Freitag, 18. November 2011

Zum Ewigkeitssonntag


Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit, 
als welkten in den Himmeln ferne Gärten; 
sie fallen mit verneinender Gebärde. 

Und in den Nächten fällt die schwere Erde 
aus allen Sternen in die Einsamkeit. 

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. 
Und sieh dir andre an: es ist in allen. 

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen 
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke 




Kommentare:

  1. Es ist gut, das zu wissen. Und es ist schön, dass du es nicht versäumst, daran zu erinnern.

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  2. Jedes Jahr in dieser Woche schreibe ich im Büro eine Liste mit den Namen der Verstorbenen des letzten Jahres. Sie werden im Gottesdienst am Ewigkeitssonntag vorgelesen und die Angehörigen werden zu diesem Gottesdienst eingeladen. Danke für den schönen Text.
    Susanne

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  3. wunderschön dieses Gedicht und das Foto!
    Lieben Gruss Elke

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  4. Einfach nur wunderschön ! Danke daß du es mit uns geteilt hast.
    Liebe Grüße
    Gabi

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