Mittwoch, 24. Februar 2021

24. Februar 2021

Als die Augustschnuppe gegen 4 Uhr in unser Bett klettert, sehe ich im Halbdunklen, dass sie ein riesiges Kuscheltier mitschleppt. Nee, das ist zu viel! Ich schmeiße das Tier raus. Kurz bevor der Liebste um 6 aufsteht, bin ich auch schon wach. Er geht ins Bad, danach ich. In der Zwischenzeit frühstückt er schon. Als ich fertig bin, macht er sich auf den Weg ins "echte" Büro. 

Ich decke den Frühstückstisch. Dafür nehme ich gleich das Geschirr aus dem Geschirrspüler. Der wird am Abend eingeschaltet, so ist morgens alles sauber. Den Rest vom sauberen Geschirr räume ich gleich in die Schränke. So kann nach dem Frühstück das benutzte Geschirr gleich wieder in den Geschirrspüler geräumt werden. Meistens läuft das Gerät dann gleich nach dem Mittagessen, denn da fällt noch Kochgeschirr an. Wenn die Fuhre dann fertig ist, wird das Geschirr ausgeräumt und im Laufe des Nachmittags/Abends wird es wieder voll und nochmals eingeschaltet. Tagsüber mache ich das alles, am Abend nach dem Abendessen das Mutzelchen und der kleine Bruder. 

Dann habe ich 15 Minuten mit meinem Kaffee alleine am Tisch, bevor ich um 7:30 Uhr die Kinder wecken gehe. Alle sind ganz gut drauf. Es gibt Müsli oder aufgetoastetes Brot. Ich breche das letzte Glas der cremigen Boysenbeer-Marmelade aus Dänemark an.

Um 8:30 Uhr sind die beiden Großen pünktlich an ihren Schreibtischen. Der Adventsjunge fängt ungefähr um viertel nach 9 an. Er schaut sich Arbeitsblätter in Sachkunde an. Dann schalte ich ihm noch ein Lernvideo zum Thema ein. Um 10 Uhr hat er heute Video-Unterricht mit seiner Klassenlehrerin und der Hälfte seiner Klasse. Das schalte ich ihm noch ein, bevor ich mit der Augustschnuppe zur Post gehe. 

Wir spazieren los. Es ist herlichstes Frühlingssonnenwetter. Am Ende der Straße drehen sich die Bagger. Häuser werden abgerissen. Großes Thema seit Jahren hier in der Gegend. Eins war ein sehr kleines Einfamilienhaus auf einem großen Grundstück. Oh nein, eins war eine wunderschöne Jugendstil-Villa! Als wir vor 10 Jahren in diese Gegend gezogen sind, wohnte dort noch eine alte Frau. Jetzt stand das Gebäude schon sehr lange leer. Schade, dass es nicht gerettet werden konnte.

In der Poststelle wird heute das Päckchen des Liebsten gefunden. Danach bekommt die Augustschnuppe ein Hörnchen in der Bäckerei. Die nette Frau hinter der Theke tut sogar noch drei Kekse in die Tüte mit dem Hörnchen. Das sehe ich aber erst, als die Augustschnuppe das Hörnchen aus der Tüte zieht und die Kekse auf dem Boden landen. Schade! 

Wir drehen unsere Runde weiter und kommen an der Feuerwache vorbei. Am Wegesrand entdecken wir überall Frühblüher. Und dann schon wieder eine Baustelle. Diesmal ist es das schöne Haus, das ich neulich schon betrauert habe. Ach, ach... 


Als wir nach anderthalb Stunden wieder zu Hause sind, hilft mir die Augustschnuppe, den Teig für Eierkuchen anzurühren. Dann brate ich die Eierkuchen. Gleich in zwei Pfannen. Psssst, ich nehme die böse Pflanzencreme aus der Flasche zum Braten. Da spritzt nix und es brennt auch nicht an. Wer die Eierkuchen nicht in der Pfanne machen will, kann gerne mal das Rezept für Pfannkuchen aus dem Ofen ausprobieren. Wird in Skandinavien fast nur so gemacht. Ist supereinfach und macht sich quasi von alleine.

Pünktlich um 12 Uhr steht das Essen auf dem Tisch. Das muss so sein, weil die Großen nur von 12 bis 12:30 Uhr Pause haben. (Nach einem ganzen Jahr ohne Pause "Homecooking" für die ganze Großfamilie mache ich das mal mehr, mal weniger gerne. In unserem "alten" Leben haben fast alle Familienmitglieder die ganze Woche über ihr Mittagessen außer Haus bekommen.)


Nach dem Essen räume ich wiedermal den Tisch ab und die Küche auf. Der Geschirrspüler läuft. Genauso wie der Trockner. Die Waschmaschine schalte ich zum zweiten Mal heute ein. 

Die Augustschnuppe sitzt am Tisch und tuscht. Ich habe ein bisschen Zeit und setze mich dazu. Ich mache Bankgeschäfte, schreibe Mails und rufe wegen einer Frage unsere Augenärztin an. Dann schaue ich mir schonmal die Fotos vom Vormittag an und schreibe ein bisschen was auf. Der Adventsjunge sitzt an seinen Mathe-Arbeitsblättern. Er hat in den letzten Tagen ein bisschen getrödelt und muss heute Aufgaben nacharbeiten. Er setzt sich auch zu uns an den Tisch. Ich helfe ihm ein bisschen beim Verstehen der Aufgaben. 



Die Großen sitzen heute lange an ihren Schulaufgaben. Der kleine Bruder ist gegen 14:30 Uhr fertig. Die beiden Jungs gehen schonmal raus. Das Mutzelchen sitzt sogar bis 15:30 Uhr an ihren Aufgaben. Weil bei vielen Schülerinnen und Schülern ihrer Klasse die Luft raus ist, macht die Lehrerin 20 Minuten eher Schluss. 

Ich schnappe mir alle vier Kinder und mache mit ihnen einen Spaziergang ins Ortszentrum. Die Luft ist ganz mild. Es sind viele Menschen auf den Beinen. Oder auf Fahrrädern, Rollern, Rollschuhen, Skateboards oder joggend unterwegs. Unser Ziel ist die Eisdiele. Jedes Kind darf sich zwei Kugeln aussuchen. Das sind sehr großzügige Kugeln in dem Laden! Die Augustschnuppe verliert eine Kugel auf dem Weg und die andere schafft sie gerade so. 

Das Mutzelchen leidet draußen sehr. Seit gestern ist sie ständig am Niesen. Die Augen tränen und die Nase läuft. Die Ärmste. Da blüht anscheinend schon die Haselnuss?

Als wir wieder zu Hause ankommen, ist der Liebste schon da. Er hat aber noch eine Videokonferenz. Kurz vor 18 Uhr macht er Feierabend. Ich habe zwischendurch die Wäsche von Trockner aufs Bett gekippt, den Trockner wieder neu befüllt, den Tisch und das Wohnzimmer aufgeräumt und der Augustschnuppe ein großes Stück Gurke gegeben. Sie darf dann auf dem KIKA "Shawn das Schaf" sehen.

Ich bin nebenan am Schreibtisch und schreibe meinen Eintrag hier auf. Draußen dämmert es und der Mond leuchtet am Himmel. Während ich schreibe, decken die beiden Großen den Tisch für das Abendessen. Zum Abendessen um 19 Uhr gibt es Backcamembert und Gemüse. Danach bringt der Liebste die Augustschnuppe ins Bett. Sie ist echt müde, ist sie doch am Vormittag und am Nachmittag echt viel gelaufen.

Gleich schauen der Liebste und ich unsere aktuelle Serie über den Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahnstrecke in Nordamerika (Amazon-Partner-Link, kostenlos in Prime) weiter. Mensch, wird da viel Whiskey getrunken! Ich glaube, die Protagonisten trinken gar nichts anderes. Wie immer schauen der Liebste und ich nebenbei im Internet nach, was das da für Schauspielerinnen oder Schauspieler sind, wo sich das Ganze genau abspielt, ob es die Orte heute noch gibt, ob es wahre Begebenheiten gibt, wie der Stand der Technik so war, usw. ... 

Meine heutigen Entdeckungen im Internet:

Die Planetarien Berlin bieten Live-Streams zu verschiedenen Themen an. Und auch das Planetarium Hamburg hat Angebote für Kinder oder Erwachsene im Programm. 

Ab heute sind erste Corona-Selbsttests in Deutschland zugelassen. Diese Tests sollen auch für Laien anwendbar sein. Hier finden sich die wichtigsten Fragen und Antworten dazu. 

"Es ist wirklich unbeschreiblich. Im Sinne von: Das glaubt echt keiner, der es nicht selbst erlebt hat. Und das kannste auch keinem erklären.Kriegt keine Kinder! Eine mutige, ehrliche, schmerzhafte, erleichternde, polarisierende Kolumne.

Natürlich auch 2021 noch aktuell: Wir schreiben das Jahr 2020 - aber ganz oft könnte man denken, es sei 1950.  


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!

Kommentare:

  1. Es ist ja nicht nur, dass die schönen alten Häuser schwinden, nein. Mit ihnen die Gärten, die Tiere. Und was kommt, kennen wir: Pflegeleichter Rasen, graue Bodenplatten, Kirschlorbeer. Der ist für nichts, aber auch gar nichts gut.

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    1. Das stimmt. Und alles wird verdichtet. Dort wo vorher nur eine Wohnung war, sind dann im neuen großen Bau zehn.

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    2. Schottervorgärten noch vergessen. Die nehmen hier zu, obwohl Neuanlage inzwischen verboten. Scheint niemand zu kontrollieren. Letzten Sommer eine junge Mutter entdeckt, die in ihrem Schottervorgarten Gift sprühte gegen das Unkraut. ��

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