Donnerstag, 9. Januar 2014

Jetzt erst recht!

Liest man hier und da, lauscht Gesprächen auf der Straße oder sieht man fern, dann könnte man den Eindruck bekommen, Kinder zu haben sei enorm anstrengend, die berufliche Karriere wäre vorbei, der perfekte Körper verhunzt, die Liebe zum Partner dahin, die Wohnung nur noch ein Saustall, Hobbys völlig utopisch und an Schlaf wäre nun schon mal gar nicht mehr zu denken. 

Mal abgesehen von einigen nervigen Dingen wie der Kitaplatzsuche oder einigem Formularkram kriegen wir das Leben mit den Kindern ganz gut hin.

Alle Kinder sind gut betreut, wir Eltern haben Jobs, die uns Freude machen, wir haben eine praktische Wohnung und viel Natur in der Nähe. Das alles ist schon eine ganze Menge wert.

Dazu besitzen wir Gelassenheit. Im Umgang mit den Kindern, mit der Wohnung und mit uns selbst. 

Die Kinder streiten, kreischen und toben? Da hilft es, mal ein bisschen von der Routine abzuweichen. Eine Badewanne voller Schaum, ne Klappstulle auf dem Sofa vor dem Sandmännchen, ein Tisch voller Glitzeraufkleber und Stempel zum Basteln und schon sind alle ein Weilchen zufrieden. Budenkoller? Auch bei Regen raus und Pfützenspringen gehen. Plötzlicher Hunger? Ne Runde Eierkuchen oder Spagetti macht alle zufrieden und satt. Voller Wäschekorb? Die Wäsche kann auch auf morgen warten. 

Wir könnten uns auch ein Haus mit mehr Platz leisten. Das würde dann aber nicht mehr hier in der Stadt liegen. Wir würden gerne zum Nordkap fahren, machen aber auch sehr schöne Urlaube in Kühlungsborn. Der Liebste räumt anders auf, als ich. Mein Körper hätte sich mit ziemlicher Sicherheit auch ohne die Kinder mit dem Alter verändert. Das alles zu akzeptieren macht das Leben mit einer großen Familie gleich viel einfacher.

Und die Liebe? Jetzt erst recht!

Kommentare:

  1. Wie Recht Du hast und ich kann sgane nach drei Kindern ,Alle mittlerweile über 20 Jahre es ist einfach das Beste was es gibt.Wir haben dieses Jahr unser erstes Enkelkind bekommen und blicken auf ganz entspannte Elern ,also genießt es weiter -es ist das schönste was es gibt und ich hätte und würde NIE tauschen wollen
    Liebe Grüße aus dem Spreewald
    Gabi

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  2. Liebe Frau frische Brise,
    genau das ist der Grund, warum ich Ihr Blog so gern lese.
    Vielen Dank und weiter so!

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  3. Ganz genau!
    Ausschlafen kann man am Wochenende auch abwechselnd und Sauerkraut isst das Kind gerne. Es spielt gerne im Bauhaus in der Werkzeugabteilung oder bei Esprit unter den Herrenjacken. Den ersten richtigen Wanderrucksack bekommt es am Wochenende zum Geburtstag (Gutschein einlösen) und dann geht es in die Eifel zum Wandern. Gewickelt auf 1800 m Höhe während der Gipfeltour auf Madeira wurde es auch schon und es ist trotzdem was aus ihr geworden. Geht alles, auch wenn sie "erst" 2 ist!

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  4. Dicken Kuss an dich Carola und
    danke für ein wenig Lachen heute ;-)

    Herzlichste Grüße von vor 3 Wäschekörben sitzend,
    Frau Hamburg

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  5. Wir haben Glück, wenn wir einen solchen Traum er-leben dürfen.

    Ich hatte allerdings auch Zeiten, in denen ich krank, bettelarm und allein mit vier kleinen Kindern von Nachbarn (denen die Kids zu laut waren) aus der Wohnung gemobbt wurde: Kein Job, keine Wohnung und keinen Partner. In bester Gesellschaft mit 2,69 Mio Alleinerziehenden heute in Deutschland.

    Aber das ist eine andere Baustelle.
    Obwohl: Vielleicht hat es in gescheiterten Beziehungen und Ehen an positivem, dynamischem, liebevoll-gelassenem Selbstbild gefehlt ?

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    1. Da stimme ich Dir zu. Ich habe solche Zeiten auch erlebt und weiß mein Glück nun umso mehr zu schätzen.

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  6. Wobei ich den Artikel gar nicht so negativ fand. Die Autorin bringt eigentlich gut auf den Punkt, was die Gesellschaft an Familien bzw. insbesondere an Frauen heranträgt und unter welchem Druck frau steht, wenn sie versucht, allem und allen gerecht zu werden. Auch die Schlussfolgerung "Weniger Arbeit für Eltern mit kleinen Kindern" (und zwar nicht im Gegenzug gegen weniger Geld und weniger Rente, denn bitteschön, wer zahlt denn später die Rente?) halte ich für eine sehr wertvolle. Möglicherweise gibt es für Menschen, die Kinder bekommen möchten, zu wenig Familien, die Entspanntheit und Zufriedenheit vorleben (können)? Vielleicht ist es auch "in", immer "busy" zu sein? Und last but not least, das habe ich mal in einem Interview mit einem Soziologen gelesen, sind Deutsche "Sicherheitsfanatiker", und wenn ihr Leben sich nicht in 100% gesicherten Verhältnissen abspielt und es auch nur einen kleinen Grund für Pessimismus und Abweichung vom geplanten Lebensweg gibt, verzichten sie mittlerweile lieber auf Kinder. Man muss ein klein wenig "ich" aufgeben und ein klein wenig mehr "wir" werden, das ist es, was vielen Menschen im Zuge des grenzenlosen Individualisierungsstrebens manchmal schwer fällt, glaube ich ...

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    1. Danke für Deine Gedanken dazu. Es stimmt, es braucht mehr Vorbilder und etwas weniger Pessimismus.

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  7. Liebe Carola, sehr gut geschrieben und ganz genau richtig!! Jetzt erst recht - und dazu das tolle Lied von Judith Holofernes - so macht Dein Blog immer wieder Spaß, regt mich an, bringt mich zum Nachdenken und zum Schmunzeln und fühle mich Dir unbekannterweise verbunden. Ich wünsche Dir ein wunderschönes Jahr!

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  8. Toll! Beitrag! Einstellung und Song inkl.Video ;-)

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  9. Liebe Carola, gaaaaanz toll geschrieben, Du hast soooo Recht:-)
    Alles Liebe, Jule

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  10. Ja, ja, ja... einfach stehen bleiben.. Zeit lassen, Zeit haben.... die Pfütze ist wichtig... die Pfütze ist schön!! Zeit lassen!!! Mal 5 gerade sein lassen... tut niemandem weh.. im Gegenteil... das Kind ist glücklich.

    Okeee... der junge Mann ist fast 18, d.h. Zeit lassen ist 15 oder 16 Jahre her... scheint tatsächlich eine andere Generation zu sein. Aber ich freue mich, dass Sie auch heute noch so denken. Ich arbeite in einer Ganztagesbetreuung einer Grundschule. Die Kinder dort sind schon Kitaerprobt. Und nein.. ich möchte wirklich gar nicht urteilen. Aber ich bin froh, dass ich anders erleben durfte/konnte.

    Liebe Grüße
    Claudia

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  11. Ein wundervolles Loblied auf das Familienleben!
    Gerade deshalb mag ich deinen Blog so sehr <3
    Leider kenne ich - mit ganz wenigen Ausnahmen - nur das Gegenteil von dem, was du beschreibst.
    Es tut gut, von Gelassenheit und Liebe zu lesen.

    Herzliche Grüße <3

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  12. Liebt eine Mama, die sich für die Kinder aufopfert?
    Kann eine Mama wahrhaft lieben, wenn sie sich selbst nicht liebt?
    Kann eine Mama wahrhaft lieben, wenn sie für sich keine Grenzen setzt?

    Ist Aufopferung Liebe?
    Oder fängt Liebesfähigkeit bei Selbstliebe an?

    Mich hat der Clip abgeschreckt. Hinter der (visuellen) message stehe ich nicht.
    Fragende Grüße

    Kathrin

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    1. Danke für Deine Worte.

      So sehe ich das Lied gar nicht. Für mich geht es darin um die Liebe zum Partner, die trotz aller "Blessuren" des Alltags (im Video für mich auch etwas drastisch dargestellt) stärker werden kann.

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  13. Hallo Carola!

    Vielen Dank für diesen wieder einmal schönen und auf dem Punkt gebrachten Post :)

    Hab mit Deinen Lieben ein schönes Wochenende,
    ♥liche Grüße
    Natalie

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  14. Schau auch mal hier

    http://m.faz.net/aktuell/politik/inland/argumente-gegen-kinder-ruhe-ihr-jammer-frauen-12747389.html

    LG Nadine

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