Freitag, 25. Mai 2018

Nebenan 54

Heute wieder ein paar Entdeckungen der letzten Woche aus meinem Internet. Das alles findet sich nur einen Klick entfernt, eben nebenan.

Auf der Seite Helden statt Trolle kann man Hasskommentare melden. Die Seite möchte erreichen, dass sich eine starke Gemeinschaft mit einer klaren Haltung gegen Hass und Hetze wendet. Die Seite möchte aufklären über Fake News und Hate Speech. Unternehmen können sich außerdem in einer Karte als hassfreie Zone eintragen.

Wenn mir früher jemand gesagt hätte, dass ich mit meinen Kindern zur Bittstellerin werde, hätte ich es nicht geglaubt. (Stichworte: Hebammenmangel, Kreißsaalschließungen, Aufnahmestopp in Arztpraxen für Frauen oder Kinder, ErzieherInnenmangel, Schulplatzmangel) Beispiel Kitaplätze: Mein Großer stand vor 17 Jahren in Berlin auf 20 Wartelisten für einen Platz im Kindergarten. Fast wöchentlich habe ich alle Adressen abgeklappert, um einen Platz zu bekommen. Und auch hier in Hamburg habe ich ein ganzes Jahr lang fast wöchentlich in der Kita (die mit den Öffnungszeiten, die es mir möglich machen, arbeiten zu gehen) nachgefragt, wie es denn mit Plätzen aussieht. Die Augustschnuppe stand auch schon auf der Warteliste, da war sie noch in meinem Bauch. Dank Geschwisterregelung kann ich aber im Moment zum Glück entspannt sein. In Berlin findet morgen eine Demonstration wegen der Kita-Krise statt. Start: 10 Uhr am S-Bahnhof Friedrichstraße.

In dieser Woche habe ich an einem Abend den Film "Suffragette"* gesehen. Den hatte ich schon lange auf meiner Watch-List. Eigentlich meinte ich, schon ziemlich viel zu wissen über das Frauen-Wahlrecht usw. Sehr schonungslos zeigt der Film, was es bedeutete, wenn Anfang des 20. Jahrhunderts eine Frau bei der Frauenbewegung mitmachte. Nicht selten hatte das Gefängnisaufenthalte oder Entfremdung der eigenen Familie die Folge. Schlüsselmoment im Film war das Gespräch eines Ehepaares. Beide waren in einer Wäscherei tätig, die Frau schon seit ihrer Kindheit, eine Schule hatte sie nie besucht. Sie wünscht sich vielleicht noch ein Kind und fragt grübelnd, was für ein Leben wohl ihre Tochter führen würde. "Na so eins wie du!" sagt ihr Mann so nebenbei und versteht die Frage gar nicht. In diesem Moment wird der Frau klar, dass sich ihr Leben ändern muss. Ab sofort nennt sie sich Feministin und macht aktiv bei der Frauenbewegung mit. Geschluckt habe ich auch beim Abspann, wo die Jahreszahlen der Einführung des Frauenwahlrechts in verschiedenen Ländern der Erde gezeigt werden. Oh, das ist alles noch gar nicht so lange her!

Am nächsten Morgen erzählte ich den Kindern ein bisschen von dem Film und dem Frauenwahlrecht. Sie konnten das gar nicht verstehen. "Männer und Frauen sind doch gleich viel wert!" war die einhellige Meinung. Passend dazu gibt es hier ein Video eines Experiments mit Kindern, das ganz anschaulich die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen (Gender Pay Gap) thematisiert. Die Reaktionen der Kinder sind toll!

Vanessa Giese hat sich mal Gedanken gemacht, warum Deutschland in Sachen "Frauen in Führungspositionen" so sehr hinterherhinkt und warum uns das beunruhigen sollte.

Bald fliegt der deutsche Astronaut Alexander Gerst wieder ins All! Die Kinder freuen sich schon total! Das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt hat anlässlich der Mission interessante Unterrichtsmaterialien für Kinder der 3. bis 6. Klasse herausgegeben, um sie für naturwissenschaftliche Fächer zu motivieren. Sagt es unbedingt weiter!

Im Hamburger Hospiz gibt es bis zum 26.09.2018 die Ausstellung "Punkt, Punkt, Komma, Tod" für Kinder und Erwachsene. Fünf Künstlerinnen zeigen 40 Werke um mit Kindern über das Thema Tod ins Gespräch zu kommen.

Ein Text von Maximilian Buddenbohm hat mir diese Woche Gänsehaut gemacht. Erinnerungen sind etwas Großartiges und so Einmaliges! Ich habe auch solche Erinnerungen, mir wird da ganz warm ums Herz und es war doch wirklich erst gestern... Seitdem suche ich auf der Seite "Bucherinnerungen" nach dem Buch aus meiner Kindheit mit den Kindern im Gebüsch, die sich farbige Glasscherben vor die Augen halten und die Welt aus ihrem Versteck ganz bunt sehen. Den Einband zierte ein Aquarell von einem Pferd, das war orange-gelb.

Und hier ein Foto einer Familie, die gerne fotografiert. Ich habe das erste Mal Sushi selber gemacht :-)


* Amazon-Partner-Link


Kommentare:

  1. War es zufällig dieses Buch?
    https://www.amazon.de/Ein-langer-Tag-Iko-Maran/dp/B0095ZQQ7W

    In diesem Buch geht es um alle möglichen Tätigkeiten, was zwei kleine Kinder- die ältere Schwester und der kleine Bruder - während einem einzigen Tag machen. Und durch farbige Glasschreben schauen sie auch. Von dem Autor (https://de.wikipedia.org/wiki/Iko_Maran) gibt es auf Deutsch noch ein paar Bücher, die habe ich als Kind auch sehr gern gelesen. Habe gar nicht gewusst, dass sie auch aufs Deutsche übersetzt wurden.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wow! Ich heule grad! Ja, das muss es sein, ich habe mir es gleich bestellt! Vielen, vielen Dank! Ich suche das schon seit Jahren und wusste immer nur, dass da dieses Pferd drauf ist. Ich bin ja sooo gespannt, wie es sein wird, wenn ich es lese. Danke!

      Löschen
  2. Liebe Carola,
    könntest du die Seite von Bucherinnerungen bitte nochmal nachbearbeiten, da ist leider ein falscher Link.
    Ganz liebe Grüße
    Jana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, vielen Dank fürs Bescheid sagen! Jetzt geht es.

      Löschen

Ich freue mich über Deinen Kommentar! Wenn Du auf meinem Blog kommentierst, werden die von Dir eingegebenen Formulardaten an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung.

Kommentare werden von mir moderiert und es kann deshalb auch mal etwas dauern, bis sie hier erscheinen. Du kannst mir auch gerne über das Kontaktformular schreiben. Vielen Dank!