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Sonntag, 28. Februar 2021

28. Februar 2021

Um Mitternacht gehe ich ins Bett. Von 2 bis 5 Uhr bin ich wach. Ich dämmere vor mich hin, kriege Tritte der Augustschuppe ab und schuckle den Liebsten an, damit er eine andere Schlafposition einnimmt. Auskennerinnen wissen, was ich meine.

Gestern Abend haben der Liebste und ich uns gestritten. Seit wir zusammen sind, kam das eigentlich nie vor. Im letzten Jahr ist das nun schon öfter passiert. Ich bin auf alle Fälle dünnhäutiger geworden. Stelle einige Dinge in Frage. Will nicht mehr für so vieles verantwortlich sein. ... Ach, an dieser Stelle habe ich noch so viel mehr aufgeschrieben, belasse es aber für den Moment dabei. Denn ich weiß, dass solche Zeilen wieder angreifbar machen. 

Um 8 Uhr bin ich wach und stehe auf. Die Augustschnuppe auch. Sie geht zum Adventsjungen ins Zimmer. Der ist auch schon wach und hört ein Hörbuch auf der Tiger-Box (Amazon-Partner-Link). Die haben wir vor einer ganzen Weile für die großen Kinder gekauft. Sie können sie selber bedienen und es gibt eine große Menge Hörspiele.  

Ich gehe duschen und mache in der Küche Kaffee. Die beiden wachen Kinder bekommen eine schöne Scheibe von dem französischen Landbrot aus der Abokiste mit Schokoaufstrich drauf. Da ist der erste Hunger gestillt.

Bis der Rest der Familie aufsteht, vergehen ein paar Stunden. Wir haben für den heutigen Tag nichts geplant. Das finde ich eher unspannend. Und besonders gesprächig bin ich heute auch nicht. Gegen 11 Uhr ziehe ich mich warm an und schnappe mir mein Fahrrad. Ich fahre zum Zeitungskiosk am Bahnhof, der auch den "Tagesspiegel am Sonntag" führt. 

Um die Ecke liegt das "Berner Schloss", das eher ein Gutshaus ist. Ich schaue mir den Park mit dem alten Baumbestand an. Im Moment blüht noch nichts. Weil es heute ziemlich frisch ist, sind sogar die Blüten der Krokusse auf der Wiese geschlossen. 

Ich fahre weiter und bin eine ganze Weile unterwegs. Mich zieht es nicht nach Hause, wo mich vermutlich eh niemand vermisst. Dann kann ich ja auch noch durchs Naturschutzgebiet fahren. Da ist auch noch alles ziemlich grau. Nur die Übeltäter für die vielen Allergieschübe in der letzten Woche leuchten bis in alle Ferne: die Hasel- und Erlenblüten. 

An der Weide der Galloways bleibe ich eine Weile stehen. Da toben ganz viele neue Kälber herum. Eine Zeitlang spielen sie miteinander. Ihre Mütter liegen in einiger Entfernung auf dem Gras. Dann fangen die Kälber an, zu blöken und laufen nacheinander zu ihren Müttern. Sie werden gesäugt und laufen dann wieder herum.


 Aus "mal eben kurz die Zeitung holen" werden schließlich zwei Stunden. Ich hätte auch noch weiter fahren können. Nix denken, nur in die Gegend schauen, den Kopf freipusten lassen... 

Als ich nach Hause komme, duftet es nach Gewürzen. Der Liebste steht mit den beiden Jungs in der Küche. Er brät gerade Hackfleisch an. Die Jungs schälen Kartoffeln und schneiden Spitzkohl klein. Es wird ein leckerer Eintopf.

Nach dem Essen bin ich sehr müde. Da ist es schon 15 Uhr. Ich ziehe mich ins Schlafzimmer zurück und lese ein bisschen Zeitung. Dann schlafe ich bis 16:30 Uhr. Das Mutzelchen hat in der Zwischenzeit einen Marmorkuchen gebacken. 

Nach dem Kuchenessen gehen die Kinder noch ein bisschen raus. Kurz vor Tagesende ist tatsächlich nochmal die Sonne rausgekommen. Am Abend sind die Kinder ganz entspannt. Morgen sind Ferien!

Meine heutigen Entdeckungen im Internet:

Das passiert hinter den Türen einer Covid-Intensivstation. Der größte Kampf der Corona-Pandemie findet Tag für Tag hinter verschlossenen Türen statt, auf den Intensivstationen. Eine Pflegerin aus Tübingen wollte ihn sichtbar machen. Entstanden sind Fotos, die berühren.

Die Naturschutzorganisation NABU hat Naturtipps für Kinder zusammengestellt. Denn Naturerlebnisse sind immer möglich. Auf der Seite gibt es Basteltipps, Informationen über Tiere und Pflanzen, Spiele und andere digitale Angebote.

In Rheinland-Pfalz war der Weißstorch ausgestorben. Der Verein Pfalzstorch wurde 1998 gegründet und hat geschafft, den Storch wieder anzusiedeln. Per Webcam kann ein Storchennest beobachtet werden. 

Die Fotoausstellung "Miss you" möchte auf die Situation von Künstlerinnen und Künstlern im Corona-Lockdown aufmerksam machen. Die Fotos sind überall im Berliner Stadtgebiet zu sehen. 

Ahhhh, London! Unerreichbar gerade. Die ausgebildete Stadtführerin Julia lebt in dieser tollen Stadt und bietet virtuelle Touren für Kinder oder Erwachsene an. Man kann ein Ticket buchen und bekommt einen Zugangslink geschickt. 

Heute Vormittag habe ich die lebendig gewordenen Bilder auf Twitter bestaunt. Faszinierend! Vielleicht aber auch ein bisschen unheimlich. Das kann man bei My Heritage auch selber machen, z.B. mit alten Familienfotos. 


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!   

Freitag, 12. Februar 2021

12 von 12 im Februar 2021

Heute ist wieder 12 von 12. Das kennt Ihr doch mittlerweile, oder?! Als diese Aktion im Jahre 2006 von einem Mann namens Chad Darnell gestartet wurde, war es noch gar nicht so üblich, ganze Tagesabläufe fotografisch festzuhalten. Mittlerweile ist es vor allem durch Instagram viel gewohnter geworden, die Follower durch den Tagesablauf mitzunehmen. Die Tageseinblicke in den Blogs sammelt schon sehr lange Caro von Draussen nur Kännchen

Mein allererstes 12 von 12 ist auch im Februar gewesen. Im Februar 2009 war das Mutzelchen gerade ein Jahr alt und ich war schwanger mit dem kleinen Bruder. Wir wohnten noch in Berlin-Pankow. Mein Großer ging in die 5. Klasse. Der Liebste pendelte fast täglich von Berlin nach Hamburg zur Arbeit oder blieb in Hamburg und übernachtete bei einem Freund. Im selben Jahr sind wir dann doch von Berlin nach Hamburg gezogen. 

Heute am 12. Februar 2021 mitten in der Corona-Pandemie wache ich um 6 Uhr auf. Der Liebste steht kurze Zeit später auf und geht zuerst ins Bad. Ich bin nach ihm dran. Zusammen sitzen wir dann kurz am Tisch und trinken unseren Kaffee. Zeit zum Quatschen, so rar im Moment. Dann fährt der Liebste heute mal wieder ins "echte" Büro.

Um viertel nach 7 lugt die Augustschnuppe verschlafen um die Ecke. Ich nehme sie auf den Arm und zeige ihr den Morgenhimmel, der wieder in den schönsten Farben leuchtet.



Dann wecken wir die Geschwister. Ich decke den Tisch und toaste Toastbrot. Hehe, das ist aber doppelt gemoppelt! Jedenfalls habe ich vor vielen Jahren im Urlaub mal diese Toastzange aus Holz gekauft. Seit nämlich bei meiner Freundin mal der Toaster brannte, weil ein Kind mit einer Kuchengabel reingepiekt hat, fühle ich mich damit sicherer. Meine Freundin hat damals natürlich auch gleich so eine Zange bekommen. 


Nach dem Frühstück gehen die beiden Großen an ihre Schreibtische. Ich räume die Küche auf. Geschirrspüler aus- und wieder einräumen. Dann schaue ich mir mit dem Adventsjungen die Schulaufgaben für den Tag an.  


Ich ziehe die Augustschnuppe und mich schön warm an. Ich bringe sie in den Kindergarten und fahre mit dem Fahrrad weiter ins Büro. Nina ist auch im Büro. Wir tragen beide FFP2-Masken und passen auf, dass wir uns nicht zu nahe kommen. 

Ich packe im hinteren Raum Bestellungen ein. Das hier ist das Regal mit den Schnittmustern aus Papier. Im Shop gibt es Schnittmuster für Pullover, Hosen, Jacken, Röcke und Kleider. Teilweise auch für Kinder oder Männer. Die hat alle Nina in den letzten Jahren entworfen. Wir verschicken die Schnittmuster per Post. Man kann sie aber auch als E-Book kaufen und sich gleich selber herunterladen. Manche Händlerinnen haben sie auch im Programm.


Heute scheint die Sonne so herrlich, dass die Sitzecke im Büro vorne am Fenster noch mehr strahlt. Wer sich ein bisschen BÄM! nach Hause holen will, kann sich jetzt auch die Kerzen in Neonfarben bestellen. Das sind die Kerzen, die ich vor zwei Tagen quasi im Homeoffice selber gefärbt habe. Die witzigen Fisch-Kerzenhalter aus Porzellan gibt es ab heute auch im Shop. 

Ja, das ist Werbung. Freiwillig und unbeauftragt. Von Herzen. Für Nina. Und auch ein bisschen für mich, so habe ich wenigstens genug zu tun, wenn schon alle meine anderen Jobs nicht stattfinden gerade. Wenn es mit den Kerzen gut läuft, mache ich demnächst neue.


Als ich Feierabend mache, habe ich noch Zeit. Da die Geschwister heute die Augustschnuppe aus dem Kindergarten abholen, habe ich keine Eile. Ich fahre ins Ortszentrum und gehe in den großen Supermarkt. Berge von Ostersüßigkeiten säumen mein Weg.


Dann fahre ich mit dem Fahrrad weiter zum Naturschutzgebiet. Die Straßen sind größtenteils frei und sogar von der Sonne getrocknet. Ab und zu muss ich aufpassen, damit ich nicht über Eisrillen fahre. 

Im Naturschutzgebiet liegt auf den Wegen noch Schnee. Ich fahre nur ein kleines Stückchen rein. Der Schnee ist knirschig, also nicht so glatt. Wenn ich wüsste, dass Schnee und Eis noch länger bleiben, würde ich sogar über Spikes an den Fahrradreifen nachdenken. Ja, sowas gibt es (Amazon-Partner-Link). 

Am Haus der Wilden Weiden findet heute ein Verkauf von Galloway-Fleisch statt. Ich suche mir einen windgeschützen Platz in der Sonne und esse ein paar Stücke vom Sushi, wegen dem ich in dem speziellen Supermarkt war. Das wird dort nämlich frisch abgepackt. 

Es ist so schön draußen! Die Sonne strahlt von einem fast wolkenlosen Himmel. Es ist total hell. Die Luft ist knackig frisch. Mir ist zum Glück nicht kalt, denn ich habe ein Unterhemd, ein Merino-T-Shirt, ein langärmliges Ski-Unterhemd, ein Strickkleid, eine Fleece-Jacke und meine dicke Winterjacke an. Untenrum eine lange Ski-Unterhose, eine Thermohose, Wollsocken, Wolleinlegesohlen und supergute Winterstiefel. Dann noch einen Wollschal, dicke Handschuhe und unter dem Fahrradhelm trage ich eine dünne Mütze mit Merinowolle (beides Amazon-Partner-Link). Phu, ja, bewegen kann ich mich eher weniger, aber fürs Fahrradfahren reichts.




Zu Hause gibt es dann zur Kaffeezeit Gebäck, das ich für die Kinder beim Bäcker geholt habe. Das ist nach Art dieser dänischen Schnitten gemacht. Anlässlich des Feiertages am Wochenende in Herzform und sogar mit Goldglitzer. Gute Idee!

Der Liebste kommt nach Hause. Er hat heute den letzten Tag seines Seminars gehabt. Er zeigt mir sein Zertifikat und hat noch eine kurze Zoom-Konferenz mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie stoßen virtuell auf den Abschluss an. 


Nah dem Essen gehen die beiden Jungs auf den Spielplatz. Das Mutzelchen bringt einen Brief für ihre Brieffreundin zum Briefkasten und läuft noch eine kleine Runde bei dem schönen Wetter. 

Der Liebste geht auch nochmal raus. Die Augustschnuppe will mit. Ich setze mich schonmal an meinen heutigen Eintrag. Draußen geht langsam die Sonne unter. Lilarosatürkiser Himmel. Und weil ich das seit dem 5. Januar 2021 ohne Pause jeden Tag so mache, kommen auch heute hier... 

... meine heutigen Entdeckungen im Internet:

So läuft das bei anderen Familien: Unser Homeoffice-Homeschooling-Survival-Setup

Ab sofort bis zu den Sommerferien bietet Die Zeit Schülerinnen und Schülern ein kostenloses Digital-Abo an. Hier ein Interview dazu mit dem Geschäftsführer. 

Das Schul-Chaos. So verspielt die Politik in der Pandemie Vertrauen. Wir erinnern uns: In diesem Jahr ist Bundestagswahl, nicht wahr?! 


Der Freischütz feiert morgen Premiere in der Bayrischen Staatsoper. Online-Premiere.  

Die Telefonseelsorge hat einen Krisenkompass  herausgegeben. Die App, sozusagen ein "Notfallkoffer" für die Hosentasche, soll ein Rüstzeug für schwierige Momente sein. 


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!

Sonntag, 17. Januar 2021

17. Januar 2021

Ausgeschlafen, doch, doch. Um 11 Uhr sitzen wir schließlich alle am Frühstückstisch. Plan für danach: zum Gut Karlshöhe fahren und Kuchen für den Nachmittag abholen.

Wir streifen wieder übers Gelände, wie schon die vielen letzten Monate auch. Am Café ist diesmal sogar eine ziemlich lange Schlange. Viele Kuchensorten sind schon ausverkauft. Gut für das Unternehmen, das als Ziel hat, keine Mitarbeitenden zu kündigen. Bis jetzt hat es geklappt.




Zu Hause gibts Kaffee, Kakao und Kuchen. Das warme Essen verschieben wir auf den Abend. Hier mein hübsches Stück Torte, wovon ich nur die Hälfte geschafft habe:


Am Nachmittag spielen die Kinder alle miteinander in ihren Kinderzimmern. Der Liebste sitzt am Computer und bereitet eine Präsentation für die Arbeit vor. Da schnappe ich mir mein Fahrrad und fahre eine Runde.

Mein Radius wird immer größer. Es gibt immernoch Ecken, die ich gar nicht kenne. Mit dem E-Bike bin ich so schnell und wenig, dass mir auch größere Umwege überhaupt nichts ausmachen. 

Heute biege ich mal woanders ab und bin plötzlich an einer für mich neuen Stelle im Naturschutzgebiet, wo man den dort lebenden Galloways komplett ohne Zäune begegnen kann. Und es ist so viel Platz! Ich bin völlig sprachlos und freue mich einfach nur.

Die breiten Wege aus Betonplatten sind total hässlich. Sie stammen noch vom ehemaligen Truppenübungsplatz. Zum Fahrradfahren sind sie allerdings ideal.





Eine ganze Stunde bin ich unterwegs. Durchgefroren aber schön durchgelüftet komme ich zu Hause an. Dann bereite ich das Abendessen vor. Gestern war in der Gemüsekiste Mangold. Wurde mal wieder Zeit für Mangold-Cannelloni

Diesmal habe ich Mangold angedünstet, mit Ricotta vermengt und alles püriert. Da fällt auch das Befüllen mit einem kleinen Löffel nicht schwer. Ich halte einfach den Löffel mit der Füllung über die Nudelrolle und lasse die Masse langsam herunterrutschen. 

Gestern haben der Liebste und ich mal wieder die "Herr der Ringe" - Trilogie angefangen. Die extra lange Version. Da dauert der erste Film allein schon dreineinhalb Stunden. Das schauen wir jetzt in Häppchen bis zum bitteren Ende. 

Meine heutigen Entdeckungen im Internet:

In der Mediathek von arte ist einer meiner Lieblingsfilme zu sehen. "In den Gängen" mit Sandra Hüller und Franz Rogowski ist ein ganz leiser Film und beleuchtet das Arbeiten, Leben und Lieben in einem Großmarkt. Ich liebe solche Filme!

Bei Kino on Demand kann man Filme schauen und gleichzeitig seinem Lieblingskino helfen. 

Der Pianist Igor Levit hat wieder ein House Concert gespielt. Heute: Beethoven

Das MACHmit! Museum für Kinder in Berlin hat im Moment leider auch geschlossen. In den MACHMit! - Werkstätten für Zuhause gibt es einige schöne Kreativideen für Kinder. 

Sue Reindke mag ich. Sie hat jetzt ein Blog eröffnet, in dem sie ihre Gedanken teilt. 



Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Montag, 2. November 2020

Herbstwochenende

Am Freitag letzter Woche bin ich vorerst das letzte Mal im Museumsdorf Volksdorf. Auch das Museumsdorf schließt in der nächsten Zeit wieder die Türen. Alle Veranstaltungen fallen aus und Gruppen werden nicht empfangen. Das ist wieder ein herber Schlag, denn das Museum lebt von den Einnahmen der vielfältigen Veranstaltungen. Von Spenden und Mitgliedschaften im Museumsverein aber auch. 

Doch am Freitag habe ich noch eine Schulklasse da und erzähle den Kindern, wie aus der Wolle am Schaf zum Schluss eine Socke entsteht. Die Klasse wurde in ganz kleine Gruppen aufgeteilt, so dass immer nur 6 Kinder plus Begleitperson anwesend sind. Wir sitzen auch nicht, wie sonst, in der kleinen kuscheligen Bauernstube sondern in der großen Scheune, die für Veranstaltungen ausgebaut wurde. Da ist genügend Platz und Luft für uns.

Zwei Durchgänge mit je 45 Minuten sind geplant. Ich merke: mit so wenigen Kindern bin ich viel schneller mit meinem Programm durch. Aber ich genieße es so sehr!

Während ich zwischendurch auf die nächste Gruppe warte, stehe ich unterm Reetdach und schaue dem Regen beim Heruntertropfen zu. Das ist soooo entspannend! Im Hintergrund läutet die Glocke der Dorfkirche und ich bin in dem Moment ganz weit weg... 

Überhaupt finde ich einen Aufenthalt im Museumsdorf irgendwie beruhigend und erdend. Wie lange es diese Häuser schon gibt! Und was sie wohl zu erzählen hätten. Die Menschen kamen und gingen und diese Balken und Mauern stehen immernoch. Seit Hunderten von Jahren. Ich finde das irgendwie tröstlich. 

Jedenfalls regnet es an diesem Tag von morgens bis abends in Strömen. Ich bin trotzdem mit dem Fahrrad unterwegs. Ich trage einfach einen Regenponcho (Amazon-Partner-Link). Unten drunter sind so Schlaufen für die Arme, so dass der Poncho quasi auf dem Lenker liegt. So bleiben auch die Beine trocken. Naja, zumindest von oben. Eine Regenhose wird wohl die nächste Anschaffung sein. Den Poncho kann man umgestülpt in eine Tasche stopfen. So habe ich ihn jetzt im Herbst im Lastenrad immer dabei. 

Abends kommt eine dringende Anfrage rein: ob ich am Samstag im Ausstellungshaus im Naturschutzgebiet Höltigbaum einspringen kann? Ja, kann ich. So radle ich am Samstag ins Naturschutzgebiet. Von 11 bis 18 Uhr habe ich zusammen mit einer Kollegin Dienst. 

Vorher habe ich zu Hause aber noch schnell einen Zupfkuchen gebacken. Am Abend soll nämlich unser Großer nach Hause kommen. Die Universität in Paris hat alle ihre ausländischen Studierenden wegen der Corona-Situation nach Hause geschickt. Das Studium findet vorerst bis Anfang nächsten Jahres online statt. 

Der Große hat also fürs Wochenende einige Wohnungsbesichtigungen in Hamburg. Doch zuerst muss er bei der Ankunft in Hamburg einen Corona-Test machen. Bis das Ergebnis da ist, darf er das Haus nicht verlassen.

Während ich im Naturschutzgebiet arbeite, kommt mich meine Familie dort besuchen. Die Kinder bekommen ein Eis. Der Liebste hat einen Picknickkorb für mich und meine Kollegin gepackt. So richtig mit Tellern, Kaffeetassen, Tischdeckchen, Servietten und Besteck. Kaffee ist in einer Thermoskanne, Milch in einem Fläschchen und dann auch noch Zupfkuchen in einer Box. So lieb!

Als wir um 18 Uhr das Ausstellungshaus schließen, ist es draußen stockfinster. Als ich zu Hause ankomme, ist der Große schon da. Er erzählt von seiner Reise. Die anderen Kinder sind ein bisschen aufgeregt. Heute bekommen sie ihren Süßigkeitenteller! Das habe ich vor vielen Jahren mal eingeführt. Wir feiern kein Halloween und laufen auch nicht von Tür zu Tür. Doch Süßigkeiten sollen die Kinder auch bekommen. 

Als die Augustschnuppe im Bett ist, schauen wir anderen den Film E.T.. Der spielt auch an Halloween, was aber eigentlich gar nicht das Thema ist. Mir fällt wieder auf, wie langsam der Film doch ist. Allein die letzte Szene, wo sich alle von E.T. verabschieden und sonst gar nichts anderes passiert, dauert fast 10 Minuten. 

Am Sonntag habe ich regulär Dienst im Naturschutzgebiet. Es ist ein herrlicher Tag! Die Sonne scheint, es ist angenehm mild und das bunte Laub an den Bäumen strahlt in den schönsten Farben. Das Naturschutzgebiet ist außerordentlich gut besucht. Und auch im Ausstellungshaus haben wir gut zu tun. Wir verkaufen auch nochmal richtig viel Eis. Ab November haben wir nur noch von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Aber in diesem Jahr erstmal gar nicht mehr. Wir hoffen, dass wir bald wieder öffnen dürfen, denn an diesem Ort können die Hygienemaßnahmen sehr gut eingehalten werden. 

Meine Pläne für November seht Ihr wie immer in meiner Monatsvorschau. Das Einfangen der Sonnenstrahlen hat jedenfalls schonmal sehr gut geklappt. 








 

Montag, 21. September 2020

Am Wochenende...

 ... war ich gleich drei Mal im Naturschutzgebiet. 



Am Freitagnachmittag habe ich von 16:30 bis 18:30 Uhr einen Kindergeburtstag gestaltet. Dieses Mal zum Thema "Steinzeit". Ach, das war wieder richtig schön! Die Familie war sehr sympathisch, die Kinder ganz entspannt, das Wetter perfekt und wir hatten alle eine sehr schöne Zeit miteinander. Die meiste Zeit haben wir im Wald verbracht, wo eine Hütte und ein Lagerfeuerplatz gebaut wurden.




Am Samstag wurde unser Mutzelchen dreizehn Jahre alt. Dreizehn! Meine Zeit reichte dann doch nur für einen schnellen Einblick auf Instagram. Eigentlich wollte ich hier im Blog noch ein bisschen von unserer tollen Großen schwärmen, aber dann wollte ich lieber den Tag schön machen und selber auch genießen. 

Am Morgen gab es mal einen ganz anderen Kuchen als sonst. Der war der Knaller! Die Inspiration für den "Strandkuchen" habe ich vom Mummy Mag. Der Sand ist aus zerbröselten Butterkeksen auf einer Buttercreme. Toll, oder?! Mit den Meeresfrüchten aus Schokolade traf er ganz genau den Geschmack des Mutzelchens. Die Zahlen habe ich mit flüssiger Schokolade auf Backpapier gemalt, einen Holzspieß hineingelegt und alles mit bunten Streuseln bestreut. 




 

Für den Nachmittag hatte sich das Mutzelchen einen Ausflug ins Naturschutzgebiet gewünscht. Sie wollte mit ihren Freundinnen eine Schatzsuche machen. Abgemacht! Und es hat tatsächlich allen sehr gut gefallen. In der Schatztruhe waren neben Schokoladentalern Freundschaftsketten für die Freundinnen. Die haben sie gleich umgelegt. 



Am Abend haben wir zusammen zu Hause gegessen. Da sich die Kinder eh jeden Tag in der Schule treffen, haben wir beschlossen, dass das in Ordnung ist. Als am Abend alle Gäste weg waren, machten wir einen Filmabend mit den Großen. Das Mutzelchen war an dem Tag sehr glücklich.



Am Sonntag hatte ich wieder Ausstellungsdienst im Naturschutzgebiet. Von 11 bis 18 Uhr hatten meine Kollegin und ich ganz gut zu tun. Mit fast 300 Besucherinnen und Besuchern war das ein Rekordtag in diesem Jahr. Auf dem Heimweg wurde ich von einer Blogleserin auf meinem Fahrrad gesehen. Viele Grüße! 


 

Nun hat die neue Woche schon wieder begonnen. Mit dem offiziellen Herbstbeginn und vielen Terminen. Heute habe ich am Vormittag wieder einige Stunden im Büro gearbeitet. Ich kann es Euch ja verraten: ich darf bei Nina von Hedi näht mitmachen. Sie hat ein eigenes Label, wo sie Schnittmuster, selbst entworfene Stoffe und coole Accessoires anbietet. Wir kennen uns schon einige Jahre und ich freue mich, dass wir uns jetzt öfter sehen. Schaut gerne mal in ihrem Shop vorbei!


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!




 




Sonntag, 6. September 2020

Das erste Septemberwochenende...

... beginne ich am Freitagabend in der Badewanne. Das habe ich seit... hm... dem Sommeranfang nicht mehr gemacht. War ja auch zu warm dafür. Jetzt im Herbst ist es wieder ein schönes Abendritual, das nur mir gehört. Zum Schaumbad nehme ich ein neues Buch mit in die Wanne. Alu von Große Köpfe hat es mir geschenkt, die immer die Wochenenden in Bildern sammelt.

"Hufeland, Ecke Bötzow" (Amazon-Partner-Link) von Lea Streisand katapultiert mich schon mit den ersten Sätzen in meine Kindheit in Ost-Berlin zurück. Vertraute Bilder steigen vor meinem inneren Auge hoch. Altbauwohnungen und Hinterhöfe, Einschusslöcher, Ochsenblutfarbe, Plattenbauten und Sero-Annahmestellen, Pionierlieder, Fischläden, Schallplatten, "Der Wolf und Rotkäppchen in der Stadt", Westpakete, ... das alles war auch meine Kindheit. Das halbe Buch habe ich nun schon durch. Es hätte fast von mir stammen können.

Am Samstagmorgen wird unsere Gemüsekiste aus Wulksfelde geliefert. Ups, so früh habe ich nicht mit dem Lieferanten gerechnet. Ich öffne ihm die Tür im Bademantel. Diesmal sind gleich 5 Sorten Käse dabei. Die Tour de Kaas ist gestartet. Ich habe dazu auch gleich noch Brot bestellt. Zum Frühstück machen wir eine Käseverkostung.




Dann bin ich ein kleines bisschen aufgeregt. Mein allererster offizieller Einsatz in meiner Funktion als Naturerlebnispädagogin steht an. Ein Kindergeburtstag soll mit einer Schnitzeljagd gefeiert werden. Ich bin eine ganze Stunde eher im Naturschutzgebiet. Mit meinen neuen Schlüsseln kann ich die Scheune aufschließen. Dort lagern alle Materialien für die Aktionen im Gelände.

Ich hole mir, was ich brauche und laufe los, eine Spur legen. Dafür knote ich Stoffstreifen an Bäume, Büsche oder Gräser. Nebenbei teste ich die Begehbarkeit des Geländes und nehme gleich Müll mit, den ich dabei finde. Viel zu früh stehe ich dann am Treffpunkt und warte auf meine Gruppe.



Um 12 Uhr trifft die Gruppe aus 7 Kindern und zwei Erwachsenen ein. Die nächsten zwei Stunden machen mir große Freude. Ich kann sagen, ich bin wirklich voll in meinem Element. Die Gruppe ist toll und alle sind sehr nett. Der Ablauf klappt wunderbar. Hinterher radle ich ganz beglückt nach Hause. Aufenthalt in der Natur, Wissen weitergeben und mit netten Menschen Spaß haben. Das ist ja sowas von mein Ding!


Während ich weg bin, macht der Liebste Mittagessen und isst schon mit den Kindern. Ich esse, als ich nach Hause komme. Am Nachmittag fahren wir nochmal kurz nach Karlshöhe. Hauptsächlich, wegen des Kuchens. Eine Runde laufen wir auch, denn den Spielplatz, die Schafe und den Wald wollen die Kinder trotzdem sehen.

Am Abend schauen der Liebste und ich anlässlich des frühen Todes des Schauspielers Birol Ünel den Film "Soul Kitchen" (Amazon-Partner-Link, kostenlos in Prime).  Der Film, der in Hamburg spielt, macht einfach Spaß und ist eine nette Unterhaltung.




Am heutigen Sonntag geht der Liebste als erstes mit der Augustschnuppe frische Brötchen holen. Nach dem Frühstück schlumpern wir ein bisschen rum. Ich fahre mit dem Rad zum nächsten Bahnhof und hole mir die Sonntagszeitung.

Zum Mittagessen gibt es Flammkuchen. Ich backe drei Bleche. Eins mit Tomate-Mozzarella, eins mit Zwiebeln und Speck und eins mit Kürbis und Camembert. Dafür hoble ich Hokkaido-Kürbis mit dem Sparschäler in dünne Scheiben. Ist ein bisschen aufwändiger, aber sehr lecker!



Am Nachmittag geht der kleine Bruder zu einem Kindergeburtstag im Naturschutzgebiet. Der Liebste hat einen Ausflug zu einem Naturlehrpfad rausgesucht. Er fragt mich, ob das okay ist, wo ich doch jetzt selber andauernd im Naturschutzgebiet bin. Aber klar, Natur geht immer! Und vielleicht kann ich mir noch neue Ideen holen.

"Naturerlebnis Grabau" in der Nähe von Bad Oldesloe wurde gestiftet, um Kindergartengruppen und Schulklassen Erlebnisse im Wald zu ermöglichen. Der Lehrpfad und der Waldspielplatz sind aber auch für alle anderen Besucherinnen und Besucher jederzeit frei zugänglich.

Wir haben Glück, genau als wir dort ankommen, ist der Regen vorbei. Der Wald ist schön und der Blick über den See auch. Manche Stationen sind schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Aber wir haben Spaß und einen netten Nachmittag zusammen.









Auf dem Rückweg halten wir am Erdbeerhof Glantz. Da ist es schon fast schon ein bisschen spät. Wir bekommen problemlos einen Tisch, essen leckeren Kuchen oder Eis. Wir winken den Erdbeerhäuschen in ihrem Winterquartier.

Am Abend ist Badewannenzeit und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum. Sehr gemütlich diesmal.


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!