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Dienstag, 16. August 2022

Die Augustschnuppe...



... ist ja schon vor einer Woche fünf Jahre alt geworden. Das möchte ich an dieser Stelle noch extra würdigen. Vor fünf Jahren war der Sommer übrigens sehr, sehr verregnet. Die schnelle Geburt zu Hause am Abend war wunderschön. 

Ich hatte durch das viele Theaterspielen letzte Woche so wenig Zeit, dass ich diesmal so gut wie gar nicht in die Vorbereitungen des Geburtstags involviert war. Die große Schwester hat den Geburtstagskuchen gebacken und nach den Wünschen des Geburtstagskindes dekoriert.

Der Liebste hat die Geschenke eingepackt und den Geburtstagstisch aufgebaut. Ich habe die Blumen besorgt. 


Am Morgen haben wir gesungen und dann beim Geschenkeauspacken assistiert. Das größte Geschenk, das unter einer Decke versteckt war, hat die kleine Große zunächst gar nicht bemerkt. Doch dann war es das Beste! Sie ist am nächsten Tag übrigens gleich aufgestiegen und losgefahren. Supertoll!



Am Nachmittag haben wir die gewünschte Pfannkuchentorte gegessen und danach sind wir an dem Strand gefahren. Zum Abendessen mit Meerblick gab es frisch gebackene Pizzaschnecken. 

Ah, jetzt wo ich die Bilder ansehe, merke ich, dass die Augustschnuppe am Strand in demselben Handtuch eingewickelt ist, wie auch in den allerersten Minuten ihres Lebens, direkt nachdem der Liebste sie aufgefangen hat! Hach.... 




Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Hier gibt es die Möglichkeit, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!

Donnerstag, 17. August 2017

Eine Woche Augustschnuppe

Heute genau vor einer Woche durften wir unsere kleine Augustschnuppe in unserem Wohnzimmer begrüßen. Die Geburt verlief so rasant, dass wir immernoch am Staunen sind. Immer wieder schauen der Liebste und ich uns an und schütteln mit dem Kopf. So eine Überraschung aber auch!

Überrascht sind wir auch von den vielen, vielen guten Wünschen, die uns erreichen. Herzlichen Dank dafür! Ich fürchte, ich komme nicht mehr hinterher. Ich habe aber jedes einzelne Wort gelesen und werde diese besondere Zeit niemals vergessen.

Uns geht es prima. Ich versuche mich, so gut es geht, zu schonen. Das ist etwas, was ich nicht so gut kann: Verantwortung und Arbeit abgeben, Heilung zulassen. Eine echte Geduldsprobe für mich.

Die Kleine ist ganz entspannt. Tagsüber schläft sie natürlich viel. Gegen Mitternacht hat sie eine längere Wachphase. Dann liegt sie im Bett zwischen dem Liebsten und mir und schaut mit ihren Kulleraugen in die Gegend. Wir lesen dann noch ein bisschen und warten ab, bis ihr (oder uns) die Augen zufallen.

Die Geschwister sind ganz vernarrt in sie. Der meistverwendete Satz ist im Moment "Sie ist so süüüüüß!". In den ersten Tagen war das Familiengefüge noch etwas wackelig. Was kommt in der neuen Situation auf uns zu? Wo stehe ich? Meine Hebamme meinte, eine Familie ist wie ein Mobilé. Bei einer Veränderung schwankt erstmal die ganze Konstruktion, bis alles wieder ausgewogen ist. Das trifft es ganz gut. Und mit ein paar extra Kuscheleinheiten für die Geschwister kriegen wir das schon hin.

Ich bin so verliebt!




Montag, 14. August 2017

Geburtsbericht 5. Kind

Donnerstag, 10. August 2017

Noch 3 Tage bis zum errechneten Geburtstermin. Am Mittag schreibe ich diesen Eintrag. Nachdem wir am Vortag mit den Fahrrädern zum Wochenmarkt gefahren sind, möchte ich es an diesem Tag ruhig angehen lassen. Irgendwie wurschteln sich meine drei Ferienkinder durch den Tag. Ich erledige den täglichen Haushaltskram und will eigentlich nur meine Ruhe haben. Zum Mittag gibt es Milchreis mit Zucker und Zimt und Apfelmus. Danach dürfen die Kinder einen Film schauen, ich schlafe derweil im Sessel ein.

Ich bin den ganzen Tag über irgendwie unruhig. Am Nachmittag ruft das Mutzelchen ihre Freundin an. Die beiden haben sich seit Ferienbeginn nicht gesehen. Es wird ein Übernachtungsbeschluss gefasst. Ich bringe meine Große über die Straße und bin ein bisschen erleichtert, ein Kind weniger zu Hause zu haben. Der kleine Bruder und der Adventsjunge spielen ganz gut miteinander, bis es Zeit wird für das Abendessen. Ich bin froh, den Tag geschafft zu haben.

Der Liebste kommt um kurz vor 18 Uhr nach Hause. Endlich. Ich bin beruhigt, dass er nun da ist. Die Jungs dürfen schon KIKA anmachen und bekommen einen bunten Schnittchenteller auf dem Sofa. Ich verziehe mich ins Schlafzimmer und will nur noch in Ruhe gelassen werden. Um 19 Uhr ist die Fernsehzeit für die Jungs vorbei. Sie gehen sich die Zähne putzen und gehen danach in ihre Betten. Sie hören noch Hörspiele und schauen Bücher an.

Ich ziehe um ins Wohnzimmer auf meinen Sessel und schaue die Berliner Abendschau und die Tagesschau, mein tägliches Feierabend-Ritual. Während dieser Zeit habe ich Wehen, auf die ich mich konzentrieren muss. Ich starte auf dem Handy eine Wehen-App um die Abstände zwischen den Wehen zu beobachten. Die Wehen kommen so alle 7 bis 8 Minuten. Ich erzähle das dem Liebsten, der mich skeptisch beäugt und mich darauf hinweist, dass es bei den letzten Geburten von diesem Punkt an nicht mehr allzu lange gedauert hat. Ich wiegle ab und sage, das wäre alles noch ganz harmlos. Ja, auch als Fünftgebärende bin ich mir mal wieder nicht sicher, ob die Geburt nun losgeht oder nicht.

Der Liebste macht sich schnell noch ein Brötchen und schafft dann Fakten, indem er die beiden großen Matratzen unter den Kinderbetten hervorholt und im Wohnzimmer vor dem Sofa ein Matratzenlager baut. Unter das Bettlaken kommt ein großer wasserundurchlässiger Matratzenschoner. Der Adventsjunge kommt aus seinem Zimmer, sieht das Matratzenlager und fragt "Wer kommt heute?" weil er denkt, wir bekämen Besuch. Ich sage ihm, dass seine kleine Schwester vielleicht bald geboren wird und bitte ihn, wieder in sein Zimmer zu gehen.

Wir entscheiden, oder vielmehr der Liebste, die Hebamme zu informieren. Um 20:12 Uhr telefoniert der Liebste mit ihr und gibt ihr den Stand der Dinge durch. Die beiden beschließen, dass der Liebste sich melden soll, wenn die Wehen in kürzeren Abständen kommen.

Die Tagesschau ist vorbei und ich entdecke die Übertragung der Leichtathletik-WM. Damit will ich mich ablenken. Irgendwie kann ich aber nicht mehr sitzen. Ich laufe kurz in die Küche und schaue dort aus dem Fenster. Der Liebste ist am aufräumen und kocht eine Kanne starken Kaffee für den Dammschutz. Ich spüre eine Wehe heranrollen und gehe schnell zum Esstisch, wo ich mich an einer Stuhllehne festhalte und meinen Rücken fest gegen die Wand drücke. So stehend veratme ich die Wehe und warte, bis sie vorüber ist. Dann laufe ich etwas herum, komme aber nicht weit sondern stelle mich schnell wieder an meinen Platz und atme und töne.

Jetzt bin ich mir plötzlich sicher, dass es nicht mehr lange dauern kann. Das kommt mir alles so bekannt vor. Bei der letzten Wehe spürte ich einen vorsichtigen Anflug des Pressdrangs. Der Liebste soll die Hebamme anrufen! Um 20:28 Uhr hat er sie an der Strippe. Sie ist mit ihrer Kollegin in einem Restaurant am Hamburger Hafen und will sich auf den Weg machen. Ich laufe so schnell ich kann rüber ins Schlafzimmer, um meine Hose auszuziehen. Ich schmeiße meine Sachen in die Ecke und ziehe mir ein Nachthemd an. Ich will dann auch lieber nicht mehr am Tisch stehen, denn ich habe das Gefühl, es wäre gut, es wäre etwas Weiches unter mir. Für alle Fälle...

Ich knie mich auf die Matratze vor dem Sofa und liege mit dem Oberkörper auf dem Couchtisch, auf dem ein dickes Kissen liegt. Mit den Händen halte ich mich am Tischrand fest. Das habe ich in der Schwangerschaft getestet und als meine bevorzugte Position für die Geburt erkoren. Der Liebste holt Einwegunterlagen und Handtücher und weicht nicht mehr von meiner Seite.

Da rollt wieder eine Wehe heran und ich muss pressen. Das ist echt heftig. In mir drin ein großes Brennen und Drücken. Während der nächsten Wehe platzt die Fruchtblase. Nach der Wehe fühle ich, ob ich das Köpfchen des Babys schon tasten kann. Nein, nichts. Schon wieder eine Wehe und ein Pressdrang wie nie. Die Wehen kommen praktisch ohne Pause. Ich kann sie nicht mehr wie gewohnt veratmen und brülle nur noch ins Kissen. Ich denke an mein Baby und dass es Sauerstoff von mir braucht. Also versuche ich, zu hecheln.

Ich habe ziemliche Schmerzen und denke, ich zerreiße. Ich hechle und schreie. Wie lange kann ich das durchhalten? Der Liebste redet beruhigend auf mich ein und sagt immer wieder "Du machst das gut. Du machst das guuuut.". Ich bin so froh, dass er an meiner Seite ist. Dann sagt er plötzlich "Der Kopf ist da!" Ich kann das gar nicht glauben. Nun kommt keine Wehe mehr, aber ich will es jetzt wirklich wissen. Mit all meiner Kraft presse ich ein letztes Mal und rufe "Nimm sie!"

Stille. Ich schaue auf meine Armbanduhr. 20:53 Uhr. Dann kriege ich fast einen Lachanfall. Es ist geschafft! Ich habe es geschafft! Ich höre ein leises Quäken hinter mir und will endlich mein Baby sehen. Der Liebste hat das Baby vorsichtig aufgefangen und auf der Matratze abgelegt. Jetzt wischt er es ein wenig ab. Dann wickelt er es mit den roten Duschtüchern warm ein. Ich schlage ihm vor, mir das Baby durch meine Beine hindurchzureichen. Er legt es unter mich. Große Kulleraugen gucken mich ganz wach an. Ich will das Baby hochnehmen, aber die Nabelschnur ist viel zu kurz. So muss ich es erstmal eingewickelt liegen lassen und knie über dem Kind.

Der kleine Bruder und der Adventsjunge sind immernoch wach in ihrem Zimmer. Der Liebste soll sie doch mal holen. So sitzen die beiden nur 5 Minuten nach der Geburt neben mir und bewundern ihre kleine Schwester. "Willkommen auf der Welt!" sagt der kleine Bruder. "Willkommen in Hamburg!" sagt der Adventsjunge. Beide sind ganz verzückt und freuen sich. Der Liebste macht die ersten Fotos.

Um kurz nach 21 Uhr klingelt es an der Tür. Die Hebamme ist da. Ich höre wie der Liebste ins Treppenhaus spricht, dass die Hebamme langsam machen kann, das Kind wäre schon da. Sie betritt das Wohnzimmer und begrüßt uns. Die Nabelschnur ist mittlerweile auspulsiert, so kann mich die Hebamme endlich aus meiner Lage befreien und schneidet die Nabelschnur durch. Die Plazenta kommt. Ich nehme das Baby hoch und setze mich angelehnt ans Sofa in eine bequemere Position. Uff! Die zweite Hebamme trifft ein und alle gemeinsam freuen wir uns über diese besondere Überraschung.

Wir quatschen und lachen alle und bestaunen das Baby. Das liegt ganz entspannt in meinen Armen. Die Jungs können nun erst recht nicht mehr schlafen und kommen alle paar Minuten vorbei, um das Baby anzusehen und abzuküssen. Die Hebammen lassen uns für eine Weile in Ruhe und beginnen am Esstisch mit dem Papierkram. Geburtsbericht schreiben, Unterlagen für das Standesamt ausfüllen usw.

Dann schicken wir die Jungs endgültig ins Bett. Das Baby wird angeschaut, gemessen und gewogen. Es ist 52cm groß, 3750g schwer und hat einen Kopfumfang von 36cm. Dann werde ich untersucht, alles ist heile und mir geht es gut. Ich gehe kurz duschen, ziehe mir etwas an und lege mich dann im Schlafzimmer ins Bett. Das Baby wird mir gebracht und nun können wir kuscheln. Die Hebammen räumen noch ein bisschen auf und verlassen uns gegen 23 Uhr. Der Liebste schaltet die Waschmaschine an und macht sich auch bettfertig. Er legt sich zu mir und unserer neugeborenen Tochter. Wir schauen uns an und heulen beide vor Glück gleichzeitig los.

Am nächsten Morgen stehen die Jungs gleich wieder an unserem Bett. Sie wollen schauen, ob das Baby noch da ist. Das Mutzelchen kommt heim und freut sich sehr. Sie kann es gar nicht fassen, dass während sie mit ihrer Freundin beim Filmabend auf dem Sofa gesessen hat und Chips gegessen hat, woanders ein Baby geboren wird. Unser Baby. "Aber eigentlich wusste ich das schon. Denn ich habe an diesem Tag eine Wimper von mir gefunden, sie fortgepustet und mir gewünscht, dass unser Baby kommt." Gut gemacht! Endlich ist sie da, unsere kleine Augustschnuppe!


hier sind die Geburtsberichte meiner anderen vier Kinder versammelt











Freitag, 11. August 2017

Willkommen Augustschnuppe!

Am 10. August 2017 um 20:53 Uhr wurde unsere Augustschnuppe zu Hause in unserem Wohnzimmer geboren. Die Geburt war sehr heftig und rasant. Die Kleinste wurde aufgefangen von ihrem Papa, denn die Hebamme hat es nicht mehr rechtzeitig geschafft. Uns geht es sehr gut und wir sind überglücklich.


Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!
Psalm 34,9
Tageslosung 10.08.2017



Freitag, 4. August 2017

Ein Geburtstagstisch für das Baby

"Bäckst du einen Geburtstagskuchen, wenn sich das Baby auf den Weg macht?" fragte mich die Hebamme neulich. Das ist ein sehr schönes Ritual, bei einer (Haus)Geburt mit beginnenden Wehen in die Küche zu gehen und einen Kuchen zu backen. Zu einem ist die Frau dann beschäftigt und ein bisschen abgelenkt, zum anderen hilft die aufrechte Bewegung sehr gut bei der Geburtsarbeit. Und wenn das Baby dann geboren ist, wird es von Kuchenduft empfangen. Eine sehr schöne Vorstellung, oder?!

Bei meinen sehr rasanten Geburten bin ich allerdings nie zu etwas gekommen, deshalb wird es bei uns höchstwahrscheinlich keinen frischen Kuchen geben. Aber wir haben eine schöne Idee gehabt: wir decken dem Baby einen kleinen Geburtstagstisch. Ein kleiner Willkommensgruß von uns allen sozusagen.

Die Kinder waren ganz begeistert und begannen gleich, zu werkeln. Der kleine Bruder wickelte Spielzeug, das er dem Baby abgeben möchte, in Geschenkpapier. Das Mutzelchen fertigte ein Büchlein für ihre kleine Schwester an. Drinnen sind Bilder und Texte, worauf sich das Baby bei uns freuen kann. Zum Beispiel auf schöne Urlaube am Meer. Der Adventsjunge zeichnete ein Bild von der gesamten großen Familie mit allen Kindern. Da er gerade erst beginnt, figürlich zu malen, ist das ein ganz besonderes Geschenk. Ich habe es gleich eingerahmt.

Den Kerzenhalter haben der Liebste und ich auf unserem Biobauernhof an einem Stand gekauft. Die Blüte wurde in einer inklusiven Werkstatt in unserer Nähe hergestellt. Der Stoffkater heißt Felix. Den ersten habe ich mir vor 19 Jahren für meinen ersten Sohn ausgedacht. Seitdem haben alle meine Kinder einen eigenen Kater bekommen.

Für mich enthält der Willkommenstisch für unser Baby noch eine kleine Erinnerung, auch im Hinblick auf die bevorstehende Geburt. Alles wird gut.





Freitag, 14. Juli 2017

Endspurt

"Sehen Sie, was ich sehe? Sie kennen sich doch schon aus, nicht wahr?!" Die Ärztin im riesigen Universitätsklinikum fährt mit der Sonde des Ultraschallgerätes ganz unten über meine Bauchdecke. Auf dem Monitor ist bildschirmfüllend ein großes Oval zu sehen. Ja, ich sehe es auch: es ist eindeutig der Kopf meines Babys. UND ER LIEGT UNTEN!!!

Die letzten Wochen war ich etwas angespannt. Tränen sind auch geflossen. Das Baby saß mit seinem Popo in meinem Becken und rührte sich nicht. Mehrmals täglich machte ich Übungen, ölte meinen Bauch und leuchtete dem Baby mit einer Taschenlampe den Weg. Alles, damit das Baby sich mit dem Kopf nach unten dreht. In die perfekte Startposition für eine Geburt. Nur ca. 4% der Babys liegen zur Geburt noch in Beckenendlage. Sollte unser Baby etwa zu diesen seltenen Persönchen gehören?

Ich sah die Chance auf eine Hausgeburt schwinden. Mit einer Beckenendlage müsste ich zur Geburt auf alle Fälle in ein Krankenhaus gehen. Dann wäre die Suche nach einer Hebamme und alle Vorbereitungen in der Schwangerschaft umsonst gewesen. Ich hätte im Krankenhaus keine Hebamme dabei, die mir vertraut ist, was mir enorm wichtig ist. Durch die Seltenheit einer Beckenendlage hätte ich in der Klinik trotzdem wahrscheinlich (zu) viel Personal um mich herum und würde nicht alleingelassen werden, wie so viele Frauen im Moment unter der Geburt. Auch beruhigend irgendwie, aber ach...

Ich wollte vorher noch die äußere Wendung probieren. Dabei wird von ärztlicher Seite und unter OP-Bereitschaft versucht, mit gezielten Handgriffen von außen das Baby im Bauch zu drehen. Die Chance, dass sowas klappt, liegt bei etwas über 50%. Sollte dabei etwas Unvorhergesehenes passieren, würde das Baby sofort per Kaiserschnitt geholt werden. Auch damit hatte ich mich nun schon abgefunden und den Kaiserschnitt eingeplant.

Diese Woche stand also der Beratungstermin an. Ich fuhr eine Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ans andere Ende der Stadt. Das Universitätsklinikum ist das größte Krankenhaus, das ich je in meinem Leben gesehen habe. Um zur Station für Geburtshilfe zu gelangen, musste ich das gesamte Gebäude mit seiner bahnhofsähnlichen Empfangshalle, Rolltreppen und seinen langen Fluren bis ganz nach hinten durchqueren und dann mit dem Fahrstuhl ganz nach oben fahren.

Ich war ziemlich aufgeregt und auch gespannt, was die Untersuchung ergeben würde. Vielleicht ließe sich ja auch irgendein Grund für die Sitzblockade des Babys erkennen? Nach einem kurzen Gespräch kommt die Ärztin gleich zur Sache. Ich darf mich auf eine Liege legen und schon gehts los. Wir sehen es sofort: das Baby liegt mit dem Kopf nach unten in perfekter Startposition.

Mir kommen die Tränen und die ganze Anspannung der letzten Wochen fällt von mir ab. Ich kann das gar nicht glauben. Noch vor einem Tag hatte die Hebamme doch noch nach dem Baby getastet, war sich allerdings nicht ganz sicher. Mir fällt die eine Nacht vom Wochenende ein, in der ich fast nicht geschlafen habe und zwei Mal von dem Gerumpel in meinem Bauch aufgewacht bin. Und seit zwei Tagen zieht und piekst es ganz schön nach unten. Uff. So kann es nun gerne bleiben. Niemand rührt sich vom Fleck, bitte!

Und sonst so? Ich kann es kaum glauben, dass nun schon der Endspurt der Schwangerschaft begonnen hat. In nur noch +/- 30 Tagen werden wir unser Sommermädchen in den Armen halten dürfen. In 9 Tagen beginnt die offizielle Rufbereitschaft unserer Hebamme. Ab diesem Zeitpunkt darf das Kind zu Hause zur Welt kommen. Eine Kliniktasche habe ich trotzdem gepackt und mich auch in der nächsten Klinik angemeldet.

Bis auf meine langsame Watschelei geht es mir ganz gut. Ich komme schneller aus der Puste und mein Becken fühlt sich klapprig an. Wenn mir etwas runterfällt, lasse ich es auch schonmal liegen. Das Umdrehen im Bett fällt mir schwerer. Ohne mein langes Seitenschläferkissen gehe ich nirgendwo hin. Haut und Haare sind prima, vom Sodbrennen werde ich im Moment zum Glück verschont. Die Vorwehen haben zugenommen und kommen am Abend fast alle halbe Stunde.

Für die Hausgeburt ist alles vorbereitet. Mit der Hebamme und ihrer Kollegin, die sie zur Geburt rufen wird, sind wir beim Vorbereitungsgespräch eine detaillierte Liste durchgegangen. Kuschelige Handtücher und Einmalunterlagen sind genügend vorhanden. Malerfolie wird immer wieder empfohlen. Die habe ich aber noch nie gebraucht und die werde ich auch niemals verwenden. Das kriege ich im Kopf beim besten Willen nicht mit Geburt zusammen. Ich habe für den Boden eine weiche, extra dicke Gymnastikmatte und einen doppelt großen wasserundurchlässigen Matratzenschoner* besorgt. Ich weiß, ich werde mich eh nicht im Bett oder auf dem Sofa aufhalten, da ich mich unter der Geburt eher in aufrechter Haltung wohlfühle.

Eine gute Lampe haben wir, die ersten Anziehsachen fürs Baby liegen bereit, bequeme Kleidung für mich auch und eine genau gehende Uhr, klar. Papierkram für die Anmeldung des Babys beim Standesamt, den großen Bluttest auf Stoffwechselstörungen und das neue Vorsorgeheft für Kinder sind schon vorbereitet. Der Kinderarzt ist auch informiert. Jetzt fehlen noch ein paar Müsliriegel für uns und eventuell hungrige Hebammen und dann, ja dann fehlt uns nur noch das Baby :-)


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Freitag, 19. Mai 2017

Vom Kinderwunsch

"Na dann bekommen wir auch noch eins!"

BÄM!

Hat er das wirklich gerade gesagt?!

Was war passiert?

Ich sitze in unserem Wohnzimmer im Sessel. Der Liebste sitzt mit dem Rücken zu mir neben mir auf dem Boden und kramt in seinem Regal. Er erzählt von Bekannten. "Nächste Woche ist der errechnete Termin erreicht. Das Kind könnte nun also jederzeit kommen."

Ich seufze.

"Warum seufzt du so?"

"Ich beneide sie. Ein Kind zu bekommen, ist so schön! Bei uns war das immer so schön!"

Er kramt weiter und sagt so ganz nebenbei "Na dann bekommen wir auch noch eins." und kramt und kramt.

Ich horche auf. "Weißt du, was du da gerade gesagt hast?"

Kramkram.

"Huhu, meinst du das wirklich ernst?!"

Der Liebste grinst, steht auf, setzt sich aufs Sofa und will auf seinem Tablet lesen.

Ich springe auf und falle dem Liebsten um den Hals.

Wir wollen noch ein Kind bekommen!!!  



So war das fast genau vor einem Jahr, als der Liebste und ich uns nochmals auf einen neuen spannenden Weg zu einem Kind machten. Ich hatte mir das in einem privaten Blog genau so aufgeschrieben.

Mein Kinderwunsch war, ehrlich gesagt, nie komplett abgeschlossen. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, das wars noch nicht. Begründen kann ich es nicht. Eigentlich hatte ich mir immer meinen 40. Geburtstag als Grenze gesetzt. Dann sollte es auch gut sein mit dem Kinderkriegen. Wir sind ja nun schon reich gesegnet mit gesunden tollen Kindern.

Der Liebste wusste von meinem Wunsch. Ich machte den Wunsch allerdings nicht zum ständigen Thema, denn ich wollte nichts erzwingen und meinen Mann nicht unter Druck setzen. Das würde unsere Partnerschaft nur unnötig belasten. Uns ging es ja sehr gut so. Und sollte es nicht mehr sein, dann hätte ich das auch akzeptiert.

Und nun dieser eine bauchkribbelige Satz von ihm! Waaahhhhhh!!!

An dem besagten Tag haben wir noch viel geredet. Warum war denn der Liebste erst jetzt nochmal bereit für ein weiteres Kind? Nun, ihm waren die Probleme rund um die Geburtshilfe und den Hebammenmangel nicht entgangen. Ich war ja öfters auf Demonstrationen und wir haben miteinander oft über die Zustände in den Kliniken und die Schwierigkeiten für außerklinische Geburten gesprochen. Unsere letzte Hausgeburtshebamme hatte auch aufgegeben. Hausgeburten wären nun wohl nicht mehr möglich.

Der Liebste dachte nun, wenn es nicht mehr möglich sein würde, sein Kind zu Hause mit einer eigenen Hebamme auf die Welt zu bringen, dann würde er keins mehr haben wollen. Er sah uns alleine in der Klinik sitzen und hatte Sorge vor den Interventionskaskaden dort. Solche Situationen wollte er vor allem mir ersparen. Der Gute!

Nun aber wurde das Kind von den Bekannten problemlos zu Hause geboren. Ah, es gab also doch noch Hausgeburtshebammen in Hamburg! Das gab dem Liebsten Hoffnung und so konnte er dem Wunsch, den er doch insgeheim auch schon lange hatte, endlich nachgeben. Wie schön!

Es hat dann überraschenderweise auch sehr schnell geklappt. Nur zwei Monate später war ich schwanger. Leider konnte dieses Kind nicht zu uns kommen. Eine schmerzliche Erfahrung, aber mit dem ganzen drumherum auch mehr als lehrreich.

Wir wollten es nochmal probieren. Ein Jahr gaben wir uns noch, dann sollte es auch gut sein, wie es ist. Es klappte sofort. Und da sitze ich nun und spüre, während ich hier schreibe, das Augustbaby meinem Bauch zappeln. So ein Wunder! So ein Segen!


Donnerstag, 30. März 2017

Die Vorbereitungen beginnen...

Vor ein paar Tagen habe ich die allerersten Dinge für unser Augustbaby gekauft. Staunend habe ich mit den Kindern davorgesessen. Sind Neugeborene wirklich sooo klein? Hach!

Wir brauchen alles komplett neu, denn 2015 haben wir all unsere Kinderbekleidung an die Flüchtlingsunterkunft in unserem Stadtteil gespendet. Das ist jetzt nicht schlimm, ich hänge mein Herz nicht an Babykleidung. Nur den allerersten Strampler, den alle meine Kinder anhatten, habe ich aufgehoben. Diese Sachen hier sind ganz neu, das meiste werde ich aber demnächst auf Flohmärkten oder bei ebay erstehen.

Ich bin nun am Ende der 21. Schwangerschaftwoche angelangt. Das Baby spüre ich nun mehrmals täglich stupsen. Morgens nach dem Aufwachen, mittags am Tisch, abends im Fernsehsessel und beim Einschlafen. Ich genieße dieses Gefühl sehr und koste jeden einzelnen Stupser so richtig aus.

Im Schwangerschaftskalender steht für diese Woche: "...Sie sollten sich langsam überlegen, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen möchten. ... Sie sollten sich nun um eine Hebamme kümmern. ..." Nun, das ist reichlich spät. Geburtshäuser sind schnell voll und Hausgeburtshebammen gibt es in Hamburg z.B. nur noch eine Handvoll. Die sind ratzfatz ausgebucht. Aber auch die Hebammen, die Vor- und Nachsorgeuntersuchungen anbieten, werden immer weniger und die Verbliebenen sind dementsprechend sehr gefragt.

In meinem Fall ist es so, dass ich ganz zu Beginn der Schwangerschaft gleich eine Hausgeburtshebamme angeschrieben habe. Was für ein Glück, sie hat Zeit für mich und wir verstehen uns sehr gut! Aufgrund der großen Entfernungen in der Stadt kann sie aber leider nur zwei, drei Mal zur Nachsorge zu uns nach Hause kommen. Mehr ist einfach nicht drin. Damit stand ich nun das erste Mal vor der Aufgabe, eine Hebamme für die Nachsorgeuntersuchungen bei mir und dem Baby zu finden.

Das war schon schwieriger. Denn im August ist Urlaubszeit. Von den Dutzend in Frage kommenden Hebammen im Umkreis bekam ich nur Absagen. Eine einzige Hebamme ist übrig geblieben. Sie macht erst im September Urlaub. Nun hoffe ich, dass unser Baby pünktlich Mitte August geboren wird, damit dieser Kompromiss auch hält. Es ist zwar mein fünftes Kind, ich möchte aber trotzdem, dass jemand ein Auge auf meine Rückbildung und das neugeborene Baby hat.

Übrigens betrifft der Hebammenmangel nicht nur freiberuflich arbeitende Hebammen, sondern auch die angestellten Hebammen in den Geburtskliniken. Die wenigen Hebammen dort sind total überlastet. "Es brennt!" schreibt Jana heute im Hebammenblog. Und eine andere Hebamme schlüsselt in ihrem Text mal konkret auf, was das genau bedeutet, wenn eine Hebamme in der Klinik 3 bis 4 Frauen gleichzeitig unter der Geburt betreuen muss: Die Frauen sind die meiste Zeit der Geburt alleine!  Von der viel zitierten Sicherheit im Krankenhaus kann da nicht die Rede sein.

Einfacher war zum Glück die Sache mit dem Kinderarzt, der zur U2, der zweiten Untersuchung des Babys nach der Geburt, zu uns nach Hause kommen soll. Auf Nachfrage in unserer Kinderarztpraxis hieß es, ich solle nur kurz anrufen, wenn das Baby da ist, dann kommt er. Prima!

Wie geht es mir sonst so? Haare und Fingernägel wuchern wachsen schneller. Die Waage zeigt immernoch 6 Kilo weniger als zu Beginn der Schwangerschaft an. Meine Hosen rutschen jetzt immer unter den Bauch, weil die Taille verschwunden ist. Die Gewichtsabnahme ist allerdings gestoppt, ich denke, ab jetzt geht es wieder aufwärts. Schwangerschaftsbekleidung habe ich eigentlich nie besessen. Ich trage schon immer sehr gerne elastische Stoffhosen und Kleider, die verpacken auch gut einen größeren Bauch.

Müde bin ich immernoch. Besonderen Appetit habe ich nicht. Ich esse eher weniger, da ich am Abend nun schon öfter Sodbrennen hatte. Gemeine Sache und nichts hilft so richtig. Meine Ärztin hat mir nun ein Präparat aufgeschrieben. Ganz glücklich bin ich über die Entdeckung, dass ich wenigstens Grießbrei ohne alles am Abend essen kann.

Fazit: Die Sorgen werden weniger und die Vorfreude steigt :-)



Freitag, 24. März 2017

Halbzeit!

"Ich freue mich immer, wenn das Baby stupst. Dann weiß ich, es ist noch da." erzähle ich dem Mutzelchen. "Na wo soll es denn sonst sein?!" grinst die große Schwester.

Und sie hat ja vollkommen recht, das Baby ist wirklich da! Die Halbzeit der Schwangerschaft ist nun schon erreicht. Hurra! Mit jedem Stupser wird die Schwangerschaft endlich realer für mich. Mit jedem Stupser kann ich mich ein bisschen mehr entspannen.

Ich hatte lange damit zu tun, gedanklich das Bild auf dem Ultraschallmonitor bei meiner Ärztin mit meinem Bauch zu verbinden. Ist das verständlich? Ich habe da dieses Bild von einem kleinen zappelnden Menschlein gesehen, das ganz offensichtlich aus meinem eigenen Bauch stammte. Da mein Körper aber so wenig Schwangerschaftssymptome zeigte und noch keine Kindsbewegungen zu spüren waren, konnte ich es immernoch nicht so richtig glauben. Dazu diesmal die Sorgen, ob wirklich alles gut gehen wird.

Letzte Woche hat uns unsere Hausgeburtshebamme besucht. Weil Ferien waren, waren auch der Liebste und alle drei Kinder zu Hause. So konnten wir uns alle kennnlernen. Eine ganze Stunde war die Hebamme bei uns. Eine neue Vorsorgeuntersuchung stand an.

Wenn keine Ultraschalluntersuchung ansteht, erledigt eine Hebamme alle Untersuchungen, die auch eine ärztliche Vorsorge umfassen. Nur mit sehr viel mehr Zeit und Raum für Gespräche. Ich liebe es! Jedes Mal werden Urin und Blutdruck kontrolliert. Am Schönsten war auch dieses Mal wieder die Kontrolle meines Bauches. Ich bin auf mein Bett umgezogen. Die Kinder und der Liebste saßen alle neben mir, als die Hebamme mit ihren Händen von außen meine Gebärmutter ertastete. Die kleine feste Kugel hat nun mit ihrem Wachstum meinen Bauchnabel erreicht.

Und dann durften wir die Herztöne des Babys hören. Mit einem kleinen mobilen Herztongerät fand die Hebamme das galoppierende Herzchen und wir lauschten alle gespannt. Alles sieht wunderbar aus. Wir unterhielten uns noch ein Weilchen, erledigten ein bisschen Papierkram und dann war die Stunde auch schon rum.

Gestern hatte ich bei meiner Ärztin einen Termin zum großen Ultraschall. Da wurden die Organe des Babys genauer angeschaut. Die Durchblutung der Gebärmutterarterien wurde getestet und die der Nabelschnur. Alles gut. Und die Tendenz, die ich schon seit dem letzten Termin weiß, wurde nochmal bestätigt: wir bekommen ein Mädchen ❤ ❤ ❤


Einen Buchtipp möchte ich hier noch zeigen. Als ich vor bald 19 Jahren meinen ersten Geburtsvorbereitungskurs im Geburtshaus Berlin-Steglitz besuchte, kam ich das erste Mal in Kontakt zu Traumreisen oder Meditationen. Ich weiß heute noch, dass wir eine kleine warme Sonne durch unseren Körper auf Reisen schicken sollten und dabei unser Baby in unserem Bauch besucht haben.

Das war zunächst etwas befremdlich, aber in der Gruppe von "gleichgesinnten" Frauen fand ich es dann doch sehr schön. Bei den Meditationen sind regelmäßig Kursteilnehmerinnen eingeschlafen.

Das Buch "Mama werden, Mama sein"* von Katrin Michel ist ganz frisch erschienen und möchte Schwangere auf ihrer Reise durch die Schwangerschaft und die erste Zeit danach begleiten. Woche für Woche gibt es sehr einfühlsame Texte, die die Schwangere nach innen schauen lassen. Man kann sich die Texte vorlesen lassen oder auch selbst lesen.

Es gibt Texte, die sich mit Zipperlein in der Schwangerschaft beschäftigen. So lästig Übelkeit, Rückenschmerzen oder Sodbrennen auch sind, sie sind Begleiter einer besonderen Zeit und irgendwann auch wieder verschwunden. Und es gibt Texte für das Wochenbett, den Partner oder Entwicklungsschübe des Babys.

Illustriert ist das Buch mit Werken von Kindern zwischen 3 und 16 Jahren. Ich nehme das Buch jetzt immer wieder zur Hand und konzentriere mich, wenigstens für ein paar Minuten, ganz auf mich und mein Baby. Das hilft mir, immer gelassener zu werden.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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Freitag, 22. April 2016

Ein Interview für die Familienrollen

Bettina vom Blog Das frühe Vogerl interessiert sich für Familiengeschichten, die so bunt und vielfältig wie das Leben selbst sind. Für ihre Serie Familienrollen durfte ich ganz wunderbare Fragen zum Thema selbstbestimmte und außerklinische Geburt beantworten. Für mich völlig normal, aber bei einer Rate von 2 bis 4 % gehöre ich damit ganz klar zu einer Minderheit in unserem Land.

Schaut gerne mal nebenan vorbei!

Frühling 2009 - das Mutzelchen und ich zwei Wochen vor der Geburt des kleinen Bruders

Freitag, 28. März 2014

Selbstbestimmt

Ich habe vier Kinder selbstbestimmt geboren. Ohne Eingriffe, ohne PDA, ohne Kügelchen oder sonstiges. Ich kann Schmerzen ganz gut ab, das liegt daran, dass ich schon ziemlich viele Schmerzen in meinem Leben erleiden musste. Ich hatte eine tolle Begleitung durch meinen Mann und gute Hebammen, die mir gedient haben. Ich habe Glück gehabt, oh ja!

Ich habe dafür aber im Vorfeld auch ein bisschen was getan. Ich habe mich informiert. Ich habe Vorsorge getroffen, dass die Geburten so verlaufen, wie ich es mir vorstelle. Für den Fall, dass während der Geburt Veränderungen eintreten, hatte ich vorgesorgt. Selbst ein Kaiserschnitt war nicht ausgeschlossen und war genauso detailliert geplant. Ich lebe ja zum Glück in einem Land zu einer Zeit, in der ich die Errungenschaften der modernen Medizin nutzen kann, wenn ich sie denn brauche.

Ein Kind kommt auf die Welt. Eine Frau wird zur Mutter. Wie, wo und unter welchen Umständen das passiert, ist ihre ureigene individuelle Geschichte. Das gehört respektiert. Punkt.
Für ein Buchprojekt sollen mutmachende Geburtsgeschichten gesammelt werden. Unter dem Titel "Selbstgeboren" sollen nur Geschichten von interventionslosen Geburten erzählt werden. Von diesen Geschichten hört man heutzutage in der Tat immer seltener.

Als ich allerdings den Begriff "selbstgeboren" las, war mir gleich mulmig und ich ahnte schon, was passieren würde: dass Frauen, Mütter, sich gegenüber stehen anstatt miteinander auf das zu schauen, was alle vereint: der Wille, Kinder zu haben und gut für sie zu sorgen. Jetzt sind da viel Traurigkeit, Wut, Unverständnis und Schuldzuweisungen.

Im Zuge der Elternproteste zur Hebammenrettung ist mir in den letzten Wochen schon aufgefallen, warum das Thema anscheinend nicht alle Eltern berührt. Es entsteht der Eindruck, es gehe eben nur um ein paar Prozent Haus- oder Geburtshausgeburten. Das stimmt nicht und ich weiß nicht, wie man das noch anschaulicher vermitteln kann.

Selbstbestimmung braucht es nicht nur unter der Geburt. Selbstbestimmung fängt im Grunde mit der eigenen Geburt an. Jeder einzelne Mensch möchte über sich selbst bestimmen, das ist ein ganz natürliches Bedürfnis. Selbstbestimmung hat etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. Diese Selbstbestimmung sollten wir nicht aufgeben. Und deshalb sollten wir dafür eintreten. Miteinander statt gegeneinander.


andere Stimmen zum Thema:

Berlinmittemom, Nicole, Mama Mia, Susanne, Ich lebe jetzt







Donnerstag, 30. Mai 2013

Umbau

Heimlich still und leise ist der Adventsjunge seinem Beistellbettchen entwachsen. Darf der das?! Mit seinen 5,5 Monaten ist er schon über 70 cm groß. Zeit für das Gitterbett. Das haben wir vor 6 Jahren von unseren lieben Nachbarn in Berlin geschenkt bekommen und es hält immernoch. Eine schöne Erinnerung! Der weiße Stoffhimmel ist sogar noch älter: und zwar habe ich den von der Familie, in der ich vor 15 Jahren Babysitting gemacht habe, für meinen Großen geschenkt bekommen.

Nun liegt der Adventsjunge zu unseren Füßen in seinem Bett, hat die gewohnten Geräusche um sich und schläft prima. Und ich komme wieder ganz leicht in mein Bett ;-)




Vor dem Umbau habe ich noch versucht, die Stimmung einzufangen, in der unser Adventsjunge geboren ist. Bei dieser Beleuchtung ist er genau dort zwischen Bett und Wickeltisch auf die Welt gekommen. Viel Platz war also gar nicht nötig. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, diesen Ort täglich vor Augen zu haben.


Montag, 25. März 2013

Literatur rund um die Geburt

Vielen Dank für die Kommentare zu meiner kleinen Verlosung! Gewonnen haben: Mausekind, Claudia von Loewenhome und Inkanina. Herzlichen Glückwunsch! Schreibt mir über mein Kontaktformular bitte Eure Adresse, dann macht sich das Büchlein auf den Weg zu Euch.

Und da das Thema von Interesse ist, zeige ich Euch mal unsere Literatur rund um die Geburt.

Viele meiner Bücher habe ich schon längst weitergegeben. In den ersten Schwangerschaften hatte ich Bücher, die nach Wochen oder Monaten aufgebaut waren. Wie zum Beispiel diese Ratgeber: Das große Buch zur Schwangerschaft oder Alles über meine Schwangerschaft Tag für Tag.

Ein Buch, das mich schon seit der ersten Schwangerschaft vor 15 Jahren begleitet, ist Die Hebammensprechstunde. Mein Buch hat schon viele Eselsecken und handschriftliche Notizen und ich werde es niemals weggeben. Es ist geschrieben von einer Hebamme, besteht nur aus Text, vielen Erfahrungsberichten und Tipps aus Aromatherapie und Homöopathie. Ich gebe zu, ich war diesen Themen gegenüber anfangs nicht besonders aufgeschlossen. Ich habe aber dazugelernt und vieles hat für mich gut funktioniert.

Luxus Privatgeburt ist ein ziemlich neues Buch. Es ist randvoll mit Erfahrungsberichten in Form von Fragebögen und Bildern von Hausgeburten. Sehr interessant für Leute, die gerne Erfahrungsberichte lesen.

Doula-Wissen rund um die Geburt ist auch ein ziemlich neues Buch. Eine Doula ist wörtlich eine "Dienerin der Frau" und begleitet Frauen durch die Zeit rund um die Geburt. Das kann sehr hilfreich sein. In dem Buch sind viele Informationen versammelt, die Frauen und Paaren zu mehr Selbstbestimmtheit und Selbstvertrauen verhelfen kann.

Geboren im Schutz der großen Göttin berichtet vom spirituellen Weg durch Schwangerschaft und Geburt. Es sind einige gute Tipps und sehr schöne Rituale aus verschiedenen Kulturen versammelt. Das Buch ist schon sehr speziell und vielleicht nicht jedermanns Sache.

HypnoBirthing habe ich selber nicht gelesen, aber schon viel Gutes darüber gehört.

Die selbstbestimmte Geburt wurde von Ina May Gaskin geschrieben. Sie hat 2011 den alternativen Nobelpreis bekommen. Sie ist eine Pionierin der selbstbestimmten Geburt.

Das beste Buch zum Thema: Das Stillbuch.

Einige wenige Bücher, die man braucht, um Babys zu verstehen: Babyjahre und vielleicht auch noch Kinder verstehen. Das sind Bücher, die helfen, Neugeborene und Kinder zu verstehen, keine Erziehungsratgeber.

Für die Kinder haben wir gar nicht soviel Literatur. Unser Baby aus der Wieso?Weshalb?Warum?- Reihe fanden unsere Kinder ganz interessant. Eine ganz nette Geschichte ist Ich will auch Geschwister haben von Astrid Lindgren. Auch wenn Hausgeburten doch sehr selten sind, bin ich froh, dass es mittlerweile auch Kinderliteratur zum Thema gibt. Für jüngere Kinder dieses: Klopft da wer? und für ältere dieses hier: Unser Baby kommt zu Hause!




Alle Links führen zu amazon.de.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Mein Blog als Buch

Warum ich einen extra Schwangerschaftsblog angelegt habe? Erstens: weil ich zunächst im Geheimen geschrieben habe und meine Einträge erst zur Halbzeit freigeschaltet habe. Zweitens: weil ich alles ausdrucken wollte. Und drittens: weil vielleicht nicht jeder Leser mit Schwangerschaftsgedöns zu tun haben will ;-)
Nun liegt die Schwangerschaft schon 9 Wochen hinter mir. Im Nachhinein wird die Zeit immer schöner. Ich weiß ja auch nicht, woran das liegt, ging es mir zum Schluss nämlich gar nicht so dolle. Immernoch freue ich mich jeden Tag darüber, dass ich ohne Schmerzen laufen kann. Die Wartezeit war wirklich anstrengend dieses Mal.
Und nun liegt es vor mir: das Buch über meine vierte Schwangerschaft und die glückliche Geburt des Adventsjungen hier zu Hause. Mit Freud und Leid, den Geburtsberichten aller vier Kinder und allen Fotos.
Einfach bei Blogdrucker den Blog hochladen, Format und Ausstattung wählen, fertig. Ging supereinfach und schnell! Nur ein paar Tage später hatte ich ohne viel Arbeit mein Buch in der Hand. Gute Bindung, guter Druck, gute Qualität. Bei Blurb habe ich auch schon ein Buch drucken lassen, damals von meinem ersten Blog. Da muss man sich allerdings erst noch eine Software runterladen und dann ist die Auswahl des Layouts etwas komplizierter. Mit epubli und blog2print habe ich keine Erfahrung.
Mit meinem Frische-Brise-Blog habe ich irgendwie den Zeitpunkt verpasst. Wenn man eine bestimmte Seitenanzahl erreicht hat, wird da kein Buch mehr draus. Ich hätte von Anfang an, wie ich mir auch eigentlich vorgenommen hatte, jedes Jahr einen Ausdruck machen lassen müssen. Das wäre jetzt mit mehr Arbeit verbunden.
Aber über mein ganz persönliches, kleines, neues Büchlein im Regal freue ich mich sehr!


Dienstag, 18. Dezember 2012

Dankeschön!

Liebe Leser, Ihr seid echt ne Wucht! Danke für Eure zahlreichen Glückwünsche! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Danke, danke, danke!

Uns geht es sehr gut. Ich hüte brav das Bett und lasse mich verwöhnen. Der Liebste kümmert sich gut um mich, kocht Suppe, versorgt die Kinder, bringt mir alles, was ich brauche. Die Kinder sind ständig hier und wollen ihren neuen Bruder bestaunen. Sie stupsen ihn an und streicheln ihn. Manchmal muss ich sie regelrecht rausschmeißen, um mal ein bißchen Ruhe zu haben. Die Hebamme kommt uns jeden Tag besuchen.

Die Geburt in der Nacht von Samstag auf Sonntag verlief so unkompliziert und rasant, wie wir es schon gewohnt sind. Nach einem Zögern, ob es denn nun wirklich, wirklich soweit ist, kam um 00.20 Uhr am Sonntagmorgen die Hebamme zu uns und um 1.20 Uhr war unser Adventssonntagsjunge schon da. Hui! Und er ist natürlich das süßeste Baby der Welt. Wer möchte, kann hier den Geburtsbericht in aller Ausführlichkeit lesen.

So, ich muss wieder kuscheln gehen!


Sonntag, 16. Dezember 2012

3. Advent

Ich habe euch lieb, spricht der HERR.
Maleachi 1, 2

Tageslosung

Um 01.20 Uhr wurde heute unser Adventsjunge bei uns zu Hause geboren. Die Geburt war schön, sehr schnell und kraftvoll. Uns geht es gut und wir staunen und kuscheln.

Ich wünsche Euch allen einen wundervollen Adventssonntag! 


Donnerstag, 13. Dezember 2012

DER Tag

Nun ist er da. DER Tag. Eigentlich bin ich ganz ruhig. Ich kann ja eh nichts machen, außer abzuwarten. Der Liebste und ich machen es uns gemütlich. Es fühlt sich fast wie Urlaub an. Am Morgen lagen wir zusammen auf dem Sofa und haben uns gegenseitig aus unserem Internet vorgelesen. Mittags waren wir indisch essen. Ansonsten trödeln wir so vor uns hin. Mein Plan für morgen: Lebkuchenanhänger für unseren Weihnachtsbaum backen.

Gerade saß der kleine Bruder neben mir, sah den Babyticker hier auf der Seite und meinte: "In NULL MINUTEN kommt das Baby?!" Hihi, schön wärs ;-)


Dienstag, 11. Dezember 2012

Abwarten...

... und Tee trinken.


Dienstag, 27. November 2012

Feintuning

Beim Nestbau gibt es immer wieder etwas zu verbessern. Ein paar Kleinigkeiten sind noch dazu gekommen: gemalte Bilder vom Mutzelchen und vom kleinen (dann großen) Bruder.

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Mittwoch, 14. November 2012

Fertig?

Fast. Nachdem ich unser Schlafzimmer gestrichen habe und der Nähtisch ins Wohnzimmer gezogen ist, musste noch mein Stofflager weichen. Kleinere Stoffstücke lagern jetzt im Keller und für die großen Stoffballen hat der Liebste im Flurschrank einen neuen Regalboden eingebaut. Finde ich gut, wie er mitmacht beim Nestbau. Ausgeschimpft wurde ich trotzdem wieder, weil ich die Kommode tagsüber alleine verschoben habe *hüstel*. Jetzt sieht die Babyecke schon ganz schick aus. Es fehlt immernoch das Beistellbettchen.
Noch 29 Tage.