Mittwoch, 23. September 2015

Dienstag

Ein zappelnder Adventsjunge in unserem Bett hält mich vom Schlafen ab. Seit einiger Zeit sucht er nachts unsere Nähe. Ich bin von 3 bis 5:30 Uhr wach. In der halben Stunde vor dem Weckerklingeln schlafe ich ganz gut. Der Liebste steht zuerst auf und geht ins Bad.

Während ich als Zweite dusche, deckt der Liebste den Frühstückstisch, macht die Schulbrote für das Mutzelchen und den kleinen Bruder und geht die beiden wecken. Nach mir geht der Teenie ins Bad. Bei Kerzenschein sitzen wir gegen 7 Uhr am Tisch und frühstücken Brot mit Marmelade.

Der Liebste verabschiedet sich ins Büro, die Kinder gehen Zähne putzen und ich mache in der Küche klar Schiff. Danach schminke ich mich und gebe Zeitansagen durch, damit die Kinder sich auf das Losgehen einstellen können.

Kurz nach halb 8 bin ich mit meiner schnatternden und singenden Bande unterwegs. Wir gehen zu Fuß, der Adventsjunge fässt das Mutzelchen an, der kleine Bruder läuft mit mir. Der Teenie biegt mit dem Fahrrad ab. Der Himmel ist grau und es regnet. Vor der Schule weichen wir auf dem Gehweg den wild parkenden Autos anderer Eltern aus.

Eine kurze Verabschiedung reicht meinen Schulkindern (meinem Mutterherz nicht). Fröhlich winken sie und sind schon mit ihren Freundinnen und Freunden im Schulhaus verschwunden. Der Adventsjunge und ich machen kehrt und gehen wieder nach Hause. Unterwegs halten wir an einer Baustelle auf dem Gehweg, um das Geschehen zu beobachten.

Zu Hause schauen wir Bücher an und stapeln Holzklötze. Der Adventsjunge hat das Jenga-Spiel* entdeckt und zum Bauen zweckentfremdet. Um kurz vor 9 Uhr verlassen wir das Haus und gehen Richtung Kindergarten. In der Gruppe wird der Adventsjunge schon erwartet, der Morgenkreis beginnt gleich. Der Adventsjunge bringt mich zur Tür und nimmt dann auf dem Schoß der Erzieherin Platz.

ruhige Minuten vor....


Ich laufe zur Schule meiner Kinder. Dort habe ich mich auch im neuen Schuljahr wieder freiwillig zum Dienst in der Schulbibliothek gemeldet. Diese Aufgabe macht mir richtig Freude. Um die Zeit bis zur großen Pause zu überbrücken, habe ich mir einen Kaffee im Thermobecher* mitgenommen und bringe mich auf dem Sofa sitzend per Handy auf den neusten Stand meiner Twittertimeline.

Um halb 10 beginnt der Ansturm auf die Bücher. Innerhalb kürzester Zeit sitzen um die 40 Kinder in allen Ecken der Bücherei und lesen. Ich liebe diesen Anblick! Als alle Kinder weg sind, räume ich kurz die Regale auf und gehe wieder nach Hause.

Gegen 12 Uhr nehme ich mein Rad und fahre zur Arbeit. Ich schaue im Lehrerzimmer in mein Fach und gucke auf den Dienstplan. Dann richte ich meinen Gruppenraum für den Nachmittag her und aktualisiere die Infotafel vor der Tür. Gegen 13 Uhr treffen die ersten Kinder aus meiner Gruppe ein. Zusammen mit einer Helferin bewältige ich den Nachmittag mit Mittagessen, Hausaufgaben machen und den vielen kleineren und größeren Dingen, die die Arbeit in einer Gruppe aus 40 Kindern von 6 bis 10 Jahren so mit sich bringt.

Um 16:10 Uhr übergebe ich einige Kinder meiner Gruppe dem Spätdienst der Schule. Danach habe ich eine kurze Pause, bis um 16:30 Uhr eine Konferenz beginnt. In der Konferenz überlegen die Schulleitung, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Eltern aus dem Elternrat gemeinsam Strategien, die Ganztagsbetreuung an der Schule zu strukturieren und zu organisieren. Das ist eine Menge Arbeit, aber der Ausstausch ist fruchtbar. Es bleibt noch viel zu tun. Ich radle im Regen nach Hause.

Um 19:30 Uhr komme ich mit rauchendem Kopf zu Hause an. Der Liebste hat sein Büro eher verlassen, um die Kinder abzuholen. Er hat am Nachmittag mit ihnen gebastelt und neue Lampen angebracht. Nun schläft der Adventsjunge schon in seinem Bett. Ich schaue kurz nach dem Mutzelchen und dem kleinen Bruder. Aus ihrem Etagenbett erzählen sie mir gleichzeitig etwas von ihrem Tag. Im Teeniezimmer höre ich Computertasten klappern und winke kurz hinein.

Dann brate ich mir ein Spiegelei und esse es, während mir der Liebste vom Tag erzählt. Nach der Tagesschau sehen wir uns eine entspannende Naturdokumentation über Grönland an. Bei einer Folge "The Big Bang Theory" kriegen wir beide einen Lachkrampf.

Um 22:15 Uhr liege ich schließlich im Bett und denke noch ein bisschen auf dem Tag mit seinen vielen Eindrücken herum. Ein Elternabend musste leider ausfallen, die Stadtteilkonferenz zur Flüchtlingshilfe auch und sogar mein Aquafitnesskurs. Dass auch immer alles auf einmal passieren muss...

... dem Ansturm in die Schulbibliothek


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Kommentare:

  1. Na, das nenne ich mal einen ausgefüllten Tag, es liest sich so locker fluffig und weckt in mir Bewunderung. ♥G von ClauDia, die durch das Lesen deines Blogs immer wieder mal in die eigene Vergangenheit katapultiert wird, auch was Schönes.

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    1. Ausgefüllt: oh ja!
      Locker fluffig: nicht immer ;-)

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  2. Liebe Carola,

    seid ihr wirklich nur zu zweit mit 40 Kindern? Hut ab!!! Das ist sicher kein Zuckerschlecken. Ich arbeite auch in der Ganztagesbetreuung einer Grundschule. Ist eine tolle Arbeit. LG an deine Familie und dich von
    Claudia

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    1. Ja, die Arbeitsbedingungen sind nicht ganz optimal.

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