Donnerstag, 4. Februar 2021

4. Februar 2021

Ich wache auf, als der Liebste um halb 8 aufsteht. Da kraucht auch gerade die Augustschnuppe in unser Bett. Nach dem Liebsten geht das Mutzelchen ins Bad, dann erst bin ich dran. 

Als ich an den Frühstückstisch komme, ist es schon halb 9. Nix mit gemeinsam frühstücken, denn die beiden Großen müssen da schon in ihren Video-Klassenkonferenzen sitzen und auch der Liebste ist schon unterwegs an seinen Schreibtisch. 

Der Adventsjunge und die Augustschnuppe spielen schon im Wohnzimmer mit der Holzeisenbahn. Ich mache mir meine Tasse Kaffee und will mich kurz an den Tisch setzen. Abgeräumt ist der noch nicht. Die Augustschnuppe ist auch noch im Schlafanzug.

Der Adventsjunge soll nun auch mal langsam an den Schreibtisch gehen und schonmal seine Aufgaben für den Vormittag sichten. Ich bitte ihn ganz sachlich darum. Er bekommt sofort einen schlimmen Wutanfall. Ich stehe da zwischen Augustschnuppe anziehen, Küche aufräumen, kaltem Kaffee und seiner Laune und bin schon am Morgen erledigt. Mir kommen die Tränen.

Ich will hier heute nichts beschönigen und es nicht mehr verschweigen: das ist nicht das erste Mal. Nicht in dieser Woche, nicht in diesem Lockdown, nicht im letzten und auch nicht in den vergangenen vier Jahren. Ich bin unendlich traurig, dass wir so oft aneinandergeraten. Meine Gelassenheit ist in diesen Momenten nicht vorhanden. Ich bin abwechselnd wütend und frustriert und fühle mich obendrein sehr, sehr schlecht. Meine Seele ist wund und angekratzt. So ist die Begleitung beim Fernlernen natürlich eine echte Herausforderung. Tag für Tag.

Ich ziehe mich da heute vormittag raus und überlasse dem Adventsjungen die Erledigung seiner Aufgaben komplett. Machen muss er sie, das steht fest. Die Aufgaben werden von den Lehrerinnen kontrolliert und korrigiert zurückgegeben. Alles was er jetzt nicht schafft, unvollständig oder fehlerhaft abgibt, muss er nachholen. Ich schalte ihm später nur die Lernvideos seiner Lehrerinnen ein. 

Ich räume fertig auf, ziehe die Augustschnuppe an und gehe mit ihr raus. Atmen. Wir gehen kurz ins Schulbüro. Dort melde ich den Adventsjungen von allen Ferienwochen, die es noch in diesem Schuljahr gibt, ab. Dann gehen wir beide noch Milch und Butter kaufen. Von den Temperaturen her ist es heute eigentlich gar nicht sooo kalt. Aber es ist nass und ungemütlich. Der Schnee ist fast weggetaut.

Zum Mittagessen mache ich heute wieder den knusprigen Reis. Der ist einfach jedes Mal wieder großartig! Ich koche den Reis ganz normal im Topf. Immer einen Becher Reis und zwei Becher Wasser. Aber ich weiß, dass manche einen Reiskocher suchen. Der ist zufällig heute im Angebot (Amazon-Partner-Link). Von Reishunger, wo ich auch das Rezept für knusprigen Reis herhabe. 

Wenn der Reis fertig gekocht ist, kommt er in eine Pfanne mit Butter. Die erste Schicht wurde vorher noch mit Safran verrührt. Deckel drauf und bei höchster Stufe 10 Minuten braten. Ich denke jedes Mal, dass da doch was anbrennen muss. Nach 10 Minuten lege ich eine Porzellanplatte auf die Pfanne und drehe alles mit einem Schwung um. Und siehe da: eine goldene superleckere perfekte Kruste! Köstlich!

Wir essen dazu die Linsenbolognese von gestern. Da ist noch so viel übrig, dass ich noch ein paar Portionen einfriere. Die meisten Kinder essen lieber noch Veggie-Nuggets oder Gemüsebällchen dazu. 


Als die Kinder am Nachmittag mit ihren Schulaufgaben fertig sind, fahre ich kurz mit dem Fahrrad zur Post. Dann halte ich noch beim Bäcker, hole mir einen Becher Kaffee und die besten Streuselschnecken für den Nachmittag. In der fast leeren Fußgängerzone stehen trotzdem drei Personen von einem Tierschutzverein und versuchen, die wenigen Menschen anzusprechen, die vorbeikommen.

Später gehen die Kinder in den Keller, Spielsachen austauschen. Wir haben so einige größere Dinge, die ab und zu wegen Platzmangels nach unten wandern. Nur wenn eine große Sache in den Keller kommt, kann eine andere in die Kinderzimmer. Das wären so Dinge wie die Carrera-Bahn, die Holzeisenbahn, diverse Playmobil-Burgen oder -Schiffe. 

Heute entdeckt der kleine Bruder ein Skateboard. Das muss wohl noch vom Großen stammen. Er holt es hoch, säubert es und fährt in der Wohnung Probe.


Nach dem Kaffee gehen alle Kinder zusammen raus. Mit diversen Fahrzeugen. Ich setze mich kurz hin und antworte endlich auf Kommentare hier im Blog und schreibe kurze Dankesmails für die Beträge in der Kaffeekasse. Das freut mich immer sehr! Manchmal bekomme ich noch persönliche Worte dazu. Da erfahre ich dann ein bisschen was über meine Leserinnen und wie lange sie hier teilweise schon mitlesen. 

Der Liebste macht gegen 18 Uhr Feierabend. Er darf dann der Augustchnuppe in der Badewanne die Haare waschen. Nicht gerade ihr Hobby. Mit Bestechung geht es dann. Sandmännchen. Abendbrot. Abendprogramm. Der Adventsjunge liest der Augustschnuppe vor dem Schlafengehen vor. Als er ein Wort nicht lesen kann, fragt er sie, ob sie noch weiß, wie das heißt (Ottilie). Das finde ich süß. 

Meine heutigen Entdeckungen im Internet:

Besondere Regeln für Geimpfte? Der Deutsche Ethikrat hat dazu eine umfangreiche Stellungnahme herausgegeben. 

"Völlig erschöpft." Eltern berichten Merkel über Ausnahmezustand. Die Kanzlerin bekam am heutigen Donnerstag im Rahmen ihrer Talkreihe „Die Bundeskanzlerin im Gespräch“ einen Einblick in die bittere Corona-Realität vieler Familien. 

Rock your Life! ist ein Netzwerk aus ehrenamtlich engagierten Studierenden, Schüler*innen und Unternehmen, die sich alle für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für junge Menschen einsetzen. Beim Eins-zu-Eins-Programm sollen schulische Leistungen verbessert und die Entwicklung persönlicher Potenziale unterstützt werden. 

In der Süddeutschen Zeitung gibt es 20 Streaming-Filmtipps für gute Laune. Wohlfühlfilme für Mut, Hoffnung oder eben gute Laune. 

In meinem liebsten Stöber-Blog ist heute für mich ein Traumhaus zu bewundern. Einfach wunderbar! Auch die Aussicht! 


Ich danke für das Mitlesen und die Anteilnahme. Ich will denen, die es gerne möchten, die Möglichkeit geben, etwas in die virtuelle Kaffeekasse zu tun. Herzlichen Dank für die Anerkennung!

Kommentare:

  1. wie gut kann ich Ihnen nach empfinden, Machtprobe ist nicht einfach durch zu stehen. Aber Sie machen das gut, aus der Gefahrenzone heraus gehen. Dafür wünsche ich Kraft und gute Nerven, die Zeiten ändern sich auch wieder. LG Roswitha

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  2. Ach du, ich weiß genau, wie du dich fühlst. Die täglichen Kämpfe um die Schulaufgaben, dazu ein kleines Kind, das beschäftigt werden will, Haushalt, Arbeit und die unendlichen Gedanken um die aktuelle Situation. Du machst das gut. Sorge für dich selbst, nimm dir weiterhin deine Auszeiten. Und fühl dich virtuell umarmt. Es geht gerade vielen Familien genau so.
    Hier in Sachsen sind diese Woche Ferien. Das entspannt zwar die Schulsituation, aber das Drumrum ist trotzdem herausfordernd.
    LG von TAC

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    1. Danke Dir und weiterhin gute Nerven!

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    2. Danke, die kann ich echt brauchen.
      Ich erwähne in meinem Blog auch ab und an solche persönlichen Momente. Meine Leserschaft ist nicht so groß wie deine, und bisher hatte ich ausschließlich positive, ermutigende Kommentare. Umso mutiger finde ich deine Offenheit.
      Ich wünsche dir, dass dir dieser eine negative Kommentar nicht die Kraft raubt.


      @Lisa: Du kennst nur das, was Carola preis gibt. Du kannst nicht wissen, welche Auseinandersetzungen und Anstrengungen vielleicht stattfinden, die Carola nicht erwähnt. Du bist auch nicht dabei, kannst also nicht wissen, ob sie Ansagen macht oder bittet. Ja, sie hat einen wunderbaren Mann, der sie unterstützt. Und trotzdem hat sie in dieser Zeit alles Recht der Welt, auch mal genervt, traurig, wütend zu sein, ebenso wie sie glücklich, fröhlich und gut gelaunt sein darf. Wir sind alle Menschen, keine Maschinen. Und ja, wir (Mütter) dürfen auch mal jammern, uns überfordert fühlen oder weinen.
      LG auch an dich.

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  3. Bis halb acht schlafen können, ein Mann, der das Abendprogramm übernimmt, große Kinder, die ihr Schulzeug selbst(ständig) erledigen - so gut hätten es viele Eltern momentan auch gern. Kleiner Tipp: wenn man will, dass etwas erledigt wird, was sowieso nicht verhandelbar ist, nicht "bitten": Das gibt dem Kind doch erst die Gelegenheit abzulehnen.

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    1. Vielen Dank, ich wusste gar nicht, dass ich um Rat gefragt hatte.

      Ich habe mich getraut, eine Momentaufnahme zu beschreiben. Meine Tränen werden durch diesen Kommentar nicht ungeschehen.

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    2. @Lisa

      Musste das jetzt sein? Fühlst Du Dich jetzt besser?

      LG Ina

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    3. Liebe Carola, oh Mann! Ich danke dir sehr für deinen Mut, diesen Moment zu beschreiben und überhaupt für dein tägliches Bloggen. Ich hoffe, du nimmst dir diesen übergriffigen, unempatischen Kommentar nicht zu sehr zu Herzen.

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    4. Das finde ich wirklich gemein, wie wüst Du in Deinem Kommentar bist. Es ist doch ganz klar, dass hier eine erschöpfte Mutter schreibt und uns einen ehrlichen Blick auf einen Teil ihres Alltags geben will, den wir alle nur zu gut kennen. Es war mutig, da sie wohl mit solchen Kommentaren zu rechnen hatte. Von außen zu urteilen ist immer einfacher.
      Carola, ich wünsche Dir viel Kraft. Zum Glück scheinen die meisten Deiner Leser sensibler und verständnisvoller zu sein.

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    5. Hallo Lisa, Carolas Gefühle ändern sich nicht, nur weil es anderen möglicherweise schlechter geht. Wir haben doch alle unsere Herausforderungen zurzeit. Welche sind die Ihrigen?
      @Carola: Hoffentlich ist es heute besser!

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    6. Ach, ich meinte es auch andersrum: Davon, dass Carola so tut, als wäre nichts, werden die anderen auch nicht glücklicher. In diesem Sinne: Ich wünsch uns allen Kraft in unserer jeweiligen Situation!

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  4. Hallo!
    Ich lese deinen Blog schon länger und habe auch schon öfter dein schönes Geschirr bewundert, aber beim heutigen Foto habe ich mich tatsächlich "schock-verliebt" in dein weiß-blaues Geschirr. - Ist das alles von einer bestimmten Firma?
    Liebe Grüße und weiterhin gute Nerven - uns hilft immer mal wieder die Musik laut aufzudrehen und gemeinsam durch die Wohnung zu tanzen. ;-)

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    1. Das Geschirr ist Steingut von Villeroy und Boch und teilweise 100 Jahre alt. Ich mag das Hellblau auch so gerne. Ich find es auf Flohmärkten oder ebay.

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  5. Damals, als unser Mittlerer acht Jahre alt war, haben wir auch Homeschooling gemacht. Freiwillig, weil es für ihn in der Schule gar nicht funktionierte. Als ein Elternteil dabei sass, ging es ja irgendwie, aber sofort er etwas allein machen sollte… unmöglich. Er hat sich nicht aktiv gewehrt, einfach nicht gemacht, was er machen sollte. Erst nach einem halben Jahr wurde es besser - aber er wusste, dass es vielleicht für immer so bleibt und in dieser Zeit passte es ihm auch viel besser als in der Schule zu sein. Jetzt ist er 14, geht (auf eigenen Wunsch) ganz normal in die Schule, hat Freunde und akademisch geht es ihm sehr, sehr gut. Irgendwann wachsen sie alle aus den Machtkämpfen heraus… oder es kommen neue Machtkämpfe, zu anderen Themen. :)

    Ihr macht das Ganze super. Es ist in Ordnung, sich manchmal überfordert zu fühlen. Ich drücke die Daumen, dass wenigstens die Grundschüler bei Euch bald wieder in die Schule dürfen. Hier in Estland gehen die Kinder meistens in die Schule, aber ab und zu müssen einige Klassen in Quarantäne bleiben, weil jemand einen positiven Coronatest hatte oder weil auch Lehrer in Quarantäne sein müssen. Unser Jüngster (11) muss heute allein zu Hause lernen, weil 4 von seinen Lehrerinnen nicht da sind - ich bin ganz sicher, dass er vergessen wird, die eine oder andere Aufgabe zu erledigen.

    Ich wünsche Ihnen viel Kraft und ganz viele kleine Freuden im Alltag.

    LG von Estlandmama

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  6. Ich lese hier auch schon länger, ich will auch keinen Rat geben der zum ...schlag ausarten könnte.
    Das Leben wird grad nicht leichter, weil noch weniger ein Ende des Theaters absehbar ist, als vor einem Jahr.
    Es wird auch nicht prickelnder, daher auch anderswo und andernarts neue Spannungen, die keine/r will.
    Ich habe meinen Blog schon vor Jahren geschlossen, wenn man solche Momente outet, wird man angreifbar. Das lässt sich wohl nicht verhindern. Die darauffolgende Schlagabtausche sind dann oft so billig, dass man sich schon schämen muss.
    Und dass du bis halb acht schlafen darfst: ja, freu dich!
    Ich frage mich bei vielen Blogs auch gerade, wie die es noch schaffen, leckere Menüs zu produzieren, während andere knapsen was die Börse hergibt... (ich zum Glück auch nicht, aber gleich nebenan mehrere Familien), aber weil es den anderen schlecht geht, muss ich mir nicht ein schlechtes Gewissen machen lassen. Bring ich halt mal bisschen was zum Schleckern rüber.
    Insofern:
    Entweder Hochglanz ohne Kanten, dann auch (meist) ohne Angriffe.
    Oder man steht dazu.
    Oder macht zu. Wie ich damals :-)
    Whatever, allerorten gute Nerven, wer immer sie brauchen kann!
    Anna2

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    1. ... und wenn du dir jetzt die Kommentare vom Tag danach so durchliest...Schlagabtausch zum Genieren, ich empfinde es wirklich so.
      ENTSPANNTES WOCHENENDE!
      Anna2

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  7. Liebe Karola, fühl dich gedrückt. Das wollte ich gestern Abend schon schreiben. Heute nach dem ätzenden Kommentar doppelt. Wir haben hier vier willensstarke Kind und darunter eine Erstklässlerin die ihren Unwillen und ihre überschäumende Wut lautstark auslässt, bevorzugt an mir - da ich die Hauptbezugsperson bin. Das ärgert mich, das Verhalten des Kindes, meine Reaktion darauf und meine Hilflosigkeit in der Situation. Und ja, es summiert sich und unter der derzeitigen Situation ist es besonders schwierig. Danke fürs Teilen. Es hilft ja nur bedingt, aber du bist in der Situation nicht allein. Ich wünsche dir gutes Durchhalten, Pausen zum Luftholen zwischendurch und uns allen, dass wir in absehbarer (!) Zeit wieder in unseren Alltag zurückkehrer können.

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  8. Ach, ich habe bei Insta schon kommentiert und dann erst hier gesehen, dass sich die Aussage nicht nur auf Homeschooling, sondern auch auf die letzten Jahre bezog. Das ist sicher nicht immer einfach und ich kann deine Mama-Emotionen so verstehen. Ich wünsche dir, dass eine stabilere schulische Situation ein bisschen Entspannung bringt. Ich kenne das Leben mit einem emotionsstarken Kind... Alles Gute! Maren

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  9. Jede Mama kennt solche Momente. Das ist alles normal. Und du hast absolut richtig reagiert, in dem du ihn allein hast machen lassen und rausgegangen bist. Profimama richtig!
    Die eigenen Kinder und ihre Bocker gehen einem manchmal an die Substanz und wenn man da mal weint, ist das völlig Ok!

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    1. Dankeschön! Ich arbeite ja seit bald 30 Jahren mit Kindern. Bei anderen fällt mir alles auch viiiiiel leichter :-)

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