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Samstag, 9. September 2023

Im Urlaub...

... haben wir in diesem Jahr wieder neue tolle Orte entdeckt. In Angeln wird es halt nie langweilig! Manche Orte besuchen wir aber schon seit vielen, vielen Jahren. Im Barfußpark waren wir zum Beispiel das erste Mal im Juli 2011. Seitdem besuchen wir den Park immer wieder gerne. So auch in diesem Jahr.

Nach dem Ausflug in den Barfußpark, wo ich diesmal keine blogbaren Fotos gemacht habe, fahren wir auf Empfehlung unserer Gastgeberin in das Obstcafé Jensen. Keine Ahnung, warum wir dort noch nie waren! Der Hof ist herrlich! Unter großen Bäumen befindet sich ein wunderschöner grüner Garten. An einem hübschen Kiosk gibt es Eis, Kuchen und auch Pizza aus dem Steinbackofen. Für Kinder gibt es einen großen Spielbereich mit Buddelkasten, Hüpfkissen und Slack-Line. 

Wegen der Wespen, die im August so zahlreich unterwegs sind, nehmen wir aber im Innencafé Platz. Es gibt die größten und saftigsten Kuchenstücke. Die Jüngste bekommt Waffelpommes mit "Ketchup" aus hausgemachter Erdbeermarmelade.



Anschließend gehen wir über die Straße und besuchen einen Hofladen. Der Laden ist sehr liebevoll eingerichtet und bietet alles an, was man so braucht. Unterschiedliche Menschen der Hofgemeinschaft Löstrup bewirtschaften gemeinsam diesen Hof. Wir bekommen eine ganz tolle Beratung zu verschiedenen Lebensmitteln und kaufen Käse und besonders köstliches Brot. Außerdem besuchen wir Schweine und Hühner und die Kinder fahren auf Kettcars durch die Gegend. Der Ort erinnert uns an das Gut Wulfsdorf bei Hamburg, das wir viele Jahre lang besucht haben. 



Am folgenden Tag steht wieder eine längere Ausflugsfahrt an. Wir möchten das Schloss Gottorf in Schleswig besuchen. In Schleswig haben wir im Jahr 2014 mal eine Woche Urlaub in der Jugendherberge gemacht. Ich war gespannt, was sich seitdem in Schleswig getan hat.

Doch zunächst parken wir direkt an der Museumsinsel und laufen zum Schloss. Die Dauerausstellung aus der Kunst- und Kulturgeschichte besuchte ich das erste Mal 1991 während einer Klassenfahrt. Teile der Ausstellung sehen heute leider aus, als wären sie seitdem nicht modernisiert worden. Anscheinend ist aber eine Modernisierung im Gange. 

Besonders die Dauerausstellung des Museums für Archäologie schauen wir uns an. Die "Moorleichen" gaben viel Anlass für Spekulationen und es ist sehr interessant, wie die bisherigen Forschungen vom Zeitgeist bestimmt waren. 

Die Große und ich sind zu einer Führung durch eine Sonderausstellung über das Wirken von Christo und Jeanne-Claude angemeldet. Und das kam so: Als meine Große und ich Anfang des Jahres in einer Arztpraxis saßen, hingen dort Plakate von Werken von Christo und Jeanne-Claude in den Räumen. Ich habe 1995 die Verhüllung des Reichstagsgebäudes in Berlin selbst erlebt und konnte ihr davon und von dem künstlerischen Paar erzählen. 

Und weil ich den Museen Gottorf auf Instagram folge, habe ich von der Sonderausstellung erfahren, die mittlerweile beendet wurde. Sie ist mit über 29.000 Gästen zur erfolgreichsten Ausstellung des Hauses seit 2009 geworden. 


Dabei gibt es neben den Drucken an der Wand nur sehr wenig konkrete Objekte zu sehen. Denn die Kunst des Paares im öffentlichen Raum war ja nur temporär. Das machte sie so besonders. 

Die Ausstellung beleuchtet das künstlerische Schaffen vom Beginn bis zur Gegenwart. Christo war aus Bulgarien geflohen und hielt sich mit Auftragsarbeiten über Wasser. 1958 begegnete er in Paris seiner späteren Ehefrau Jeanne-Claude. Witziger Fakt nebenbei: sie wurden beide am selben Tag, im selben Jahr geboren, am 13. Juni 1935. Er in Gabrowo, Bulgarien, sie in Casablanca. 

Die Anfänge seiner Verpackungskunst werden anhand von kleinen Objekten wie Kerzenständern oder Zeitungsstapeln gezeigt. Alltagsobjekte wurden auf diese Weise zu Kunst. Das Paar arbeitete an vielen Projekten gleichzeitig. Dabei nahmen die beiden keine Aufträge und keine Fördergelder an, sondern finanzierten alles aus eigenen Mitteln. Dafür verkauften sie Skizzen, Collagen, Fotos und die Rechte daran, der Projekte, die sie planten. 

Die Planungen dauerten manchmal Jahrzehnte, wie es zum Beispiel bei der Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes der Fall war. 23 Jahre dauerte es von der ersten Idee bis zur Realisierung und dem bunten Volksfest im Berliner Sommer mit 5 Millionen Gästen. 



2005 verwandelten 7503 Tore mit wehenden orangefarbenen Vorhängen den Central Park auf insgesamt 37 Kilometern in einen zauberhaften Anblick. In dem Februar hatte es in New York geschneit. So konnten sich die Stoffbahnen noch besser von der Umgebung abheben. Die Kunst war immer so geschaffen, dass es keinerlei Eingriffe in die Natur gab. Die Tore wurden nicht etwa im Boden verankert sondern auf schwere Sockel gestellt, der Stahl wurde später wieder eingeschmolzen.


Eins der wenigen Objekte in der Ausstellung war das in gelbem Stoff verpackte Auto. Den Käfer hatte sich Christo im Jahr 1961 von jemandem ausgeborgt. Nach knapp zwei Wochen wollte der aber sein Auto wiederhaben und so musste es wieder ausgepackt werden. 2013 kaufte Christo ein identisches Modell und verpackte es erneut. 

Diese und andere Geschichten erfuhren wir auf der Führung. Ich war hinterher noch den ganzen Tag angenehm angefüllt von neuen schönen Eindrücken. Wie ich es genieße, mich mit Kunst zu beschäftigen! 



Der Gang durch Schleswig war ziemlich ernüchternd. In der Innenstadt hat sich gefühlt wenig getan. Viele Geschäfte stehen leer. Das Kaufhaus wurde abgerissen. Den Dom und die Fischersiedlung am Holm besuchten wir diesmal nicht, die sind aber auf alle Fälle empfehlenswert. Wir beeilten uns, denn es war Regen angesagt.



Im Kaphörnchen am Hafen von Schleswig gab es noch riesige Eisportionen für alle. Der Weg zurück zum Parkplatz am Schloss Gottorf zog sich dann ganz schön. Über eine halbe Stunde waren wir zu Fuß unterwegs. Immer mit der grummelnden Regenwolke im Nacken. Im Stadtpark liefen wir an einem schönen Wikingerspielplatz vorbei. Von dort hat man auch einen guten Blick auf das Wikingermuseum Haithabu am anderen Ufer der Schlei. 




Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Hier gibt es die Möglichkeit, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Dienstag, 19. August 2014

Urlaub im Norden

Unser Urlaub beginnt mit dem Übersetzen über den Nord- Ostsee- Kanal bei Rendsburg. Dort befördert eine Schwebefähre kostenlos Autos, Fahrräder und Fußgänger.

Kurze Zeit später treffen wir in der kleinen Jugendherberge Schleswig ein, in der wir ein paar Nächte bleiben werden, bis wir noch ein Stückchen weiter gen Norden fahren. Wir bewohnen ein 6- Bett- Zimmer, die sauberen sanitären Anlagen sind eine Tür weiter im Gang. Morgens gibt es ein üppiges Frühstücksbüffet, am Abend kalte Platten oder eine warme Mahlzeit. Schnell ist unser Zimmer vollgekruschelt und die Betten voller Sand und Krümel. Es ist so, wie es eben in einer Jugendherberge ist. Für die Kinder ist das alles ein großes Abenteuer.

Generell haben wir Eltern unsere Erwartungen im Urlaub etwas heruntergeschraubt. Erholung finden wir in kurzen Momenten. Vier Kinder von 1 bis 15 Jahren haben eben so viele unterschiedliche Bedürfnisse, dass wir dafür sorgen wollen, alle zu befriedigen. Der Teenie macht schonmal alleine Ausflüge, der Adventsjunge braucht Mittagsschlaf, das Mutzelchen und der kleine Bruder sind sehr bewegungsfreudig und im allerbesten Entdecker- und Philosophieralter.

Urlaub ist, wenn wir einen schönen Spielplatz oder eine andere spannende Kleinigkeit am Wegesrand entdecken und die Kinder glücklich sind. Dann sind wir es auch und haben eine schöne Zeit. Wir lassen es langsam angehen und schaffen Ferienerinnerungen, an die die Kinder später hoffentlich gerne denken werden.

Ein paar Highlights haben wir uns in Schleswig aber doch angeschaut: das Wikingermuseum Haithabu, den Dom, das alte Fischerviertel Holm und das Schloss Gottorf mit dem Nydamboot.

Die Fußgängerzone von Schleswig ist genau so wie alle Fußgängerzonen, die wir in den letzten Jahren gesehen haben: große Kaufhäuser schließen, viele kleine Läden stehen leer und die Geschäfte der landesweit üblichen Ketten sind alle vertreten. Ansonsten ist die Stadt selbst in der Hochsaison nicht überlaufen, es findet sich immer ein Platz im Café oder Restaurant.

Interessantes am Wegesrand: die alte Telefonzelle mit Tauschbüchern und die Fahrradboxen, zu denen man in der Touristeninformation kostenlos einen Schlüssel bekommt.

Von Schleswig aus haben wir noch einen sehr tollen Tagesausflug gemacht. Wohin wir gefahren sind, erzähle ich hier.

Schwebefähre
Schleswig
Audioführung...
Wikingerleben
am Holm

Mittwoch, 25. Juli 2012

Urlaub im Norden - Wikingermuseum Haithabu

Haithabu bei Schleswig gehörte vor 1000 Jahren zu den bedeutendsten Handelsplätzen im gesamten Ostseeraum. An dieser Stelle wurden während zahlreicher Grabungen viele kostbare Stücke gefunden, die im Wikingermuseum Haithabu zusammengetragen wurden. Im Hafenbecken wurden viele Alltagsgegenstände, Waffen, Glasperlen, Schmuck, Goldmünzen und sogar ein versunkenes Langschiff gefunden. Faszinierend!

Die Ausstellung ist klein und fein, es gibt viel zu lesen. Für kleinere Kinder eine Geduldsprobe, für unseren Teenie ideal. Dafür ist das neu erbaute Freilichtmuseum, das man über einen Wall erreicht, viel interessanter auch für jüngere Kinder. In den nahezu fensterlosen Häusern kann man sehen, wie Mensch und Tier damals unter einem Dach gelebt haben. Die Schlafplätze, ausgelegt mit Fellen, wollten die Kinder glatt ausprobieren. Das war für uns und die Kinder gleichzeitig spannend.

Die Familienkarte für Museum und Museumsdorf ist mit 15 Euro recht günstig. Nach unserem Rundgang haben wir im Museumscafé gegessen. Sehr gefreut hat uns, dass nahezu alle Speisen bio und regional waren. Toll war, dass alle Speisen frisch zubereitet auf einem großen Buffet standen und man sich aus unterschiedlichsten Salaten, Fleisch und Brot je nach Hunger und Geldbeutel selber sein Menü zusammenstellen konnte.