Donnerstag, 10. September 2020

Donnerstagsschnipsel

* Am bundesweiten Warntag, der ab jetzt jedes Jahr im September stattfinden soll, hörte ich heute hier am Hamburger Stadtrand genau... nichts. Am Frühstückstisch hatte ich noch die Kinder auf die Sirenentöne vorbereitet, damit sie sich nicht wundern. Doch um 11 Uhr war nichts zu hören. Ich kenne die an- und abschwellenden Töne noch aus meiner Kindheit. Ein Mal in der Woche erklangen sie mittags um 1. Da lag ich gerade im Kindergarten schlaflos auf meiner Pritsche. Die Töne waren das Zeichen für mich, dass der blöde Mittagsschlaf endlich bald beendet ist.

* In dieser Woche war der Liebste bis jetzt jeden Tag im Büro. Die Kinder waren alle in ihren Einrichtungen. Die Augustschnuppe ist nun schon 4 Stunden täglich im Kindergarten. So war ich tatsächlich mal ein paar Stunden wirklich allein. Ich bin jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, Besorgungen machen. Einkaufen, Rezepte abholen, Fahrräder zur Werkstatt bringen, wieder einkaufen. Dann habe ich auch noch einige Telefonate geführt, viel gebacken, geputzt und aufgeräumt.

* Und zwischendurch: Zeit für einen Kaffee. Ahhhhhh! Das ist eine Sache, die ich wirklich liebe und die ich schon so lange betreibe, wie ich Kinder habe. Ich sitze dann ganz alleine eine halbe Stunde im Café, am liebsten am Fenster, und schaue in die Gegend. Ich versuche auch, nicht aufs Handy zu schauen oder sonst irgendetwas zu tun, sondern sitze mit Absicht einfach nur da. Im letzten Jahr nach meiner Magen-Operation ging das irgendwie nicht so gut, deshalb bin ich jetzt sehr zufrieden, dass ich wieder Kaffee trinken kann. Ich danke auch wieder sehr herzlich für die Münzen in meiner virtuellen Kaffeekasse! Auch die vielen lieben Worte dazu erfreuen mein Herz. Ihr seht, Ihr ermöglicht mir damit einen sehr notwendigen Mini-Urlaub.





* Heute Morgen hat mich endlich die App, die ich zur Gewichtskontrolle verwende, beglückwünscht. Im letzten Jahr habe ich als Ziel ein Wunschgewicht eingegeben, wovon ich dachte, dass ich das eh nie erreiche. Auch die Prognose der behandelnden Klinik lag noch weit drüber. Seit März habe ich nun nicht mehr viel abgenommen. Es ging immer hundert-Gramm-weise hoch oder runter. Aber ich wollte doch gerne sehen, was die App macht, wenn die magische Zahl erreicht ist. "Glückwunsch, Carola!!!" stand da, nun weiß ich es :-)

* Jetzt warte ich noch darauf, dass ich nicht mehr in freien Stunden rechne. Der Kontrast Vormittag/ Nachmittag ist wirklich enorm. Alles, was ich schaffen will, muss ich am Vormittag hinkriegen, denn am Nachmittag trudeln nach und nach alle Kinder ein und dann ist Trubel bis zur Tagesschauzeit. Uff.

* In den letzten Tagen hatte ich immer das Gefühl, dass irgendetwas Anfang September passiert ist. Ich wusste aber nicht mehr, was es war. Heute habe ich Fotos angeschaut und wurde in einem Rückblick daran erinnert. Die Fehlgeburt war vor vier Jahren um genau diese Zeit. Einerseits war ich erschrocken, dass ich es vergessen hatte. Andererseits war ich traurig, weil die Zeit vorher so schön war und wir uns so auf das Kind gefreut hatten. Die körperlichen Vorgänge und die schweren Komplikationen hinterher haben mich leider nachhaltig geprägt. Aber ich bin nun auch versöhnt mit dieser Zeit, weil sie der Startpunkt für noch einige schöne und kraftvolle Dinge war, die danach passierten. Und damit meine ich nicht nur unsere Augustschnuppe, die nur kurze Zeit später glücklicherweise gesund bei uns landete. 

* Und um 20 Uhr ist es draußen schon wieder stockdunkel!



Kommentare:

  1. Ach, Carola❤, liebe Grüße von einer langjährigen Leserin aus Barcelona

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  2. Ganz viele Herzen für Dich.

    Liebe Grüße, Ina

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