Freitag, 10. Juli 2020

Ein Wochenende in Lübeck 3


Nach meinem wunderbaren Museumsbesuch laufe ich ganz erfüllt und glücklich weiter durch Lübecks schöne Straßen.

Und ich habe etwas gelernt: wer eine Eintrittskarte für bestimmte Lübecker Museen kauft, bekommt innerhalb von drei Tagen nach Kauf eine zweite Eintrittskarte zum halben Preis.

Praktisch, denn jetzt will ich das Günter Grass Haus besuchen. Das ist ein kleines feines Museum mit einem lauschigen Innenhof und einem schönen Museumsshop. Das Museum wurde als besonders kinderfreundlich angepriesen, das will ich mir ansehen. Im Museum ist der Laden aus der "Blechtrommel" aufgebaut. Im alten Kaufmannsladen gibt es ganz viel zum Gucken, Ausprobieren und Anfassen. Und wer Glück hat, bekommt von einer Mitarbeiterin einen Bonbon aus dem großen Bonbonglas mit einer Zange gereicht.

Im hinteren Bereich des Museums gibt es sogar einen richtigen Kinderraum. Da können die Kinder auf der "Tulla" in See stechen. Wahrscheinlich wissen sie nichts über die Namensgeberin, einer Protagonistin aus Günther Grass' Werken. Die modernen Illustrationen von Nadia Budde, Schöpferin vieler lustiger Kinderbücher (Amazon-Partner-Link) lassen mich schmunzeln, die habe ich hier nicht erwartet.

Während die Kinder also beschäftigt sind, ist für die Erwachsenen Zeit, die Ausstellung anzuschauen. Die Ausstellung ist ganz modern und multimedial aufgebaut. Man kann Filme anschauen, Interviews hören und es gibt Schriftstücke und Zeichnungen von Günther Grass zu sehen. Am Eingang gibt es für alle Besucherinnen und Besucher eigene Touchpens, damit die Bildschirme bedient werden können. "Inside Blechtrommel" ist noch bis Ende 2025 im Haus. Ergänzt wird diese Ausstellung durch wechselnde Themenausstellungen. Im Moment ist das Günter Grass und der Fußball. Nicht ganz so mein Fall, aber sehr gut gemacht.






Dann habe ich genug Kultur geschnuppert und laufe wieder zur Hüxstraße und Umgebung. Da will ich mich nun genauer umschauen. In der Fleischhauerstraße hat ein neues Restaurant aufgemacht, da will ich etwas Warmes essen. Es ist nun schon Nachmittag.

Auf dem Weg entdecke ich die Bonbonmanufaktur "bolchen". Ich sehe mich im bunten Laden um und nehme etwas für die Kinder mit. Die Gläser, in denen sich die Bonbons befinden, sind übrigens Pfandgläser und können wieder im Laden abgegebenen werden.


Ein paar Türen weiter ist noch so ein toller Laden: die Konditorei und Schokoladenmanufaktur Abessa. Bei dem schönen Angebot kann ich mich gar nicht entscheiden. Ich nehme kleine Törtchen und Zartbitterschokolade mit. Außerdem gönne ich mir ein Macaron. Ich habe mir noch nie eins gekauft. "Auf die Hand?" werde ich gefragt. Nein, das will ich später ganz in Ruhe genießen.



Jetzt will ich erstmal etwas Warmes essen. Im Internet habe ich von der Neueröffnung des Restaurant "Erbse" erfahren. Seit 1. Juli werden hier vegane Speisen zum vor Ort essen und auch zum Mitnehmen angeboten. Weil ich unterwegs selten beeinflussen kann, woher das Fleisch kommt, will ich drauf verzichten.

Ich nehme das "Chili sin carne" also das Chili ohne Fleisch. Lecker und scharf. Und auch ohne Fleisch sehr gut. Ich schaffe wieder nicht die ganze Portion, aber das ist eben so. Ich finde es schon ein bisschen lustig, dass das Restaurant ausgerechnet in der Fleischhauerstraße ist.



Nach dem Essen bringe ich meine eingekauften Schätze wieder in mein Hotelzimmer. Weil das am Vortag so gut lief, will ich am Abend nochmal ins Kino gehen. Ich kaufe online eine Kinokarte.

Dann liege ich ein bisschen auf meinem Bett rum und esse mein Macaron. Kakao mit Salzkaramell-Creme. Ohhhh, das ist ja fein! Der zarte Keks zerfällt im Mund und die Cremefüllung ist sehr lecker. Jetzt finde ich es fast schade, dass ich nur eins gekauft habe. Ich schaue im Internet nach, ob der Laden auch am nächsten Tag geöffnet hat. Nein, es ist ja Sonntag.

Bis zum Kinobesuch ist noch etwas Zeit. Ich beschließe, mir noch das Museum im Holstentor anzuschauen. Das ist ja gleich um die Ecke. Auch hier gilt natürlich die Maskenpflicht und die Personen werden nur begrenzt eingelassen. Das macht einen Museumsbesuch derzeit sehr entspannt, finde ich, denn alle Räume sind so gut wie leer und die Exponate können ganz in Ruhe angeschaut werden. Das Innere des Holstentores ist absolut nicht barrierefrei, es geht über enge Wendeltreppen die Türme hoch. Drinnen ist die kleine feine Ausstellung über die Geschichte des Stadttores, Lübeck und der Hanse zu sehen.



Als ich wieder rauskomme, mache ich fast noch eine Schifffahrt auf der Trave. Aber nur fast. Denn fünf Minuten vor Abfahrt ist das Schiff schon weg. Ein Mitarbeiter schließt gerade den Schalter. Weil im Moment nur eine begrenzte Anzahl Passagiere mitfahren darf und alle Plätze schon belegt sind, erzählt er mir, hat das Schiff schon abgelegt. Na gut.

Ich gehe nochmal kurz in mein Hotelzimmer, bevor ich zum Kino in der Mühlenstraße laufe. Das dauert ungefähr eine Viertelstunde. Ich sehe den Film "Der Fall Richard Jewell", gedreht von Clint Eastwood, mittlerweile schon 90 Jahre alt. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Ein Sicherheitsmann wird nach dem Bombenattentat bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 vom Helden zum Sündenbock. Der Film ist spannend erzählt und die Schauspielerinnen und Schauspieler machen eine sehr gute Arbeit.

Später im Hotelzimmer bin ich noch gar nicht müde. Ich blättere in meinen Büchern, schreibe mit dem Liebsten Nachrichten hin und her und zappe das Fernsehen durch. Wie in einer sturmfreien Bude. Gegen 1 Uhr schlafe ich schließlich ein.

Fortsetzung Teil 4.


Kommentare:

  1. H. dankt für die prima Reiseberichte aus Lübeck. Vielleicht kann er die Tipps mal gut gebrauchen.

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