Montag, 2. November 2020

Herbstwochenende

Am Freitag letzter Woche bin ich vorerst das letzte Mal im Museumsdorf Volksdorf. Auch das Museumsdorf schließt in der nächsten Zeit wieder die Türen. Alle Veranstaltungen fallen aus und Gruppen werden nicht empfangen. Das ist wieder ein herber Schlag, denn das Museum lebt von den Einnahmen der vielfältigen Veranstaltungen. Von Spenden und Mitgliedschaften im Museumsverein aber auch. 

Doch am Freitag habe ich noch eine Schulklasse da und erzähle den Kindern, wie aus der Wolle am Schaf zum Schluss eine Socke entsteht. Die Klasse wurde in ganz kleine Gruppen aufgeteilt, so dass immer nur 6 Kinder plus Begleitperson anwesend sind. Wir sitzen auch nicht, wie sonst, in der kleinen kuscheligen Bauernstube sondern in der großen Scheune, die für Veranstaltungen ausgebaut wurde. Da ist genügend Platz und Luft für uns.

Zwei Durchgänge mit je 45 Minuten sind geplant. Ich merke: mit so wenigen Kindern bin ich viel schneller mit meinem Programm durch. Aber ich genieße es so sehr!

Während ich zwischendurch auf die nächste Gruppe warte, stehe ich unterm Reetdach und schaue dem Regen beim Heruntertropfen zu. Das ist soooo entspannend! Im Hintergrund läutet die Glocke der Dorfkirche und ich bin in dem Moment ganz weit weg... 

Überhaupt finde ich einen Aufenthalt im Museumsdorf irgendwie beruhigend und erdend. Wie lange es diese Häuser schon gibt! Und was sie wohl zu erzählen hätten. Die Menschen kamen und gingen und diese Balken und Mauern stehen immernoch. Seit Hunderten von Jahren. Ich finde das irgendwie tröstlich. 

Jedenfalls regnet es an diesem Tag von morgens bis abends in Strömen. Ich bin trotzdem mit dem Fahrrad unterwegs. Ich trage einfach einen Regenponcho (Amazon-Partner-Link). Unten drunter sind so Schlaufen für die Arme, so dass der Poncho quasi auf dem Lenker liegt. So bleiben auch die Beine trocken. Naja, zumindest von oben. Eine Regenhose wird wohl die nächste Anschaffung sein. Den Poncho kann man umgestülpt in eine Tasche stopfen. So habe ich ihn jetzt im Herbst im Lastenrad immer dabei. 

Abends kommt eine dringende Anfrage rein: ob ich am Samstag im Ausstellungshaus im Naturschutzgebiet Höltigbaum einspringen kann? Ja, kann ich. So radle ich am Samstag ins Naturschutzgebiet. Von 11 bis 18 Uhr habe ich zusammen mit einer Kollegin Dienst. 

Vorher habe ich zu Hause aber noch schnell einen Zupfkuchen gebacken. Am Abend soll nämlich unser Großer nach Hause kommen. Die Universität in Paris hat alle ihre ausländischen Studierenden wegen der Corona-Situation nach Hause geschickt. Das Studium findet vorerst bis Anfang nächsten Jahres online statt. 

Der Große hat also fürs Wochenende einige Wohnungsbesichtigungen in Hamburg. Doch zuerst muss er bei der Ankunft in Hamburg einen Corona-Test machen. Bis das Ergebnis da ist, darf er das Haus nicht verlassen.

Während ich im Naturschutzgebiet arbeite, kommt mich meine Familie dort besuchen. Die Kinder bekommen ein Eis. Der Liebste hat einen Picknickkorb für mich und meine Kollegin gepackt. So richtig mit Tellern, Kaffeetassen, Tischdeckchen, Servietten und Besteck. Kaffee ist in einer Thermoskanne, Milch in einem Fläschchen und dann auch noch Zupfkuchen in einer Box. So lieb!

Als wir um 18 Uhr das Ausstellungshaus schließen, ist es draußen stockfinster. Als ich zu Hause ankomme, ist der Große schon da. Er erzählt von seiner Reise. Die anderen Kinder sind ein bisschen aufgeregt. Heute bekommen sie ihren Süßigkeitenteller! Das habe ich vor vielen Jahren mal eingeführt. Wir feiern kein Halloween und laufen auch nicht von Tür zu Tür. Doch Süßigkeiten sollen die Kinder auch bekommen. 

Als die Augustschnuppe im Bett ist, schauen wir anderen den Film E.T.. Der spielt auch an Halloween, was aber eigentlich gar nicht das Thema ist. Mir fällt wieder auf, wie langsam der Film doch ist. Allein die letzte Szene, wo sich alle von E.T. verabschieden und sonst gar nichts anderes passiert, dauert fast 10 Minuten. 

Am Sonntag habe ich regulär Dienst im Naturschutzgebiet. Es ist ein herrlicher Tag! Die Sonne scheint, es ist angenehm mild und das bunte Laub an den Bäumen strahlt in den schönsten Farben. Das Naturschutzgebiet ist außerordentlich gut besucht. Und auch im Ausstellungshaus haben wir gut zu tun. Wir verkaufen auch nochmal richtig viel Eis. Ab November haben wir nur noch von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Aber in diesem Jahr erstmal gar nicht mehr. Wir hoffen, dass wir bald wieder öffnen dürfen, denn an diesem Ort können die Hygienemaßnahmen sehr gut eingehalten werden. 

Meine Pläne für November seht Ihr wie immer in meiner Monatsvorschau. Das Einfangen der Sonnenstrahlen hat jedenfalls schonmal sehr gut geklappt. 








 

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