Donnerstag, 27. September 2018

Donnerstagsschnipsel

*  Die Nächte, oh, diese Nächte! Im Moment wird die Augustschnuppe wieder zwei Mal in der Nacht wach. Und bleibt wach. Hmpf. Das lief schonmal besser. Ja, ich weiß, das wird wieder, aber hmpf. So viel Kaffee kann man gar nicht trinken. Der Liebste hangelt sich im Büro durch den Tag, ich zu Hause.

*  Ich sitze aber nicht den ganzen Vormittag mit der Augustschnuppe im Kinderzimmer, sondern erledige meine ganz normalen Tätigkeiten im Haushalt. Auf ihre Laune kommt es an, wie viel ich schaffe. Wenn sie ausgeschlafen und satt ist, schaffe ich mehr. Wenn sie müde oder hungrig ist, kümmere ich mich natürlich zuerst um sie. Dann müssen meine Angelegenheiten warten.

*  Was ich mal wieder total vergessen habe: dass Kleinkinder eine Schneise der Verwüstung hinter sich herziehen. Alles wird angefasst, ausprobiert, ausgeräumt und durch die Gegend geschleppt. Die meisten Schränke und alle Steckdosen haben wir schon mit Kindersicherungen gesichert. Magnetische (Amazon-Partner-Link) diesmal, die müssen nicht an den Schränken angeschraubt werden. Wo offene Regale sind, haben wir alles hochgestellt. Bücher haben wir so eng ins Regal gequetscht, dass sie für Minihände nicht mehr rauszuziehen sind. Den Couchtisch haben wir mal wieder abgeschafft. Neuralgische Punkte sind jetzt nur noch das offene Schuhregal und die Kinderzimmer, wo alle paar Tage eine neue Ordnung herrscht. Wenn es im Kinderzimmer plötzlich ganz ruhig ist, bedeutet das sowas:



*  Deshalb bin ich ganz froh, wenn ich tagsüber überhaupt etwas schaffe. In dieser Woche habe ich alle unsere Fenster geputzt. Was sehr nötig war, weil die Straßenbaustelle vor unseren Fenstern enormen Staub produziert. Mit dem Fenstersauger (Amazon-Partner-Link) geht das zum Glück ganz fix. (Amazon zeigt mir immer an, wann ich das Gerät gekauft habe. Das war am 17. Februar 2014. Es funktioniert immernoch tadellos. Und auch das Reinigerkonzentrat ist sehr ergiebig. Ich musste es erst zwei, drei Mal nachbestellen.) Am längsten dauert bei der ganzen Sache eigentlich das Abräumen der Fensterbretter.

*  Dann gucke ich mir immer wieder unsere neuen Sofakissen an. Ich habe mich durch Werbung im Internet dazu hinreißen lassen, Kissenhüllen von Marimekko zu bestellen. Die Herbstfarben der neuen Serie "Rosarium" haben mich sehr angesprochen. Ich habe ein bisschen zu lange überlegt und plötzlich waren die limitierten Kissenhüllen fast überall ausverkauft. Mit ein bisschen Suchen habe ich genau noch zwei Exemplare bei Amazon erstanden. Nun passten unsere anderen Kissen nicht zu den Designerstücken. Mit günstigen Hüllen von Ikea habe ich sie ergänzt. Die schmalen Kissen habe ich mit seit Jahren gut gehüteten Stoffschätzen selber bezogen und dafür meine Nähmaschine aus dem Schrank geholt. Da bin ich jetzt ein ganz bisschen stolz drauf, weil man mal sieht, was ich geschafft habe.



*  So verfliegen die Tage zwischen dem Baby Kleinkind hinterherräumen, Kinder abholen, Kinder irgendwo hinbringen, Herbstgarderobe sichten, Herbstschuhe kaufen, Klausuren unterschreiben, und, und, und... Ich würde gerne mehr lesen, mehr Zeit zum Nachdenken haben, mehr Zeit für E-Mails und Post haben und mehr bloggen. Immerhin schaffe ich es seit August zwei Mal die Woche zum Sport. Einmal in der Woche mache ich Sport an Geräten in meiner Krankengymnastikpraxis. Und einmal in der Woche gehe ich wieder zum Aquafitness. Das ist leider erst um 20 Uhr. Müde, wie ich bin, radle ich dorthin, mache meinen Sport und schaue verstohlen gähnend ins Wasser. Aber was sein muss, muss sein.

*  Außerdem habe ich, seitdem ich im Kino den Film "Tully" (Amazon-Partner-Link) gesehen habe, einen Textentwurf im Laggerraum des Blogs liegen. Da überlege ich, warum mich der Film so berührt hat und warum da so viel Wahrheit drin steckt. Ich denke drüber nach, warum Mütter heute oft am Rande ihrer Kräfte leben und warum ein "Uns hat ja früher auch niemand geholfen! Du bist wohl nicht so gut organisiert. Man muss sich nur zusammenreißen." da vielleicht nicht gerade hilfreich ist. Und wie so oft sind mir kluge Frauen zuvorgekommen und haben vergleichbare Gedankengänge aufgeschrieben. Ich empfehle "Frauen am Limit - Wieso wir uns kaputt machen" oder "Das Unwohlsein der modernen Mutter".

*  Und währenddessen hat die Augustschnuppe das Klettern entdeckt.








Kommentare:

  1. habe mir den trailer dazu angesehen, weil du mich neugierig gemacht hast ☺️. ich denke mal, da stellen sich viele auch die frage, warum entscheidet sich die familie für drei kinder, wenn alles dadurch so extrem schwierig wird? ist so eine frage überhaupt beantwortbar? mir tut die frau extrem leid. kann mir vorstellen, dass einem der ganze film sehr mitnimmt und zutiefst berührt. eine nachtnanny, auja ... das wärs 😋

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe dazu neulich mal gelesen: man entscheidet sich ja nicht für Probleme und Stress. Man entscheidet sich für ein Kind.

      Man weiß ja vorher nicht, wie es einem ergehen wird. Vielleicht hat es mit einem oder zwei Kindern ganz gut geklappt und man traut sich ein weiteres Kind zu. Wie die neue Familienkonstellation dann tickt, das kann man vorher nicht so genau wissen.

      Löschen
    2. das versteh ich. sollte man nicht aus rücksicht auf die kinder (vorhanden und künftig) nicht auch die gesamtsituation berücksichtigen? verantwortung zeigen. im film ist sie schon mit zwei ausgelastet ☺️

      Löschen
  2. Dass du das vergessen hast, mit der Schmeiße der Verwüstung, lässt mich als Mutter zweier kleiner Kinder (3 und 1)hoffen... denn das heißt also, es geht vorbei? ��

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das stimmt. Man vergisst vieles und es geht vorbei :-)

      Löschen
  3. Immer wieder erstaunlich, welche Parallelen es zwischen uns gibt. Unsere Kleine will auch alles nach- und mitmachen. Ich kehre zusammen, sie auseinander. Ich räume Wäsche in die Maschine, sie räumt wieder aus... ins andere Zimmer hinters Gitter gesetzt, räumt sie Schränke aus. Manchmal den Wickeltisch. Oder sie zieht die frisch gelegte Wäsche vom Tisch. Klettern kann sie auch, bevorzugt in der Küche an der Spüle, nassen Lappen nehmen und putzen... Nachts ist sie manchmal länger wach, findet nicht zurück in den Schlaf. Ich bin den ganzen Tag müde, da fällt mir ein, es wird dringend Zeit, schlafen zu gehen. Es gibt Tage, da gehe ich schon um 9 schlafen.
    Und den Hinweis, dass man es früher auch geschafft habe, hab ich auch schon bekommen.
    LG von TAC

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hachja, langweilig wird es nicht... Gute Nerven Dir!

      Löschen
  4. Das geht vorbei? Echt? Wann? Meine 11 jährige ist jetzt schlimmer als sie je als Kleinkind war! Die drei Kleinen und leider auch der Mann tun ihr übriges dazu....
    Auch wenn man weiß, dass die Nächte wieder besser werden, jetzt sind sie es nicht, jetzt bist Du müde. Ich denk an Dich und wünsche Dir viel Kraft.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Nunja, jedes Alter hat so seine Herausforderungen das stimmt.

      Dankeschön und gute Nerven zurück!

      Löschen
  5. Es geht nie vorbei ! Wenn meine Tochter (27) hier is , hat eine Bombe eingeschlagen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hui! Aber sie kann immerhin selber aufräumen ;-)

      Löschen

Ich freue mich über Deinen Kommentar! Wenn Du auf meinem Blog kommentierst, werden die von Dir eingegebenen Formulardaten an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung.

Kommentare werden von mir moderiert und es kann deshalb auch mal etwas dauern, bis sie hier erscheinen. Du kannst mir auch gerne über das Kontaktformular schreiben. Vielen Dank!