Donnerstag, 24. Mai 2012

Sportfest

Allein der Name schon! Sportfest. FEST! Uh. Also unter einem Fest habe ich mir immer etwas anderes vorgestellt.

Ich war schon im Kindergarten nicht sonderlich sportlich. Moppelig war ich damals noch nicht. Ich hatte einfach andere Interessen. Ich habe stundenlang gemalt und später auch den ganzen Tag gelesen. Rollschuhfahren konnte ich einigermaßen. Fahrrad bin ich gern gefahren. Und eine Wasserratte war ich.

Aber der Schulsport war der reinste Horror für mich. Ich war früher im Alphabet die Erste und kam bei Prüfungen zuerst dran. Schon in der 1. Klasse gab es Noten auch im Sport. Der Lehrer hatte eine Tabelle, in der stand, dass ein Kind Jahrgang 1976 soundso schnell laufen muss und soundso weit werfen muss usw. Ich fand das immer extrem gemein. Kurz vor den Zeugnissen brauchten die Lehrer noch Noten und haben uns bevorzugt die Stange hochklettern lassen. Da stand ich nun an diesem Ding, sprang so hoch ich konnte, hielt mich fest und hoffte, dass es reicht. Hochzuklettern habe ich nie geschafft. Fürchterlich. Manchmal sagte ich dem Lehrer, dass ich nicht will und es ja auch keinen Zweck hat, ich musste trotzdem vor der ganzen Klasse nach vorne gehen und mich blamieren. Aber die Klasse kannte das ja schon. Ich wurde bei Mannschaftsspielen auch immer als letzte ausgewählt.

Das Sportfest war der Höhepunkt des Schuljahres. Das Wetter war immer schön, meine Laune trotzdem trübe. Wir sollten gleich in Sportklamotten in der Schule erscheinen. Ich fühlte mich so unwohl darin. Immerhin fiel der Unterricht aus. Da war bestimmt auch Mathematik dabei. Der ganze Tag war eine einzige Blamage. Weitwurf: Schlecht. Weitsprung: Schlecht. Laufen: Schlecht. Hätte ich nicht meine Freundin gehabt, niemand hätte mich als Partner ausgewählt. Der Tag war also gelaufen und mein Ehrgeiz natürlich gleich Null. Später im Westen nannte sich das Sportfest "Bundesjugendspiele". Immerhin gab es eine Teilnehmerurkunde. War mir völlig egal. Dann hatte ich einen Autounfall und ein kaputtes Knie. Ich musste nie wieder mitmachen.

Erst während meiner Ausbildung zur Erzieherin hat mir der Sportunterricht Spaß gemacht. Es gab zwar auch Noten, aber es wurde geschaut, wie ich mich einbringe, ob ich mich bemühe und ob ich nicht gefehlt habe. Außerdem haben wir ganz viele kooperative Spiele gelernt, bei denen es nicht wichtig ist, zu gewinnen sondern ein gutes Team zu bilden.

Heute war an meiner Schule Sportfest. Hat mir Spaß gemacht. Ich durfte die Startklappe bedienen. Und die Kinder sahen eigentlich auch aus, als hätten sie Spaß. Ich wünsche es ihnen so sehr.


Kommentare:

  1. Ich kann dich so gut verstehen.
    Ich war auch nie moppelig, aber faul, eine Leseratte, ein Stubenhocker.

    Sport war der absolute Horror, vor allem bei Ballsportarten.
    Und dann erst die Bundesjugendspiele. Weitsprung mochte ich ganz gerne, war aber schlecht, den Rest mochte und konnte ich nicht. Mein sehnlichster Wunsch war trotz allem wenigstens einmal eine Siegerurkunde zu bekommen. Bei uns gab es leider nicht mal Teilnehmerurkunden.

    Ich hab beim Sport immer nur das nötigste gemacht, nie geschwänzt, war aber nur beim Tanzen gut, dank naturbegabter Freundin.

    Heute geh ich ins Fitnessstudio, weil ganz ohne Bewegung geht es ja doch nicht. Da sagt mir keiner, wie scheiße ich bin (nicht wörtlich, aber es schwang immer mit, bei Lehrerin und Mitschülern), sondern ich mach mein Ding und bin mein eigener Gegner.

    Eine andere Sportart kann ich nicht ertragen (außer Tanzen vielleicht, aber mit wem bloß?), dank unseres "tollen" Sportunterrichts. Trauma fürs Leben.

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  2. Ich fand die allgemeinen Zahlen an denen sich die Noten orientierten auch immer gemein. Vorallem, weil ich mich aufgrund meiner Größe (bzw Kleine) genachteiligt gefühlt hab (va beim Hochsprung). trotzdem hab ich Sport irgendwie gern gemacht. Nicht alles, aber das meiste. Ich mochte zB Ballsportarten und das Humgehüpfe bei Gymnastik nie. Aber für Geräteturnen und Kletterstange konnte ich mich begeistern. Toll war beim Abi, als wir uns dann unsere Sportkurse weitgehend selbst zusammenstellen konnten. Schwimmen, Geräteturnen waren da meine Semester mit tollen Noten, im Semester mit Gymnastik und Handball war dann eher Flaute. Schön, daß dir das Sportfest nun Spaß gemacht hat :-)

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  3. Und hier ist noch eine, die sich bei den Bundesjugendspielen immer gewünscht hat, mit Masern im Bett zu liegen! Von über 100 Kindern meines Jahrgangs war ich die langsamste und schlechteste in allem: Laufen, Werfen, Weit- und Hochsprung, und diese verdammte Stange in der Turnhalle konnte ich nicht einen Zentimeter erklimmen. Wie auch das Seil, das dort bedrohlich baumelte. Felgaufschwung am Reck? Fehlanzeige!

    Dabei war ich immer normalgewichtig, und wie ich heute weisss, bin ich durchaus sportlich - nur nicht in den Dingen, die in der Schule für wichtig gehalten wurden. Schrecklich war das damals, und Vieles ist heute noch ähnlich, wie ich von meiner grossen Tochter höre.

    Ein einziges Mal hatte ich eine Sportlehrerin, in der 9. Klasse, die Motivation und Verbesserung der Leistung benotete, und sich nicht um die Tabellen scherte. Das war toll, da hatte ich eine 1 in Sport! :)

    LG, Christine

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  4. der eintrag hätte von mir stammen können. nur dass der absolute untergang für mich jedes jahr wieder das gerätturnen war. vor schwimmen und ballspielen hatte ich angst und bodenturnen war ebenso furchtbar. noch heute ist für mich das beste am abitur, dass ich keinen sport mehr machen musste. schade, was dort kaputt gegangen ist - eigentlich habe ich mich immer gern bewegt und viele bewegungsspiele auch richtig gern gemocht...
    linnea

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  5. Ich hätte nie gedacht, dass es noch so viele andere gibt, denes es genauso ging wie mir! Auch mir wurde durch den Sportunterricht in der Schule der Spass an Sport völlig ausgetrieben, so effektiv, dass ich noch heute, nach über zwanzig Jahren mir nicht vorstellen kann, dass Sport auch Spass machen kann. Eigentlich müsste man alle diese Lehrer verklagen!

    LG, Claudia

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  6. Also ich habe gerne Sport gemacht und finde es auch gut, dass es Sportunterricht in der Schule gab und gibt. Gerade heute, wo die Kinder sich noch weniger bewegen und meist am PC hängen, finde ich es enorm wichtig, dass sie zumindest in der Schule zur Bewegung "gezwungen" werden.
    Dass Kinder heute nicht annähernd mehr so sportlich sind, wie früher, beweisen die neuen Maßstäbe für die Zensuren im Schulsport. Die Anforderungen wurden nämlich kürzlich GESENKT!
    Die Art und Weise, nach welchen Richtlinien man im Sportunterricht beurteilt wird und ob man überhaupt für Sport beurteilt werden muss, sei dahin gestellt. Von mir aus kann der Sportunterricht ohne Zensuren ablaufen, vielleicht haben dann auch die unsportlichen Kinder Freude daran ;-) Aber an sich finde ich Sportunterricht eine gute und wichtige Sache.
    Sport frei!(Gab es den Spruch eigentlich nur bei uns?) Ulrike

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    1. Ja, ganz klar finde ich Sportunterricht schon wichtig. In der Grundschule haben die Kinder teilweise nur eine Stunde Sport in der Woche.
      Ein bißchen andere Methoden wären schon wünschenswert ;-)

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  7. Oh ich freue mich, das zu lesen. Mir ging es nämlich immer schon ganz genauso. Ich hatte nachher eine Wachstumsstörung und war vom Sport befreit - was war das ein Segen.

    Viele liebe Grüße
    Andrea

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  8. Ich habe die Sportfeste auch immer gehasst und war froh, wenn ich durch den Wald wieder schnell nach Hause traben konnte. Aber immerhin, nach Jahren des Versagens an der Kletterstange habe ich es in der 6. Klasse einmal geschafft da hinauf zu kommen. Danach war diese Kunst nicht mehr gefragt. :-(
    Bei uns war es dann noch so, dass die Sportlehrerin Handball ganz toll fand, so dass fast jede Stunde Handball gespielt wurde. Leider konnte ich diese Begeisterung nicht teilen.
    Nunja, wir haben es irgendwie überstanden und ich hoffe, dass das heute nicht mehr so ein "Graus" für die Kinder ist.
    LG
    Kerstin

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  9. Oh je, die Bundesjugendspiele, das Grauen meiner Kindheit und Jugend ... Mir ging es genau so, wie Sie das beschreiben. Immer Letzte, beim Mannschaftssport wurden alle vor mir gewählt, und dann die Blicke derjenigen, die mich als Übriggebliebene in ihre Reihen aufnehmen mussten ... Furchtbar!
    Heute scheint es etwas anders zu sein, denn mein jüngerer Sohn ist ähnlich unsportlich, hat aber im Sportunterricht und bei Sportfesten zum Glück trotzdem kein Trauma erlitten.
    Liebe Grüße von Ilsa

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  10. Ich fand die Bundesjugendspiele auch immer fürchterlich. Als Rache habe ich mit ein paar Freunden ein Jahr nach dem Abi Flyer vor der Schule verteilt in denen wir zum Boykott und nieder mit dem Leistungsdruck aufgerufen haben - war eigentlich mehr ein Scherz, aber wir haben damit offenbar voll ins Schwarze getroffen und viele haben daraufhin einfach nicht mitgemacht oder haben extra schlecht geworfen, etc. Einige sind auch einfach auf dem Schulhof zum Nix-Tun geblieben. Da mussten wir tatsächlich - obwohl wir schon mit der Schule durch waren - nochmal zum Rektor.... ;) Tja, so kann's gehen. ;)

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  11. *abklatsch*, ich hab gerade gedacht, du schreibst ein Stück meiner Geschichte. Für mich war das auch jedesmal ein Greuel. Und bei den Kletterstangen hab ich mir die letzten Jahre dann imemr gleich ne 5 einschreiben lassen. Ich konnt Roll-und Gleitschuhfahren und beim Schlagballweitwurf machte ich die anderen neidisch. Das war es dann auch schon... Später im Studium konnt ich dann Volleyball noch ganz gut, wobei ich ja nie größer war, als ein Erdnuckel, aber die Aufschläge waren immer mein Knaller... Ansonsten finde ich: Sport wird überbewertet ;)
    LG
    Tine

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  12. *örgs* Sowas kenn ich leider auch. Sportunterricht und Bundesjugendspiele fand ich immer ein Graus.
    Dabei hab ich damals schon so viel Sport außerhalb der Schule gemacht, auch in Vereinen, war sogar sehr gut und hatte riesig Spaß daran.
    Aber dieses angeordnete Zeugs in der Schule... brrrr. Fand ich total schrecklich.
    Notenmäßig war ich zwar auch da nicht sooo schlecht, vor allem aber war ich gut, wenn wir Schwimmen hatten :-)
    Am schlimmsten fand ich aber Turnen (und dabei habe ich ein echt gutes Körpergefühl/ Körperbeherrschung - ich habe jahrelang unter anderem Turniertanz und auch Kampfsport betrieben). Aber Turnen... ging gar nicht. Reck und Barren war das Schlimmste.
    Das gipfelte dann kurz vorm Abi darin, dass wir Salti machen sollten... Nee, is' klar...

    Aber ich hoffe, ihr hatte ALLE einen schönen Tag beim Sportfest an deiner Schule heute!!!

    Liebe Grüße,
    Cornelia

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  13. Ja, das mit dem Sportunterricht und Blamieren usw. ist so eine Sache.
    Bei mir war es irgendwie ähnlich. Nicht unsportlich, aber ich war auch ein Kind, das lieber gemalt hat (und schwimmen mochte ich damals noch gern)... Aber diese Zwänge immer... ich finde dieses Leistungsbetonte auch völlig blöd. Erster, Bester, Schnellster, Tollster... nee, ich weiß nicht.
    Neulich las ich von einer speziellen Schule, dass dort lediglich die Freude an Bewegung gefördert werden soll, dass man den Kindern Appetit auf Sport und Freizeitaktivitäten dieszbl. macht. Das fand ich toll!
    Wenn man Leistungsport machen will, kann man das auch in seiner Freizeit.
    Mein Sohn hatte jetzt in seiner Schule einen hammerharten koreanischen Sportlehrer, der absolute Höchstleistung von jedem verlangte - mein Sohn entwickelte u.a. wegen diesem Lehrer (und noch Mobbing von einem Klassenkameraden) MASSIVE Schulangst.
    Jetzt stehe ich da mit dem "Salat"
    Viele Grüße von Ann

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  14. Sei froh, dass du die Stange nicht hoch bist. Wir mussten sogar 3 Mal hoch und runter (Klasse 9?) und dann bluteten die blanken Füße.

    Schade, dass dir der Sport derart vergrault wurde. Und Sportfest, naja, bei den tausend Metern bin ich mal fast kolabiert. Und war die letzte, Bummelletzte.
    Biste klein und zart (war ich ganz früher), hattest du keine Chance. Als Wuchtbrumme (wurde ich später) ebenso wenig. Und im Schwimmen wurden wie ins tiefe Wasser geschmissen, so viele Traumata kann man kaum verarbeiten ;-)
    Nur schade um den natürlichen Bewegungsdrang und die Freude, die eigentlich jedes Kind daran hat.

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  15. Schulsport?? Uuäääähhhh... Schreckliche Sache. Wir hatten mal einen Lehrer, der uns Seilküren vorführen liess, 6./7. Klasse, und wenn man "versagte", dann musste man Liegestützen machen. Damit diese nicht nur 3cm über dem Boden ausgeführt wurden, legte sich der Lehrer darunter - selbstverständlich nur, damit die Arme auch ordentlich durchgedrückt wurden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
    In der Oberstufe sind wir mal die 100m gejoggt, ein herrliches Gefühl! Viele haben gar nicht verstanden, wie man freiwillig darauf verzichtet, sich in der Sommerhitze bis zur Erschöpfung anzustrengen, für ein olles Blatt Papier...
    Ein Jahr lang hatten wir mal eine Sportlehrerin, die ihren Unterricht nicht nur auf die Guten ausrichtete, sondern auch die anderen Schüler wertschätzte und stolz auf deren Leistungssteigerung war. Ansonsten habe ich den Sportunterricht auch gehasst.
    Und heute? Liebe ich joggen bis zur (fast-) Erschöpfung und finde immer noch, dass Mannschaftssport zum Zuschauen für mich mehr taugt als zum Mitmachen *ggg*

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    1. Wenn ich SOWAS lese (Lehrer legt sich drunter) muss ich brechen!!

      Cornelia

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  16. sag mal hast du meine sportliche Schullaufbahn beschrieben :-) ?
    Ich war zwar nie moppelig und meine Eltern haben mich auch zum Ballett und später zum Tennis geschickt, aber ich war sportlich nie wirklich begabt. Bei den Bundesjugendspielen gab es immer nur eine doofe Teilnehmerurkunde, wenn beim "Weitwurf" der Ball vor und nicht HINTER mir landete, war ich froh. Und die 3m beim Weitsprung habe ich auch nur (irgendwann auf der weiterführenden Schule) geschafft, weil falsch gemessen wurde (vermute ich).
    Ich finde es wichtig, dass es Sportunterricht in der Schule gibt, aber wenn die Lehrer am Anfang jeden Schuljahres versprechen, auch in die Note mit einfließen zu lassen, ob man nur auf der Bank sitzt oder sich jedenfalls anstrengt und bemüht, letzten Endes aber dann doch nur die messbaren Leistungen bewerten, ist das erst recht gemein.
    Liebe Grüße

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  17. Ich finde es furchtbar ,dass vielen Kindern so die Freude an der Bewegung und am Sport regelrecht ausgetrieben wird,mit dem Ergebnis,dass manche Kinder denken ,sie seien unsportlich! In meinen Augen finsteres Mittelalter und pädagogisch nicht wertvoll.Keine Ahnung,warum da nicht schon längst mal was passiert ist,in Österreich gibt es anderen Sportunterricht.
    Meine Kinder hatten heute auch Sportfest und ich finde es blöd,wenn ich so tun muss,als wäre das was Tolles,
    aber zum Schluss wünsche ich Ihnen doch viel Spaß,richtig ostig komme ich mir dann vor.
    Schade finde ich das,denn Sport kann so ein Riesenspaß machen.
    Liebe Grüße,Silke Schmidt...

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  18. Dem Gesagtem kann ich mich nur anschließen. Stufenbarren und Bockspringen waren das allerschlimmste für mich. Das Einzige was mir am Sportunterricht Spaß gemacht hat, war zum Ende des Unterrichts die Spiele und das Jahr in dem Schwimmunterricht erteilt wurde. Schwimmen ist auch neben Fahrradfahren das Einzige, was ich heute auch noch gerne mache. Ansonsten halte ich es mit dem Motto "Sport ist Mord" ;-]

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  19. Man merkt in Deiner Schilderung, dass Dir diese Sportsache wirklich noch nach hängt. Warum? Mensch, wer auch immer - sagen wir mal der "liebe Gott" - hat den Menschen verschiedene Talente zugeteilt. Deins war eben nicht Sport. Ich finde, man sollte sehr früh lernen, dass man statt dessen eben andere Fähigkeiten gut, vielleicht sogar extrem gut, beherrscht. Damit ist der Ausgleich doch schon da. Die Menschen werden nicht weniger liebenswert, wenn sie gewisse Dinge nicht oder schlecht können. Du bist und warst bestimmt gut so, wie Du warst. Auch ohne Sport. Liebe Grüsse Elke

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  20. Du hast mir direkt aus dem Herzen gesprochen. Ich war nicht unsportlich, aber Schulsport war ein greul und Leichtathletik konnte ich schon gar nicht... Urkunden habe ich nie geschafft. Ich fand es deprimierend. Es hat mich gespraegt bis heute. Zumindest was meine Einstellung zu den Bundesjugendspielen angeht. Spaeter habe ich mit Joggen angefangen. Bin mittlerweile auch schon einen Marathon gelaufen. Das Laufen und Schwimmen sind meine (Sport-)Welten geworden. Werfen und Springen werde ich trotzdem nie lernen sowie schnell zu sein und habe auch kein Interesse mehr daran. Ich habe gelernt das zu lieben, was mir Spass macht und dass es mich nicht zu einem schlechteren Menschen macht, wenn ich andere Sachen nicht kann. Aber das ist jetzt auch einfach, denn ich muss ja nicht mehr in Mannschaften gewaehlt werden und stehe daher auch nicht bis zuletzt da und keiner will mich nehmen...
    Aber leider leider wiederholt sich ja alles im Leben. Meinem grossen Sohn geht es aehnlich. Bisherige 4 Jahre Grundschule, immer nur Teilnehmer Urkunden... und das obwohl er viel Sport macht, Fussballer mit Leidenschaft ist und sich immer wieder solche Muehe gibt. Letztes Jahr und dieses ist er mit ein paar Winzigen Puenktchen knapp an einer Siegerurkunde vorbei. Er leidet sehr darunter. Er ist leider noch nicht soweit zu sehen, dass diese doofe Urkunde ihn nicht zu einem besseren Menschen macht... er sieht nur, dass seine Freunde eine bekommen haben... Ich hoffe nur, dass ihm der Spass am Schulsport nicht so komplett ausgetrieben wird wie mir und ich arbeite stark dagegen... Das Schulsportfest ist immerhin bei uns eine richtig tolle Veranstaltung. Die Kinder haben grossen Spass (bis auf die letzten paar Minuten, wenn die Verteilung der Urkunden ansteht...), singen zusammen ihr Schullied und ich druecke ganz fest die Daumen, dass die Erinnerung an das schoene Fest ueberwiegt!!

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  21. Oh ja, Schulsport- das scheint nicht nur mich nachhaltig traumatisiert zu haben. Ich habe es gehasst und jedes Jahr vor den Bundesjugendspielen ernsthaft abgewogen, ob ich mich noch irgendwo runter stürzen oder vor ein Auto werfen sollte, um dem Theater zu entgehen. Zusätzlich wurde ich von klein auf gezwungen Handball zu spielen, DER In-Verein in dem Dorf, in dem wir wohnten. Es ging für meine Eltern einfach nicht, dass man nicht dazu gehört. Auch das habe ich von Anfang an abgrundtief gehasst und habe wirklich alles getan, um jedes Spiel zu boykottieren (was dazu führte, dass ich nicht sonderlich beliebt war ;)- was die ganze Situation nur noch verschärft hat), bis ich es irgendwann mit etwa 14 Jahren geschafft habe mich davon zu lösen, was meine Eltern mir ewig nicht verziehen haben (ich bzw. sie waren sozusagen die Schande des Dorfes). Da ich mich noch nie gerne bewegt habe, war ich schon im normalen Unterricht permanent überfordert- 400m am Stück Laufen habe ich vor meinem 27. Lebensjahr nicht ein einziges Mal geschafft und bis heute ist "SPORT" für mich das Unwort schlechthin. Und Dörfer mit ihrem sozialen Mikrokosmus sind mir nach wie vor äußerst unsympathisch :). Ein Hoch auf städtische Schwimmbäder, die Wassergymnastikkurse anbieten. Das ist sein Jahren mein Ding, bei dem sogar ich mich dann doch sehr gerne bewege. Manchmal braucht man etwas länger, um den eigenen Weg zu finden :).

    LG, Maike

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