Donnerstag, 4. Juni 2020

Zu-Hause-Tagebuch Tag 81

Alle meine Einträge aus der Zeit der Corona-Krise sammle ich unter dem Label Zu-Hause-Tagebuch. Es lohnt sich, auch in ältere Beiträge reinzuschauen, da ich jedes Mal eine Menge interessanter Lese-Tipps für Groß und Klein aus dem Internet zusammengetragen habe.

Um 6 Uhr summt heute der Wecker. Der Liebste steht als Erster auf. Er geht ins Bad und danach deckt er den Frühstückstisch. Als ich aus dem Bad komme, sind die beiden Jungs schon wach. Das Mutzelchen und die Augustschnuppe schlafen noch.

Nach dem Frühstück fährt der Liebste gegen 7 Uhr mal wieder ins echte Büro. Ich fahre später den Adventsjungen mit dem Lastenrad zur Schule. Für ein paar Stunden sieht er heute seine Lehrerinnen und die Hälfte seiner Klasse wieder. Die andere Hälfte der Kinder wird morgen unterrichtet. Derweil macht sich auch der kleine Bruder auf zur Schule.

Ich fahre mit dem Fahrrad gleich noch weiter ins Ortszentrum. Als ich das Mutzelchen nach einem Mittagessenswunsch gefragt habe, wünschte sie sich Maultaschen. Die gibt es in lecker von einer schwäbischen Firma fertig aus dem Kühlregal. Aber nur in einem Supermarkt in der Gegend.

Ich radle also dahin und hole mir auch noch meine Tageszeitung. Und einen Kaffee beim Bäcker. Die 10 Minuten gönne ich mir noch bevor ich wieder nach Hause fahre. Das ist für mich immernoch etwas Besonderes, vor allem, weil ich nach meiner Operation im letzten Jahr viele Monate gar keinen Kaffee getrunken habe.

Zu Hause haben das Mutzelchen und die Augustschnuppe gerade fertig gefrühstückt. Ich räume die Küche auf, schalte die Waschmaschine ein und sauge die Wohnung richtig gut durch. Ahhhh, es ist schon spürbar anders, wenn gleich drei Personen weniger zu Hause sind. Und vor allem, wenn ich nicht nebenbei noch ein Auge und ein Ohr auf die Schulaufgaben des Erstklässlers haben soll.

Die Augustschnuppe kann heute mal durch die ganze Wohnung wuseln. Doch am liebsten ist sie in meiner Nähe, wenn ich rumräume. Da sind so Kleinigkeiten, die auch mal gemacht werden müssen, wie der Stapel auf der Kommode, die Mützen und Halstücher auf der Bank, das Spielzeug am Badewannenrand, die einzelnen Socken in der Kiste, die angegrabbelten Türrahmen, und, und, und...

Am Wochenende soll das Jungszimmer gestrichen werden, dafür hänge ich in dem Zimmer alle Bilder ab, ziehe Nägel aus der Wand, drehe Schrauben raus und verspachtele einige Löcher. Dann sortiere ich das Bücherregal und bringe ein paar größere Spielsachen in den Keller.

Mittags sind die Jungs wieder da. Der Adventsjunge ist das erste Mal alleine gelaufen. Sie berichten nicht viel aus der Schule. Der kleine Bruder setzt sich gleich an den Schreibtisch, um Schulaufgaben zu machen. Denn drei Stunden vor Ort in der Schule heißt nicht, dass alle Aufgaben schon erledigt sind. Dann fängt es wieder an, zu regnen.



Wir essen Mittag und kruscheln dann so vor uns hin. Nach Käsekuchen von gestern, Keksen und Obst am Nachmittag mache ich mal wieder Disney+ an. Da haben wir noch gar nicht viel gesehen. Heute schauen wir mal "Das Dschungelbuch". Den Film habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Er ist echt alt, von 1967, das merkt man schon, aber auch angenehm langsam und die Kinder amüsieren sich.

Um 18 Uhr kommt der Liebste nach Hause. Da habe ich schon den Abendbrottisch gedeckt. Plötzlich haben alle Hunger und wollen schon essen. Dann wird auch noch genörgelt und gestritten. Da ist bei mir der Ofen aus und ich flüchte aus der Wohnung. Ich mache einen schnellen Spaziergang und treffe auch noch eine Bekannte zum Quatschen. Als es wieder zu regnen beginnt, gehe ich wieder nach Hause.




Gegessen: Maultaschen, Käsekuchen
Gesehen: "Das Dschungelbuch"
Gespielt: mit Lego
Bewegt: Fahrrad gefahren, Hausarbeit, Zimmer aufräumen, Spaziergang
Vorgelesen: "Maya Angelou" (Amazon-Partner-Link)
Gelesen: den Tagesspiegel

Tipps aus dem Internet:

GEW: Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft hat in bundesweiten Stichproben das Lernen zur Zeit der Corona-Krise untersucht. „Viele Schulen hatten kein Konzept.“
Hilfetelefon schwierige Geburt: Seit gestern gibt es das vertrauliche Hilfetelefon nach schwieriger oder belastender Geburt für betroffene Personen. Es ist u.a. ein Projekt von Motherhood e.V. und soll eine einfache erste Anlaufstelle für Gespräche sein.
LandLebenBlog: Unterwegs. Wunderschöne Himmelsbilder! Und ein Wildschweintipp.
Zeit Leo: Der kostenlose tägliche Newsletter für Kinder von 6 bis 12 Jahren von Zeit Leo ist eine schöne Sache. Jetzt gibt es etwas zum Mitmachen: einen Malwettbewerb für das nächste Zeit-Leo-Cover.
FEZ Berlin: Das Freizeit- und Erholungszentrum für Familien in Berlin gibt's auch für zu Hause. Bei FEZ@HOME sind ganz viele Spiele, Tipps und Tricks und Ideen für Kinder zu finden.
Tebalou: Vielfalt im Kinderzimmer gibt es bei Tebalou. Da gibt es Puppen, Bastelmaterialien und Stifte in vielen verschiedenen Hautfarben. Außerdem viele Spiele und Bücher ohne Stereotypen.


Ich freue mich, dass meine regelmäßigen Tagebuch-Einträge so guten Anklang finden! Ich danke sehr für die Anteilnahme und für die Tipps, die mir von Leserinnen oder Lesern geschickt werden. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!


Kommentare:

  1. Christine Malliga5. Juni 2020 um 09:00

    Liebe Carola! Diese Tage kenne ich auch gut. Super, wie du das immer so toll schaffst. Für mich ist dann auch frische Luft und ein Gespräch mit der Welt draußen die beste Medizin. Es kommen wieder bessere Zeiten, mit mehr Freiraum für uns Mütter. Liebe Grüße aus dem Süden

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