Montag, 9. November 2015

Weiterbildung 2. Modul



Heute habe ich immernoch Muskelkater vom Wochenende. Und das kam so:

Am Samstag fand das zweite Modul meiner Weiterbildung zur Fachkraft für Naturerlebnispädagogik statt. Von 9 bis 17 Uhr war ich draußen im Wald, nur zum gemeinsamen Essen war die Gruppe in einem Raum. Das Ganze fand wieder auf dem Gut Karlshöhe statt.

Das Thema des Moduls hieß "Seiltechniken und Aufbau eines Niedrigseilparcours". 

Begonnen haben wir mit einer kurzen Vorstellungsrunde und der Formulierung unserer Erwartungen an diesen Tag. Ich hatte ein wenig Sorge, dass mir dieses Modul nicht so zusagt, denn das Klettern gehört nicht gerade zu meinen Favoriten. Wir spielten zum Aufwärmen einige Spiele, die man gut draußen spielen kann, hauptsächlich Bewegungsspiele. Wir standen im Kreis und hatten unseren ersten Kontakt zum Seil.

Danach führte uns unser Kursleiter noch weiter in den Wald hinein. Dort entdeckten wir plötzlich ein großes Spinnennetz, das zwischen den Bäumen aufgespannt war. Es versperrte uns den Weg. Eine riesige Spinne musste irgendwo in der Nähe sein. Nur zusammen als Gruppe konnten wir es schaffen, das Netz zu überwinden, d.h. wir sollten durch das Netz hindurchkommen. Jede Lücke im Netz durfte nur ein Mal benutzt werden und das Netz durfte nicht berührt werden, da sonst die Spinne auf uns aufmerksam werden würde.



Es dauerte ein Weilchen, sich abzustimmen, aber dann waren wir richtig gut und während der Teamarbeit kamen wir uns noch näher. Die ersten Personen kletterten vorsichtig durch einfache Lücken im Netz. Durch die anderen komplizierteren Lücken haben wir gemeinsam einige Gruppenmitglieder durchgehoben. Gar nicht so einfach, sowohl physisch als auch psychisch. Wir brauchten viel Kraft und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und die der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Als wir die Aufgabe geschafft hatten, waren wir sehr stolz und glücklich. Die Reflexion dieser und weiterer Aktionen gehörte dann zum Tag dazu.

Danach wurden wir in Kleingruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam ein 15 bis 20 Meter langes Seil. Das sollten wir zwischen zwei Bäumen aufspannen, so wie wir es hinkriegen. Wir wickelten und knoteten, aber spätestens nachdem auf dem Seil balanciert wurde, hing es deutlich durch. 

Nach der Begutachtung der Ergebnisse zeigte uns unser Kursleiter, wie es die Profis machen. Wir staunten nicht schlecht. Dann bekam jeder ein kleines Übungsseil und wir lernten den allerersten wichtigen Knoten.

Zimmermannsknoten üben







Dann machten wir unsere erste Seilkonstruktion von den Bäumen los und probierten es nochmal von vorn. Und siehe da: das war schon viel besser! Jedes Gruppenmitglied war einzeln dran und wurde auf Wunsch bei der Aufgabe unterstützt.

Nach der Konstruktion mit nichts anderem als einem Seil lernten wir noch eine andere Möglichkeit kennen, ein Seil zu spannen. Dafür wird ein Karabiner benötigt. Zu jedem verwendeten Material bekamen wir außerdem genaue Informationen, denn es darf nur zertifiziertes Material verwendet werden. Seile haben bestimmte Dehnungswerte und Seile sowie Karabiner halten je nach Beschaffenheit bestimmten Kräften stand. Das ist für die Arbeit sehr entscheidend. Wir erfuhren auch etwas zu Pflege und Aufbewahrung der Materialien.

Das ist meine Konstruktion mit einem Karabiner an einem Achterknoten und einer Spanntechnik. Sieht das nicht toll aus?!


Gegen 13 Uhr machten wir eine Mittagspause und verspeisten Köstlichkeiten vom bunten Buffet aus Spenden aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ein gemeinsames Weiterbildungsrezeptbuch ist schon angedacht.

Nach dem Essen waren wir etwas müde, aber mit leichten Bewegungsspielen kamen wir wieder auf Trab. Wir lernten schließlich einen dritten Knoten kennen und bekamen kurz die Slackline erklärt. Der Profi empfahl diese Leine von Gibbon*. Im Vergleich zum Seil erfuhren wir von Vor- und Nachteilen der verschiedenen Methoden. Seile sind auf alle Fälle schonender für die Bäume und viel leichter zu transportieren. Wir kamen immer wieder auf das Verhalten im Wald zu sprechen und wurden darauf hingewiesen, auf den Baumschutz zu achten.

"Mastwurf"








Zum Abschluss hatten wir nun die Aufgabe, gemeinsam einen umfangreichen Niedrigseilparcours zu bauen. Wir tüftelten eine Weile und waren dann alle eine ganze Zeit beschäftigt. Als der Parcours mit Netzen und Balancier- und Halteseilen hing, probierten wir ihn kurz aus. Dann mussten wir auch schon alles wieder abbauen. 

In der Feedbackrunde tauschten wir unsere Erfahrungen des Tages aus und versbschiedeten uns. Ich war sehr begeistert von dem Tag, weil ich so viel gelernt habe und tolle Ideen für meine Arbeit und auch für meine Familie bekommen habe. Ich möchte mir so schnell wie möglich ein eigenes Seil zulegen, um die Techniken anzuwenden und nicht zu vergessen.

Premiere hatten auch meine neuen Schuhe von Sorel*. Ich habe eine Weile gesucht, um Schuhe zu finden, die wasserdicht und robust sind und mir gut gefallen. Die feste Schnürung war anfangs etwas ungewohnt, aber beim Laufen durch Pfützen und beim Klettern über Stock und Stein war ich dann ganz froh über mein stabiles Schuhwerk. Und auch nach einem ganzen Tag draußen hatte ich immernoch schön warme Füße.


Man muss sicher auf festem Boden gehen können,
ehe man mit dem Seiltanzen beginnt.

Henry Matisse




* Amazon-Partner-Link

Kommentare:

  1. Das sind mal wieder aussagestarke Bilder, und wirklich eine tolle Ausbildung. Ein Bekannter von mir hat solche Dinge mit den Seilen auch mal in einer ähnlichen Ausbildung gelernt und häufig - und jedesmal mit Erfolg - in der Jugend- und Kinderarbeit in der freien Natur verwendet.
    Das mit dem Spinnennetz erscheint mir besonders spannend, so ein Glück, dass ihr es geschafft habt, ohne die furchtbare Riesenspinne zu wecken! ;)

    AntwortenLöschen
  2. Das muss ja echt toll gewesen sein, schon allein mit welchem Eifer du es beschreibst! Bleibe an der Sache dran und mal wieder sind deine Schuhe rot *lach*, sehr schön.
    Winke, die Trude

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...