Dienstag, 6. März 2018

Komm in die Gänge!

Als ich das Haus aus der Ferne sehe, weiß ich, ich bin angekommen. Zwischen den hohen Bürogebäuden mit den glatten Fassaden fällt es in der Hamburger Innenstadt sofort auf. Es hat eine bunte Wand und gelbe Wimpel flattern leuchtend in der Sonne.

Als ich 2009 nach Hamburg gezogen bin, war das Gängeviertel gerade in den Medien sehr präsent. Ein Investor wollte den verwinkelten Gebäudekomplex von Arbeiterwohnungen aus dem 19. Jahrhundert abreißen und das Areal neu bebauen. Die Gebäude wurden aber besetzt, um sie vor Verfall und Abriss zu bewahren. Ein Verein hat sich gegründet und der Hamburger Senat hat tatsächlich die Rückabwicklung des Verkaufs eingeleitet.

Seitdem hat sich das Viertel zum Kunst- und Kulturzentrum entwickelt. Es gibt Galerien, offene Werkstätten und Ateliers, es finden Konzerte und Theateraufführungen statt. Der Verein "Komm in die Gänge" hat ein umfangreiches Nutzungs- und Sanierungskonzept vorgelegt. Es soll ein Ort für alle sein.

Heute Vormittag war ich tatsächlich die einzige Person in den bunten Hinterhöfen. Mit der Augustschnuppe natürlich. Ich habe gestaunt, wie eng die Bebauung teilweise ist! Mit dem Kinderwagen bin ich gar nicht in alle Winkel gekommen. Es gibt eine ganze Menge zu gucken. Die bunten Spuren überall zeugen von kreativen Köpfen, die sich nicht verbiegen lassen wollen. Im Herzen ein klein wenig Hippie gefällt mir die Anarchie in diesem Viertel. Eine Stadt braucht solche Menschen und auch solche Viertel. Ich bin gespannt, wie es weitergeht mit dem Gängeviertel.

































Kommentare:

  1. Oh wie schön.Das ist ein Teil meiner Heimatstadt an den ich lange nicht mehr gedacht habe.Tolle individuelle Ecken gibt es dort zu entdecken!
    Grüsse, Nadine

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