Montag, 24. Februar 2020

Fluffige Amerikaner


Willkommen hier bei "Frische Brise" zum Live-Bloggen! Ich blogge ja sehr selten vor, was ja laut allen möglichen Ratgebern zum Thema Bloggen der größte Fehler überhaupt sein soll. Man soll doch unbedingt den Zeitpunkt der Veröffentlichung beachten! Dann auch noch Keywords und Zwischenüberschriften einfügen und zum Schluss am besten eine Frage an die Leserinnen. Aber wisst Ihr was: nach bald 12 Jahren Bloggerei ist mir das relativ schnuppe. Ich werde weiter so vor mich hin bloggen und mich freuen, wenn das hier jemand liest.

Und deshalb habe ich erst heute Vormittag beschlossen, den Kindern etwas Buntes zum Fasching zu backen. Fasching spielt ja hier in Hamburg so gar keine Rolle. Nur im Kindergarten oder der Grundschule wird gefeiert. Fertig. Weil das deshalb so gar nicht in meinem Gedächtnis war, musste ich dafür heute auch noch extra einkaufen, weil ich gar nicht alle Zutaten vorrätig hatte. Hätte ich gewusst, wie einfach das geht, hätte ich auch dem Adventsjungen dieses Gebäck statt kleingeschnittener aufgebackener Laugenstangen für das Buffet in die Schule mitgeben können. Hätte, hätte, Fahrradkette...

Amerikaner liebe ich schon seit meiner Kindheit. Heute gibt es sie immer seltener beim Bäcker zu kaufen. Ich kann mich entsinnen, dass ich vor vielen Jahren mal welche nach einem Originalrezept mit Hirschhornsalz gebacken habe. Gebäck mit Hirschhornsalz hält sich länger. Das hatte ich aber wohl falsch dosiert und der Geruch hat ganz schön in der Nase gebissen. Von dem Backtriebmittel kommt übrigens auch der Name des Gebäcks. Früher hießen sie nämlich "Ammonikaner", nach dem Ammoniumhydrogencarbonat. Dieser Name verwischte im Laufe der Zeit zu "Amerikaner". Mein heutiges Rezept habe ich drüben im sowieso empfehlenswerten Blog Wienerbrød gefunden und gleich verdoppelt. Mit 250g Mehl brauche ich hier gar nicht erst anfangen :-)

Zutaten für 22 Stück:

250g zimmerwarme Butter
200g Zucker
4 zimmerwarme Eier
500g Mehl
6 EL Speisestärke
1 Packg. Backpulver
1 Prise Salz
geriebene Schale einer halben Zitrone/ 1 Päckchen Zitronenabrieb
ca. 8 EL Milch
1 Packung Puderzucker (250g)
ca. 5 EL Zitronensaft
bunte Streusel

* Butter mit dem Zucker schaumig rühren
* Eier untermixen und ca. 5 Minuten zu einem Schaum rühren
* Mehl, Stärke, Backpulver, Salz und Zitronenschale in einer extra Schüssel vermengen
* trockene Zutaten zum Schaum geben
* Milch nach und nach unterrühren
* aufpassen: es soll ein ziemlich zäher Teig entstehen, er darf nicht zu flüssig sein!
* mit einem Eisportionierer (Amazon-Partner-Link) Teigkugeln auf Bleche setzen
* dabei etwas Abstand lassen, das Gebäck wird noch breiter
* mit Esslöffeln geht es auch, bei mir wurden es insgesamt drei Bleche
* bei 160°C Umluft ca. 15 Minuten backen
* zwischendurch beobachten, die Amerikaner sollen nur leicht gebräunt sein
* abkühlen lassen
* aus dem Puderzucker und dem Zitronensaft einen dickflüssigen Guss anrühren
* dafür den Saft langsam nach und nach zum Puderzucker geben und gut verrühren!
* die flache Seite des Gebäcks einstreichen und sofort mit Streuseln verzieren
* zum Trocknen habe ich das Gebäck auf tiefe Teller gelegt und am Rand abgestützt, denn durch die Kegelform liegen sie nicht ganz gerade und der Guss läuft sonst herunter

Guten Appetit!






Kommentare:

  1. Die sehen sehr lecker aus! Danke für das Rezept!

    Liebe Grüße
    Jessica

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  2. Sehr schön! Wie Faschingskrapfen auch.

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  3. DAS schaut echt lecker aus
    Zum Ursprung des Namens „Amerikaner“ existieren verschiedene Mutmaßungen: Der Name leite sich von Ammoniumhydrogencarbonat her, dem in dem Gebäck benutzten Backtriebmittel, Der Name leite sich von der Form des Brodie-Helms der US-Armee im Ersten Weltkrieg ab.
    Ammoniak ist was anderes chemisch giftiges.

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    1. Danke für den Hinweis! Da habe ich nicht gut recherchiert. Natürlich ist Ammoniak etwas ganz anderes!

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  4. Ich mag Blogs, die aus dem Leben geschrieben sind, lieber als die durchgetakteten. Meins ist auch eher spontan, allerdings muss ich zugeben, dass ich manchmal schon vorschreibe. Aber das liegt dann doch eher daran, dass ich die Themen / Ideen sonst vergesse.
    Die Amerikaner sehen wirklich lecker aus.
    LG von TAC

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  5. Ich war gestern richtig traurig, dass ich hier in Schwerin noch nicht mal beim Stadtbäcker Junge schöne Berliner bekommen habe - obwohl im Stammhaus in Lübeck immer eine tolle Auswahl verkauft wurde. Ein Faschingsfan bin ich eigentlich nicht, aber ganz so trist müssen die närrischen Tage dann auch nicht sein. Auch hier wird maximal in der Kita gefeiert, die Grundschulen feiern nur im Hort, oft auch zur völlig falschen Zeit, diesmal war es so vor drei Wochen?!? Unsere christliche Kita feiert wenigstens an den richtigen Tagen, weil danach die Fastenzeit Thema ist.
    Die Amerikaner sehen lecker aus, vielen Dank für den Trick mit dem Eislöffel!
    LG

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    1. Ja, hier wird auch oft an anderen Tagen gefeiert. Das wird nicht so genau genommen :-)

      Bäcker Junge ist immer sehr lecker. Ich denke da immer an Kühlungsborn, da gibt es den Bäcker auch. Schade, dass es da nicht das Passende gab.

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