Montag, 11. Januar 2016

Montag

Durch meine ganztägige Weiterbildung am Sonnabend fehlt mir ein Wochenendtag. Der Sonntag war ziemlich kurz, aber gemütlich. Am Abend sitzen der Liebste und ich zusammen und schauen bei einer Tasse Tee eine Reisereportage von Klaus Scherer. Im Bann der Arktis* heißt sie und zeigt sehr interessante Bilder von Grönland, Island, Russland bis nach Alaska. Wir kennen den Film schon, haben ihn aber sehr gerne nochmal angeschaut.

Dabei schmieden wir Pläne für das Jahr. Wir buchen unseren Herbsturlaub in Kühlungsborn und überlegen, ob und wohin wir über Silvester hinfahren könnten. Die tagelange Böllerei hier im Wohngebiet geht uns auf den Senkel. Dann haben wir uns entschieden, wo mein 40. Geburtstag im Sommer gefeiert wird. Praktischerweise fällt der 2. Juli in diesem Jahr auf einen Sonnabend. Hach, das wird so schön!

Die Nacht war so lala. Der Montagmorgen verläuft dennoch ganz gut. Das Mutzelchen ist gestern beim Absteigen vom Etagenbett unglücklich unten angekommen und hat ihr Fußgelenk umgeknickt. Die Ballettstunde sage ich ab und informiere unsere Babysitterin, dass sie das Mutzelchen heute nicht hinbringen braucht. Vorsichtshalber lassen wir auch die Schule ausfallen. Ich rufe auf meiner Arbeitstelle an und frage, ob ich das Mutzelchen mitbringen kann. Ja, das geht.

Ich bringe den kleinen Bruder und den Adventsjungen weg. Draußen ist es um 8 Uhr immernoch total dunkel und auch sehr nebelig. Die Wege sind spiegelglatt. Kann ja heute nur noch besser werden, denke ich auf dem Heimweg noch.

Kaum zu Hause angekommen, erreicht mich aber die überraschende Nachricht, dass David Bowie gestern gestorben ist. Ich kann das gar nicht glauben. Ganz unheimlich finde ich, dass ich gestern gerade an ihn gedacht habe und mir gar nicht vorstellen konnte, dass es ihn mal nicht mehr gibt. So lange ich lebe, existieren er und seine Musik schon.

Ich bin traurig und denke an Berlin. Anfang der 90er habe ich als Jugendliche das aufrüttelnde Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo* gelesen und die Verfilmung gesehen und dort von David Bowie in den 70ern erfahren und das erste Mal seine Musik bewusst gehört. Da hatte er sich gerade wieder einmal neu erfunden, spielte Pop und war der Mann im feinen Anzug. Sein Auftreten hat mich immer fasziniert. Später hatte ich Freunde, die in dem legendären Haus in der Schöneberger Hauptstraße 155 lebten, in dem David Bowie mit Iggy Pop mal wohnte. Noch ein bisschen später liebte ich einen Mann, der David Bowie sehr ähnlich sah und auch seine aktuelle Frisur nachahmte. Und noch viel später sitze ich mit meinen Kindern vor dem Fernseher und schaue mit ihnen einem echten Astronauten zu, wie er sehr anrührend im Weltall schwebend den Bowie Song Space Oddity singt.

Kurz bevor ich mit dem Mutzelchen im Lastenrad zur Arbeit radeln will, spielt mein Radiosender Radio Eins den Song Heroes. Ich drehe laut auf und heule ein bisschen. Das Mutzelchen fragt, ob es denn nun nie mehr neue Lieder von David Bowie gibt. Nein, aber seine Musik ist unsterblich.

Vorsichtig radle ich los. Alles, was gestern noch Matsch war, ist vereist und mit dem Fahrrad schwer zu kreuzen. Wir kommen trotzdem pünktlich auf meiner Arbeitsstelle an. Das Mutzelchen wird von den vielen Kleinen interessiert beäugt und als sie ihr Malbuch rausholt, hat sie einige Beobachterinnen und Beobachter an iher Seite.

Mein Arbeitstag verläuft ganz ruhig und um 14 Uhr radle ich mit dem Mutzelchen wieder nach Hause. Unterwegs hole ich beim Bäcker für den Nachmittag süße Teilchen. Zu Hause räume ich ein bisschen und hole dann die beiden Kleinsten ab. Der Nachmittag wird auch ganz entspannt. Zwischendurch kommt die Gemüsekiste, die ich verräume. Eine Klassenkameradin bringt dem Mutzelchen die Hausaufgaben. Der Teenie kommt aus der Schule und fährt dann auch schon wieder los zur Uni.

Kurz vor 17 Uhr kommt der Liebste und holt den kleinen Bruder ab. Der allerletzte Termin bei der Logopädin ist heute. Nach nur 10 Terminen und täglichen Übungen ist eine deutliche Besserung eingetreten. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Um 18 Uhr mache ich einen Schnittchenteller und eine kleine Schüssel Rohkost. Das Mutzelchen und der Adventsjunge räumen das Kinderzimmer auf und dürfen gegen halb 7 in ihren Schlafanzügen den KIKA anschalten. Ich falte währenddessen Wäsche und dann kommen auch schon der Liebste und der kleine Bruder nach Hause. Gegen 19:30 Uhr sind alle drei Kleinen im Bett. Füße hoch und Feierabend!


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Kommentare:

  1. Hab heute auch an die Kinder vom Bahnhof Zoo gedacht und Anna meiner Großen dann David Bowie vorgespielt während wir im Bulli auf den Mittleren warteten. Sie konnte leider nicht so viel damit anfangen.
    Den Nachtschlaf betreffend, bin ich sehr froh zu wissen, dass nicht nur ich mich nach wenig Nachtschlaf trotzdem in einen funktionstüchtigen Modus bringen muss. Vermute es gibt da noch Einige, schreibt nur selten jemand drüber. Dir einen erholsamen Feierabend. Xeniana

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