Sonntag, 13. Mai 2012

Muttertag

In dem Land, in dem ich groß geworden bin, wurde der Muttertag nicht gefeiert. Der Frauentag war der Ehrentag aller Frauen. Und das wurde durchaus ernst genommen. Tue ich mich deshalb so schwer mit diesem Tag? Oder liegt es vielleicht daran, dass ich dieses überall propagierte Bild der aufopfernden Mutter nicht mag? Immer gut drauf, immer ein liebevoll gekochtes Essen auf dem Tisch, für jede Schramme ein Pflaster. Klar liebe ich meine Kinder, sie sind aber auch nur ein Puzzleteil, das zu meiner Persönlichkeit als Frau dazugehört. Ein ziemlich großes, zugegeben. Sicher liegt es auch daran, dass ich seit fast 8 Jahren keine Mutter mehr habe. Unser Verhältnis war nicht immer einfach. Die Zeit und die eigene Mutterschaft sorgen dafür, dass ich immer gnädiger darauf zurückblicke. Immer öfter erkenne ich meine Mutter in mir. Und ich weiß noch genau, wie ihre Schritte klangen.


Kommentare:

  1. Hatte auch mit meinem Mann heute morgen überlegt, ob es früher bei uns den Muttertag gab und kamen auch überein, dass nur der Frauentag gefeiert wurde. Ich mag zudem nicht, wie dieser Tag (wie auch der Valentinstag)kommerziell "ausgeschlachtet" wird. Sogar die Blumenläden haben dafür extra Sonntags geöffnet ... Wenn ich meiner Mutter danken möchte, mache ich das spontan und nicht, weil ein Tag es mir "vorschreibt".

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  2. Wir haben immer Muttertag gefeiert, mit Spass und Freude daran. Und nicht aus Muss.
    Kommerzialisiert wird heute doch fast alles, aber der Verbraucher kann auch immer noch selbst entscheiden, wie weit er da mitgeht.
    Ich find's schade, dass es heutzutage so viele kritische Stimmen zu Muttertag, Valentin und Co. gibt. Ein (freiwillig) gemaltes Bild, oder ein paar selbstgepflückte Blümchen freuen mich immer noch, natürlich auch an allen anderen Tagen.

    Viele Grüße,
    Caroline

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  3. Mein ganz persönlicher "Muttertag" ist der Geburtstag meines Sohnes, denn da bin ich ja selbst Mutter geworden. Wir genießen den Tag gemeinsam als Familie und lassen dann ganz besonders gern die Erinnerungen an die wirklich schöne Geburt aufkommen. Ich brauche dafür keinen gesetzlichen Muttertag und keine überteuerten Blumen. Meine eigene Mutter liebe ich auch so unendlich und ich hoffe, ihr das auch an vielen anderen Tagen im Jahr zeigen zu können.

    Aber ich denke, jeder sollte es so handhaben, wie er mag ;o)

    Liebe Grüße, sandschnecke

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  4. mir geht es mit dem muttertag nicht anders als dir. und ja, ich glaube, weil ich anders geprägt wurde. der frauentag ist mir heute auch noch immer wichtiger.
    der muttertag ist für mich irgendwie besetzt mit reue, schuld und schlechtem gewissen. besonders, wenn ich die dramen bei österreichischen freunden um mich rum sehe. hier wurde der muttertag schon immer gefeiert und wehe man fährt nicht heim, zur mutter.
    ich möchte nicht für die liebe und fürsorge meinen kindern gegenüber gefeiert werden. schon gar nicht von meinem mann. das käme mir falsch vor.

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