Samstag, 30. Mai 2026

Zurück in Aarhus 3

Am Montag, den 18. Mai, war ich in Aarhus gegen 4 Uhr kurz wach. Draußen wurde es schon langsam hell. Doch ich konnte mich glücklicherweise nochmal umdrehen. 

Nach einem gemütlichen Morgen traten der Liebste und ich um 11 Uhr vor unser "Ferienhaus". Der Eingang zum Informationszentrum und der Aussichtsplattform lag genau unter unserem Balkon in der 22. Etage. Hier ganz unten sieht man den Ausblick am Abend zuvor und den Elefanten von oben. 


Wir liefen zu einem weiteren ikonischen Gebäude des neuen Stadtteils. Der mit Kupfer verkleidete Turm mit der großen Uhr soll an den Rathausturm in der Innenstadt erinnern. 



Im Fuß des Turms befindet sich mit "La Cabra" eines der besten Cafés der Stadt. 


Wir bestellten Brot mit Käse. So schlicht. SOOOO gut! Das Sauerteigbrot war superfluffig mit einer schönen Kruste. Der Käse war eine ältere herbere Sorte mit Salzkristallen drin. Lecker!


Das Café ist rundherum eine Augenweide und ein wunderbarer Ort zum Entspannen. 





Dann liefen wir wieder Richtung Stadt. Vorbei am Wassersportbecken...


... und an der Universität.


Wir liefen zum DOKK 1, dem modernen, komplett barrierefreien Mehrzweckgebäude direkt am Hafen. Hier befindet sich seit 2015 die Hauptbibliothek, die zu den innovativsten Bibliotheken in ganz Europa gehört. Wochentags von 8 bis 22 Uhr, am Wochenende von 10 bis 16 Uhr geöffnet.  Außerdem befinden sich im Haus das Bürgerbüro und das Stadtarchiv. Das Gebäude hat uns im letzten Jahr schon so gut gefallen, dass wir da einfach nochmal hinwollten.



Vor allem wollte ich DEN Gong sehen! Im letzten Jahr hatte ich leider erst im Nachhinein davon gelesen. Und da war er! Eine riesige, über 7 Meter lange und 3 Tonnen schwere Röhre aus Bronze hängt sehr zentral in einem Saal, in dem gelernt und gelesen wird. Den Gong hat die Künstlerin Kirstine Roepstorff entworfen und mit einer großen Sonne versehen. 

Die Geschichte dahinter finde ich so sympathisch: immer, wenn im Krankenhaus von Aarhus ein Kind geboren wird, können die Eltern dort auf einen Knopf drücken und den Gong im DOKK 1 auslösen. Der volle tiefe Ton (ich habe auf Youtube Videos gefunden, wo man ihn hören kann) verkündet an diesem öffentlichen Ort: hier gibt es einen neuen Menschen in unserer Mitte, in unserer Stadt! Was für eine schöne Wertschätzung! Was für ein angenehmes Gemeinschaftsgefühl! 




Gleich nebenan befindet sich die beeindruckende Kinderbibliothek. Es geht los mit einer großen Abteilung voller Klemmbausteine. 


Es geht weiter mit Orten, wo man sich mit Kindern treffen kann. Ganz selbstverständlich. Überall waren Erwachsene miteinander im Gespräch, Kinder saßen, krabbelten und spielten um sie herum. Ja es saßen sogar ältere Menschen auf Sofas und lasen Kinderbücher, obwohl gar keine Kinder dabei waren. 




Ein großer Parkplatz für Kinderwagen. Angrenzend befindet sich eine Bewegungsbaustelle mit Kletterhäuschen und Rutschen aus Holz. 


Noch mehr Bewegungsmöglichkeiten. Im Hintergrund Erwachsene, die ein virtuelles Tanzspiel spielen. 


Und hier ein Krabbelbereich für die ganz Kleinen mit einem extra Raum zum Stillen, für die Zubereitung von Essen und zum Füttern.


Das ganze Haus war rappelvoll. Überall saßen junge Leute allein oder in Lerngruppen an Computern oder vor Büchern. In extra abgetrennten Büros konnten wir Tonstudios oder Arbeitsplätze sehen, an denen Präsentationen erstellt werden konnten. Sehr beeindruckend alles! 

Zurück in der Stadt genossen wir nochmal Kaffee und schönstes Gebäck. Wir saßen draußen in einer kleinen Straße und beobachteten einfach die elegant angezogenen Menschen. Vorherrschende Farben in der Mode: Dunkelblau, Weiß, Braun und Salbei. Mit meinem rosa Mantel habe ich ganz schön rausgestochen. 


Weil wir Zeit hatten, wollten wir das Wikingermuseum besuchen, das eine Außenstelle des prähistorischen Moesgaard Museums ist. Wie erstaunt waren wir, als wir entdeckten, dass es einfach in einem Keller unter der großen Fußgängerzone war. Der Eingang war ganz unscheinbar zwischen den Geschäften. Hinter der Tür gab es einen Ticketautomaten, wo wir uns selbstständig ein sehr günstiges Ticket kaufen konnten.

Dann liefen wir eine Treppe hinunter und standen gleich in der kleinen Ausstellung völlig ohne Personal. Hier konnten wir Objekte aus der Stadtgeschichte zur Zeit der Gründung durch die Wikinger sehen, die genau an der Stelle gefunden wurden. Sogar ein Skelett war darunter. 



Auf dem Dach des Kaufhauses Salling konnten wir danach endlich mal draußen sitzen und einfach nur die Aussicht genießen. Das ganze Dach ist mit Treppen, Stufen und Plattformen versehen, wo man sich aufhalten kann. Hier ist im Hintergrund rechts der mit Marmor verkleidete Rathausturm mit Uhr zu sehen. Das Rathaus wurde vom dänischen Architekten Arne Jacobson entworfen und 1941 eröffnet. 





Auf dem Rückweg erstanden wir Schokolade und Schaumküsse für die Familie zu Hause. 



Abends aßen wir fluffigste Pizza aus dem Steinbackofen. Vom Balkon der Ferienwohnung konnten wir später gegen 21 Uhr das Auslaufen eines großen Frachtschiffes beobachten, das in den Tagen vorher mit Containern beladen wurde. Schlepper begleiteten es aus dem Hafen. Da dachten wir noch, dass dieser Frachter groß war...

Fortsetzung folgt.