Donnerstag, 7. November 2019

Donnerstagsschnipsel



* Novemberwetter. Kalt. Grau. Nass. So muss das eben. Und wie früh es jetzt dunkel wird! Umso schöner, dass bald die Zeit voller Licht und Wärme beginnt. Also drinnen. Ich bin schon dabei, ein bisschen zu planen. Wir haben im Advent viel vor. Wir haben uns ganz viel lieben Besuch eingeladen, werden schöne Ausflüge machen und es uns so richtig gemütlich machen.

* Ihr wisst ja, Weihnachten kommt immer so plötzlich, ne?! Für meine Planungen habe ich ein schönes Büchlein entdeckt, das ich schon im Sommer gekauft habe. "Weihnachten ist keine Jahreszeit, sondern ein Gefühl" (Amazon-Partner-Link) heißt der Weihnachtsplaner.  Drinnen ist ganz viel Platz für eigene Eintragungen und Listen. Was sind meine schönsten Weihnachts-Erinnerungen? Welches Fest war besonders gut gelungen? Was ist mir wichtig? Was gibt mir Kraft? Was habe ich für Geschenkideen? Wem will ich schreiben? Was möchte ich backen, kochen oder basteln? Was sollte ich nicht so wichtig nehmen? Das alles kann man auf ganz schlicht gestalteten Seiten notieren. So kann man in dem Buch einen ganz persönlichen Erfahrungsschatz zusammentragen und jedes Jahr wieder hineinschauen.


* Neulich waren wir mit der ganzen Familie beim Zahnarzt. Das ist immer eine logistische Meisterleistung. Unsere Zahnarztpraxis hat das aber super drauf. Wir kommen in zwei nebeneinanderliegende Behandlungsräume. Und während die Zahnarzthelferin sich von den Kindern nochmal das Putzen zeigen lässt, sind wir Eltern schonmal dran. Die Zahnärztin wechselt zwischen den Räumen hin und her und hat nach einer guten Stunde alle unsere Zähne gesehen. Ich habe diesmal leider Pech gehabt. Neulich habe ich aus Versehen auf ein Stückchen Nussschale gebissen und hatte dolle Schmerzen. Nun hat einer meiner Backenzähne hat einen feinen Riss von oben nach unten. Er braucht eine neue Füllung und eine Krone. Das wird eine längere Sitzung. Und wird teuer. Uh, bis auf zwei rausoperierte Weisheitszähne hatte ich noch nie etwas und nun das!

* In letzter Zeit häufen sich die Fragen, wann ich denn wieder arbeiten gehe. Mir fällt auch auf, dass ich nur noch selten Mütter mit Kindern, die älter als ein Jahr sind, im Straßenbild sehe. Wenn ich dann aber erzähle, dass ich manchmal drei Mal die Woche im Museumsdorf arbeite und zusätzlich noch ein Mal in der Woche in der Schulbibliothek tätig bin, staunen die Leute. So eine Doppelbelastung! Das empfinde ich zum Glück nicht so, weil ich das ja alles freiwillig mache. Aber Arbeit, die Geld einbringt, wiegt eben doch im Ansehen noch mal anders.

* Und welches kleine Mädchen ist sehr fordernd, hält mich von allem möglichen ab, macht keinen Mittagsschlaf mehr, braucht keinen Kinderwagen mehr und will nicht, dass ich auch nur ein paar Minuten sitze? Richtig, die Augustschnuppe. So mache ich tagsüber vor allem Hausarbeit, immer mit der Kleinen am Rockzipfel. Sie ahmt alles nach und will ganz viel helfen.

* Und heute Abend gehts wieder zum Aquafitness.


Kommentare:

  1. Ja, die Sache mit der Arbeit... Frau zählt irgendwie nur, wenn sie Geld verdient. Schließlich wurde die Emanzipation hart erkämpft.
    Mich hat vor paar Wochen Arbeit gefunden. Nur ein Vormittag in der Woche, 5-6 Stunden. Ich tu mich sehr schwer damit, fühl mich überfordert (mit Hausbau, Ehemann mit gebrochenem Fuß zu Hause, Kleinkind, Haushalt, Kinderfahrdiensten, die ich grade ganz alleine stemme...)
    Ich wisste nicht so recht, woher das kommt, das Gefühl der Überforderung, und dass es einfach grad so gar nicht passt. Meine Freundin hat es auf den Punkt gebracht: Geht Mama wieder arbeiten, muss die Care-Arbeit neu sortiert werden, um Platz für die Arbeit in den Kapazitäten zu schaffen. Und genau das ist bei uns nicht passiert. Zu dem Pensum, das ich gerade habe, kommt die Arbeit oben drauf.
    Sehen alle in meinem Umfeld aber nicht, die sehen nur: Hui, sie verdient Geld! Und: Ist doch nur ein Vormittag!
    Tja.
    Ich wünsche dir, dass du weiterhin gut damit umgehen kannst und alles so kommt, wie es zu dir/ euch passt.
    LG von TAC

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    1. Danke für Deine Worte!

      Ich wünsche Dir, dass es sich einpendelt und die Arbeit nicht nur zusätzliche Belastung ist.

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  2. Lass Dich nicht draengeln (ich denke, das tust Du sowieso nicht). Die Kinder werden so schnell gross. Ich bin lange zu Hause geblieben (da gab es hier in den USA auch viele Kommentare dazu) und es war wunderschoen, und arbeite jetzt wieder Vollzeit, und es macht mir Spass. Alles zu seiner Zeit. You do you!

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    1. Dankeschön!

      Nee, ich lasse mich nicht drängeln. Ich habe beim Erstgeborenen nach einem Jahr wieder angefangen, bei den anderen nach rund zwei Jahren. Nur sind jetzt eben ein paar Kinder mehr zu Hause, d.h. auch mehr Termine, mehr Elterngespräche, mehr Kinderkrankheiten etc.

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  3. Arbeiten gehen mit vier Kindern.Alleine, dass man dich auf sowas anspricht. Du arbeitest doch täglich, um alles am laufen zu halten. Das alles sauber ist, genug Essen da, dass jeder was zum anziehn hat und alle dorthin kommen, wo gerade Termine sind.

    Bezahlte Arbeit mit so vielen Kindern. Hut ab!! Hauptsache du gehst bezahlter Arbeit nach, das bringt Ansehen. Ob du zuhause zas Chaos und Burnout hast. Danach fragt niemand.

    Kinder solltn doch auch Eltern als Bezugspetsonen haben, nicht nur als Taxidienst und Koch erleben dürfen 🙄.

    Ein heisses und polarisierendes Thema, ich weiss.


    Liebe Grüsse

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    1. Dankeschön!

      Ja, je mehr Kinder wir haben, desto mehr andere Termine sind ja auch dazugekommen. Und vor allem, wenn sie klein sind, sind die Kinder auch öfter krank, was dann wieder zu Terminjonglage bei uns Eltern führt.

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  4. Interessant, dass du danach gefragt wirst, wann du wieder arbeitest. Ich habe mich beim Mitlesen auch schon bei diesem Gedanken ertappt und das auf meine aktuelle Lebenssituation in Ostdeutschland geschoben. Hier in MV geht ja beinahe jede Mutter nach einem Jahr wieder arbeiten. Ich finde ja immer noch, dass alle Modelle irgendwie ihre Berechtigung haben. Ich bin gerade mit dem dritten Kind schwanger und merke schon bei der Vorbereitung meiner Elternzeit, dass mir die Karenzzeit überhaupt nicht leicht fallen wird - ich liebe meinen Job so sehr und sprudele vor Ideen, habe viele strategische Dinge, die dann auch ne Weile zur Umsetzung brauchen. Das ist so mein Punkt gegen eine lange Auszeit. Aber genauso gut kann ich Mütter verstehen, die sich ganz bewusst mehrere Jahre für die Zeit komplett mit den Kindern nehmen möchten. Alles Gute dir noch mit der ehrenamtlichen Tätigkeit, das ist wahnsinnig wichtig für die Gesellschaft :)! LG

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    1. Hört sich doch gut an bei Dir!

      Hier in Hamburg hat sich das in den letzten Jahren rasant verändert. Als wir vor 10 Jahren von Berlin aus hergezogen sind, gab es noch keine Ganztagsschule. Die Schule war um 13 Uhr beendet und Hortplätze rar. Auch die meisten Kitas im Umkreis hatten nur kurze Öffnungszeiten bis 14 Uhr. Da habe ich mich damals schon gefragt, wie Frau denn da arbeiten gehen soll.

      Ich habe das Gefühl, seit es die Ganztagsschule und mehr Kitas mit langen Öffnungszeiten gibt, arbeiten hier auch die Frauen mehr und länger.

      Ich kenne als Erzieherin auch die andere Seite und sehe in der aktuellen Situation (Personalmangel etc.) leider zu viel schlechte Qualität in den Betreuungseinrichtungen, vor allem für ganz kleine Kinder. Deshalb bleibt mein Kind bis es drei ist, zu Hause.

      Und dann muss ich einen Job finden, der passt, mich nicht auslaugt und keinen Schichtdienst von mir verlangt. Das ist auch nicht einfach.

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  5. Interessant, wie verschieden die Wahrnehmung ist.
    Ich möchte auch nach Kind 4 gerne wieder nach nem guten Jahre anfangen zu arbeiten - und das erste Mal dann nichts neues suchen müssen. Wurde aber nach jedem Kind wieder gefrag, jetzt werde ich doch aber nicht mehr arbeiten gehen. Und als ich nach Kind 3 so etwas wie meinen Traumjob bekommen habe, und stolz davon erzählte, wurde ich noch bemitleidet, arbeiten gehen zu müssen.

    Ich denke, das sollte doch jedem, der die Wahl hat, selbst überlassen bleiben, auch wie es zur Familiensituation passt.
    Dir viel Erfolg bei der Suche das zu finden, was zu euch und deinen Vorstellungen passt.

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    1. Danke Dir!

      Das kommt auch noch dazu: nach jedem Kind musste ich mir einen neuen Job suchen. Deshalb bleibe ich im Moment noch entspannt und strecke langsam meine Fühler aus.

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  6. Haha,
    allein die Frage ist eigentlich schon ein Witz.
    Da könntest du locker antworten, dass du den ganzen Tag arbeitest.
    Wenn es finanziell möglich ist, finde ich es toll, die Zeit mit kleinen Kindern so genießen zu können.
    Mir tat oft das Herz weh, wenn ich unseren Kleinen zurücklassen musste, mich um anderer Leute Kinder kümmerte und nachmittags kaputt nach Hause kam und mit meinen eigenen Kindern ungeduldig war 😢
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Ja genau, das kenne ich auch leider viel zu gut. Deshalb muss der Job sehr gut passen, damit meine Nerven noch lange halten.

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