursprünglich wurden für dieses Gebäck Reste von Weihnachtskeksen verwertet. Bei uns bleibt nie etwas übrig, ich habe ein Rezept mit Semmelbröseln gefunden. Die Törtchen kommen ansonsten ohne Mehl aus, sie schmecken überraschend saftig, herb würzig durch den Teig, süß-sauer durch die Verzierung.

Zutaten:

200g Butter

75g brauner Zucker

75g weißer Zucker

2 Eier

150g Semmelbrösel 

150g gemahlene Mandeln

2 Tl Backpulver

2 EL geriebene Orangenschale

1 Tl Kardamom

100g Creme fraiche/Schmand

Zuckerguss aus Puderzucker und Zitronensaft

Himbeergelee/marmelade (eher saure Sorten)

Zubereitung:

Butter mit dem Zucker schaumig rühren, Eier einzeln hinzufügen

trockene Zutaten vermischen und mit der Creme fraiche unterrühren

Teig in vorbereitete Förmchen füllen

bei 180 Grad Umluft ca. 25 Minuten backen

komplett auskühlen lassen

einen Ring aus Zuckerguss aufbringen und mit einem Klecks Himbeergelee verzieren


( in Finnland gibt es spezielle Backförmchen für die Törtchen, ein Muffinblech oder wie bei mir ein Blech für Mini-Gugelhupf funktioniert aber auch)


Samstag, 24. Januar 2026

Weil der Januar...

... sich erfahrungsgemäß ein bisschen zieht, will ich ganz besonders auf meine Gemütsverfassung achten. Traditionell mache ich keine Vorsätze und miste meist auch nicht schwungvoll zu Jahresbeginn aus. Januar heißt Winterzeit und die bedeutet immernoch Ruhe und Rückzug. Mehr denn je beherzige ich das. Mache es mir gemütlich, wo es nur geht. Hülle mich in meine Wolldecke, trinke Kaffee oder Tee, erlaube mir Faulheit, blättere in Zeitschriften oder Bildbänden, genieße Kunst und Kultur, schaue einfach nur aus dem Fenster. 

Die politische Weltlage ist das absolute Gegenteil: der Januar ist erst drei Wochen alt und jeden Tag gibt es neue Nachrichten, wo ich teilweise zuerst checken muss, ob sie nicht von einem Satirekanal kommen. Täglich reden der Liebste und ich wieso, weshalb, warum, wohin das alles führen soll, wie wir darauf reagieren sollen und welche Vorsorge wir treffen. Achten auf das Familienleben und die Gemütsverfassung vs. informiert bleiben und die aktuelle Nachrichtenlage - oh diese Gleichzeitigkeit von Dingen!

So kam es also, dass ich am Montagabend für die Seelenhygiene besonders früh im Bett war und sogar durchgeschlafen habe. Ich habe mich selber dafür gelobt. Und dann... war mein Internet am nächsten Morgen voll von bunten Bildern. Polarlichter! Über Deutschland! Ich war gefühlt die Einzige, die sie verpasst hatte! Seit vielen Jahren träume ich davon, mal in den hohen Norden zu reisen, um Polarlichter zu sehen. Hmpf.

Am Dienstagabend war ich ein bisschen später dran und machte vor dem Schlafengehen um 22:30 Uhr ein schnelles Bild aus dem Fenster raus. Joar, sind bestimmt die Lichter des Wohngebietes da hinten. 

Nee, da ging es tatsächlich schon los, ich wusste es nur noch nicht. Ich lag dann im Bett und rollerte noch ein bisschen auf dem Handy umher. Da mehrten sich plötzlich die Nachrichten und Bilder von Polarlichtern. Ich stand nochmal auf hängte mich aus dem Fenster. Mittlerweile war es schon 23:30 Uhr, tatsächlich, da waren so bunte Nebel zu sehen. Das Handy machte daraus mit seinem guten Fotoauge schillernd bunte Bilder. Whoah! Glücklich ging ich schlafen. Viel zu spät natürlich und ziemlich durchgefroren. 


Am nächsten Morgen war ich beim Weckersummen um kurz nach 5 wieder so müde wie eh und je. Doch Sonnenschein und eisige Luft machten es ein bisschen besser. Am Hafen in Wismar hält sich die Eisdecke. 

Den ersten Kaffee draußen in der Sonne habe ich auch schon getrunken. 

Auch wenn es sehr kalt ist und es wahrscheinlich nochmal schneien soll, schauen schon die ersten Frühblüher aus dem Boden. Die Natur macht einfach immer weiter.


Anfang Januar haben wir abgeschmückt. Über Weihnachten und Silvester hatten wir viel Besuch. Es gab viel gutes Essen, viele Filmabende, Spiele, Lachen, Trubel. Dann kam der Baum raus und die Wohnung war plötzlich wieder leerer. Der Herrnhuter Stern hängt noch. Sein heimeliges Licht darf uns noch ein wenig erfreuen. 


Am Strand auf der Insel Poel waren wir auch. Ich mag, wie viel man auch oder ganz besonders im Winter entdecken kann. Die Strände sind schön leer. 






Nun habe ich wiedermal ein paar Tage lang an diesem Eintrag gesessen. Zwischendurch muckte das Blog-Programm. Ließ mich nicht mehr rein, erlaubte keine neuen Fotos usw. Ohne die Hilfe des Liebsten würde ich wahrscheinlich schon viele Jahre gar nicht mehr bloggen. Danke an alle, die hier trotzdem noch regelmäßig reinschauen. Anhand der Statistik sehe ich, dass es noch sehr viele sind. Danke und ein schönes Wochenende! 

Montag, 12. Januar 2026

12 von 12 im Januar 2026

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Drüben bei Caro gibt es seit vielen Jahren eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.

Um 5:15 Uhr summt mein Wecker. Ich gehe duschen, anziehen, den Liebsten wecken, Kaffee mahlen und kochen, den Adventsjungen wecken, drei Brotdosen vorbereiten... Den Tisch hat der Liebste noch gestern Abend nach dem Geschirrspüler räumen gedeckt, das ist super. 

Die Jüngste mag nicht so richtig aufstehen. Sie hat gestern Abend noch lange gelesen. Wir sind ein bisschen im Verzug. Als sie zur Schule geht, leuchtet tatsächlich schon ein farbiger Streifen am östlichen Himmel vor unseren Fenstern auf. 


Weil immernoch Eis- und Schnee liegt und besonders die Radwege nur unzureichend geräumt sind, fährt der Liebste mich heute mit dem Auto zur Arbeit. 

Ausblick aus dem Museum bei Sonnenaufgang über der Innenstadt. Links die große Werfthalle, mittig der Turm der Kirche St. Nikolai, hinterm Baum rechts der Turm der ehemaligen Marienkirche. 


Im Museum steht die jährliche Reinigungswoche an. Es ist deshalb ein paar Tage geschlossen. Das ganze Team packt mit an und bringt alles vom Keller bis ins Dachgeschoss auf Hochglanz. Alle Vitrinen werden ausgeräumt, ausgesaugt und abgewischt, alle Winkel werden abgestaubt.

In der Lufthalle steht schon die Arbeitsbühne bereit. Ein Mitarbeiter fährt damit in die Höhe und staubt die hängenden Exponate ab. 


Das Wasser im Wasserbecken wurde abgelassen und das Becken ordentlich gereinigt. Das passiert allerdings sowieso fast jede Woche. 


Ich poliere viele, viele Meter Glaswände. 


Den Heimweg muss ich mit dem Bus antreten. Dauert alles ein bisschen länger als mit dem Fahrrad. Zwischendurch steige ich in der Innenstadt aus. Auf dem Marktplatz liegt noch ein bisschen Schnee.



Ich brauche frisches Brot, eine Geburtstagskarte und einige Dinge aus dem Drogeriemarkt. 


Ostern ist schon wieder in Sicht:


Gesellschaft beim Warten auf den Bus. 


Bevor ich zu Hause ankomme, gehe ich noch schnell in den Supermarkt und hole etwas Gemüse und Sahne. Die Sahne schlage ich mit ein bisschen Zimt auf. Schmeckt sehr gut zum Marmorkuchen, den ich gestern gebacken habe. 


Der Liebste ist dann noch im Homeoffice. Die Kinder gehen zur Eisbahn oder treffen sich mit einem Freund. Ich bereite Müslibällchen zu. Die Menge aus dem Rezept verdopple ich. 50 Bällchen werden es. 

Dann sichte ich meine Fotos von heute, schreibe einen Caterer wegen meiner Geburtstagsfeier im Sommer an, reserviere ein Hotelzimmer und nehme meinen neuen Rucksack entgegen (Sehr gut! (Amazon-Partner-Link) der Vorgänger ist mit der Großen nach Münster gereist).

Abends sind alle Kinder wieder da, wir machen Abendbrot, die Küche wird aufgeräumt und die Kinder machen sich bettfertig. Ich schreibe diesen Eintrag fertig und schaue dabei die Tagesschau. Nachher werden der Liebste und ich den Tag bei Tee und Serie auf dem Sofa ausklingen lassen. 





Freitag, 9. Januar 2026

Schnee in Wismar

Diese Fotos will ich hier im Blog festhalten: Schnee und Kälte haben auch Wismar in den ersten Januartagen verzaubert. Als es neulich dazu noch Sonne gab, zog es mich an den Hafen. Eine dünne Eisschicht bedeckte das Wasser im Hafenbecken bei den Booten, auf denen es Fischbrötchen zu kaufen gibt. 







Heute war ein schlimmer Schneesturm gemeldet. Der Schnee kam nicht, der Sturm schon. Den sind wir an der Küste schon gewohnt. Durch den Wind war es zwar eisig, aber Wismar ist einfach immer schön! Die Stadt war ziemlich leer, wer konnte, machte es sich lieber drinnen gemütlich.