Sonntag, 12. Februar 2012

1988

Ich war 12 Jahre alt und in meiner Klasse schon ein paar Jahre Gruppenratsvorsitzende. Das ist vergleichbar mit einem Klassensprecher. In dem Jahr haben alle Gruppenratsvorsitzenden der Schule zur Belohnung für ihre Arbeit eine gemeinsame Reise spendiert bekommen. Ich weiß nicht mehr, wohin es ging und was wir dort so getan haben. An lange Wanderungen erinnere ich mich. Und noch eine Szene ist mir in Erinnerung geblieben. Wir liegen abends im Dunklen in unseren Doppelstockbetten. Das Mädchen unter mir hat ein kleines Kofferradio dabei. Wir sollen eigentlich schon schlafen, hören aber heimlich Radio. Da wird dieses Lied gespielt. Wir können noch kein Englisch und verstehen den Text nicht. Aber die Musik berührt uns sehr und macht uns Gänsehaut. Wir spüren, dieses Lied muss etwas ganz Besonderes sein. Die Sängerin war uns bis dahin unbekannt. Das Lied war "One moment in time" von Whitney Houston. Es war der Song der olympischen Sommerspiele in Seoul. Nach dieser Fahrt hatten wir übrigens alle Läuse.
Ein paar Jahre später war ich mit meiner Freundin im Berliner Zoopalast im Kino. Ein Film mit Whitney Houston lief. Während des Films wurde gepfiffen und hämisch gelacht. Sie tat mir irgendwie leid. Dann hörte man lange nichts Gutes über das Leben dieser Frau. Nun ist Whitney Houston mit nur 48 Jahren gestorben.


Kommentare:

  1. Ha, Gruppenratsvorsitzende war ich auch... ;-)
    Und letzte Woche sagte ich zu einer Freundin:" Ach, die Whitney... die ist doch weg vom Fenster...". Dass sie so weit weg ist, hätte ich nun nicht gedacht... ich sollte vorsichtig sein mit solchen Sätzen...

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  2. Die Nachricht macht mich traurig.
    Stimmt, dieses wunderbare Lied war von ihr. Und es erinnert mich auch an einen sehr bedeutenden Moment in meinem Leben.
    Traurig, dass ein Leben so enden muss.

    Stille Grüße,
    Cornelia

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  3. Mein Lieblingslied von ihr war 'Dance with Somebody' und ich habe ihre wunderschönen (höchstwahrscheinlich unechten, aber das weiß ich jetzt erst) Kringellocken bewundert. Und fand sie unglaublich hübsch. Ach menno.

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  4. Der Tod ist ja nun mal alltäglich und die Frau ist mir ja nun (räumlich) sehr fern, aber wenn Personen sterben, die mich in meiner Kindheit und Jugend begleitet haben, die irgendwie Vorbild waren, dann ist es auch immer ein kleiner Teil meiner Geschichte, der geht und nun wirklich Vergangenheit ist. Ich war ehrlich auch bedrückt und traurig. Nun dann, ein neuer Tag kommt....
    Gruß
    Klara

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  5. Ich mochte sie sehr. Eine Ausnahmestimme, die es so niemals wieder geben wird. Eine so unglückliche Frau, die aus ihrem Leben seit Jahren fliehen wollte. Jetzt geht es ihr besser. Meine Gedanken sind bei ihrer Tochter.

    LG, Sandra

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  6. Sie war eine von denen, die den Sound meiner Teenagerjahre geprägt haben. One Moment in Time war für mich eines der Lieder, bei denen ich vorm Spiegel leidenschaftlich in die Haarbürste singend von der großen Karriere träumte...
    Und gerade vor einer Woche dachte ich noch so, wie es Whitney wohl geht und was sie so macht, weil da ihre Cousine Dionne Warwick bei der Goldenen Kamera auftrat.
    Ach Whitney!
    Und nun sehe ich mir gleich nochmal Bodyguard an. Spontane Programmänderung der ARD.

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