Montag, 13. September 2010

4 Wochen ohne Zucker

Grrrrrr! Irgendwie fühle ich mich komisch!

Nach der Diagnose "Fruktoseintoleranz" sollte man ein paar Wochen allen Zucker weglassen. Allen! Das heißt: kein Obst, kein Trockenobst, kein Haushaltszucker, kein Rohrzucker, kein Honig, kein Süßstoff, keine sonstigen Zuckeraustauschstoffe. Nix. Auch viele Gemüsesorten enthalten Fruktose. Nach dieser Karenzphase muss man sich an Obst- und Gemüsesorten herantasten und ausprobieren, welche Sorten und welche Mengen man verträgt. Es gibt leider keine klaren Richtlinien, selbst manche Lebensmitteltabellen widersprechen sich.

Ich habe mich bis jetzt von Getreide, Reis, Gemüse und Milch ernährt. Aber da fehlt doch was! Mir fehlt etwas. Das Obst zum Frühstücksmüsli. Marmelade auf dem Sonntagsbrötchen. Obst zwischendurch. Der Nachtisch nach dem Mittagessen. Der Keks zum Kaffee. Fruchtjoghurt. Schokolade! Einfach viele Dinge, die lecker, lecker, lecker, lecker, lecker sind, die Spaß machen, die gut tun, die Geselligkeit geben. *schnüff*

Ja, mir geht es besser. Ich habe nur noch selten Bauchschmerzen. Und ich habe 3 Kilo abgenommen (ha!). Aber... ach!

Immerhin darf ich mit Traubenzucker backen. Und da ich wegen unseres Großen auch noch laktosefrei backen muss, habe ich unser Marmorkuchenrezept einfach mal abgewandelt. Die Butter habe ich durch Magarine ersetzt, Zucker durch Traubenzucker und laktosefreie Milch genommen. Hm, ja, schmeckt. Ist zwar etwas trocken, aber wir können ja nicht wählerisch sein ;-)

Kommentare:

  1. Ohje, ihr Armen! Ich fühle mit, in meiner letzten Schwangerschaft hatte ich so stark Diabetes, da mußte ich auch auf alles verzichten. Der Unterschied war nur: Kind aus dem Bauch 'raus und alles war wieder erlaubt! Aber bei euch ist das ja anders :o(
    Noch nicht 'mal Obst? - Wie schrecklich!
    Einen schönen Wochenstart wünsche ich trotzdem und schicke liebe Grüße
    Petra ;o)

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  2. Ich stelle mir das auch enorm anstrengend vor, nicht weil ich den ganzen langen Tag Süßes essen würde, aber wie du schriebst, Fructose in allem Möglichen drin steckt - und gutes Essen halt auch Lebensqualität ist, Kuchen, Obst, Honig - ich habe oft das Gefühl, ich "brauche" das alles, um den Alltag bewältigen zu können ... Und plötzlich soll es ohne diese ganzen Nahrungsmittel gehen und man muss langsam Ersatz finden. Ich wünsch dir, dass der Genuss dabei nicht auf der Strecke bleibt (dein Blog hat immer so appetitliche Bilder und Rezepte) und sich ganz viel vollwertiger Ersatz findet!

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  3. Bei mir wurde vor 7 Jahren Zöliakie festgestellt,d.h. strenge glutenfreie Diät.Keine normalen Nudeln,Brot,Kuchen und dergleichen.Auch in vielen Industrieprodukten steckt (versteckt) Gluten.Etwas spontan essen ist nicht zu empfehlen ,man muss immer zuerst die Zutatenliste lesen.Aber was meine Gesundheit betrifft,genieße ich die Diät mehr als dass sie stört.Bauchweh,Übelkeit und diverse unangenehme Begleiterscheinungen ade.Denn auf Dauerdarmgrippe verzichte ich gerne.Gruß Christine

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  4. Du ahnst gar nicht, wie ich mit Dir/Euch mitfühle.
    Ich finde das total super, wie Du das machst.
    glg!
    claudia

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  5. Ich fühle mit dir! Für mich wäre eine solche Diagnose auch sehr schlimm, weil für mich Essen mehr als nur pure Nahrungsaufnahme bedeutet. Ein Stück Lebensqualität... Ich hoffe, dass du auf Dauer gute Wege findest, damit gut zurecht zu kommen. Und wer weiß, vielleicht stellt sich ja raus, dass du das ein oder andere verträgst. Einfach ausprobieren. Ich drücke die Daumen!

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  6. Hm, was ich nicht verstehe ist, dass die gesagt wurde, dass Du auf gewöhnlichen Haushaltszucker verzichten sollst. Er besteht zu genau 50 % aus Fructose und zu 50 % aus Glucose.
    Ich musste in meiner Karrenzzeit zwar auf Obst und Gemüse verzichten, aber nicht auf normalen Zucker. Bzw. konnte ich ganz unbesorgt das Obst und Gemüse essen, das den höheren Glucoseanteil hat. Habe da also streng nach Liste gegessen. Aber jeder Arzt ist anders...

    Ach, ich weiß, wie blöd das besonders am Anfang ist, wenn man wieder anfängt zu testen. :-(
    *drückdich*

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  7. Was ist z.B. mit Sonneblumenoel ? Dürft Ihr das ?
    Wenn Du nämlich mit Oel backst, wird der Kuchen sehr locker und saftig und bleibt es auch !
    LG Ulrike

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  8. Ich bin ja ein Marmorkuchenjunkie und finde, der sieht sehr lecker aus, Zucker hin oder her :-)
    Liebe Grüße!

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  9. Oh, da klingt die Kochplanung aber schwierig. Aber vielleicht immer noch besser, als irgendwelche OPs, Chemos oder was es sonst noch alles an furchtbaren Krankheitssachen gibt? Wie macht Ihr das denn, wenn Ihr wo eingeladen seid? Da hat man dann ja keine Verpackung auf der man die Zutaten nachlesen kann?

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  10. Oh je, ich ziehe den Hut vor euch. Das stelle ich mir echt schwer vor. Ich bin auch so ein Genussmensch, ich wüsste nicht, wie ich das schaffen würde - na ja, wenn man müsste... Ich drücke die Daumen, dass du ein paar leckere Sachen herausfindest, die du verträgst und dass sich diese Lacktoseunverträglichkeit verwächst - das gibt es doch, oder?

    Liebe Grüße, Andrea

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  11. du hast mein aufrichtiges beileid. für all die einschränkungen sieht der Kuchen aber fantastisch aus. wenigstens geht's auf der Waage bergab, ein kleiner Lichtblick.

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  12. Es gibt doch schon laktosefreie Butter oder man kann auch L-freien Obers zum Backen nehmen. Sagt eine, die es seit vier Jahren wissen muss. ;-)
    (Margarine zum Kochen ist bäh, außerdem sind vielen Margarinen fieser Weise Milchbestandteile -Milchsäure, Joghurt etc. beigemischt. Da bemüht man sich dann extra und hat hat doch wieder Bauchweh)

    Wenn ich koche, dann je nach anwesenden Familienmitgliedern oder Freunden laktosefrei, Kuhmilchfrei, weizenfrei, histaminarm oder auch ohne Fructose. Entweder-oder oder auch mal so, dass es für alle gleichzeitig passt. Irgendwann hat man das nämlich so verinnerlicht -und man hat irgendwann nur noch "politisch korrekte" Produkte zuhause,was es auch leichter macht, dass es so normal wird und das Gefühl der Belastung weg ist. Am Schwierigsten finde ich persönlich histaminarm, denn das ist in fast allem drin (was lecker ist). Alles andere ist Gewöhnung.

    Das wird! Ich versuche, mich selbst nicht als arm und verzichtend zu sehen, sondern froh darüber, endlich zu wissen, was ich tun muss, um beschwerdefrei zu sein. Seltener Besuch erkennt auch nicht, dass die Sachertorte oder der Sandkuchen nun "politisch korrekt" ist, solange er nicht darauf hingewiesen wird, denn NUR dann, schmeckt der Besuch es plötzlich heraus ;-) Häufiger Besuch weiß schon, wie bei uns gekocht wird und kocht beim Gegenbesuch netterweise "mit Bedacht". Und fürs auswärts essen empfehle ich den Japaner oder Thailänder eures Vertrauens. Ohne Milch.

    Am Schwierigstens finde ich, wenn sich etwa die SchwieMu oder andere extra bemühen, extra für mich backen/kochen, aber nicht bedenken, dass Joghurt, Käse, Obers etc. auch aus Milch sind! Oft habe ich schon aus Anerkennung der guten Absicht geschwiegen und das hinterher bitterst gesundheitlich bereut. Ich lerne erst, dass man es aushalten muss, dass der andere gekränkt und beleidigt reagiert, selbst wenn man ganz vorsichtig höflich und erklärend ablehnt.

    LG, Lalobe

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  13. Oje!
    Aber gegen das Trockene vom Kuchen hätte ich vielleicht was: WEnn Du die Butter eh schon substituierst, dann probier es doch mal mit Apfelmus statt Butter! Du mußt dann nur die Menge an Backpulver verdoppeln. Trocken ist der Kuchen bei mir da nie geworden - eher etwas klitschig, was ich liebe ;-)
    Lieber Gruss!

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  14. Lalobe, danke!
    Frau Hiltrud, gute Idee, nur darf ich doch kein Obst essen. Äpfel sind ganz böse ;-)

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