Samstag, 21. November 2009

Der Große

Gestern ist mir aufgefallen, daß ich für den Großen noch nicht mal eine eigene Rubrik in meinem neuen Blog habe. Da kam ich mir ziemlich schlecht vor. Geht er tatsächlich so unter im Familienleben?
Nein, eigentlich nicht. Viele Gespräche zwischen dem Liebsten und mir drehen sich um den Großen.
Der Große wird in zwei Wochen 11 Jahre alt. Von seinem Vater hatte ich mich sehr früh getrennt und so waren wir viele Jahre nur zu zweit. Es war eine schöne Zeit, die wir da hatten und ich habe es auch genossen, alleine für mein Kind da zu sein. Aber es fehlte etwas.
Als ich den Liebsten kennenlernte, ging alles ziemlich schnell. Er ist bei uns eingezogen, das Mutzelchen wurde geboren, wir haben geheiratet und dann kam noch der kleine Bruder. Das alles in nur 3 Jahren. Das war für den Großen ein bißchen viel auf einmal. Er hatte mich 8 Jahre für sich. Er konnte es erst nicht artikulieren, aber sein Verhalten änderte sich. Dazu kommt nun die Vorpubertät. Eine Geduldsprobe für uns Eltern.Wir müssen viel ausdiskutieren.
Natürlich dreht sich hier viel um die Kleinen. Ich versuche dem Großen das Gefühl zu geben, daß es toll ist, der Älteste zu sein. Und ich versuche ihm zu vermitteln, daß so eine Familie funktioniert. Die Aufmerksamkeit der Eltern ist geteilt und ruht nicht nur auf einem Kind alleine. Das finde ich auch gut so.
In Zukunft werde ich versuchen, die Rubrik "der Große" zu füllen, versprochen!

Kommentare:

  1. Oh.. da sitz ich nun mit einer träne im Kopfloch.. bin ich doch "die Große" ... genau aus so einer familienkonstellation komme ich.. meine Mutter heiratete nach einer kurzen (meine schwangerschaft dauernden) Ehe neu.... ich war 10 Jahre Einzelkind und zwischen meiner Mutter und meinen großeltern hin- und hergerissen...dann kam ein neuer Mann dazu.. wenig später meine Schwester und darauf noch ein Mädel.. nun hatte meine Mutter Ihre Familie mit IHREM Mann kommplett.. und ich? ICh war über.. deshalb bin ich unendlich gerührt von Deinen Gedanken um den Großen.. Ich war meiner Mutter wurscht, denn sie war glücklich und ich war nur das Kind von einem dann ungeliebten mann... (oh je... was ein Selbstmitleid)..
    Eigentlich wollte ich nur sagen, das es nicht selbstverständlich ist so in eine Familie integriert zu werden.. ich bewundere das..
    ein erfülltes Familienleben wünsche ich Euch und auch dem Großen.. bei Deinen Worten bin ich sicher, das Ihr ihn nicht aus den Augen verliert..
    liebe nachdenkliche Grüße
    stephi

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  2. Es ist mir -als bislang stille Mitleserin- ehrlich gesagt schon aufgefallen, dass der Große hier nicht oft erwähnt wird. Ich dachte ehrlich, das sei Absicht! Immerhin ist er in einem Alter, wo er schon mitliest und vielleicht nicht vorkommen WILL, dachte ich. Falls es allerdings so ist, dass er ein wenig untergeht, ist es gut, dass du dir darum bewusst Gedanken machst und entgegensteuerst. Ich mag dein Blog übrigens sehr gerne, mag, wie behutsam du deine Kinder beschreibst, da gibt es süße Fotos, aber ohne dass man sie erkennt, es gibt keine Namen. Nicht zuviel Info, trotzdem spannend. So könnte ich mir für mich selbst auch einen Blog vorstellen, aber ich hadere noch. ;-) mfg, Lalobe

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  3. Mh, wir leben hier auch so. Die Grosse (12) aus erster Beziehung, nun lebend mit 3 Geschwistern (5 Jahre und 2x 7 Monate) aus bestehender Beziehung. Ist nicht immer so einfach, den Spagat hinzubekommen.
    Darum ziehe ich gedanklich meinen Hut, weil wissend, was das bedeutet!

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  4. Oh ja, da hast Du auch bei mir etwas berührt!Auch ich bin "die Große" in einer solchen Konstellation und auch mir ging es in etwa so wie Stephi (hyggelig), nur dass ich die ersten Jahre ganz klar zu meiner Mami gehörte und gar nicht hin und her gerissen war. Dann kam der neue Mann, dann der erste Bruder (ich war 13 Jahre alt) und meine wirklich unendlich vielen Einsätze als Babysitter - ansonsten wurde ich nicht weiter beachtet - stimmt nicht ganz, als ich dann etwas älter wurde, durfte ich nach dem Schulunterricht dann auch gerne noch bis 22:30 Uhr in unserer Gaststätte stehen und arbeiten (was in der Oberstufe dann auch die eine oder andere gute Note kostete und meiner Abinote nicht gerade zuträglich war).
    (noch eine Runde Selbstmitleid ;)!!!)
    Ich stand immer abseits, ich hatte als einzige einen anderen Nachnamen, es gab quasi kein Interesse an mir, an meiner Schule, meinen Hobbys (beim Autritten o.ä. waren nachher die Eltern meines damaligen Freundes dabei - aber nicht meine eigenen!!!).
    Nun bin ich ebenfalls Mutter und versuche mich immer wieder in meine Mutter reinzuversetzen...aber so richtig will mir das nicht gelingen.
    Immer wieder lade ich meine Eltern + Brüder zum Heiligabend bei uns ein und immer wieder bekomme ich die Absage, man wolle doch lieber in der Familie feiern... - das sagt doch alles, oder???
    Ich freue mich sehr, dass ES Dir aufgefallen ist...allein das ist schon soooooo viel wert!!!

    Ganz liebe Grüße,
    Nicole

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  5. Schön, dass es Dir aufgefallen ist.
    Ich glaube vor solchen Situationen hatte mein Kind, das mein einzoges geblieben ist, immer etwas Angst.
    Ich wünsche Euch viel Glück.

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