Freitag, 7. März 2014

Mehr Mut!

Ich finde ja, zum Leben mit Kindern gehört auch ein bisschen Mut. Mut zum Unperfekten. Mut zur Improvisation. Mut zur Gelassenheit.

Von Hause aus bin ich nämlich gar nicht so gelassen. Das habe ich mir über die Jahre erarbeitet. Je älter ich wurde und je mehr Kinder ich hatte, desto besser ging das. Ich mache mir sehr viele Gedanken und Sorgen und kann mich da auch prima hineinsteigern. Ich plane gern im Voraus. Ich hätte alles gerne perfekt. Das Leben mit meinen Kindern hat mich gelehrt, dass die schönsten Pläne manchmal in Minuten über den Haufen geworfen werden können.

Meine Kinder ziehen sich zum Beispiel, seit sie es können, selber an. Da entstehen manchmal die wildesten Kombinationen an Farben und Mustern. Das schmerzt manchmal wirklich in den Augen. Aber sie fühlen sich sehr wohl so und sehen in der Tat sehr individuell aus. Mittlerweile liebe ich ihren Stil sehr ;-)

Dann war da neulich die Faschingsfeier in der Schule. Die Kinder sollten einen Beitrag zum Buffet mitbringen. Ich wollte Muffins backen, weil die immer gut ankommen und praktisch sind. "Nein, es soll etwas Gesundes sein!" rief das Mutzelchen. Okay, dann backe ich gesunde Möhren- oder Zucchinimuffins. Ich schob den Gedanken beiseite und vergaß die Faschingsfeier komplett. Einen Abend vorher, als wir beim Abendbrot saßen, erinnerte mich das Mutzelchen wieder daran. Oje, das war spät! Mir fehlten Zutaten und ich war müde. Sollte ich unter einem großen Kraftakt doch noch Muffins zu Stande bringen? Noch schnell einkaufen gehen? Bis spät in die Nacht backen? Ich überlegte hin und her. Machte den Vorratsschrank auf und zu. Schaute im Kühlschrank hoch und runter. Da sah ich, dass wir noch sehr viele Eier hatten und hatte eine Idee. Unser Beitrag zum Buffet würde eine große Packung hartgekochte Eier sein. Hm. Etwas ungewöhnlich ist das ja schon. Ich hatte auf einem Buffet in der Schule noch nie hartgekochte Eier gesehen. Werden wir mit unserer Gabe komisch angeguckt?
Ach, warum denn nicht?!

Ich kochte also am nächsten Morgen ausgeruht die Eier, verschönerte die Pappschachtel mit buntem Klebeband und gab sie dem Mutzelchen mit. Und was erzählte sie, als ich sie abholte? "Die Eier waren toll! Sie waren ganz schnell alle!" Als ich ihren Beutel ausräumte, rieselten mir noch ein paar Eierschalen entgegen. Ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht. Wieder eine Übung in Sachen Mut zur Gelassenheit.


Wie ich heute darauf komme? Die liebe Ka stand gerade vor dem gleichen Problem.

Mutzelchen- Style

Kommentare:

  1. Ja, das kenne ich!
    Meine Tochter pflegt genauso einen Style. Zur Zeit sind u. a. zweierlei Socken angesagt.
    Sie hat dann aber immerhin welche an.
    Diese Woche wollte sie unbedingt 3/4 Leggings und ein Kurzarm-Tshirt tragen. Fand ich etwas zu kühl.
    Augenzu und durch.
    Fleece-Jacke und eine lange Hose wurden dann im Kindergarten in den Spint gepackt. Ich konnte mir allerdings nicht verkneifen die Erzieherin noch auf die Schrankklamotten hinzuweisen.
    Nachmittags hatte sie ihre lange Hose an, denn die Stiefel waren ihr auf der nackigen Haut unangenehm.
    Wieder was gelernt. Das Kind und ich.

    Liebe Grüße
    Alex

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  2. Haha cool! Das mit den Eiern war ne super Idee!

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  3. Deshalb lese ich Deinen Blog so gerne. Das wahre Leben schreibt die besten Geschichten. Und es geht nicht um die perfekte Zurschaustellung mittels hochglanzmagazintauglicher Fotos.
    Die Idee mit den Eiern ist genial. Ich hab als Kind auch schon am liebsten überall die Eier von den Schnittchen geklaubt bei Feierlichkeiten. Nicht zu vergessen: Russische Eier. Göttlich!
    Euch ein schönes sonniges Wochenende und liebe Grüße von der anderen Elbseite.
    Katja

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  4. Das ist schon toll. Darin finde ich mich wieder und immer wieder muss man dann nämlich doch einen anderen Weg gehen, als wie man es sich gedacht hat. Und wenn man ruhig und besonnen bleibt, tut sich dieser Weg auf. Kenne ich genauso.

    Ebenso handhabe ich das mit dem Anziehen der Kinder. Sie dürfen sich auch alleine anziehen und auch wenn es bunt ist, geht es so dann in den KiGa. Die Großen haben damit keine Probleme mehr und somit kann die Einstellung nicht ganz so falsch sein.
    Bei unserer Nummer fünf habe ich es ausprobiert, Kleidung raus zu legen, weil ich es satt hatte, ständig seinen Schrank aufzuräumen, aber der Schuß ging wirklich nach hinten los. Diese Diskussionen und dann hat er doch angezogen, was er wollte.
    Nun werde ich also wieder den Kleiderschrank richten und Jonathan kann sich selbst anziehen. Wie schön :-)

    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Danke fürs Mutmachen :)

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  6. Ich weiß warum ich so gerne hier lese: es ist so lebendig.

    Weiter so !

    LG CHristel - Oma von Lina (3)


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  7. Ja, die Lektionen lerne ich auch, mal nebenbei, mal schmerzhafter, wenn das Kind einem dann auch noch ganz klar den Spiegel vor einen hält.

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  8. Da bist du dann schon mal einen ganzen Schritt weiter als ich.
    Denn ich wäre einkaufen gegangen und hätte die halbe Nacht in der Küche gestanden:(
    Selbstverständlich ärgere ich mich über mich selber, zumal ich so ziemlich die einzige bin, alle anderen kaufen irgendwas.
    Ich schaffe es nicht mir diese Gelassenheit anzueignen....

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  9. Liebe Frau Frische Brise
    Ich liebe es wie du da so schreibst. Die Sachen die wir so im Kopf haben, sprichst du aus und schon füllt man sich nicht mehr alleine und hat man auch shon wieder einen schwung Kraft zum wietermachen. Kinder sind doch das beste, auch wenn man keine eigenen hat. Vielen Dank Claudia

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  10. Witzig. Wenn ich Fotos in deinem Blog sehe, hatte ich manchmal den Eindruck, dass alles bei dir ganz perfekt ist (aufgeräumt, gekocht, gemalt, gestylt ;-)) - die hartgekochten Eier beruhigen mich da doch sehr. Kennst du die Szene in "Working Mum", in der die Mutter einen gekauften Kuchen so lange zerknautscht, bis er selbstgemacht ausschaut? Ich glaube, die befand sich in einer ähnlichen Situation ;-)

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  11. Ich liiiiiiiiebe gekochte Eier auf Buffets - für meinen Geschmack könnte es die viel öfter geben. Für den Erwachsenenstyle auch gern mit ordentlich Salz, Pfeffer und Majo :) Meine Schwiegereltern haben einen Haufen Hühner und wenn wir dort sind gehört zu einem ordentlichen Abendbrot auch immer ein Teller gekochte, halbierte Eier und Petersilie.

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