Montag, 9. März 2015

London Teil 1

Am Mittwoch sollte mein Wecker um 04:50 Uhr klingeln. Weil ich aber so aufgeregt war, wachte ich schon um 4 Uhr auf. Da ich sowieso nicht mehr schlafen konnte, beschloss ich, eine Bahn eher Richtung Flughafen Hamburg zu fahren. Man weiß ja nie...

Um 5 Uhr verließ ich das Haus. Auf dem Rücken hatte ich meinen großen Reiserucksack mit Wechselkleidung, hohen Schuhen und Kosmetik. In meiner Umhängetasche war meine Kamera, Ausweis, Geld und meine selbst ausgedruckten Flugtickets, die ich nur ein paar Tage zuvor per E-Mail zugesendet bekam.

Die Fahrt bis zum Flughafen dauerte 45 Minuten. Ich bin 18 Jahre nicht mehr geflogen und kannte mich nicht sonderlich am Flughafen aus. Ich tat dann also das, was alle Personen vor mir taten. An der Schlange anstellen, Jacke und Taschen in die großen Plastikwannen zur Durchleuchtung legen und durch die Kontrolle gehen. Das ging sehr schnell. Um 7 Uhr sollte der Einstieg in das Flugzeug beginnen. Ich schrieb ein paar Nachrichten mit dem Liebsten hin- und her, der sich einen Tag frei genommen hatte, um sich um die Kinder zu kümmern. Ich schickte ein Foto von mir und der Liebste schrieb: "Du strahlst so!" Aber ja, ich freute mich doch so sehr!

Dann ging es los. Mein Platz war in der vierten Reihe. Am Fenster! Perfekt! Um 07:30 Uhr flogen wir los. Der Flug verlief ganz ruhig und schnell. Ich las meine Tageszeitung durch und hing die restliche Zeit am Fenster. Der Blick von oben auf die Wolken war toll. Es sah aus wie eine Schneelandschaft. Ich machte ein paar Fotos, um sie später den Kindern zu zeigen. Da waren plötzlich große Lücken in der Wolkendecke. Darunter war es irgendwie dunkel mit weißen Flecken. Dann konnte ich es zuordnen: es war das Meer, über das wir nun flogen. Die weißen Flecken waren Wellen. Die Wolken waren nun verschwunden und ich sah große Schiffe auf dem Meer und Windräder. Die Wellen glitzerten ab und zu.

Dann tauchte die Küste Englands auf und wir flogen langsam tiefer. Unglaublich, dass so ein Flugzeug mitten in der Luft bremsen kann. Wir flogen langsamer und Häuser und Straßen wurden immer dichter. Ich hielt Ausschau nach der Themse. Und da tauchte sie auf. Es war so großartig! Ich entdeckte das London Eye, Wolkenkratzer und schließlich auch die Tower Bridge. Cool! Hallo London!


In London gelandet bin ich schließlich um 8 Uhr britischer Zeit. Ha, Zeit gewonnen! Im Flughafen London-Heathrow war der Weg vom Gate zum Ausgang ewig lang. Ich bin ungelogen 20 Minuten gelaufen. Zunächst fand ich die Laufbänder auf gerader Strecke irgendwie albern, nutzte sie dann aber auch, als die Gänge kein Ende nahmen. Ich bekam eine SMS auf mein Handy, dass mein Taxi bereitstünde. Ich ging durch die Passkontrolle und erreichte den Ausgang. Ich hielt Ausschau nach meinem Fahrer und entdeckte ein Schild mit meinem Namen.

Die Fahrt von Heathrow in die City dauerte fast 1,5 Stunden. Es war total viel Verkehr. Ich schaute mir vom Auto aus die Häuser, Straßen und Menschen an. Ich mag England sehr und erfreute mich an jedem Detail. Da wuchsen Palmen in Vorgärten, Eltern brachten ihre Kinder in den Kindergarten und diese Hochschiebefenster gibt es immernoch überall. In der City war der Verkehr noch dichter. Das Soho-Hotel liegt in der Nähe des Picadilly Circus. Den umkurvten wir auch, inmitten von roten Bussen und lebensmüden Fahrradfahrern.

Gegen 10 Uhr waren wir am Ziel. Als wir in die Straße zum Hotel einbogen sagte ich "Da sind wir!" und der Fahrer wollte wissen, ob ich schonmal dort war. Ich sagte ihm, dass ich mir die Gegend bei Google Maps angesehen hatte. Im Hotel wurde ich sehr freundlich empfangen. Plötzlich sprach mich an der Rezeption ein Mann auf Deutsch an und übernahm. Es war ein Hannoveraner, den es nach London verschlagen hatte. Mein Zimmer war noch nicht bereit, so ließ ich meinen schweren Rucksack dort und sagte, ich wolle noch eine Runde draußen drehen, weil die Sonne so schön scheint. "Die Sonne?!" rief der Mann von der Rezeption begeistert und rannte zum Fenster. Das sei echt selten. Ich war schon drei Mal in England und Schottland und ich hatte immer schönes Wetter :-)


Ich verließ das Hotel und lief einfach los. Die Sonne blendete mich an diesem Morgen und ich genoss mein Glück, die Möglichkeit bekommen zu haben, London zu besuchen. Die bunten Lampions des chinesischen Viertels leuchteten in der Morgensonne und lockten mich an. Ein gutes Erkennungszeichen übrigens für meinen Rückweg. Interessant auch, dass die Straßenschilder zweisprachig sind.

Ich erreichte den Picadilly Circus, wo zwar viel Verkehr war, aber ansonsten gähnende Leere an diesem Vormittag. Die Geschäfte öffneten gerade erst. Ich brauchte eine Weile, mir zu merken, aus welcher Richtung die Autos kommen. Die Erinnerungsmarkierungen an den Bordsteinen sind wirklich eine sinnvolle Sache.




Ich lief einmal eine ganz große Runde rund um das Hotel im Stadtteil Soho. Hier und da bog ich in kleinere Straßen ein, die interessant aussahen. Ich sah, wie der Müll abgeholt wurde von Männern in neongrünen Anzügen und traf auf viele Handwerker auf ihren Touren. In der Regent Street schaute ich in die Schaufenster der dort ansässigen Luxusboutiquen.

Dann bog ich wieder in eine kleinere Straße ein. Ich hatte ziemlichen Hunger, da ich vor Aufregung noch nichts gegessen hatte. Ich entdeckte einen Laden der Kette "Pret a manger". Da lagen viele Leckereien nebeneinander: Sandwiches, Baguettes, Bagel, Wraps und noch mehr. Frisch zubereitet mit Zutaten aus der Region. Es schmeckte herrlich! Diese Sandwiches vermisse ich in Deutschland, seit ich sie das erste Mal in England aß.

Ich verließ den Laden und bewegte mich Richtung Hotel. Da ich immer im Kreis gegangen war, wusste ich ungefähr, wo ich wieder eintreffen sollte. Gleich würde ich auf der Veranstaltung, wegen der ich eingeladen worden war, viele andere Bloggerinnen treffen. Ich wollte mich schick machen, wenn schon, denn schon... Da kam ich an einem Friseurgeschäft vorbei und ging ganz spontan hinein. Ich wollte meine Haare stylen lassen, einfach so. Meine Haare wurden ausgiebig gewaschen und bekamen eine Kur. Der Friseur, der mir die Haare fönte, kam aus Hong Kong. Als er hörte, dass ich aus Deutschland komme, erzählte er, dass er gehört habe, Deutschland sei das Land, wo Kinder vor der Schule nichts lernen würden. In Hong Kong sei das ganz anders. Er wollte mit mir über Politik diskutieren, aber ich sagte ihm, da sei ich raus. In einer fremden Sprache packe ich das einfach nicht.

Mit einer tollen Wallemähne, so weit das meine dünnen Fussel zulassen, verließ ich den Friseurladen. Ich sage nur: Haarpuder! Die Sonne strahlte immernoch und die Luft war schön frisch. Ich war sehr gespannt, was der Tag noch für mich bringen würde. Ich fand die Straße mit den bunten Lampions wieder und erreichte das Hotel. An der Rezeption bekam ich einen Chip für meine Tür. Ich fragte nach meinem Rucksack. Der würde mir doch selbstverständlich ins Zimmer gebracht.

Ich fuhr mit dem Lift in die 3. Etage und lief durch einen hünschen Gang zu meinem Zimmer. Ich schloß die Tür auf und grinste. So ein wunderschönes Zimmer! Ich schaute mir alles ausgiebig an, testete das Bett, saß zur Probe in den Sesseln, bestaunte das Bad, roch an der Seife und schaute aus dem Fenster. So schick hatte ich noch nie in meinem ganzen Leben gewohnt.

Ich zog mein schönstes Kleid an und meine hohen Schuhe, legte Schmuck an und machte mich gegen 12:30 Uhr auf zur Veranstaltung im hoteleigenen Kino.


Fortsetzung hier

Kommentare:

  1. Liebe Carola,
    wie beneide ich Dich! Nicht um den Trip als solchen, das hast Du Dir verdient, aber Essen holen bei Pret a manger! Das vermisse ich so! Diese superleckeren Sandwiches - meine Favoriten waren ja "More than mozzarella" und "Chicken avocado" und ich hab jetzt so sehr Appetit darauf!
    Liebe Grüße, Cloud.

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  2. Das klingt alles wahnsinnig toll! Da wir letzten Sommer in London waren, verfolge ich gespannt deine Schritte und viele der Fotos erinnern mich an unseren Besuch. Toll! ♥ Im fremden Land zum Frisör zu gehen, hätte ich mich wohl nicht getraut. Da hätte ich noch lieber auf Englisch über Politik diskutiert. ;-)

    Liebe Grüße
    Nele

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  3. Und wann verschlaegt es Dich mal wieder weiter in den Norden in meine Richtung???
    Liebe schottische gruesse,
    nessie

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  4. Oh, ich freue mich so für Sie. Ich liebe London auch sehr. Habe in der Nähe Cousinen wohnen. Da beneide ich Sie ein bisschen. Aber Sie haben es verdient. Ein Bild mit Ihrem schicken Kleide würde ich sehr gerne sehen. Viel Glück und Spass weiterhin.

    Eva Aus dem Ruhrgebeit

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  5. Klingt herrlich. Wenn in GB Fußgänger wie Verrückte an der Straße springen, kommen sie vom Kontinent ;-)

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  6. Hmm, einen Trip nach London sollte ich definitiv mal wieder einplanen! Und von wegen selten Sonne... bei all meinen England-Reisen hatte ich auch immer Glück mit dem Wetter!
    LG, Micha

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  7. Wahnsinn,ich freu mich sehr für dich,liebe Carola!
    Du kümmerst dich stets so liebevoll um deine Familie und deine Mitmenschen,dass hast du dir
    echt verdient ♡
    Und es klingt total aufregend und spannend :-)
    Ich bin auf weitere Infos und Fotos gespannt.

    Das Zimmer ist ja total atemberaubend!So stilvoll und chic und mit pinken Akzenten.
    Mir gefallen die pinken Sessel ja voll :-D

    Habt eine schöne sonnige und gesunde Woche.
    Herzliche Grüße von Nicole.

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  8. Liest sich toll. "Pret a manger" haben wir mehrfach in Washington ausprobiert. Ich war begeistert.
    Ich freue mich mit Dir, dass Du einen so tollen Kurztrips machen kannst.
    (Und wo bleibt das Wallemähnefoto? *zwinker*)

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  9. Mir geht gerade das Herz auf... soo schön beschrieben, danke!!

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  10. Ich liebe London und hatte mal das Glück 1,5 Jahre dort zu leben und zu arbeiten....es war super anstrengend, aber die Sandwiches von Pret-a-manger haben alles wieder ausgeglichen....;-)

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  11. ui, toll! Herzlichen Glückwunsch zur Reise!

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