Am Morgen nach unserem Anreisetag war ich zuerst wach. Ich kochte mir Kaffee und saß ungelogen zwei Stunden am Balkon, nicht ganz drauf, weil es sehr windig und noch ziemlich frisch war, und habe Schiffe beobachtet.
Genau vor unserem Balkon befand sich der zweitgrößte Hafen und der größte Containerhafen Dänemarks. Es gab einiges zu gucken. Da pendelte die Hochgeschwindigkeitsfähre von Seeland hin und her, da wurde ein großes Containerschiff entladen, Segelboote fuhren raus und Ausflugsschiffe kreuzten in der Bucht umher. Möwen und Kormorane segelten vorbei und die Wellen rauschten unter mir an die Kaikante. Es war einfach traumhaft! Ich hätte ewig dort sitzen können!
Nur ein paar Häuser weiter erreichten wir unser Frühstückscafé. Da waren wir im letzten Jahr schon und hatten uns wieder drauf gefreut. Als wir am Tisch vor unserem tollen Frühstück saßen, kamen mir fast die Tränen. So fühlt es sich an, wenn alle willkommen sind!
An den Nachbartischen saßen Junge und Alte beisammen. Eine ältere Frau im Rollstuhl hatte einen kleinen Jungen auf dem Schoß und fuhr mit ihm mehrere Runden um die Tische. Der Kleine quietschte vor Freude. In den Regalen lagen Berge von Brettspielen, an den Wänden hingen kreative Werke aus den Kursen im Haus. Im "Generationenhaus" wird Inklusion unter den Gästen und auch dem Personal sichtbar gelebt.
Ich kann dieses Gefühl schlecht beschreiben, aber sogar vor dem Haus, in der neuen "Hafencity", ja in der ganzen Stadt ist uns dieses starke Gemeinschaftsgefühl aufgefallen. Nicht umsonst machen wir auch schon seit vielen Jahren gerne Urlaub mit unseren Kindern in Dänemark. Kinder sind hier nicht Störfaktor sondern ganz selbstverständlich Teil der Gesellschaft.
Draußen im Park ging es weiter. Es gab einen riesigen Steingarten und noch mehr. Wir wollten unsere Füße schonen, aber der Park ist noch viel weitläufiger, als gedacht. Da gibt es noch Themengärten, viele interessante Bäume, mehrere Seen und noch viele Plätze für die Gemeinschaft mit Tischen, Bänken und Grillplätzen. Der Park ist gleich neben dem Freiluftmuseum "Den Gamble By", von dem wir im letzten Jahr schon so begeistert waren.
Am 17. Mai wird Norwegens Nationalfeiertag begangen und anscheinend ist die norwegische Gemeinschaft auch in Aarhus sehr groß. Jedenfalls strömten an uns viele junge Leute in wunderschönen Trachten und mit Fähnchen in der Hand einem Punkt im Botanischen Garten entgegen.
Übrigens auch ein witziger Fakt des Elternlebens: bei jedem Bagger, jedem Eichhörnchen, jeder Pusteblume, jedem tollen Film, jedem Stifteset, jeder Reise alleine denke ich so, ach, das würde den Kindern auch gefallen, das muss ich ihnen unbedingt zeigen :-)
Ampel mit Wikingermännchen.
Fortsetzung folgt...








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