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Dienstag, 6. Juli 2021

Unsere kleine Küche

Na gut, eine Wohnküche ist es in der neuen Wohnung wieder nicht geworden, aber das ist okay. Unsere neue Küche ist klein und fein. Die Herausforderung war, auf gerade mal 7 Quadratmetern alles unterzubringen, was für eine Großfamilie nötig ist. 

Der neue Küchenraum beim Einzug war unmöbliert. So mussten oder vielmehr durften wir selber planen. Die wichtigsten Wünsche waren: schlichte weiße Möbel und eine Holzarbeitsplatte mit so viel Arbeitsfläche wie nur irgendwie möglich. Und ins Umzugsbudget sollte es auch passen. 

Das wurde alles etwas kniffelig. Die Vormieterin war so nett und schickte uns einen Grundriss mit allen Maßen und Anschlüssen des Raumes. 3,40 Meter lang und nur 1,90 Meter breit ist der Raum. Der Herdanschluss befindet sich gleich rechts vorne an der Tür, wogegen der Wasseranschluss hinten am Fenster ist. Zwischen Tür und Wand sind tatsächlich nur 60 cm Platz, also exakt genau so viel wie eine Arbeitsplatte in der Tiefe misst. 

In der Küchenzeile sollten auf alle Fälle untergebracht werden: der Herd mit dem Backofen, die Spüle, der Geschirrspüler und ein kleiner Unterbaukühlschrank. 

Um die Küche luftig zu halten, haben wir beschlossen, unseren Großfamilienkühlschrank in den zweiten Küchenraum zu stellen. Was für ein Glück, dass wir den Raum haben! Doch der ist am anderen Ende der Wohnung, weit weg von Küche und Esszimmer. Der kleine Kühlschrank in der Küche sollte quasi als "Frühstückskühlschrank" dienen, in dem Butter, Marmeladen und Brotbeläge zu finden sind. 

So blieb also nicht viel Platz übrig für Schränke. Der Liebste und ich machten eine Skizze:

Zu dem Zeitpunkt, als wir planten, waren coronabedingt noch alle Möbelhäuser geschlossen. So stellten wir uns bei IKEA online einen Warenkorb zusammen. Zuerst wollte der Liebste einfach eine fertige Küchenzeile kaufen. Doch keine entsprach unseren Ansprüchen. 

So suchten wir alle Elemente einzeln aus. Viel Spielraum blieb auf den 3 Metern eh nicht. Die Anschlüsse gaben die Standorte von Herd und Spüle vor. Nur zwei Unterschränke waren dann überhaupt noch möglich. Um Arbeitsfläche zu gewinnen, verzichteten wir auf eine Ablage an der Spüle. Die sollte aber möglichst groß sein, dass auch Bleche reinpassen. Der Wasserhahn sollte schön hoch sein, damit man große Töpfe leicht befüllen kann. 

Klick, klick, klick und die Küche war bestellt. Geliefert werden sollte alles kurz nach der Schlüsselübergabe und noch vor unserem Einzug.

Als wir dann endlich die Wohnungsschlüssel bekommen hatten, sahen wir erst, ob das alles auch wirklich so passte, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wegen des komischen Wasseranschlusses mussten wir den Standort von Spüle und Geschirrspüler nochmal tauschen. Das Gute daran war, die Arbeitsfläche vergrößerte sich dadurch. 

Der Liebste quartierte sich ein paar Tage vor unserem Einzug in der neuen Wohnung ein und wartete auf die große Lieferung. Der kleine Kühlschrank und der Geschirrspüler wurden auch neu geliefert. Dann machte er sich an den Aufbau. Ab und zu schickte er mir Bilder vom  Zwischenstand.



Um die Arbeitsplatte überhaupt durch das enge Treppenhaus in die Wohnung zu bekommen, mussten es leider zwei Teile sein. Als wir dann eingezogen waren, sah die Küche erstmal so aus. Schon ganz schön im Morgenlicht.

Auf Oberschränke haben wir diesmal verzichtet. Stattdessen haben wir sie einfach an der gegenüberliegenden Wand aufgehängt. So kommen auch die Kinder an das komplette Geschirr selber ran. Sehr praktisch! 

Auf die Hängeschränke soll oben noch ein durchgehendes Brett drauf. Dann hat links und rechts alles dieselbe Höhe. Meine Vorstellung einer durchgehenden Fläche mitsamt Brett vor dem Fenster konnten wir leider nicht umsetzen, denn das Fenster ist so tief, das ließe sich sonst nicht mehr öffnen.

Die Wand habe ich in einem schönen dunklen Graugrün gestrichen. Ein offenes Regal in schwarz setzt einen Akzent. Sogar eine Pflanze gibt es nun. 



Hier werden wir also ab jetzt Kaffee und Tee machen, Gemüse schnibbeln, uns an der Snack-Bar bedienen, Teig ausrollen, Scherben auffegen, im Backofen nach dem Essen schauen, Obstteller dekorieren, tanzen, naschen, Geburtstagskuchen backen, vor dem Fenster die Vögel beobachten, unzählige Male Nudeln kochen, uns umarmen, um den Küchendienst streiten, Brotdosen packen, beim Lieblingssong im Radio mitsingen und den Raum mit buntem Familienleben füllen.  



Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Donnerstag, 24. Juni 2021

In Hamburg sagt man "Tschüss!"

Seit Wochen schon liegt hier in meinem Blogarchiv ein Text, den ich zum Abschied von Hamburg begonnen hatte. Und seit Wochen kriege ich nicht die Kurve, weil ich jeden Zipfel der letzten zehn, nee sogar zwölf Jahre aufschreiben wollte. Doch das ist ja eigentlich alles schon hier im Blog nachzulesen.

Wie es damals kam, dass ich überhaupt in Hamburg gelandet bin, wo ich doch nie aus Berlin wegziehen wollte. Wie holprig der Start war und wir nach nur zwei Jahren nochmal die Wohnung wechseln mussten. 

Wie die Kinder geboren wurden, immer größer wurden, wir vier Kitastarts in drei unterschiedlichen Einrichtungen machten, drei Einschulungen in der Grundschule, zwei im Gymnasium und ein Abitur feierten. Wie meine Jobs nach jeder Elternzeit wechselten. Wie ich eine sehr bereichernde Weiterbildung zur Naturerlebnispädagogin machte und im Museumsdorf als Museumspädagogin wunderbare Erfahrungen machen durfte. 

Wie wir unzählige schöne Ausflüge in Hamburg und Umgebung machten. Wie wir sehr oft zum Hofladen fuhren. Wie wir mit Freundinnen und Freunden feierten. Wie ich immer zum Aquafitness ging und mit dem Fahrrad meine Runden drehte. Wie sehr ich das kleine Programmkino liebte, oh ja!


 Freud und Leid lagen manchmal ziemlich nah beieinander. Gerade die Zeit rund um die Fehlgeburt hat Spuren bei mir hinterlassen. Genau wie die Zeit rund um die Corona-Krise, die aber letztlich doch ihr Gutes hatte: wir haben uns einen neuen Traum-Wohnort gewählt.  

Heute nun haben wir endgültig die alte Wohnung in Hamburg übergeben. Keine Beanstandungen, in nur zehn Minuten waren wir fertig. Kurz und schmerzlos. Ich bin komischerweise gar nicht wehmütig. Da passte was nicht mehr. Die Wohnung war ganz schön, aber sie war uns schon so lange viel zu klein. Zu laut war es eigentlich schon immer. Aber in den letzten Jahren wurde es immer schlimmer mit dem Straßenverkehr.

Da ganz unten rechts haben wir seit Dezember 2011 gewohnt. Das waren vorne raus zwei Kinderzimmer und die Küche, hinten raus Schlaf- und Wohnzimmer. Mein Vermächtnis sind der kleine Zaun und die Hecke vor dem Haus. Dafür habe ich mich nach den Straßenbauarbeiten fast ein Jahr lang eingesetzt. Nun wird die Hecke endlich grün und groß. Machs gut, Hamburg!



Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Mittwoch, 16. Juni 2021

Willkommen in Mecklenburg-Vorpommern!

Oder vielmehr: Willkommen in Nordwestmecklenburg, wie der Landkreis, in dem auch Wismar liegt, genauer heißt. 

Der Landkreis hat ein Welcome Service Center eingerichtet. Für alle, die überlegen, herzuziehen oder die schon neu in der Gegend sind. Hier gibt es Tipps und Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung, nach einer Arbeitsstelle und nach allem, was man an einem Wohnort so braucht. 

Regelmäßig finden für die "Neuen" Stammtische statt, in der letzten Zeit online per Zoom-Meeting. Jetzt aber auch wieder "in echt". 

Am Montagabend habe ich mich der Gruppe angeschlossen. Diesmal fand eine Radtour an die Ostsee statt. Der perfekte Einstieg für mich! Die Gruppe war bunt gemischt, ältere und jüngere Personen, Frauen und Männer...

Wir trafen uns am Hafen in Wismar und sind ganz gemütlich über das Seebad Wendorf eine ganz wunderschöne Strecke nach Zierow an den Strand gefahren. Dort gab es ein Picknick mit allem drum und dran, organisiert von den beiden Mitarbeiterinnen des Welcome Centers. 

Wir alle hatten Zeit zum Quatschen und für den Austausch. Da ging es dann hin und her mit Tipps für die besten Läden, Eisdielen und Spielplätzen. Viele hatten mit Hilfe des Welcome Centers schon eine Wohnung oder Arbeit gefunden. Ganz praktische Hilfe gab es auch: wer hat Stühle übrig oder wer braucht ein Bett?

Und dann lag an dem lauen Sommerabend vor uns ausgebreitet die Ostsee. Der Strand leerte sich und die Farben des Himmels wurden ganz sanft. Hachseufz, ein guter Ort zum Leben!

Mir hat der Ausflug und der Kontakt zu den anderen Menschen sehr gefallen und gut getan. Also, wer mit dem Gedanken spielt, an die Ostsee zu ziehen: das Welcome Service Center kann ich nur empfehlen! (Werbung, ganz freiwillig und von Herzen)






Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Donnerstag, 10. Juni 2021

Lieblingszimmer

Wenn ich morgens schon um 5 oder 6 wach bin, freue ich mich ganz besonders auf meinen Lieblingsplatz in der neuen Wohnung. Der gelbe Sessel mit dem Hocker zog als allererstes Möbelstück hier ein. 

Ja, wir haben jetzt acht Zimmer. Wir wohnen aber trotzdem in keinem Palast. Die beiden 4-Zimmer-Wohnungen, die zusammengelegt wurden, waren nicht besonders groß. Insgesamt sind es nun ungefähr 130 Quadratmeter. 

Aber wir haben für alle vier Kinder je ein eigenes Kinderzimmer, ein Arbeitszimmer für den Liebsten, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer und eben dieses Esszimmer. Man könnte es auch Familienzimmer nennen. Denn hier treffen wir uns alle mehrmals am Tag. 


In den Regalen hinter der Tür befinden sich Weingläser, Vasen, Kerzenhalter und Servietten. Dann steht da die Kochbuchsammlung mit Koch- und Backbüchern aller Art, auch sehr tolle für Kinder. Ganz oben stehen meine liebsten Winter- und Weihnachtsbücher. Psssst, in einem halben Jahr ist schon wieder die Adventszeit in vollem Gange. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Weihnachtsbücher günstig zu kaufen ;-)

Weil in den Kinderzimmern der Platz begrenzt ist, haben wir viele Wissensbücher für alle möglichen Altersgruppen einfach hier an den Lesesessel geholt. Das sind Sachbücher zu bestimmten Themen, viele Natur- und Tierbücher und Lexika. 

Und dann sind da noch die Mal- und Bastelsachen. Damit werkelt vor allem die Augustschnuppe. Es gibt Papier in weiß und bunt. Stifte aller Art, Radiergummi, Anspitzer, Scheren, Klebe, Klebebänder, Tuschkästen, Wachsmaler, Knete und Sticker. Hier darf sie sich jederzeit ganz alleine bedienen. 


So sieht der Raum jedenfalls im Moment aus. Es fehlen noch Vorhänge, aus rein dekorativen Gründen und weil es dann weniger schallt. Von draußen hineinschauen kann niemand. Das Bord mit Bildern und einer Lichtleiste kommt auch wieder an die Wand hinterm Esstisch. Die Deckenlampe wird noch etwas tiefer und mittig über dem Esstisch hängen. 

An den Wänden hängen schon Farbkärtchen mit den Farbtönen, mit denen ich bald streichen werde. Vorher habe ich übrigens mit der App von Schöner Wohnen ausprobiert, welche Farben passen würden. Man hält den Bildschirm des Handys ins Zimmer und kann virtuell verschiedene Farben auf die Zimmerwände legen. Hat mir gut geholfen, weil ich dann nämlich gesehen habe, dass die Farbe, die ich erst im Sinn hatte, nicht so optimal zum Sessel passt. 

Am schönsten ist aber, wie gesagt, der Moment am Morgen, der nur mir gehört. Der Sessel, eine Tasse Kaffee, die Morgensendung im Radio und ich. Hach!


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Dienstag, 8. Juni 2021

Ein arbeitsreiches Wochenende...

 ... liegt hinter mir. Uff. Am Freitagnachmittag fuhr der Liebste mit mir und drei von vier Kindern nach Hamburg. In der alten Wohnung waren auch noch ein paar Dinge, die geholt werden mussten. 

Und die ganze Wohnung musste gestrichen werden. Weil ich in unserer Familie für das Streichen zuständig bin, hatte ich das ganze Wochenende dafür eingeplant. Dass ich einen Tag vorher zufällig ganz spontan geimpft wurde, war nicht eingeplant. Aber mein Arm tat nach zwei Tagen gar nicht mehr weh. 

Das Zimmer der Jungs hatte ich genau vor einem Jahr gerade gestrichen. Da wussten wir von unseren Umzugsplänen natürlich noch nichts. Gezeigt habe ich das fertige Zimmer im Blog irgendwie nie.

Eigentlich müssen laut Mietvertrag nur die farbigen Wände gestrichen werden. Doch als diese Wände frisch weiß waren, sah man den Unterschied doch ganz schön. Deshalb habe ich einfach kurzerhand die gesamte Wohnung gestrichen. Vier Zimmer, Flur und Küche. Sieht jetzt alles schick und fast übergabebereit aus. 

Da geht es übrigens vom Wohnzimmer raus auf die Terrasse. Die lag zwischen den Häusern, war die meiste Zeit des Tages dunkel und am Nachmittag für drei Stunden in der prallen Sonne, so dass es meistens zu heiß zum dort sitzen war.

Der kleine Bruder und der Adventsjunge sind mit mir in Hamburg geblieben. Der Liebste ist wieder nach Wismar gefahren und hat uns nach dem Wochenende wieder abgeholt. 

Am ersten Tag haben die Jungs mir noch beim Malern geholfen. Am Samstag und am Sonntag haben sie sich dann jeweils draußen mit ihren Freunden getroffen. Ich habe weiter Löcher verspachtelt, gemalert, geräumt, geputzt und gepackt. 

Ach, wir hatten großes Glück: das gesamte Laminat wurde ausgebaut und abgeholt! Wir durften es nicht drinlassen und haben es bei ebay-Kleinanzeigen verschenkt. Der Mann, der die knapp 90 Quadratmeter abholte, war ganz froh und hat wirklich alles bis auf den letzten Fitzel abgebaut und mitgenommen. Sogar die Endstücke, die Fußleisten und die Trittschalldämmung hat er mitgenommen. 

Ich habe mit den beiden Jungs in den leeren Räumen campiert. Wir haben auf Matratzen geschlafen und am alten Schreibtisch gegessen. Ich war zwischendurch ein paar letzte Male in der Gegend spazieren. Mein Bett am Wochenende:


Was mich wirklich erschreckt hat, war die Lautstärke vor unserem alten Haus. Dass es laut war, war klar, aber dass es SO laut war... uh, wie belastend! Es gibt tagsüber quasi keinen Moment ohne Autogeräusche vor den Fenstern. Und von der Straße flog ständig Staub in die Wohnung. 

Als wir vor knapp 10 Jahren die Wohnung bekommen haben, war der Verkehr noch nicht so dicht. Aber seit die Straße erneuert wurde, war eigentlich fast jeden Tag Stau vor unseren Fenstern. 

Als ich nach dem Wochenende wieder nach Wismar kam, fühlte ich mich wie im Urlaub. Hier ist es so ruhig, dass ich manchmal denke, irgendetwas stimmt mit meinen Ohren nicht, weil ich absolut nichts höre. 

Oder aber ich höre die Rufe von Möwen, Kranichen, Schwalben, Krähen, Elstern, Spatzen, dem Kuckuck und von Fröschen. Und das habe ich jetzt jeden Tag, hach!



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Dienstag, 25. Mai 2021

Wie frisch verliebt

Hier wieder ein kleines Lebenszeichen von mir! Ins Bloggen muss ich erst noch wieder reinkommen. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Erlebnisse am neuen Wohnort erst noch ein bisschen sacken lassen muss. Ich will sie erst noch für mich selber verarbeiten und ein vielleicht noch ein bisschen vor dem Alltag bewahren. 

Denn im Moment fühlt sich alles irgendwie nach Urlaub an. In Wismar zu leben ist ein großes Glück und ein tolles Geschenk. Jeden Tag durch die wunderschöne Altstadt zu streifen, ist für mich ein wahres Privileg. 


Jeden Morgen wache ich auf und muss grinsen. Dann mache ich erstmal eine Runde durch die Wohnung und schaue aus jedem Fenster raus. Ich sehe Bäume, Büsche, Wiesen, eine Menge Vögel, die vielen Türme von Wismar und Himmel, gaaaaanz viel Himmel. 

Dann setze ich mich mit dem ersten Kaffee in den neuen gelben Sessel im Esszimmer und genieße die Stille. Ich habe ständig Bauchkribbeln, es ist als wäre ich frisch verliebt! Die Kinder verdrehen schon fast die Augen, weil ich jeden Tag seufze: "Haben wir es nicht gut?!" 

In der Wohnung sind wir gut vorangekommen. Alle Möbel stehen an ihrem Platz und sind eingeräumt. Ein paar Kartons sind noch da mit Dingen, die wir in der alten Wohnung in den Einbauschränken im Flur hatten. Die fehlen uns jetzt. Gestern habe ich meinen kleinen Schreibtisch aufgebaut. Heute kamen neue Pflanzen dazu. Es wird, es wird...

Witzig ist, dass wir die zwei Bäder noch gar nicht ausreichend zu würdigen wissen. Die meisten Familienmitglieder haben ein Lieblingsbad. Ich kenne das schon aus unseren Urlauben mit mehreren Bädern. Unser Leben war so auf ein einziges Bad ausgerichtet, dass wir auch mit sechs Personen einen Takt gefunden hatten und ein Bad tatsächlich für uns alle ausreichte.

Am Wochenende sind der Liebste und ich auch mal ganz alleine in die Stadt gelaufen. Zuerst tranken wir einen Kaffee in der neuen Fika Kaffeebar. Auf dem Markt kauften wir Käse und Wurst. Und im witzigen Laden Wismarer Glücksschwein direkt an der Schweinebrücke kauften wir ein bisschen Glück in Form von Glücksschweinchen nach. 



Mit den Kindern besuchen wir regelmäßig Werners Eiscafé. Das liegt ein bisschen versteckt und unscheinbar in einer Seitenstraße vom Marktplatz. Eine Leserin gab mir glücklicherweise vor unserem Umzug den Tipp und so lassen wir bisher alle anderen Eisläden der Stadt links liegen, denn die Eissorten sind wirklich phänomenal! Die Kinder lieben übrigens die Keks-Löffel, die man nach dem Eisgenuss komplett aufessen kann. 


Erwähnte ich den Himmel schon? Bei dem derzeitigen Wetter lohnt sich der Blick aus unseren Fenstern so richtig. Wir können sehen, wie der Westwind die  Regenwolken heranträgt und wieder weiterpustet. Dann lugt die Sonne wieder durch die Wolken und in der Nacht der Mond. Und wir haben freie Sicht auf Regenbögen. Hachseufz...


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Donnerstag, 13. Mai 2021

Umzugspiep

Ach schade, jetzt habe ich doch gestern "12 von 12" verpasst! Als es mir einfiel, war es schon abends und ich hatte gar keine Fotos gemacht. Außerdem war ich seit letzter Woche noch nicht ein Mal am Computer. Die Tage rasen gerade. Es gibt so viel zu tun. Aber vor allem kann ich es immer noch gar nicht glauben, dass wir nun tatsächlich in Wismar wohnen. 

Das waren dann doch nur 10 Wochen von der Entdeckung des Wohnungsinserates bis zum Umzug. 10 Wochen, in denen wir unser Leben mal wieder komplett umgekrempelt haben. Es geht uns sehr gut damit, wir haben uns ja damit einen Traum erfüllt. Um das Kennenlernen neuer Menschen mache ich mir gar keine Sorgen, das haben wir ja schon öfter erlebt. Auch die Kinder sind rundum begeistert, denn die Vorteile am neuen Wohnort wiegen sehr vieles auf. 

Ganz abgeschlossen ist das Ganze aber noch nicht, die alte Wohnung haben wir noch bis Ende Juni. Dort müssen wir noch renovieren und das Laminat entfernen. Das machen wir in der nächsten Zeit ganz in Ruhe. 

Als am Dienstag mein Lastenrad aus dem Umzugs-LKW gehievt wurde, machte ich mit der Augustschnuppe und dem Mutzelchen gleich die allererste Ausfahrt. Die beiden Jungs waren zu dem Zeitpunkt schon hinter den Häusern verschwunden, um mit ihren neuen Freunden aus der Nachbarschaft zu spielen. Der Liebste delegierte derweil die Umzugshelfer in die richtigen Räume.

Es war so ein tolles Gefühl, die Stadt mit dem Fahrrad zu entern! Jetzt, wo mein Fahrrad da ist, bin ich hier richtig zu Hause! Wir fuhren zum besten Eisladen, den wir, seit wir hier sind, täglich besucht haben *hüstel*. Jeden Tag gab es wieder ein paar neue leckere Sorten zu entdecken. Meine Lieblingssorte ist Quark-Holunder. Und natürlich drehten wir eine Runde zum Alten Hafen. Sieht das nicht malerisch aus?!

Die Wohnung ist ein Traum für uns. Endlich genügend Platz! Wir schlafen alle hervorragend. Alle im eigenen Bett. Und es ist so ruhig draußen, ich suche immernoch den Haken daran. Nach 10 Jahren an einer vielbefahrenen Straße ist das so eine enorme Erleichterung, das könnt Ihr gar nicht glauben. Der Verkehr hatte in den letzten Jahren so zugenommen, wir hatten ungelogen jeden Tag Stau vor den Fenstern, örgs. 

Am schönsten in der neuen Wohnung ist der Blick in die Natur. Wie viele Vogelarten hier leben und vor allem rufen, krähen, tröten, singen und zwitschern! Der Kuckuck macht fast gar keine Pause, an unseren Fenstern fliegen Möwen vorbei und in der Dämmerung sammeln sich die Kraniche und dann beginnt auch noch das Froschkonzert. Wir haben einen freien Blick auf den weiten Himmel und auf Sonnenauf- und -untergang. Ich könnte nur noch am Fenster hängen. 

Der Liebste war letzte Woche schon vor uns da und hat Möbel aufgebaut. Die Kinderzimmer sollten zuerst fertig sein, damit die Kinder sich gleich wohl fühlen. Und die wichtigsten Funktionen der Küche sollten schon vorhanden sein. Wir haben uns weiße Möbel und eine Holzarbeitsplatte ausgesucht. Der Feinschliff folgt in der nächsten Zeit. Morgens um 7 Uhr scheint die Sonne rein:


 Und noch ein wichtiger Platz war gleich eingerichtet: der Lesesessel im Esszimmer.

Und damit beschließe ich jetzt mein Umzugspiep, ich gehe jetzt die Regale befüllen. Danke für alle lieben Nachrichten, die mich erreichten, auch die Post. Ich habe mich über jedes einzelne Wort gefreut, schaffe aber gerade nicht, auf alles zu antworten. Danke für Euer Verständnis!


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!



Donnerstag, 6. Mai 2021

An die Ostsee!


Dieses Mal war alles anders. Als wir mit dem Auto in die Stadt einrollten, sahen wir alles mit anderen Augen. Denn nun wussten wir, dass hier unsere neue Heimat sein würde. Die Kinder kommentierten alles, was sie sahen. Wirklich alles. "Da ist ein Getränkehändler! Da ist eine Apotheke! Da ist eine Ampel!" 

Als wir in unsere neue Straße einbogen, waren sie nicht mehr zu halten. Wir parkten und öffneten die Autotüren. Ein Atemzug. "Seeluft!" rief ich und konnte glücklicher nicht sein. Kein Wunder, die Ostsee ist nur 1000 Meter Luftlinie entfernt von unserem neuen Zuhause!

Da standen wir nun und warteten auf die Frau, die uns die Schlüssel überreichen wollte. Hier und da wurden aus den umliegenden Fenstern ein paar Blicke auf uns geworfen. Dann war es soweit, wir durften eintreten. 

Die Wohnung wirkte nun viel größer und heller als neulich bei der Besichtigung. Und viel schöner! Jetzt konnten wir uns wirklich gedanklich einrichten. Nach der Wohnungsübergabe hatten wir Zeit, alles auszuprobieren, zu messen und den Blick aus den Fenstern so richtig auszukosten. Die Kinder rannten hin und her und besetzten ihre Zimmer. 

Wir hatten immer gesagt, wenn der Liebste aus dem Homeoffice arbeiten kann, ziehen wir an die Ostsee. Entsprechende Modellprojekte gab es in den letzten Jahren bei seinem Arbeitgeber bereits. Seit letztem Jahr arbeitet der Liebste aus bekannten Gründen komplett aus dem Homeoffice. Da klappt sehr gut und soll in der Zukunft auch so bleiben. Da fragten wir uns, warum wir nicht jetzt schon umziehen sollten?! 

Um Weihnachten rum hatten wir uns auch für einen Ort entschieden. Wismar. Wir kennen und mögen die Stadt. Ich schon seit meiner Kindheit. Sie ist nur eine Fahrstunde von Hamburg entfernt. Sie hat eine gute Größe, um vieles zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen. Es gibt ganz viele Attraktionen und Angebote, die wir immer gerne nutzen. Da wären das Schwimmbad Wonnemar, der Tierpark, Museen, Kirchen, Kino, Theater, viele Cafés und Restaurants, eine wunderschöne Altstadt, einen Hafen und, und, und... Und natürlich die Ostsee gleich vor der Tür!

Ganz grob hatten wir das Jahr 2022 angepeilt, um alles vorzubereiten und in Ruhe ein neues Heim zu suchen. In dem Jahr hätten unsere Kinder alle einen Wechsel gehabt. Von einer Stufe zur anderen, von der Grund- in die weiterführende Schule, vom Kindergarten in die Vorschule.

Ich richtete einen neuen Suchauftrag bei zwei Immobilienportalen im Internet ein. Seit vielen Jahren liefen die unter "Wohnung oder Haus mieten in Hamburg, ab 5 Zimmer". Joar, schon interessant, was da alles so eintrudelte. Einzige Gemeinsamkeit: von Jahr zu Jahr stiegen die Preise. Und nein, kaufen oder gar bauen kam für uns aus vielerlei Gründen nie in Frage.

Am 3. März diesen Jahres kam ein neues Angebot rein. Eine 8-Zimmer-Wohnung in Wismar. Acht Zimmer?! Wo gibts denn sowas? Das wären ja für jedes Kind ein eigenes Zimmer! Und ein Arbeitszimmer für den Liebsten! Und noch mehr Platz obendrauf! Und das alles zu einem guten Preis. Ich schickte dem Liebsten eine Nachricht. Er rührte sich einige Stunden lang nicht. Dann schrieb er irgendwann, dass ich da ja mal hinschreiben kann, wir könnten uns das ja mal anschauen.

Ich schrieb hin und in den folgenden Stunden spannen der Liebste und ich ein bisschen rum, was wir mit so vielen Zimmern anfangen könnten. Wir bekamen eine Antwort und sollten unsere Unterlagen einreichen. Die kommende Zeit war nervenzerreißend. Und wir erzählten es den Kindern. Davor hatte ich eigentlich am meisten Sorge. Doch sie waren eigentlich alle von Anfang an begeistert.

Am 20. März durften wir uns die Wohnung anschauen. Es handelt sich um zwei kleine 4-Zimmer-Wohnungen, die zu einer großen Wohnung zusammengelegt wurden. Das heißt, es gibt auch zwei Bäder, zwei Küchenräume und sogar zwei Kellerräume. Hui! Dann hieß es warten, warten, warten. Und am 29. März haben wir endlich die Zusage bekommen. 

Oooookay, ich war bei der Nachricht gar nicht so euphorisch, wie ich vorher immer dachte. Denn dann kam in meinem Kopf so richtig an: Wir ziehen um! Wir müssen packen, packen, packen, organisieren, abmelden, anmelden, ummelden, Nachsendeanträge stellen, dann noch die Schulen und Kitas... 

Und da sind wir nun, ein paar Tage vor unserem Umzug. Der Liebste hat Urlaub genommen und ist schon seit dem letzten Wochenende in der neuen Wohnung. Er hat dort auf die IKEA-Lieferung gewartet und Möbel aufgebaut. Dann kam noch ein Mann vom Internetanbieter und der Elektriker für den Herd. 

Ich habe hier in der alten Wohnung weiter gepackt und den Trubel und die Aufgeregtheit ausgehalten. Denn viel Platz zum Spielen bleibt den Kindern zwischen den ganzen Kartonbergen nicht mehr. Und das Homeschooling läuft ja nebenbei auch noch weiter. So war ich in den letzten Tagen viel mit der Augustschnuppe draußen, um die Geschwister nicht zu stören. Morgen hat sie ihren letzten Kindergartentag. 

Letzte Woche haben wir ja, wie gesagt, den Schlüssel erhalten. Die Nachbarschaft bekam eine kleine Vorstellungskarte in die Briefkästen. Das Mutzelchen hat uns gezeichnet und ganz gut getroffen.

Danach waren wir kurz in der Altstadt und am Hafen. Es kam sogar die Sonne raus, wie ich es mir zwischen den ganzen grauen Regentagen in der letzten Zeit ausgerechnet für diesen einen Tag gewünscht hatte. Schon merkwürdig, Wismar so ausgestorben vorzufinden. Wir waren überall fast alleine. 

Am Hafen kauften wir Fischbrötchen und aßen ein Eis. Dann mussten wir leider wieder abfahren. Nun freuen wir uns sehr auf unsere Zeit in Wismar. Ich bin gespannt, was wir alles entdecken werden. 

Der Liebste schickt täglich Bilder aus der Wohnung und von der grandiosen Aussicht. In der Nacht hört er manchmal Güterzüge leise zum Hafen rattern. Das gefällt mir. Ich werde in der nächsten Zeit nur noch fotografierend durch die Gegend laufen. Da könnt Ihr Euch schonmal auf noch mehr Bilder aus Wismar freuen :-)








Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!

Samstag, 1. Mai 2021

Hallo Mai!

Ja, es stimmt, wir ziehen nach Wismar. Das war gestern nach der Schlüsselübergabe auf der Schweinsbrücke in Wismar. Wenn man die Bronzeschweine streichelt, hat man Glück. Danke für die vielen netten Nachrichten! Ihr habt alle richtig gelegen, es zieht uns näher ans Meer. Die Geschichte dazu erzähle ich noch. Unser Mai wird demnach sehr arbeitsreich, sehr spannend und sehr, sehr schön!


Im Mai werde ich...

... die letzten Kisten in der alten Wohnung packen

... die Augustschnuppe das letzte Mal in den alten Kindergarten bringen

... einen Hamburg-Abschiedstext schreiben

... umziehen :-)

... alle Kisten in der neuen Wohnung wieder auspacken

... die nagelneue Küche einweihen

... den zwölften Geburtstag des kleinen Bruders feiern

... mich täglich über den neuen Wohnort freuen

... durch Wismar streifen

... an die Ostsee fahren

... das geht sogar mit dem Fahrrad, juhuuuu!

... noch einige wichtige Termine in Hamburg wahrnehmen

... die alte Wohnung streichen

... mich vielleicht schon mit einer neuen Kollegin treffen

... den neuen Kindergarten für die Augustschnuppe besuchen

... die Sommerferien und das Ende des komischen Schuljahres herbeisehnen


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!