Donnerstag, 9. August 2018

Sommer in Angeln - Das erste Wochenende

21. und 22. Juli 2018

Eigentlich wissen wir gar nicht, welcher Wochentag ist. Hier im Norden auf dem Land ticken für uns die Uhren anders. Der Alltag, der Verkehr, das Internet mit all seinen Aufregern sind meilenweit entfernt. Ah, doch, wir wissen, am Wochenende hat das Restaurant "Möwe Jonathan" ab Mittag geöffnet!

In den letzten Jahren sind wir immer an unserem Anreisetag mittags in diesem schwäbischen Restaurant essen gegangen. Es gibt dort sehr schmackhafte Maultaschen und andere Gerichte. Die Kindergerichte sind auch sehr toll. Es gibt als Vorspeise eine leckere Tomatensuppe, als Hauptgang einen großen Pfannkuchen und als Nachtisch einen kleinen Eisbecher. Außerdem lieben die Kinder die großzügige Spielecke.

Am diesjährigen Anreisetag standen wir mittags aber vor verschlossenen Türen. In diesem Jahr wurden trotz intensiver Suche keine Saisonarbeitskräfte gefunden, weshalb das Restaurant in der Woche erst am Abend öffnen kann. Am Wochenende ist ab 12 Uhr geöffnet. So sind wir also am Samstag die ersten Gäste. Das Essen ist wie immer vorzüglich.

Wir fahren nach dem Essen nicht, wie sonst, zum Strand am Leuchtturm Falshöft. Denn dort wird kein bisschen Schatten sein, was bei der Hitze für uns kein Spaß wäre. Wir fahren wieder zurück zur Ferienwohnung.


Am Nachmittag spielen die Kinder auf dem Hof. Am frühen Abend beschließen wir, zum Strand runterzulaufen. Der ist zwar sehr steinig, liegt am Nachmittag aber komplett im Schatten. Wir nehmen den Einkaufstrolley mit, in dem wir unsere Handtücher und Wasserschuhe transportieren. Fast 30 Minuten laufen wir vom Gut bis zur Ostsee. Unterwegs wird uns richtig heiß. Wir singen und quatschen auf dem Weg, ich fotografiere und alle atmen wir auf, als wir hinterm Wald das Wasser sehen.





Die Badesachen haben wir schon unter. Wir legen unsere Kleidung auf die großen Steine am Rand und ziehen unsere Wasserschuhe an. So können wir bequem und gefahrlos am steinigen Strand mit den spitzen Muschelschalen und auch im Wasser laufen.

Der Liebste bleibt bei der Augustschnuppe auf der Decke. Ihr ist der Sand nicht geheuer, über den Rand der Decke krabbelt sie nicht. Ich gehe mit den anderen drei Kindern ins Wasser. Huh! Vorne im Schatten ist es ganz schön kalt. Aber weiter hinten wird das Wasser über einer Sandbank wieder flacher und liegt in der Sonne, da ist es gut auszuhalten. Wir hüpfen eine Weile über kleine Wellen und probieren, zu schwimmen. Für mich ist das Wasser fast zu flach zum Schwimmen. Für die Kinder ist es genau richtig. Der Adventsjunge hängt an mir und probt das Schweben im Wasser. Ich schaue zwischendurch immer wieder zu der Stelle, wo Meer und Himmel miteinander verschwimmen. Immer wieder herrlich, dieses Blau!

Als wir genug haben, sammeln wir unser Zeug zusammen und spazieren wieder zur Ferienwohnung. Die Erfrischung vom Meer ist bald aufgebraucht. Auf der Straße neben dem Feld steht die Hitze. Ein paar graue Wolken sehen vielversprechend aus, ziehen dann aber doch nur vorbei. Wir essen zu Abend und danach sind die drei Großen wieder auf dem Hof unterwegs.





Weil wir so spät im Bett waren, schlafen wir für unsere Verhältnisse recht lang. Erst um 9 Uhr weckt uns die Augustschnuppe. Als die Kinder aus dem Keller des Herrenhauses unsere bestellten Brötchen holen, ist unsere Tüte die allerletzte, d.h. alle anderen Familien auf dem Hof sind schon länger wach.

Wir schlumpern uns so durch den Tag. Die Kinder sind wieder draußen, bei den Tieren im Streichelzoo, bei den Pferden oder auf dem großen Trampolin. Mittags haben wir noch gar keinen Hunger. So fahren wir dafür schon recht früh am Nachmittag ins Café Kranz. Wir sitzen bei der Hitze drinnen, da ist es ganz angenehm und auch noch ganz leer. Wir bestellen Kindereisbecher, Saftschorlen, Eiskaffee und Kuchen. Es ist lecker, wie immer.



Weil das am Vortag so gut geklappt hat, beschließen wir, gleich nochmal zum Meer zu fahren. Wir halten an der Ferienwohnung an und holen alle Badesachen. Dann fahren wir sofort weiter. Das Auto parken wir auf dem Waldparkplatz und laufen das Stück durch den Wald runter zum Wasser.

Heute bleibt das Mutzelchen bei der Augustschnuppe auf der Decke. Der Liebste und ich planschen mit dem kleinen Bruder und dem Adventsjungen in der Ostsee. Das Baby mag aber irgendwann nicht mehr. Es quengelt und schreit dann, so dass wir uns beim Einpacken unserer Sachen beeilen müssen.

Am Abend wird es wieder spät. Die Hitze lässt nur langsam nach, keine Chance auf einen frühen Feierabend. Vor dem Schlafen steht noch die Mückenjagd in den Zimmern an.




Kommentare:

  1. Danke, dass du uns mal wieder an euren schönen Ferien teilhaben lässt.
    Du schreibst so, dass man irgendwie das Gefühl hat auch im Urlaub zu sein.

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    1. Danke! Ich freue mich, dass das auch so rüberkommt :-)

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  2. Klingt nach einem tollen Urkaub. Warum habt ihr euren Kleine nicht mit ins Meer genommen?
    LG Alexandra

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    1. Ach, ich vergaß: wir haben ihre Beine reingehalten, da hat sie geschrien ;-)

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  3. schön erzählt. man kann sich ein bisschen rein leben in die erzählung. manche fotos erinnern mich an die episoden vom gutshaus mit sarah wiener. anno 19oo oder wie das hiess. ganz komisches gefühl beim ansehen. genauso wie bei manchen deiner landschaftsfotos. sieht aus wie aus einer anderen zeit. ruhiger, "leerer", bescheidener (zwangsweise vermutlich).... bist du dann nachdenklich, wenn du wieder in der wuseligen jetztzeit in der stadt bist? wär das was für euch/dich? das landleben? landleben ist sehr schön, mit der option in eine stadt zu fahren, die erreichbar ist und gewisse städtische vorteile (kino, theater, restaurant, museum...) dennoch nutzen zu können. würdet ihr auch gern mal zb badeurlaub in griechenland/spanien machen, oder is die nordliebe viel grösser?

    schwitzend heisse grüsse 😉



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    1. Ob Stadt oder Land habe ich neulich mal in den 1000 Fragen an mich überlegt.

      Ich liebe das Land, weiß aber das bequeme Leben in der Stadt sehr zu schätzen. Ich brauche nicht mit dem Auto fahren und auch die Kinder nirgendwo hinfahren. Das hat für mich auch sehr mit Lebensqualität zu tun. Mit vielen Kindern weiß ich auch die Nähe zu Ärzten oder dem Kinderkrankenhaus zu schätzen. Ich denke immer, das Leben auf dem Land wäre ruhiger, aber der Alltag macht ja nicht an der Stadtgrenze Halt. Ich habe mal kurz auf dem Land in Ostfriesland gewohnt, deshalb kann ich das ein bisschen einschätzen.

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    2. Achso: Badeurlaub im Süden ist gar nicht unser Ding. Wenns geht, würden wir sogar gerne noch nördlicher verreisen ;-)

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  4. Also kann man diesen Naturstrand gut besuchen und wenn man nicht laufen mag, dort auch direkt parken ?

    Lieben Dank für den tollen Bericht.

    Viele Grüße
    die Großfamilienmama

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    1. Der Weg vom Parkplatz zum Strand beträgt nochmal ungefähr 300 Meter durch den Wald.

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