Dienstag, 12. Mai 2026

12 von 12 im Mai 2026

An jedem 12. eines Monat findet das Fotoprojekt "12 von 12" statt. Ursprünglich gestartet wurde es vor vielen, vielen Jahren von Chad Darnell, aber inzwischen nicht mehr fortgeführt. Man macht am 12. eines Monats Fotos vom Tagesablauf. Abends wählt man 12 Bilder aus und postet sie im Blog. So werden unterschiedliche Tage dokumentiert, mal sind sie bunt und aufregend, mal ganz unspektakulär und voller Alltagskram. Drüben bei Caro gibt es eine Liste zum Eintragen für alle Teilnehmenden im deutschsprachigen Raum.

Gestern Abend ist es mal wieder spät geworden. Der Liebste war auf Dienstreise. Wenn er nicht da ist, bin ich am Abend komischerweise gar nicht müde. Ich habe nochmals den Film "Zone of Interest" gesehen, hauptsächlich wegen Sandra Hüller. Und ich habe angefangen, an einem Text über das Familienleben und meine Mutterschaft zu schreiben. Bis der fertig ist, kann es aber noch ein bisschen dauern. 

Um 05:10 Uhr summt wie immer mein Wecker. Ich gehe duschen, ziehe mich an, koche Kaffee und decke den Frühstückstisch. Blick aus dem Esszimmerfenster mit Morgensonne, Möwe und Kranichrufen, was man auf dem Foto natürlich nicht sieht. Es ist herrlich!


Um 6 Uhr setzt sich der Adventsjunge als Erster an den Tisch und isst Müsli. 


Ich bin derweil nebenan in der Küche, trinke meine erste Tasse Kaffee und befülle die Brotdosen für die Kinder. Hauptsächlich sind Obst und Gemüse drin, dazu mal ein Müsliriegel, mal Cracker, Salzbrezeln oder Pancakes, heute ein kleiner Kuchen in Herzform. Die großen Jungs können sich schon selber etwas in der Schulcafeteria holen oder beim Bäcker, die Jüngste kriegt meist noch ein Käsebrot oder so.  


Gegen halb 8 sind alle Kinder unterwegs. Die Jüngste habe ich zur Schule gebracht. Zeit für einen zweiten Kaffee für mich. Den trinke ich im Bäckereicafé. So früh hat noch nix anderes geöffnet.


Dann kaufe ich im Biomarkt ein. In dieses großartige Regal mit Käse würde ich mich am liebsten einmal längs reinlegen! 


Als ich auf der Arbeit ankomme, hat sich der Himmel zugezogen. Ich bin zum Glück noch trocken geblieben. Aber kalt war es, am liebsten hätte ich auf dem Fahrrad Handschuhe dabeigehabt. 


Ich schaue im Büro kurz am Computer nach Terminen und Aufgaben. Dann bereite ich in der Museumswerkstatt alles für eine Gruppe von 70 Kindern vor. Also gut, die Kinder kommen in drei Etappen zu mir. Zusammen wollen wir zum Thema Wasser forschen und entdecken. 


Drei Gruppen und drei Stunden später bin ich total leergesabbelt und ein bisschen fertig. Solche Termine sind immer sehr herausfordernd. Es ist voll, es laut, es ist wuselig. Danach muss ich noch die Museumswerkstatt aufräumen, das dauert nach so einer Wasseraktion ein bisschen länger. Dann vertrete ich einen Kollegen in der Museumsaufsicht, denn das Museum ist sehr gut besucht. Vorher muss ich noch kurz klären, ob jemand zu Hause ist und organisiere aus der Ferne zusammen mit dem Liebsten, dass die Jüngste länger im Hort bleiben kann. 


Um 15:30 Uhr verlasse ich das Museum. Nach Regen am Vormittag scheint kurz die Sonne. Doch der Himmel zieht sich schon wieder zu. Ich denke, ich muss mich beeilen, um trocken zu Hause anzukommen. 


Auf dem Heimweg kaufe ich ein. Toastbrot für Sandwiches, Obst und Gemüse, Eis für die Tiefkühltruhe. Ich radle am Hafen vorbei. Als ich hier an dieser Stelle halte, um ein Foto zu machen, werde ich von einem Mann mit Warnweste angesprochen, dass ich mich dort nicht aufhalten darf. "Ah, sie drehen gerade, stimmts?!" frage ich. Ja genau, "SOKO Wismar" ist wieder unterwegs. Es dauert nur zwei Sekunden, dann bin ich auch schon wieder weg.


Da ich ungeplant länger gearbeitet habe, ist der Hunger schon etwas größer. Kreativ bin ich da nicht mehr. Im Kühlschrank sind noch ein paar Kartoffeln von gestern. Die brate ich in der Pfanne an und gebe Rührei drüber. Ein Kind isst gleich mit. Eins trifft sich draußen mit einem Freund. Eins kommt mit einer Freundin nach Hause. Die Pause währt nur kurz.


Der Nachmittag ist rum, als der Liebste wieder zu Hause eintrifft. Ich mache mich auf zu einer Freundin. Sie ist selbstständige Unternehmerin und ich berate sie heute zum Thema Social Media und ihrer Außenwirkung. Demnächst mache ich wieder Fotos für sie. Gegen 20:30 Uhr sind wir fertig. Blick über den Marktplatz und ab nach Hause. Auf dem Fahrrad hätte ich gerne Handschuhe getragen. 

Zu Hause tauschen der Liebste und ich uns über die vergangenen Tage aus. Die Kinder sind in ihren Zimmern. Ich schreibe diesen Eintrag hier und bin um 22:30 Uhr bettfertig.