Mittwoch, 25. März 2020

Zu-Hause-Tagebuch Tag 10

(Alle meine Einträge sammle ich jetzt unter dem neuen Label Zu-Hause-Tagebuch. Es lohnt sich, auch in ältere Beiträge reinzuschauen, da ich jedes Mal eine Menge interessanter Tipps für Groß und Klein aus dem Internet zusammengetragen habe.)

Heute bin ich schon wieder ziemlich früh aufgewacht. 5:48 Uhr zeigt die Uhr an. Prima, da stehe ich doch gleich mal auf! Ich gehe duschen, ziehe mich an und koche erstmal Kaffee. Ich freue mich auch über eine neue Ladung Naturjoghurt, den wir jetzt wieder öfter im Joghurtbereiter (Amazon-Partner-Link) selber machen. Da brauchen wir keinen kaufen, sondern können immer mit einem Gläschen eigenen Joghurt neuen ansetzen. 1200g fertigen Joghurt bekommen wir aus einem Liter Milch und 150g Naturjoghurt raus. Die Kinder essen den Joghurt zu Müsli oder Obst oder auch mal mit Schokoraspeln.



Dann setze ich mich mit meiner Tasse Milchkaffee an meinen Rechner. Ich will nämlich endlich einen angefangenen Text für eine Kooperation fertigstellen. Doch tagsüber komme ich zu nix und abends bin ich so müde, dass ich keinen klaren Gedanken fassen kann. Ich schreibe den Rest meines Textes auf und sichte Fotos. Nach anderthalb Stunden kann ich mein Ergebnis der Kooperationspartnerin schicken.

Da sind dann auch alle anderen Familienmitglieder wach. Wir frühstücken Körner-Toast und gekochte Eier. Dazu gibt es frische Kresse. Die Samen, die wir letzte Woche an Tag 2 ausgesät haben, sind nun hoch genug.

Um 9 Uhr geht der Liebste an seinen Schreibtisch. Sein Tag beginnt wie immer mit einer Telefonkonferenz. Das läuft eigentlich sehr gut und ich schätze mal, nach dieser ganzen Zeit wird in der Firma ganz neu über das Arbeiten aus dem Homeoffice nachgedacht werden.


Um 9:45 Uhr treffe ich mich mit den Kindern im Wohnzimmer. Sessel beiseite und los gehts mit dem Sport! Heute machen wir wieder bei der täglichen Sportstunde von Alba Berlin mit. Diesmal für die Altersgruppe der Kindergartenkinder. Das sind super Übungen, so kindgerecht und mit Phantasie und Spaß, ich bin total begeistert! Da wird jetzt auch mal die tolle Arbeit von Leuten sichtbar, die sonst täglich für viele nicht sichtbar in den Sportgruppen in den Vereinen tätig sind.

Schulaufgaben. Der kleine Bruder hat wieder eine Menge Stoff in Englisch und Mathe abzuarbeiten. Aber so langsam kommt er rein und die technischen Möglichkeiten erleichtern ihm die Arbeit. Das Mutzelchen hat es im Moment noch gut getroffen, aber ich schätze mal, ab nächster Woche, für die die Stundenpläne für die verschiedenen Klassenstufen festgelegt wurden, wird die Arbeit mehr.

Vom Schulleiter des Gymnasiums kommt heute eine Mail mit dem Hinweisen auf Hilfsangebote für Eltern und Kinder. Es gibt ganz viele Telefonnummern für Seelsorge und andere Beratungen von der Schule oder Anbietern im Bezirk. Außerdem wurde eine Spendensammlung angeschoben für die digitale Ausrüstung von Kindern, die zu Hause vielleicht kein Tablet oder anderes technisches Gerät zur Verfügung haben.

Der Adventsjunge schreibt zunächst mal in sein Tagebuch. Er schreibt eine Comic-Geschichte über Star Wars. Er kennt die Geschichten nur aus einigen Zeitschriften von Lego. Ich finde es so süß, was er da macht, ich lasse ihn einfach. Er ist heute müde und für anderen Schulstoff nicht so motiviert. Deshalb will ich ihn mit anderen Sachen gar nicht quälen. Ich sitze neben ihm und schreibe Postkarten. Nach der Obstpause gegen halb 12 Uhr darf er spielen gehen.

Es war einmal in einer weit entfernten Galaxie.
Chewbacca



Zum Mittagessen gibt es heute Shepherd's Pie. Der Liebste und ich haben gestern Abend wieder "Anne with E" auf Netflix geschaut. Ich habe die Serie schon geshen, jetzt schauen wir sie nochmal gemeinsam. Passt mit der netten Geschichte und den schönen Bildern jetzt gerade ganz gut. Jedenfalls kocht Anne mit ihren Freundinnen einen Shepherd's Pie für ihren Klassenkameraden Gilbert, dem gerade sein Vater gestorben ist. Ich habe gleich ein Rezept herausgesucht und zufällig alle Zutaten da. Die Kinder gucken heute Mittag erst ein bisschen sparsam, aber dann sind sie begeistert! Fruchtiges Hackfleisch mit einer Schicht Kartoffelbrei aus dem Ofen, das gefällt ihnen.


Weil wir erst gegen 14 Uhr gegessen haben, gehen wir heute nicht so lange spazieren. Als die Sonne unsere Terrasse erreicht, schicke ich die Kinder ins Gärtchen. Ich räume auf, staubsauge und bereite dann einen Teig für Waffeln zu. Denn, tadaaaa, heute ist internationaler Tag der Waffel. Den wollen wir natürlich angemessen begehen. Ich verdopple die Teigmenge aus meinem Rezept für klassische Waffeln. Das werden 18 fluffig, knusprige Waffeln. Es bleiben welche übrig.


Am Nachmittag bringe ich die Post weg. Dann fotografiere ich unseren Wickeltisch und setze ihn bei den Kleinanzeigen zum Verschenken rein. Der muss jetzt weg, weil wir einen Schreibtischplatz brauchen. Und in den Keller soll das Teil gar nicht erst. Ich kann mich sofort nach Erscheinen der Anzeige vor Anfragen nicht retten. Im Nu ist der Wickeltisch vergeben. Sehr gut.

Dafür erreicht uns ein neues Teil. Und zwar ein neuer Schreibtischstuhl für den Liebsten. Er kann nicht mehrere Stunden am Tag auf einem Küchenstuhl sitzen. Voraussetzung für den Stuhl war, dass die Armlehnen hochklappbar sind. So passt der Stuhl unter den Tisch und steht in dem schmalen Zimmer nicht im Weg rum.

Gegessen: Shepherd's Pie und Waffeln
Gesehen: eine Schwanzmeise in unserem Gärtchen
Gespielt: Feuerwehr mit der Augustschnuppe
Bewegt: Albas Sportstunde, ansonsten nur 7469 Schritte heute
Vorgelesen: "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" (Amazon-Partner-Link)
Gelesen: mein Adressbuch und liebe Post von Freundinnen

Tipps aus dem Internet:

St. Georg hilft: die Suppenküche im Hamburger Stadtteil St. Georg hilft weiter, seit über 25 Jahren sind sie aktiv in der Hilfe für Bedürftige und in der aktuellen Situation erst recht. Um Spenden wird gebeten. Danke!
LizzyNet: Der Corona-Soli-Newsticker versammelt Hinweise auf nachahmenswerte und solidarische Aktionen
NZZ: Nochmal ganz kurz und knapp und anschaulich erklärt: So mindert man die Gefahr, sich anzustecken
Coolibri: Virtuelle Rundgänge durch Museen der Welt
Instagram: hier noch viele schöne Regenbogenfenster
Youtube: unser tägliches Betthupferl ist wieder ein plattdeutsches Lied von Albertus von Borkum "Lat jo neet unnerkriegen!" sagt er immer zum Schluss.













Kommentare:

  1. Viele liebe Grüße an den Adventsjungen von einem Star-Wars-Fan der ersten Stunde - wie schön, dass der Zauber immer noch wirkt. Möge die Macht mit Ihnen allen sein! ��
    B.

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  2. Liebe Carola,
    deine Berichte erinnern mich an meine Kindheit. Vor allem als du das Mehl nicht bekommen hast.
    Meine Eltern hatten zehn Kinder. Ich war die Jüngste.
    Mehl gab es im Zentnersack von der Mühle. Mein grosser Bruder holte es mit dem Fahrrad ab. 60iger Jahre.
    Der Mehlsack kam auf den Dachboden und wurde dann portionsweise für die Küche geholt. Manchmal durfte ich das Mehl holen. Auf dem Dachboden war es so schön ruhig und auch ein bisschen heimlich unheimlich. Da trockneten Kräuter und die Wäsche. Im Mehlsack war ein schöner geschnitzter Holzlöffel zum abfüllen, damit konnte man herrlich mit dem Mehl spielen, wie im Sandkasten.
    Den Löffel hat mein Vater aus der russischen Kriegsgefangenschaft mitgebracht, aber das hab ich erst viel später erfahren. Den Löffel gibt es immer noch in unserer Familie und erinnert an dunkle Zeiten.
    Heute kann man Mehl sogar mit dem Thermomix mahlen , hab ich gelesen, hast du so etwas? oder auch eine Getreidemühle wäre evtl. hilfreich.
    Getreide ist wohl eher zu bekommen als fertiges Mehl.
    Ich wünsche euch allen auch weiterhin viel Kraft und "möge die Macht mit euch sein".
    LG Conny

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    1. Danke für die schöne Geschichte!

      Ja, ich habe sogar eine Getreidemühle, da fehlt aber leider ein Ersatzteil. Das kann ich nur noch auf ebay finden.

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  3. Mmhh ...
    Sheperd`s Pie, Steak and Kidney Pie, Fisherman`s Pie, das weckt Erinnerungen.

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