Dienstag, 25. Oktober 2011

Gemüsekiste 43. KW

Heute in unserer Abokiste: 1 Hirse-Dinkel-Buchweizenbrot, 10 Eier, 3 Sorten Käse (Tilsiter, Coeur de Paille, Halloweenkäse), Feldsalat, Wirsing, Teltower Rübchen, Möhren, Pastinake, 1 Bund Petersilie, Äpfel, Mango, Khaki, Bananen, Clementinen

"Aber das ist doch so teuer!" Das habe ich schon oft gehört, wenn ich erzähle, daß wir viele unserer Lebensmittel im Bioladen kaufen. Vor einiger Zeit habe ich das auch gesagt. Genau so. Dazu kann ich nun sagen: es stimmt. Ja, das einzelne Lebensmittel ist im Vergleich teurer. Aber es ist nicht dasselbe. Es ist nicht dasselbe Gefühl, ob ich nun im Riesensupermarkt einkaufe oder im Hofladen auf dem Bauernhof. Vor einigen Jahren habe ich immer im Riesensupermarkt eingekauft. Das ging so: Riesenwagen schnappen, bei Neonlicht durch die Gänge hasten, Musikgedudel ertragen, Wagen füllen, das billigste "Schnäppchen" mitnehmen, mit ungeduldigem Kind in die Kassenschlange einreihen. Zum Schluß doch mehr bezahlen, als ich eigentlich vorhatte. Fix und fertig sein. Hab ich jahrelang so gemacht. Und fand es okay. Weil ich es nicht anders kannte und nicht drüber nachdenken wollte. Und weil ich sparen wollte. Diese "Ökoleute" hab ich belächelt.
Im Hofladen unseres Biobauernhofes oder im Bioladen einzukaufen, macht einfach Sinn. Den Bauern in der Region zu unterstützen macht Sinn. Fair Trade Projekte zu unterstützen macht Sinn. Unsere Lebensmittel sind wertvoll. Sie haben ihren Wert. Wir kaufen jetzt viel weniger als früher, genießen unser Essen aber mehr. Wir erliegen nicht dem Schnäppchenfieber. Kaufen keinen unnützen Kram. Werfen weniger weg. Eigentlich geben wir nicht mehr Geld aus als früher. Unsere Kinder machen mit und gehen hinterher auf dem Hof die Tiere angucken. Mir gefällt das. Fühlt sich einfach gut an.
Passend zum Thema habe ich neulich eine Fernsehreportage auf NDR gesehen. Ein junges Paar suchte einen Ziegenhof, um sich selbstständig zu machen. Die Hofsuche gestaltete sich schwierig, weil es immer weniger Bauernhöfe gibt, die noch genug eigenes Land besitzen. Da war ein alter Bauer, der seinen Hof verkaufen mußte, der über Generationen in Familienbesitz war. Der alte Mann weinte. Vor der Kamera. Das hat mich betroffen gemacht und mir die Kehle zugeschnürt. Und mein Schnäppchenverhalten früher hat dazu beigetragen. Das tut mir leid.



Kommentare:

  1. Die Pastinake finde ich toll! So große habe ich selbst auf dem Markt noch nicht gesehen ...
    Grüße, Ulrike.

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  2. Kurze Rückfrage: was ist Halloween-Käse? Mit Kürbiskernen oder-öl hergestellt?
    Und ja, auch ich kaufe immer mehr Produkte im Bioladen. Und du hast natürlich völlig recht: neben dem positiven Effekt auf die Landwirtschaft macht es einem selber auch definitiv mehr Spass.
    Liebe Grüsse, Brigitte

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  3. Das geht uns genau so. Und ehrlich: die 10 Euro mehr pro Woche, die wir jetzt ausgeben, sind es mir wert - letztendlich geht es ja auch um die Frage, wie wir das Stück Erde, auf dem wir leben, unseren Kindern überlassen .... Und soooo enorm viel teurer sind Produkte aus biologischer Landwirtschaft, wenn man regional und saisonal einkauft, wirklich nicht.

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  4. Brigitte, die Zutaten des Halloweenkäses von Söbbeke:

    pasteurisierte Kuhmilch*, weitere Zutaten: Karottensaft, Paprikapulver, gemahlene Kürbiskerne, Karotten, Paprika, schwarzer Pfeffer, Kurkuma, Knoblauch

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  5. Nach dem Halloween-Käse wollte ich auch fragen. Ist denn auch ein witziger Geist auf dem Käse drauf abgebildet? Danke für die Aufklärung Brise *knuddel*

    Deinen Argumente für den "Biomarkt" stimme ich zu und trage sie auch regelmäßig jedem vor, der über Bio schimpft. Und ich kann noch ein Argument hinzufügen: Im normalen Supermarkt riecht es nach NIX. Im Biomarkt duftet es einfach wunderbar nach Gewürzen, Gemüse und Obst, warm und wohlig. So macht das Shoppen mit allen Sinnen Spaß!

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  6. Ich finds toll! :)
    Erkundigt hab ich mich auch wegen einer Gemüsekisten, aber sie macht bei uns einfach wenig Sinn. Der kleine Mann isst in der Kita, der große in der Kantine und ich in der Uni. Am Wochenende kochen wir aber zusammen. Dabei haben wir meist eine Mischung. Fleisch holen wir bei "unserem" Metzger und dazu passend das Gemüse. Ich freu mich immmer auf den Donnerstag, da ist bei uns neben der Uni Markt. Wenn ich Zeit hab hol ich da was bei Querbeet. Die sind so toll und die Sachen schmecken super. Es ist schon ein Gefühl von "sich was gönnen" ;)
    Aber dort gibt es häufig Sachen die ich im normalen Handel vermisse.
    Für uns gilt die Mischung machts.

    (Trotzdem reizt mich so eine Gemüsekiste noch ganz schön, wenn ich mal wieder mehr Zuhause bin ...)

    Liebe Grüße

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  7. Klar ist es teurer. Aber das ist es mir wert, da muss ich halt meine Prioritäten anders setzen.
    Mal ganz davon abgesehen, das Lebensmittel in unseren Breiten eigentlich viel zu billig sind - wenn man mal nach den tasächlichen Erzeugerkosten geht (fragt mal 'nen Milchbauern nach dem Wert seiner Arbeit) und werden dadurch viel zu wenig wertgeschätzt.

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  8. Es geht doch nicht nur ums bessere Gefühl! Es geht um die Qualität der Lebensmittel!!!

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  9. Toll geschrieben und so wahr... Mein großes Ziel für die Zukunft ist selber einen kleinen Hofladen zu betreiben!

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  10. Wir freuen uns auch jede Woche auf den Freitag, wenn "Unser Gemüsemann" kommt und wir die frischen Köstlichkeiten auspacken. Ich lasse mich gern überraschen was er aussucht und wenn ich mal einen besonderen Wunsche habe, reicht eine sms am morgen und er packt es rein. Wir brauchen unser Gemüse und Obst jede woche auf und werfen auch nicht mehr so viel weg, da es gut begrenzt ist. Ich bin froh einen Händler gefunden zu haben, da es bei uns noch nicht so üblich ist, Bio Lieferungen.
    LG aus Coswig

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  11. sehr sehr wahr liebe frau frische brise. leider sind wir momentan in alte muster zurückgefallen weil außer baustelle kaum zeit bleibt und wir für die guten lebensmittel etwas weiter weg müssen...hier am ort gibt es keinen markt und nur einen metzger aber viele discounter, früher gab es viele lädchen...sooo schade!!! ab dezember schaff ich es hoffentlich wieder sinnvoll in unseren alltag zu integrieren einmal die woche unseren biometzger und kleinen markt zu besuchen...

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  12. das mit dem mehr genießen stimmt absolut...gerade beim fleisch!!! weniger ist viiiiieeel mehr. einmal die woche gibt es dann für uns fleisch, das sehr genossen und geschätzt wird. und hähnchen nur ganz selten, das ist dann ein fest!!!

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  13. Die Reportage habe ich auch gesehen und ich fand sie sehr beeindruckend, berührend. Ich hoffe, die "Jungbauern" machen ihren guten Weg, sind erfolgreich und glücklich dabei!
    Ich kaufe leider auch immer noch viel zu viel im Supermarkt. Aber ich achte darauf, was ich kaufe. Lieber etwas mehr für Produkte aus der Region ausgeben. Obst, Gemüse, Fleisch, Milch. Auch Bio (aber Bio aus Neuseeland???) Muss auch nicht sein, finde ich jedenfalls. Den Discounter versuche ich so gut wie möglich zu meiden (außer im äußersten Notfall).
    Hättest du nicht vielleicht auch mal ein schönes Gemüsekistenrezept für deine Leser (etwas für diese Jahreszeit)??
    Liebe Grüße, sandschnecke

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  14. So eine Kiste ist sicher manchmal eine Herausforderung an die Kreativität der Köchin (des Kochs). Ein schönes Käsebrett ... lecker.

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