Donnerstag, 6. November 2014

Ein Nachmittag

Um 12:30 Uhr lege ich den Adventsjungen ein bisschen spät zum Mittagsschlaf in sein Bett. Er schläft sofort. Kurze Sofapause für mich. Ab 13 Uhr stehe ich am Fenster, denn das Mutzelchen darf heute das erste Mal direkt nach dem Unterricht ganz alleine nach Hause kommen. Ich warte und warte und verscheuche die dunklen Gedanken, die mir manchmal kommen, wenn ich mir ausmale, was wäre wenn...

Da kommt sie ganz vernünftig und groß, groß, groß (!) ausschauend um die Ecke. Mein Herz macht einen Sprung und ich gluckse ein bisschen vor Freude und Stolz auf meine Tochter. Sie entdeckt mich und grinst ihr Zahnlückenlachen.

Wir essen zusammen Nudeln und dann gehen wir den Adventsjungen wecken, weil wir um 13:30 Uhr los wollen. Heute ist Generalprobe für die große Ballettaufführung am Wochenende. Ich finde solch frühe Termine immer etwas problematisch, weil stillschweigend davon ausgegangen wird, dass die Eltern, oder vielmehr die Mütter, dafür Zeit haben.

Der kleine Bruder soll für den Nachmittag zunächst von Nachbarn abgeholt werden. Dann schreibt mir der Liebste aber eine Nachricht: er hat Termine verschoben und wird die eine Telefonkonferenz mit Amerika und Irland von zu Hause aus durchführen.

Der Bus ist voll mit SchülerInnen. Wir erreichen pünktlich den Veranstaltungsort, wo schon viele Mädchen die bereitliegenden Kleider anziehen und die Mütter mit Haargummis und -klammern hantieren, um die Haare zum Dutt zu drehen. Mutzelchens Ballettschuhe waren zu klein, so bekommt sie von ihrer Trainerin nagelneue ausgehändigt.

Der Theatersaal ist riesig. Der Adventsjunge findet es supertoll und klettert die Ränge hoch und runter, rennt die Sitzreihen entlang und ist kaum zu bändigen. Die Probe dauert 2 Stunden. Erst ohne Musik, dann mit. Es wird "Dornröschen" getanzt, geschrieben von unseren Tanzlehrerinnen. Ältere Jahrgänge beginnen versetzt, so dass sich der Saal immer weiter füllt. Es ist unruhig und alle sind aufgeregt.

Wir werden schließlich entlassen und fahren im abermals vollen Bus nach Hause. Der Liebste und der kleine Bruder erwarten uns schon. Der Teenie trudelt auch ein. Die Kinder spielen, ich falle um 17 Uhr mit Kopfschmerzen und Kaffee aufs Sofa. Und mache die Post für mich auf.


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