Montag, 16. Mai 2011

Zwei Kinder unter Zwei

Am ersten Geburtstag unseres Mutzelchens wußte ich, daß wir noch ein Kind bekommen werden. Als unsere Tochter 20 Monate alt war, wurde sie die große Schwester des kleinen Bruders. Am Anfang war ich ein bißchen traurig, weil die schöne Zeit mit meiner Kleinen alleine zu Hause vorbei war. Nun hatte ich zwei kleine Kinder zu versorgen. Nicht zu vergessen unseren Großen. Ich hatte Angst davor, es nicht zu schaffen. Mein Liebster pendelte damals noch täglich von Berlin nach Hamburg zur Arbeit. Er stand um 4 Uhr auf und war abends erst nach dem Abendbrot zu Hause. Ich denke, meine Angst davor, mit den Kindern so lange allein zu sein, war der Grund, warum mir der Umzug nach Hamburg in den Sinn kam.
Am Anfang war es mit den beiden Kleinen aber gar nicht so schwierig, wie ich befürchtet hatte.  Der kleine Bruder war sehr pflegeleicht und passte sich unserem Familienrhythmus gut an. Er schlief noch viel und lag gerne auf seiner Decke. Ich hatte noch genügend Zeit für das Mutzelchen. Wir spielten und der kleine Bruder schaute zu. Ich bekam bewundernde Kommentare von allen Seiten, wie toll ich das doch alles hinkriege mit den Kindern. Ich war ein bißchen stolz und wußte nicht, wo das Problem liegen sollte.
Die Probleme kamen, als der kleine Bruder beweglicher wurde. Sich selber Spielzeug nehmen konnte. Mir hinterherlaufen konnte. Ab diesem Zeitpunkt war er der Konkurrent für das Mutzelchen. Und das Mutzelchen war gerade in der Trotzphase angekommen. Ab jetzt wurde um jedes Spielzeug gestritten. Bücher wurden zerfetzt. Tränen und Geschrei auf beiden Seiten. Von morgens bis abends.
Jetzt ist das Mutzelchen aus der Trotzphase langsam raus, da fängt der kleine Bruder damit an. Er will alles selber machen. Bei fast jeder Mahlzeit fällt ein Becher um, wird gekreischt. Im Moment ist es wirklich anstrengend mit den Beiden. Noch dazu bekommt der Große pubertäre Anwandlungen. Ich weiß ja, daß das alles vorbeigeht, aber manchmal hätte ich gerne mal Ruhe und würde gerne einfach mal nicht soviel reden müssen. Fazit: "Zwei Kinder unter Zwei" war einfach, ich rüste mich für "Zwei Kinder unter Vier" ;-)

der Geburtstagskuchen vom kleinen Bruder 

Kommentare:

  1. Oh je, hübsche Phase.... Und Worte wie "Das geht vorbei!" helfen auch recht wenig. Ich möchte Dir ein Buch empfehlen, welches die Zeit nicht leichter macht, aber einen oft zum Lachen bringt:
    http://www.stephanie-schneider.de/wp-content/uploads/2008/02/auf-nach-cappuccino.jpg

    Unser Terrorkommando trennen 25 Monate und ich bin froh über jeden einzelnen. ;o)

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  2. Ich kann Dir da nur zustimmen! Bei uns kam der kleine Bruder schon als die große Schwester 16 Monate alt war und wenn das heute jemand nachrechnet, gibt es immer noch entsetzte Blicke und die Frage, das sei sicher furchtbar stressig gewesen... Nein, war es nicht! Auch drei unter vier würde ich im Rückblick nicht als stressig bezeichnen. Jetzt sind die Hasenkinder 9,8 und knapp 6 und haben diverse Termine, die sie natürlich nur mit Mama wahrnehmen können - und das ist schon eher stressig. Manchmal mag ich nicht mehr organisieren und koordinieren und hin- und herfahren. Aber bevor ich die momentane Situation als stressig bezeichne, warte ich wohl lieber mal die Pubertät ab ;-))

    Ich wünsche Dir gute Nerven und auch mal ein paar ruhige Minuten für Dich!

    Viele liebe Grüße,
    Karen

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  3. ach da bin ich gleich ein bisschen wehmütig dass ich noch nicht wieder schwanger bin :-) der kuchen sieht super aus...der wre genau nach gretas geschmack, hast du ein rezept???

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  4. Das ist ja spannend: Beim Lesen Deiner Zeilen wurde mir bewusst, dass ich alle diese Phasen, die Du so treffend beschreibst irgendwie tatsächlich alle schon vergessen habe.

    Sie gehen also wirklich vorbei.

    Aber wenn man drin steckt, steckt man drin. Meistens sogar voll darin verstrickt. Mit Denk-, Gefühls- und Handlungsmustern.

    Die Reihenfolge ist wichtig: Die Gedanken zu dem, was geschieht sind das, was die Gefühle und dann die Handlungen entstehen lässt - das ist etwas, was ich heute mit vielen Jahren Abstand oft und schmerzlich beobachte.

    Vielleicht waren es einfach die vielen Kinder, vielleicht auch der Einfluss des Liebsten: Die meisten Wutanfälle unseres Jüngsten habe ich mir einfach nur angesehen.

    Spannenderweise gelingt mir das auch mit den vier Teenagern.

    Sowohl mit Trotzkindern, als auch mit Teens kann man mit etwas Abstand eigentlich ganz gut über das Geschehen reden. Ich finde es auch interessant, zu verstehen, warum sie Dinge tun. Sind ja immer supraindividualistische Perspektiven. Dass es dazu auch das vorstellbare Gegenteil oder einen guten, angemessenen Umgang gäbe, verstehen sie eigentlich auch ganz gut.

    Hach, schreibe ich langen Kommentar.
    Jetzt aber Schluss.

    Ganz liebe Grüsse aus Lehrte
    Regina

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  5. augen zu und durch, wa? dieses wütende trotzen ist doch echt das letzte...
    (ich freu mich über zehn jahre abstand, echt!)

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  6. Oh, na Du machst mir Mut...

    Bei uns sind es 18 Monate Altersunterschied und bis jetzt finde ich es aller Warnungen im Vorfeld zum Trotz sehr entspannt. (Wochenenden wie das letzte sind glücklicherweise die absolute Ausnahme - bis jetzt.) Die bewundernden Blicke kenne ich auch, vor allem von Frauen, die eben erst das erste Kind bekommen haben und damit alle Hände voll zu tun. Ich antworte dann meist ganz ehrlich, dass ich es mit zwei Kindern deutlich entspannter finde als mit nur einem, aber unsere Älteste war auch viel, viel fordernder als unser Sohn.

    Aber nunja, das Leben mit Kindern ist ein einziger Wandel. Noch krabbelt unser Sohn nicht, aber bis dahin sind es nur noch wenige Monate. Und die Stimmungen unserer Tochter kann niemand voraus sagen. Es bleibt also spannend, würd ich sagen.

    Drei unter drei könnte ich mir auch gut vorstellen. Aber vermutlich geht sich das zeitlich nicht aus. (=

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  7. Vielen lieben Dank für Eure Kommentare!
    Mausekind, das Rezept schreibe ich noch auf, versprochen!

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