Mittwoch, 5. Juli 2017

5. Juli

Ich bin aus Gründen um 1:43 Uhr und um 3:48 Uhr wach, kann aber zum Glück wieder schnell einschlafen. Um 6:15 Uhr höre ich die Dusche rauschen und warte in meinem Bett liegend auf die Rempler des Augustbabys und den Morgenkuss des Liebsten.

Als ich um 6:30 Uhr ins Bad gehe, weckt der Liebste die Kinder und deckt den Frühstückstisch. Nach dem Duschen horche ich in die Wohnung hinaus, um die Stimmung der Kinder zu ergründen. Alles scheint friedlich. Das Mutzelchen trödelt noch, aber um kurz vor 7 Uhr sitzen wir alle für einen Moment zusammen am Tisch.

Um kurz nach 7 verabschiedet sich der Liebste ins Büro. Die Kinder helfen nach dem Frühstück, den Tisch abzuräumen und gehen dann Zähne putzen. Ich bereite derweil die Brotdosen für die Schulkinder zu. Es gibt Klappstullen, Möhre, Gurke und Apfel. Der kleine Bruder erinnert mich an seinen Besuch bei seinem Freund am Nachmittag. Ich schreibe schnell einen Mitteilungszettel für den Hort, dass er mit seinem Freund mitgehen darf.

Das Mutzelchen und den kleinen Bruder schicke ich dann los zur Schule. Ich helfe dem Adventsjungen beim Anziehen und dann hat er noch ein bisschen Zeit zum Spielen. Ich schminke mich und setze mich dann an den Tisch um Formulare auszufüllen. Ich möchte die Schulkinder bei einer Veranstaltung in den Sommerferien anmelden. Ich habe die Veranstaltung im Hamburger Ferienpass entdeckt.

Der Adventsjunge holt sich ein Blatt Papier und die Buntstifte und setzt sich zu mir. Er malt ganz entzückende Hunde, denn er ist gerade großer Fan von der Kinderserie "Paw Patrol"* die wir als Amazon-Prime-Kunden kostenlos sehen können. Dann kommt er alleine auf die Idee, mit seinem Stiftebehälter ein kleines Geduldsspiel zu veranstalten. Im Internet habe ich das als Beschäftigung für Kinder so ähnlich mal mit Strohhalmen gesehen.


Dann ist es Zeit für den Kindergarten. Ich schnappe mir Einkaufsbeutel und den Fahrradakku, denn ich fahre erst den Kleinen in den Kindergarten und danach will ich weiter ins Ortszentrum radeln. Es ist kurz vor 9 Uhr, als der Adventsjunge seinen Gruppenraum betritt. Gleich beginnt der Morgenkreis.

Ich radle weiter und mache Halt bei meiner Frauenärztin. Mein offizieller Mutterschutz hat nun begonnen und ich brauche noch eine Bescheinigung für die Krankenkasse, um das Mutterschaftsgeld zu beantragen. Das hätte ich schon letzte Woche machen müssen, hatte mich aber leider zu spät informiert. Ich ärgere mich ein bisschen über mich selber, vor allem, weil ich gerade gestern in der Praxis war, um eine Überweisung abzuholen.

Dann fahre ich weiter zur Fußgängerzone. Dort hole ich Geld am Automaten, denn einzig beim Markteinkauf brauche ich noch Bargeld. Ich möchte außerdem zum Friseur, nehme aber an, der macht erst um 10 Uhr auf. Deshalb setze ich mich mit einem Milchkaffee und einem Croissant in ein Bäckereicafé, um die Zeit bis dahin zu überbrücken. Ich beobachte Leute und lese auf dem Handy die neusten Blogeinträge von nebenan.

Um viertel vor 10 treffe ich beim Friseur ein. Tja, der hat doch schon um 9 Uhr aufgemacht, so ist da schon ziemlich Betrieb und ich muss warten. Der Friseur arbeitet ohne Termine, deshalb muss man immer einen guten Zeitpunkt abpassen. Bis 10:30 Uhr warte ich, dann trifft eine weitere Angestellte ein, die mich bedient. Einmal waschen, schneiden, föhnen, wie immer. Seit ich nicht mehr darauf bestehe, mit meinen Haaren noch einen Zopf machen zu können, gefällt mir meine Frisur richtig gut. Diesmal ist es ein bisschen kurz geworden, aber das macht mir nix.

Im Drogeriemarkt kaufe ich noch ein paar Kleinigkeiten und schiebe dann mein Fahrrad über den Markt. Ich kaufe 2 Kilo knackige Äpfel, bildschöne Himbeeren, pralle Kirschen, ganz dunkelrote Erdbeeren und schwelge in dieser Herrlichkeit. Nebenbei werde ich immer wieder auf mein Lastenrad angesprochen. Es ist aber auch praktisch! Unterwegs halte ich noch beim Bäcker und hole Brot fürs Abendbrot und Franzbrötchen für den Nachmittag.


Um 12 Uhr bin ich schließlich wieder zu Hause. Uff. Fahrradfahren geht in der 35. Schwangerschaftswoche zwar immernoch besser als laufen, aber insgesamt muss ich doch so langsam einen oder zwei Gänge runterschalten. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich verräume die Einkäufe, nasche ein paar Himbeeren und trinke etwas, habe aber ansonsten keinen großen Hunger. Dann setze ich mich in meinen Sessel und schaue im Computer nach Mails und beantworte welche. Gegen 13 Uhr werde ich müde und mache ein Nickerchen. Luxus. Anderthalb Stunden später wache ich auf.

Richtig fit bin ich allerdings nicht, muss dann aber los, den Adventsjungen aus dem Kindergarten holen. Vorher bringe ich noch schnell den Brief mit meiner Mutterschutzbescheinigung zum Briefkasten. Der Adventsjunge sitzt im Kindergarten im Sandkasten und macht mir noch einen Sandkuchen. Auf dem Heimweg klettert er wie immer auf jeden großen Findling am Wegesrand, davon gibt es hier bei uns so einige, und springt wieder runter. Zu Hause beim Händewaschen bestaunen wir mal wieder die schwarze Seifenbrühe, die von seinen Händen schäumt ;-)

Dann spielt er sich mit seiner Brio-Bahn quer durch die Wohnung, bis um 16 Uhr das Mutzelchen nach Hause kommt. Die beiden bekommen Erdbeeren und Franzbrötchen und verschwinden dann in ihren Zimmern. Das Mutzelchen möchte zum Abschied aus der Grundschule ihren liebsten Lehrerinnen und Lehrern und Erzieherinnen und Erziehern ein kleines Geschenk machen. Das sind immerhin 12 Leute. Sie bastelt für alle Personen Kärtchen und schreibt hinein, was ihr an der Person am besten gefallen hat. Ich bastele derweil noch ein bisschen was am zukünftigen Wickelplatz des Augustbabys.



Kurz vor 18 Uhr merke ich, dass der Liebste sich wohl beim Abholen des kleinen Bruders bei seinem Freund verquatscht hat. Ich gönne es ihm, weil die Eltern des Klassenkameraden sehr nett sind. So decke ich nicht, wie sonst immer um diese Zeit, den Abendbrottisch sondern bereite einen bunten Schnittchenteller zu. Dann helfe ich dem Adventsjungen beim Anziehen seines Schlafanzuges und sage dem Mutzelchen Bescheid.

Beide dürfen dann das Abendprogramm auf dem KIKA gucken und schnabulieren dabei Brote und Gemüse. Der Liebste und der kleine Bruder treffen erst nach dem Sandmännchen ein. Sie essen die Reste der Brote und bekommen ihren Anteil an süßen Erdbeeren. Dann ist Zahnputzzeit für die Kinder und dann muss auch noch das Jungszimmer aufgeräumt werden. Da liegen noch Autos und Legosteine von gestern und heute auf dem Teppich rum, die sollen weg, damit wir uns in der Nacht nicht aus Versehen weh tun.

Das Mutzelchen schreibt noch ein paar Kärtchen, der Liebste räumt den Geschirrspüler ein und ich darf schon im Sessel sitzen und schreibe an diesem Eintrag. Nebenbei läuft die Berliner Abendschau, mein Feierabendritual seit... schon immer. Berlin hat jetzt Pandabären. Im Wochenbericht über Alleinerziehende wird von einer Frau mit einer besonderen Tochter berichtet. Sie hat ein Buch über ihr gemeinsames Leben geschrieben. "Lauthals leben"* heißt es. Das interessiert mich und ich bestelle es mir.

Dann kehrt langsam Ruhe ein. Der Liebste hat ein Schnupperabo bei Sky abgeschlossen und entdeckt, dass wir dort die neue Staffel von "House of Cards" sehen können. Okay, das wars, ich bin nun fertig mit meinem Eintrag!


Noch mehr Tagebuchbloggerinnen und -blogger triffst Du, wie immer am 5. eines Monats, bei Frau Brüllen.



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