Dienstag, 18. August 2026

Sommerferien in Dänemark 1

Schon während der herrlichen Aufenthalte in Aarhus dachten der Liebste und ich, wie schön es wäre, wenn unsere Kinder dass alles auch sehen könnten! Da wir beim Buchen für unseren Sommerurlaub in Angeln sehr spät dran waren, bekamen wir eine Ferienwohnung nur noch für eine Woche. So suchten wir uns für die Woche vorher eine Unterkunft in Dänemark. Das war für unser Zeitfenster auch im Januar schon fast aussichtslos. 

Ich fand irgendwann im Internet ein kleines Stadthaus ca. 30 Autominuten von Aarhus entfernt. Das gefiel uns und so bezogen wir es am 13. Juli. Es war schön eingerichtet, gemütlich und hatte einen Garten. Von dort aus machten wir täglich Ausflüge in die Umgebung und natürlich zuallererst nach...




... Aarhus! Wir hatten am Morgen gefaulenzt und kamen gegen Mittag in Aarhus an. Wir stellten unser Auto wieder im Parkhaus in der neuen "Hafencity" von Aarhus ab. Wir wussten einfach, dort gab es Platz und eine unkomplizierte Bezahlung mit der App EasyPark. Von dort aus eroberten wir die Stadt. Zuerst zeigten wir den Kindern, wo wir die letzten beiden Male gewohnt haben: im "Lighthouse" auf Aarhus Øje.


Die "Eisberge" in der Nachbarschaft.


Das zweite Frühstück gab es im "La Cabra". 


Dann liefen wir Richtung Innenstadt. Erster Stop war das DOKK1, die öffentliche Bibliothek. Dort verbrachten wir eine ganze Weile und ließen die Kinder alles entdecken: die Spielplätze außen drum, die Möglichkeiten innen drin zum Puzzlen, Spielen, Lesen, Bewegen. Den Gong (hier zeigte ich ihn schonmal).





Unser nächstes Ziel war dann natürlich das Kunstmuseum ARoS. Auch das ist hervorragend geeignet für einen Besuch mit Kindern! Erstmal gab es eine kleine Stärkung im Museumsbistro. 


Allein für den Gang durch das begehbare Kunstwerk auf dem Dach, den Regenbogen von Olafur Eliasson, lohnt sich der Besuch. Bei unserem Besuch im Juli war es sehr heiß, trotzdem hatten wir Freude daran.




Aber auch im Inneren des Museums gab es spannende Ein- und Ausblicke.



Diese Sonderausstellung sorgte für eine Menge Spaß: ein großer Saal voll unterschiedlicher Puppen erheiterte viele Gäste des Museums. Alle wurden richtig kreativ im Verstecken und unauffällig Rumstehen. 


"The Dome" des Künstlers James Turrell war auch sehr überraschend und wunderschön. Dieses Kunstwerk wurde erst im Juni eröffnet. Durch einen Gang erreichten wir es vom Museum aus. Ganz unbefangen betraten wir die riesige Kuppel. Sonniges Licht empfing uns. In der Decke befand sich eine kreisrunde Öffnung mit einem ganz puren Blick auf den knallblauen Himmel. 

Erst als wir die ersten Schritte im Innenraum liefen, merkten wir, dass jedes noch so winzige Geräusch mehrfach von den Wänden zurückgeworfen wurde. Das ergab sehr interessante Effekte. Ganz vorsichtig schlichen wir zu den Sitzplätzen, die sich rundherum am Rand befanden, setzten uns, verhielten uns ganz still und genossen einfach die beeindruckende Atmosphäre. Nach und nach füllte sich der Raum. Wir beobachteten die Reaktion der anderen Gäste auf das Licht und die Geräusche. Das alles war total spannend und ich freute mich, dass Kunst für die Kinder hier so greifbar wurde. 



Zum Abschluss statteten wir dem Museumsshop einen Besuch ab. Jede Ecke hier war sehr liebevoll und detailverliebt eingerichtet. Die ein oder andere Kleinigkeit durfte mit. Und überall meine Lieblingslampe in allen Farben! 



Anschließend wollten wir Aarhus von oben sehen und besuchten die Dachterrasse auf dem Kaufhaus Salling. Shoppen interessierte uns überhaupt nicht. Von unseren vorherigen Besuchen kannten der Liebste und ich schon den kürzesten Weg da hoch. Wir schauten uns um und nahmen ein kühles Getränk und genossen einfach unseren Aufenthalt. 




Durch die sommerlich aufgeheizte Stadt liefen wir zurück nach Aarhus Øje. 


Das hatten wir schon am Anfang des Tages geplant: wir essen Sauerteigpizza im Street Food Market im Nikolinehus. Weil es aber so ein warmer Sommerabend war, holten wir die Pizza und aßen sie draußen gleich gegenüber mit Blick auf die Wassersportanlage. Das war ein überaus perfekter Tag! 


Freitag, 14. August 2026

12 von 12 im August 2026

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es vor vielen, vielen Jahren von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Ich habe im Februar 2009 das erste Mal mitgemacht. 

Drüben bei Caro gibt es eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.

Um 6:30 Uhr summt mein Wecker. Morgenprogramm. Der Liebste ist da schon auf dem Weg ins Büro nach Hamburg. Er hat aber schon Kaffee gekocht und alles in der Küche für mich bereitgestellt. 
 

Ich wecke die Jüngste, mache ihr Frühstück und fülle mir etwas zu Essen für die Arbeit ein: selbstgemachter Kokosreis mit Mango. Zwei Kinder können weiterschlafen, sie sind schon groß und bleiben in den Ferien zu Hause. 


Ich bringe die Jüngste in den Ferienhort und radle weiter zur Arbeit. Mit kleinem Zwischenstopp am Hafen, soviel Zeit muss sein. Mit 12 Grad ist es sogar noch ein bisschen frisch. Das ist erholsam zwischen den vielen Hitzetagen momentan.


9 Uhr Ankunft am Phantechnikum. Im Büro schaue ich in mein Mailpostfach. Dann bereite ich das Schaulabor vor, wo ich am Vormittag zwei Mal hintereinander eine Vorführung zum Thema "Feuer" gebe. Ein Mal für eine Gruppe, ein Mal für Familien, die bei uns im Norden Urlaub machen.


Mittwoch ist ein guter Tag, da hat die Fika Kaffeebar wieder geöffnet und ich kriege nach der Arbeit guten Kaffee. Für gleich in der Tasse...


... und in Form von frischen Bohnen in der Tüte für zu Hause. Mittlerweile sind es um die 20 Grad geworden. Sehr angenehm.


Danach stehe ich mit der Liste für Schulmaterialien in der Hand im Laden und packe den Korb voll mit Heften und Schreibblöcken. Ein Mathematikheft, A5 mit Lineatur Nummer 28 für die 4. Klasse suche ich vergeblich. Da ist eine Lücke im Regal. Ich muss nochmal wiederkommen.


Im Buchlädchen in der Sargmacherstraße schaue ich mal nach neuen Büchern.


Am Rathaus vorbei...


... radle ich nach Hause mit einem kurzen Stopp am Supermarkt. Mein Lastenrad vermisse ich schon ziemlich oft. Fast jeden Tag habe ich volle Fahrradtaschen.


Für das Abendessen schnibble ich Kartoffeln und Möhren und backe sie auf einem Blech im Ofen. Dazu essen wir Kräuterquark oder Hüttenkäse. Der Liebste ist zum Abendessen zurück.


Am Abend verfolgen wir vom Balkon aus die partielle Sonnenfinsternis. Ich habe noch die Sonnenfinsternisbrille von 1999. Sie war gut verwahrt im Fotoalbum meines Ältesten, der damals 8 Monate alt war. Ein Kind hat auch noch eine Lochkamera aus einer Chipsdose gebastelt. 


Sonntag, 9. August 2026

Familienleben 2


Im ersten Teil meiner Gedanken zum Familienleben erzählte ich von dem Bild des schwankenden Mobilés wenn ein Kind geboren wird. So fühlt es sich auch wieder an, wenn ein Kind auszieht. Alles kommt ins Schwanken und braucht eine Weile, bis es sich unter den neuen Bedingungen wieder eingeschwungen hat. 

Genau zehn Jahre ist es nun her, dass der Große mit nur 17 Jahren auszog. Ich erinnere mich noch: am 16. Juli 2016 feierten wir sein Abitur im historischen Gewölbekeller des Hamburger Rathauses. Nur ein paar Wochen später fuhren wir ihn in Hamburg zum Bahnhof. Dort warteten schon seine langjährigen Schulfreundinnen und -freunde, um ihn zu verabschieden. Ich empfand das als eine ganz liebevolle Geste. 

Geweint habe ich an dem Tag erst später. Seitdem immer wieder mal. Im Trubel des Familienlebens, der einfach so weiterging, blieb mir gar nicht so viel Zeit, die Ereignisse zu verarbeiten. Der Alltag mit drei kleinen Kindern ging einfach weiter. Ich war gerade schwanger mit einem Kind, das leider nicht bleiben konnte. Kurz darauf war ich aber wieder schwanger mit unserer Jüngsten, die im August 2017 geboren wurde.

Aus der Ferne verfolgte ich das Studentenleben in Koblenz, das den Großen aber auch nach Barcelona, Singapur oder Lissabon führte und freute mich über die Möglichkeiten, die er bekommen hatte. Den Abschluss des Bachelor durfte ich mitfeiern, genauso wie den Masterabschluss nach dem Studium in Paris. Ich war ziemlich stolz auf meinen Großen, der toll durch sein Studium kam. 


Doch zu Hause drehte sich die Welt auch weiter. Manchmal sah ich auf der Straße in der Ferne einen jungen Mann, der mich in Aussehen oder Bewegungen an meinen Großen erinnerte. Ich kochte weiterhin große Mengen, kaufte öfters ein Stück Kuchen zuviel in der Bäckerei. Zwischendurch piekste es manchmal in meinem Herzen, weil da ein Lebensabschnitt zu Ende gegangen war und ich vielleicht gar nicht genug die letzten Male gewürdigt hatte. 

Sind die Kinder klein, sind da so viele erste Male, die man sorgfältig notiert oder sich für immer merkt: das erste Lächeln, das erste Drehen vom Rücken auf den Bauch, das erste Krabbeln, der erste Zahn, die ersten Schritte, der erste Tag im Kindergarten, die Einschulung… doch die letzten Male passieren oft unbemerkt. Wann hat das Kind eigentlich das letzte Mal in unserem Bett geschlafen? Wann brauchte es zuletzt Hilfe bei den Hausaufgaben? Wann war der letzte gemeinsame Ausflug? Im gemeinsamen Urlaub wussten wir noch gar nicht, dass es das letzte Mal in der Kindheit war. Ein gemeinsamer Lebensabschnitt ging ganz unbemerkt zu Ende. 

Ein Jahr ist es nun her, dass auch das nächste Kind auszog. Auch wieder mit 17 Jahren. So weit weg, dass wir uns nicht mal eben treffen können. Ich bewundere abermals den Mut, ganz alleine an einem neuen Ort zu starten und gönne dem Kind so sehr die neuen Erfahrungen. Auch diesmal war es wieder so, dass die Erkenntnis über die verflossene Kindheit erst eine Weile später bei mir ankam. Ich erinnere mich, wie ich im November letzten Jahres im Laden Adventskalender sah und daran dachte, dem Kind in Münster einen zu schicken. Zack, stand ich da in den Gängen und weinte. 


Ich habe erst nach und nach begriffen, wie kurz die gemeinsame Zeit mit den Kindern im Haus wirklich ist. Wie kurz eine Kindheit im Grunde ist. Als die die Kinder klein waren, waren die Tage manchmal soooo lang! Sie konnten für mich manchmal nicht schnell genug enden. So herausfordernd war das Kümmern Tag und Nacht, das Schleppen, die Lautstärke, der Schlafmangel, die Unordnung, die vielen, vielen Termine und alles drumherum. Doch plötzlich sind die Jahre nur so verflogen. 

Manchmal trauere ich verpassten Chancen nach. Vielleicht hätte ich mehr vorlesen sollen? Wir haben gar keine Strohsterne zusammen gebastelt! An dieser Stelle hätte ich vielleicht geduldiger sein müssen. Um diese Sache hätte ich mich eher kümmern müssen. Worauf hätte ich sie noch vorbereiten sollen? Habe ich den Kindern oft genug gesagt, dass ich sie lieb habe? 

Plötzlich ziehen die Kinder aus und lassen mich zurück mit all meinen Erinnerungen und nehmen einen Teil meines Herzens mit. 


An die Stelle des Familienalltags tritt mit erwachsenen Kindern eine andere Qualität von gemeinsam verbrachter Zeit. Da der Große woanders studiert hat, woanders seine erste Arbeit hatte und nun im Ausland lebt, sehen wir uns im Jahresverlauf nicht so oft. Das Mutzelchen ist im Moment schon noch öfter in Wismar. Die gemeinsam verbrachte Zeit ist aber immer sehr kurz und kostbar. 

Auch das nächste Kind steht schon am Nestrand und ist bereit zum Fliegen. Das letzte Schuljahr steht bevor, im nächsten Jahr wird wohl der kleine Bruder nach dem Abitur hinaus in die Welt ziehen. Dann wird die Wohnung noch leerer. Im Alltag…

... denn an manchen Tagen füllt sie sich doch wieder. Sogar mehr als vorher! Denn plötzlich kommen die großen Kinder nicht mehr alleine nach Hause, sondern haben Partnerinnen oder Partner dabei. Oder Freundinnen und Freunde sind zufällig auch auf Heimaturlaub und schauen auch mal vorbei. Da heißt es plötzlich Tische anbauen, Betten ausklappen, extra Stühle bereitstellen und den Kühlschrank wieder bis obenhin füllen. Das ist aufregend, ja! Eine ganz neue Phase des Familienlebens ist angebrochen. Die gemeinsame Zeit ist ja längst nicht vorbei, sie verändert sich nur. So ist das Leben. Die Bande bleiben. Und die Liebe sowieso. 



Mittwoch, 29. Juli 2026

Reich beschenkt...

... fühle ich mich nach meiner großen Feier anlässlich meines runden Geburtstags! Der Abend war etwas ganz Besonderes! Gäste aus nah und fern waren dabei, neue und alte Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter und natürlich meine große wunderbare Familie. 

Bevor der Juli, mein Geburtstagsmonat rum ist, hier ein paar Vorher-Fotos (zu mehr Fotos bin ich selber tatsächlich gar nicht gekommen...):
 

Seit fast einem Jahr hatte ich dieses Ereignis geplant. Und alles ist so geworden, wie ich es mir gewünscht hatte. Schöner sogar! Dankenswerterweise durfte ich in der Fika Kaffeebar feiern. Der Ort ist einfach untrennbar mit meinem Leben in Wismar verbunden. Vicky hat ihre Kaffeebar in genau der Woche eröffnet, in der wir nach Wismar gezogen sind, damals im Mai 2021. Zunächst an anderer Stelle, bis sie gewachsen ist.

Als ganz besondere Überraschung habe ich mir Live-Musik von Tobias Panwitz gewünscht, den wir vor zwei Jahren bei den Apothekensessions in Wismar das erste Mal erleben durften. Er und seine handgemachte Musik mit Gitarre und Mundharmonika waren mir gleich sympathisch, so nutzte ich sein Angebot und buchte ein Privatkonzert. 

Und damit ich mich um keine weiteren Vorbereitungen kümmern musste, bestellte ich noch ein exklusives buntes Buffet eines lokalen Anbieters. Als der Mitarbeiter zum Aufbau eintraf, staunten wir nicht schlecht, wie umfangreich die kleinen Speisen doch waren. Wir mussten mehrmals Tische anbauen, damit alles draufpasste. Alles war sehr schmackhaft und ließ sich sehr gut aus den kleinen Gläschen essen. Meine Favoriten waren Matjes, Apfel und Pumpernikel, Kartoffelsalat mit Frikadellen und Panna Cotta mit Erdbeersauce. Das Geschirr wurde am Ende der Party sogar komplett wieder abgeholt. Sehr praktisch.

Ich gestaltete lediglich persönliche Einladungskarten und suchte die schönsten Fotos meiner Kindheit, Jugend und meines Lebens von 1976 bis heute heraus. Die Fotos druckte ich aus und versah sie mit dem Datum. Daraus wurden dann Girlanden, mit denen ich die gesamte Kaffeebar schmückte. Meine Gäste sollten etwas zum Gucken haben. 

Als am frühen Abend alle Gäste nach und nach eintrafen, gab es zunächst einen Sektempfang mit toller aufmerksamer Hilfe von Vicky und ihrem Mitarbeiter. Nach einer kleinen Begrüßungsrede eröffnete ich das Buffet. Als alle soweit gesättigt waren, trat Tobias Panwitz auf. Zwischen seinen Liedern erzählte er ein bisschen, wie es zu den Songs kam. Ich trat ab und zu auch ans Mikrofon und erzählte einen Schwank aus meiner Jugend. Ab und zu hatte ich ein Tränchen vor Rührung im Auge. Als später alle zusammen bei der Musik mitsangen, war das Glück vollkommen. Wow, das war eine perfekte Feier und ich bin so froh um diese wertvolle Zeit! Ganz beseelt schwebte ich gegen Mitternacht nach Hause. 

Ein paar Tage später kam ich erst dazu, ganz in Ruhe mein Gästebuch des Abends durchzuschauen. Der Liebste hatte den Auftrag bekommen, an dem Abend von allen Personen Fotos zu machen. Die Fotos wurden sofort vor Ort mit einem kleinen Fotodrucker (Amazon-Partner-Link) ausgedruckt. Die Fotos kamen dann gleich ins Gästebuch und alle konnten eine Seite gestalten und sich verewigen. Hach, so wunderbar! 

Wie Tobias Panwitz an dem Abend auch gesungen hat: "Lass uns Erinnerungen machen...". Ja, das haben wir ausführlich getan.