Samstag, 8. Mai 2010

Was tun?

Nach einer schlaflosen Nacht und nach Absprache mit der Familie habe ich mich entschieden, den folgenden Text zu schreiben.

Mein Großer wurde in der Schule geschlagen.
Das ist das erste Mal, daß wir vor so einer Situation stehen. Ich habe in der letzten Nacht Gedanken hin- und hergewälzt, um herauszufinden, was nun zu tun ist. Leider habe ich von den Klassenlehrern keine Kontaktdaten, deshalb muß ich bis Montag abwarten, bis wir etwas unternehmen können.
Der Große ist 11 Jahre alt und besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums. In seiner Klasse gibt es eine Gruppe von 4 Jungen mit Migrationshintergrund, die ziemlich bestimmend sind. In einer Pause am Freitag wurde dem Großen die Mütze weggenommen. Als er sie endlich wiederhatte, wurde er von einem der Jungen links und rechts ins Gesicht geschlagen, so daß seine (neue) Brille zu Boden fiel. Dann wurde er noch mehrmals in den Unterleib getreten.
Mein Sohn hat geweint, nicht so sehr wegen der Schmerzen, sondern eher wegen der Gemeinheit.
Wir haben so etwas noch nie erlebt.
Die Jungen sind schon öfter auffällig gewesen und ich frage mich nun, was wir tun können.
Am liebsten würde ich auf den Schulhof gehen und mit dem Jungen, der zugeschlagen hat, reden. Ihn fragen, was er für ein Problem hat. Aber vielleicht kommt das nicht gut an, wenn die "Mami" in der Schule auftaucht.
Was kann es für Konsequenzen geben? Eine Entschuldigung ist angebracht, aber reicht das?
Habt Ihr so etwas schon erlebt?
Was würdet Ihr tun?

Edit: Da wir ganz neu in der Schule sind, hatte ich keine E- Mail- Adressen von den Klassenlehrern. Nach einer Suche im Internet habe ich die Adressen rausgefunden und eine E- Mail geschrieben. Die Lehrer haben auch sofort geantwortet und für den nächsten Schultag ein Gespräch mit allen Beteiligten geplant.
Das Gespräch verlief dann auch sehr konstruktiv. Ich bin froh über den Einsatz der Lehrer und ich glaube, daß mein Sohn gut in der Klasse aufgenommen wird. 

Kommentare:

  1. Das ist schlimm! Kontakt zum Lehrer finde ich auf jeden Fall wichtig und richtig. Ich würde auch versuchen die Eltern zu kontaktieren. Solche Attacken sollten schon im Keim erstickt werden. Bin da etwas sensibilisiert. Mein großer Sohn(21) wurde letztes Jahr nachts überfallen und ausgeraubt.
    GLG von
    Claudia

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  2. Wow ich bin sprachlos. Kannst du nicht über andere Elterrn an die Tel.Nr. vom Lehrer dran kommen? Das Kinder sich manchmal gegenseitig schubsen und ärgern, sagt kein Mensch was gegen, aber schlagen?? Ist nicht direkt in der SChule was unternommen worden? Ich würde auch versuchen die Eltern zu kontaktieren.
    Mensch ich drück dich aus der Ferne, nimmt euren Sohn unterni,,t am We was schönes und zeigt ihm,das ihr hinter im steht.
    Wir hatten sowas ähnliches, nur halt Verbal und erst als ich mit dem Schulamt gedroht habe, hat die Schule was unternommen.
    LG Anja

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  3. oh man! Vor sowas hab ich ja TOTAL angst!!! sowas kenne ich aus meiner schulzeit nicht, aber ich habe schon viele solcher sachen gehört von eltern die jetzt kinder in der schule haben. Mein Sohn ist erst in der ersten Klasse, und da merke ich schon wie schwierig solche Situationen sind. Wie soll man sich verhalten!? Man will sein Kind schützen, ihm aber nicht noch in den Rücken fallen und es evtl noch schlimmer machen. Gerade solche Jugendliche haben doch vor Erwachsenen kaum noch Respekt, und wer weiß was die noch machen wenn man mit denen Klartext redet. Aber gar nix tun ist auch mist. Mein Mann würde wohl rot sehen! Ich kann gut nachvollziehen wie hin und hergerissen man ist. Aber ich würde die Schule ansprechen und auch die Eltern des anderen Kindes! Erzähl bitte wie es verlaufen ist, wenn du magst!!!
    LG

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  4. ach du sch****....
    ich würd auch alle hebel in bewegung setzen, andere eltern kontaktieren und zusehen, dass ich irgendwie an die klassenlehrer rankomme. wenn gar nix hilft am montag um 8 vor der klasse stehen und direkt konfrontieren. denn so geht es einfach nicht. der arme junge!
    solchen chaoten darf man keinerlei lobby lassen, ich würde auch zusehen, dass da ein gespräch vor der ganzen klasse stattfindet, in dem die täter ganz offen angeprangert werden und konsequenzen erleben müssen. ich vermute zwar, dass die "sich selbst genug" sind und denen ihre eigene gesellschaft reicht, aber man weis ja nie.
    himmel, ich kenne sowas aus den erzählungen meiner freundin (hauptschullehrerin), aber auf einem "soliden" gymnasium hätte ich das nicht so erwartet. aber hilft alles nix, es muss was getan werden für den "kleinen" kerl.
    bin gespannt wie die eltern der jungs reagieren.

    herzliche grüße und alles gute!

    stephi

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  5. Ich bin froh, dass wir dergleichen noch nicht erleben mussten.
    Was natürlich nicht heisst, dass es uns nicht noch bevorsteht :( - die welt um uns herum wird immer aggressiver und es wird in den nächsten jahren wohl eher schlimmer als besser.

    allein die tatsache, dass er am boden liegend noch mehrmals in den unterleib getreten wurde, zeugt doch schon von großer brutalität. mir kommen schon beim schreiben die tränen und ich kann mir ungefähr vorstellen, wie ihr euch jetzt fühlt.

    ein gespräch mit dem lehrer ist unumgänglich.
    wenn die jungs schon öfter auffallend wurden, ist vielleicht auch ein elternabend zum thema gewalt angebracht, um die übrigen eltern mit ins boot zu ziehen.
    das hängt aber natürlich stark davon ab, wie hoch die beteiligung an elternabenden bei euch ist.
    Desweiteren muss der lehrer das in der klasse ansprechen. sicher ist euer großer nicht der einzige, der bedrängt wird.
    wo finden diese kinder hilfe, falls es nochmal passiert? gibt es eine pausenaufsicht?

    tausend fragen, die sich stellen. letztendlich könnt nur ihr selbst entscheiden, wie ihr euren großen am besten durch diese krise leitet. ihn stark macht.

    ich bin generell gegen gewalt, aber wenn meine jungs geschlagen werden, dürfen sie sich wehren!

    glg ela

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  6. Ich bin schockiert ... Schweigen hilft nicht. Das hast du ja schon selbst erkannt. Mami auf dem Schulhof wäre nur noch schlimmer für deinen Sohn. Das macht ihn zur "Memme"... in jedem Fall ist ein Gespräch mit der Lehrerin UND mit der Schulleitung drin. Wenn die nicht handeln wie Du es willst (und da steht in jedem Fall eine Ordnungsmaßnahme an, denke ich), dann MUSST Du die Schulbehörde informieren.
    Dein Kind wird an einem Ort misshandelt, an dem es sich sicher fühlen soll. Damit das nicht passiert musst du auf jeden fall vorsprechen. Bitte die Schule um einen sofortigen Termin am Montag. MIT der Lehrkraft. In dem Fall würde ich schlicht mitteilen, das die Dringlichkeit des Falls jetzt einfach keine Einzelgespräche möglich macht und das man zukünftig vielleicht mit einer Telefonnummer der entsprechenden Lehrkraft besser und schneller handeln könnte. Die Schule muss in jedem Fall informiert sein und dann käme es für mich darauf an, wie handeln die. Was machen sie um Dein Kind zu schützen, oder diesen Fall aufzuklären. Was tun sie um Dir das Gefühl zu geben, sei haben es im Griff... wenn sie nur schwafeln, sich rausreden, hin und herwinden, dann ist der nächste Weg die Schulbehörde. Es gibt dort Mitarbeiter, die sich extra mit dem Thema Gewaltprävention auseinandersetzen. Es gibt dort mitarbeiter, die sich in der Schule auskennen, weil sei fachlich zuständig sind und es gibt dort mitarbeiter, die sich mit solchen Ordnungsmaßnahmen bei auffälligen Schülern auskennen. Das wäre dann der Weg. wenn die Schule nicht hilft, auf jeden Fall das Schulamt.. das sind auch nur Menschen und die sind dafür da zu helfen. Ich kann Dir da in hamburg leider keienn Ansprechpartner nennen. aber bitte "trau" Dich. Das ist deren job!!!! Und in diesem Fall wäre es mir herzlich egal, was mit diesen Kids ist, die das verursacht haben. Das ist ja schon ne spur zuviel. Da kann man nicht wegsehen.
    Niemand darf einen anderen ungestraft schlagen... auch und vor allem in einer schule nicht. Hach ich reg mich auf.. aber bitte gehe einen Weg, der etwas "bewegt" und sei es auch nur, das die Schule ein Auge auf diese Schüler hat oder eben auch mal vom Unterricht ausgeschlossen werden. Man kann und darf so etwas nicht hinnehmen.

    Das andere ist: Was möchte Dein Sohn, was Du tust? (eine wichtige, oder sogar DIE wichtigste Frage!).
    Stephi

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  7. Nachtrag:
    die Jungs um die es geht werden dich eher auslachen, als sich entschuldigen. Wir haben hier im Ort eine Gruppe jugendlicher, die sich so verhalten..da wird man sogar im Einkaufsladen angepöbelt. Ich ignoriere sie, so gut es geht und hoffe, das meine Kids es ebenfalls können...es wird ihnen vorgelebt, das sie alles dürfen... von zuhause schon.. den eltern ist es herzlich egal oder die gehören hier bei uns zumindest zu der sorte, das sie eher Dir noch eine reinhauen, als das ihr kind konsequenzen zu tragen hat.

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  8. Ohne die anderen Kommentare gelesen zu haben, dort steht vielleicht schon so manches, will ich Dir ganz schnell (habe wenig Zeit im Moment) was dazu schreiben.
    Ich bin Lehrerin an einem Gymnasium, und auch bei uns - wie wohl überall - gibt es solche Geschehnisse. Bei uns würde jetzt SOFORT eine Klassenkonferenz wegen der Jungen einberufen werden, mit ersten handfesten Konsequenzen. Und das wäre in diesem gravierenden Gewaltfall nicht nur pädagogische Gespräche (ja, die auch, mit Klassenlehrer und Beratungslehrer, ggf. Schulsozialarbeiter, sofern die Schule den Luxus eines solchen hat), Kontaktaufnahme mit den Eltern der schlagenden Jungs von Seiten der Schule, sogar Schulleitung, in diesem Fall. Je nach "Vorgeschichte" und Einsicht und konkretem Fall gibt es eine Stufenleiter von Erziehungsmaßnahmen, die jetzt einsetzen müssten - das ist in den Schulgesetzen der einzelnen Länder sehr genau vorgeschrieben, was zuerst, was dann folgt, sollte ein Wiederholungsfall eintreten (von sozialer Arbeit für die Schule - statt Nachsitzen: wir haben das durch Sinnvolleres ersetzt bis hin zu Schulausschluss für drei Tage oder Wechsel in die Parallelklasse).
    In der Klasse sollte dringend gewaltpräventive Arbeit erfolgen, da gibt es verschiedene Programme, professionelle Sozialarbeiter, die in Schulen eigens dafür kommen, und natürlich sollte auch in der wöchentlichen Klassen-AG so etwas zum Thema gemacht werden, Mobbing-Prävention und so.
    In manchen Schulen gibt es auch Mediation (oft von ausgebildeten Schülern und Eltern angeboten)? Vertrauens- und Beratungslehrer sollte es geben.
    An Deiner Stelle würde ich sofort Kontakt mit der Klassenlehrerin aufnehmen, um einen umgehenden Termin bitten, ihr alles erzählen (sollte sie davon nichts mitbekommen haben - da müsste doch eigentlich eine Pausenaufsicht gewesen sein?), von ihr einfordern, dass konkrete Maßnahmen ergriffen werden - und Du hast wohl auch in gewissem Maße das Recht, darüber informiert zu werden. Auf jeden Fall darüber, was die Schule zu tun gedenkt, damit Dein Sohn geschützt wird.
    (Ganz abgesehen davon: der Sachschaden, die Brille, da steht Euch entweder von der Schulversicherung oder der Haftpflicht der anderen Eltern etwas zu - konkret kenne ich da aber das Prozedere nicht.)
    Sollte die Klassenlehrerin nicht reagieren: Schulleitungs einschalten - sofort!
    So wie Du es beschreibst, ist das kein Fall mehr für einfaches "ich rede mal mit dem Jungen", das klingt schwerwiegender. - Und auf dem Schulhof sowieso nicht, das wäre für Deinen Sohn in der Tat schwierig. Gespräche mit Lehrer und Rektor können auch diskret am Nachmittag stattfinden.
    Ich lese gerade nochmal Dein Post: Warum habt Ihr keine Kontaktdaten der Klassenlehrerin??? (Ich finde, in Klasse 6 geht das mal gar nicht ... so ungern ich am Wochenende angerufen werde, oft sind das so pillepalle-Dinge, aber deswegen würde ich hier jedes Gespräch in jeder Mittagsruhe annehmen!!!)
    Du darfst mich auch gern anmailen - Adresse in meinem Profil, das war jetzt nur auf die Schnelle was mir einfiel. Wir haben hier auch täglich so manches ... und GsD bin ich an einer Schule, in der dann umgehend etwas geschieht. Wenn wir auch nicht alles verhindern können ...
    Ich wünsche Euch alles, alles Gute
    Uta

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  9. Da kriege ich ´ne Gänsehaut beim lesen.
    Es tut mir sehr sehr leid für euren Sohn, das ihm sowas passiert ist.

    Mir schwirren tausend Sachen durch den Kopf.
    Wo waren da die Leherer oder Pausenaufsichtspersonen?
    Wo waren seine Freunde? Denn in der Gruppe ist man einfach stärker.Sieht man ja, das waren ja auch mehrere.
    Einerseits denke ich, ruhig Präsenz bei denen zeigen und in die Schule gehen. Aber dann hätte ich Bedenken, das die dann erst Recht anfangen ihn zu Hänseln.
    Mit den Lehrern würde ich auf alle Fälle reden. Wenn die schon öfter aufgefallen sind, muß es doch was geben was man tun kann.

    Ich würde versuchen deinen Sohn zu stärken, damit er sich in solchen Situationen nicht so hilflos und unterdrückt vorkommt. Ich meine damit nicht das ER zum Schläger werden soll!
    Aber es gibt doch bestimmt Möglichkeiten, die ihn gegenüber solchen Jungs, vom Selbstbewußtsein her so stärken, das die ihn garnicht erst ins Visir nehmen. Denn sowas machen die ja nur mit Jungs wo sie meinen damit durchzukommen.
    Ich würde auf einer Entschuldigung bestehen.
    Denn es kann ja nicht angehen, das er einfach geschlagen und gedemütigt wird und das die seine Sachen kaputt machen und ungestraft davon kommen.

    Mein Bruder geht zur Hauptschule und da hat er leider auch einiges miterlebt. Denn da ging´s in jeder Pause ab. Die alle Langeweile und es wird einfach mal einer rausgepickt der geärgert wird.
    Und das wird in den höheren Klassen ja leider nicht besser.

    Ich habe leider keine 100% Lösung für das Problem. Meine Mutter ist damals in die Schule gegangen und hat kräftig auf den Tisch gehauen. Da sind ja die Lehrer gefordert, denn man gibt die Kinder morgens in ihre Obhut und dann haben die sich auch zu sorgen das den Kindern nichts passiert.

    Die erste Reaktion meines Mannes war grade als ich ihm deinen Post vorlas:
    "Ich würde Montag sofort in die Schule fahren und denen kräftig eine auf´s...!

    Ich weiß Gewalt ist keine Lösung, aber sowas macht einen sehr wütend.

    Aufmunternde Grüße an den Sohnemann,
    Bianca

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  10. Schrecklich sowas. Leider passiert es bei uns an der Schule auch immer wieder. Glaube das die Schulleitungen in so einem Fall viel härter durchgreifen müssten....

    Meine Wut, wenn ich sowas lese, ist fast so groß, dass ich den Wunsch verspüren und in die Schule zu gehen und denen eins auf die Nase zu geben. Leider würde das aber auch nichts helfen, also wäre es auch keine richtige Idee.

    Ich wünsche euch viel Kraft und die Unterstützung von der Schulleitung gegen diese große Ungerechtigkeit anzugehen!

    Gruß Sabine

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  11. Hallo Frische Brise,

    mir tut es leid, dass sein Sohn eine solche Erfahrung in der Schule gemacht hat, und diese Situation erfordert, so wie du sie beschrieben hast, eindeutig Handlungsbedarf.

    Ich bin zwar etwas verwundert, dass du keine Kontaktdatem vom Klassenlehrer hast, weil das selbstverständlich sein müsste. Am Anfang des Schuljahres ist es normalerweise üblich, dass eine Klassenliste erstellt wird (nach Besprechung auf dem ersten Elternabend, wo sich ja auch der Klassenlehrer den neuen Eltern vorstellt und das Schulprogramm des ersten Halbjahres bespricht), mit den Kontaktdaten des Klassenlehrers und aller Schüler der jewenigen Klasse, samt Geburtstag und Telefonnummern. Das ist auch schon allein deswegen sinnvoll, falls sich die Eltern mal kurzschließen wollen für bestimmte Aktionen, die die Schule betreffen (Klassenfahrten, Fahrgemeinschaften zu Ausflügen, Elternabende, Kuchenausgabe bei best. Aktionen in der Schule). So kenne ich es auch all meinen Schulen, auf denen ich war oder Freunde von mir. In der Regel haben die meisten Eltern nichts gegen die Erstellung einer solchen Klassenliste, weil sie für Notfälle gedacht ist. So hättest du schon mal die erforderlichen Daten des Lehrers und der Eltern.

    Ich persönlich würde mich zuerst nur (trotz der Wut im Bauch) an den Klassenlehrer wenden und ihn nach Schilderung des Vorfalls fragen, was zu tun ist. Vielleicht wird er dir empfehlen, die Eltern der Jungs zu konaktieren. Vielleicht wird er die Eltern der Jungs selber kontaktieren und alle zu einem Gespräch in die Schule bitten (mit Kindern), wo das Thema angesprochen wird und die Jungs sich entschuldigen müssen. Oder er wird den Vorfall mit deiner Erlaubnis beim nächsten Elternabend ansprechen - also im Beisein anderer Eltern, die zwar nicht unmittelbar betroffen sind, aber das Thema betriffst sie mittelbar doch, weil es auch ihren Kindern passieren könnte und in der Regel wollen intressierte Eltern schon über sowas Bescheid wissen-. Möglicherweise wird der Klassenlehrer den Vorfall nur in der Klasse besprechen, damit alle zu Wort kommen und auch andere Schüler sensibilisiert werden und dann erfolgt die entschuldigung vor der Klasse.

    Ich bin keine Pädagogin (sondern Juristin), aber meine Mutter ist gelernte Erzieherin und studierte Diplom-Pädagogin Sie leitet seit über 20 Jahren erfolgreich einen Kindergarten. Ich habe mit ihr telefoniert und sie um Rat gebeten. Meine Mutter kennt alle ihre Kindergartenkinder beim Namen, auch ihre Eltern, und hat geraten, dass Du an Montag gleich früh morgens - erste Stunde - zusammen mit deinem Sohn zum Direktor der Schule gehst. Es ist wichtig, dass dein Sohn mitgeht, damit er den Vorfall selber erzählt. Oft gibt es zu über engagierte Eltern, die allein kommen und etwas erzählen/ aufbauschen/ dramatisieren/ etwas anders erzählen/emotianaler oder unrichtig wiedergeben. Das ist dann problematisch/schwierig, weil die Schulleitung ja daran interessiert ist, das aus dem Mund des Schülers zu hören, was natürlich auch wegen der Glaubwürdigkeit der Geschichte wichtig ist. (Niemand unterstellt dir, dass dein Sohn lügt oder so, aber es ist wichtig, dass er das, was er dir erzählt hat, auch dem Dirkektor persönlich erzählt und nicht, dass du allein den Vorfall schildest, den dir dein Sohn erzählt hat. Das ist wie im Gericht. Das Opfer muss den Vorfall schildern, damit man sich ein Bild davon machen kann. Das ist/wird für dein Kind nicht einfach, muss aber sein, damit sich die Schulleitung davon einen korrekten Eindruck des Vorfalls machen und auch Rückfragen stellen kann. Zu dem Gespräch sollte sich auch der Klassenlehrer gesellen. Darum kannst und solltest du dann bitten.

    Hmm, ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

    Liebe Grüße, Barbara

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  12. Scheide, einfach Scheiße. Ich würde auch nicht schlafen. Die anderen Kommentare habe ich nicht gelesen, in denen sicher schon viel wichtiges und richtiges steht. Mein erster (Mutter)Reflex wäre gewesen, in die Schule zu gehen und den Typen eins aufs Maul zu hauen. Aber das darf man (leider) nicht und ist auch keine Lösung. Beschützerinstinkt halt. Der "richtige" Weg wird sein: Gespräch mit der Lehrerin. Diese macht eine klassenkonferenz mit allen Schülern. Leider weiß ich von meiner Schwester aus xberg, dass diesen Typen kaum beizukommen ist. Weiterhin würde ich auf ein Gespräch drängen zwischen euch Eltern, der Lehrerin und den "beteiligten" Eltern. Ich meine , dass es wenig bringt, wenn ihr euch die Knaben vorknöpft. Die Angst bleibt, dass euer Sohn dann mental weiter in der schwachen Position ist, weil die Typen ihn mobben werden. Und leider sind es häufig die Idioten, die das Klassenklima dominieren. Bis zum Montag könnt ihr nicht viel tun, als mit dem Sohn zu reden und versuchen, ihn innerlich zu stärken. Ich wünsche dir die Ruhe und Besonnenheit dafür. Ich weiß, ihr wollt sofort handeln, aber die zwei Tage zwingen auch zur Besonnenheit. Das muss nicht falsch sein. Bitte berichte, was daraus wird, solche Situationen kommen leider immer und überall vor.

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  13. Wahrscheinlich hat dein Kind Prellungen davon getragen, vom Arzt bescheinigen lassen?
    Vielleicht auch Anzeige erstatten?
    Lehrer/in und Rektor/in Bescheid geben.
    Jedenfalls müssen die Täter (und deren Eltern), unbedingt erfahren, dass dein Kind kein Prügelknabe gegen Langweile ist.

    Liebe Grüße und viel Kraft wünsche ich euch.

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  14. Unbedingt ein Gespräch mit der Klassenlehrerin und den Eltern der beteiligten Randalierer führen. Du schreibst, dass es eine Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund ist. In der Regel pflegen die Eltern dieser Kinder eine "strenge" Erziehung an den Tag zu legen (wohl sind gerade deshalb eben diese Kinder dann immer die "Auffälligen" an den Schulen, weil sie sich da dann stark fühlen). Auf jeden Fall zeigen, dass Dein Kind kein Prügelknabe für die Herren ist. Vielleicht solltest Du bei einem der nächsten Elternabende mal das Gespräch mit den anderen Eltern suchen, denn bestimmt gibt es noch mehr Betroffene. Die Kinder sollten sich gemeinsam gegen diese Knaben verbünden, wenn die nämlich merken, dass die Mehrheit sich zusammenschließt und sich gegen sie zur Wehr setzt, werden die Knaben meistens handzahm.

    LG Murmel

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  15. Furchtbar, dass dein Sohn so eine Erfahrung machen musste. Ich denke auch, dass Mama auf dem Schulhof nicht ganz richtig ist. Aber ich würde da sowas von am Ball bleiben, dass etwas passiert. Ich hoffe sehr, dass die Lehrer das Problem sehr ernst nehmen.
    Ohne mit Klischees um mich werfen zu wollen, besteht aber die Möglichkeit, dass die Eltern der Jungen vielleicht nicht wirklich Deutsch sprechen.

    Anzeige erstatten wird kaum nützen, denn die Jungs sind nicht strafmündig. Aber als Ex-Juristin kann ich dir sagen, dass Schadensersatz durchaus drin ist. Nicht so sehr wegen dem Geld, sondern dass die Jungs /und vielleicht auch die Schule) versteht, dass man sowas mit deinem Sohn (oder dem Sohn von jemand anderen) nicht macht und es nicht toleriert wird.
    Aber ich freu emic, dass dein Sohn sieht, dass es seiner Familie nicht egal ist, was passiert...

    Ganz viel Kraft. Euch allen.

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  16. Das muss thematisiert werden.

    Ich würde die Klassenleitung mündliche und Schriftlich informieren und auch die Schulleitung. Und nicht nur informieren, sondern fragen, wie solche Zwischenfälle in Zukunft vermieden werden können und wie das Thema für Deinen Sohn zufriendenstellend gelöst werden kann. Man muss die Schulverantwortlichen hier sehr klar in die Pflicht nehmen! Es gibt Schulsozialarbeiter, die Programme anbieten für Klassen, in denen gemobbt wird bzw. in denen Gewalt eine Rolle spielt. Gesprächsrunden, Anti-Gewalt-Training, Konfliktmanagment, Mediation...

    Den Migrationshintergrund sehe ich nicht als vorrangiges Problem. Es gibt genauso viele Kinder/Jugendliche ohne Migrationshintergrund, die sich benehmen wie die Axt im Wald. Das kannn einfach eine ungünstige Situation sein, in der sich die Gruppe/Klasse befindet.

    Alles Gute für Deinen Sohn und Euch, gut, dass er Euch alles erzählt hat und darüber offen spricht! Das ist der erste Schritt der Bewältigung.

    LG
    Caro

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  17. Hallo!

    Ich würde vor allem versuchen mit den Eltern Kontakt aufzunehmen. Ich hatte vor Jahren einen ähnlich gelagerten Vorfall und das persönliche Gespräch mit den Eltern hat viel gebracht. Einen Versuche wäre es wert. Viel Kraft!

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  18. Guten Morgen,
    es ist schon sehr seltsam, dass der Klassenlehrer/in nicht für die Eltern der Schüler erreichbar ist. Unbedingt dran bleiben, denn diese prügelnden Mitschüler müssen in ihre Schranken verwiesen werden. Auch die Schulleitung sollte davon in Kenntnis gesetzt werden.
    Alles Gute und Kopf hoch. Besonders für deinen Großen.
    Angelika

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  19. Wenn das eine Gruppe von Jungs ist, die alle anderen terrorisieren, dann sollte die Schule da vehement eingreifen. Am Besten in dem die Jungs in unterschiedliche Klasse kommen. In einer meiner Parallelklassen waren damals zwei Jungs, die die ganze Klasse terrorisiert haben. Allerdings mehr verbal, was aber nicht weniger schlimm ist. Zwei meiner Freundinnen, die in dieser Klasse waren, sind nämlich nachhaltig davon geprägt worden. Die eine macht jetzt (14 Jahre später!) eine Traumatherapie deshalb, die andere hatte für Jahre ihr ganzes Selbstvertrauen verloren. Damals hat da auch nie jemand was gesagt. Jeder war froh, wenn jemand anders terrorisiert wurde. Kollektives Wegducken war das. Und aufgehört hat das alles erst, als die beiden die Lehrprobe einer Referendarin sabotiert haben. Dann hat die Schule reagiert und einer der beiden ist sitzengeblieben. Als sie voneinander getrennt waren, hat der Terror aufgehört. Leider war das erst in der 11. Klasse.

    Ich wünsche Dir viel Glück, dass ihr eine gute Lösung findet und sowas nicht noch mal passiert.

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  20. Hallo Brise!

    Ich habe die anderen Kommentare zu diesem Thema bewusst (noch) nicht gelesen, denn ich würde gerne erst einmal unvoreingenommen meine Meinung sagen.

    Zunächst gehe ich davon aus, dass die Tatsache, dass es sich bei den "Tätern" um Kinder mit Migrationshintergrund handelt irrelevant ist. Zumindest solange, bis sich anderes erweist.

    Natürlich bist du schockiert, wütend und ängstlich. Da du in der Schule keinen Ansprechpartner erreichen konntest steigert sich die Verunsicherung und Wut natürlich.

    Was da geschehen ist ist wirklich katastrophal für deinen Sohn und hätte nicht geschehen sollen. Aber er weiß ja, dass seine Eltern auf jeden Fall hinter ihm stehen.

    Der einzige Rat, den ich für dich habe ist erst mal ruhig zu bleiben. Das dies einmal in diesem Ausmaß geschehen ist heißt nicht, dass es wieder passieren wird. Setze dich mit der Schulleitung in Verbindung, insistiere auf einem Gespräch mit den Eltern der anderen Jungs. Sicher sind die Eltern auch daran interessiert, dass ihre Kinder sich so nicht verhalten. Wenn man das Gespräch mit ihnen sensibel angeht werden sie hoffentlich bereit sein ihren Teil dazu beizutragen, dass aus ihren kleinen Rowdies nicht große Schläger werden.

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass Kinder einander nicht grundsätzlich etwas Böses wollen. Wenn sie deinem Sohn so etwas antun dann nicht, um ihn zu verletzen sondern, um sich stark zu fühlen. Darum halte ich es für wichtig, dass man den "Tätern" klar macht, was sie bei anderen Kindern mit solchem Verhalten auslösen. Vielleicht kann man die Kinder zusammen führen oder das ganze in einer AG in der Klassengemeinschaft aufarbeiten. Und man muss den Jungs eine Alternative zur Hand geben, um ihr Selbstbewusstsein aufzumöbeln.

    Ich wünsche dir sehr, dass dein Junge nun keine Angst hat zu Schule zu gehen. Wie gesagt, zeigt ihm, dass ihr hinter ihm steht. Gebt ihm das Gefühl, dass ihr ganz genau wisst was jetzt zu tun ist und macht ihm klar, dass so etwas nicht wieder geschieht.

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  21. Liebe Frau Brise, Mensch, ich bin echt erschüttert und auch mir kamen beim Lesen des Textes fast die Tränen. Ich erlebe ja täglich viel im Schulalltag, aber es bricht mir immer wieder das Herz.
    Ich habe leider nicht wirklich viel Zeit, aber Rebis / Uta hat eigentlich genau das geschrieben, was mir auch durch den Kopf ging. So handhaben wir es an unserer Schule auch. Klassenkonferenz (zeitnah) > Ordnungs- bzw. Erziehungsmaßnahme von Seiten der Schule.
    Ich stufe das in die Kategorie Gewaltvorfall ein und würde es als Lehrerin also auch der Polizei melden. Somit wird es aktenkundig. Ich finde das wichtig, auch wenn die Schulleitung oft ob des schriftlichen bürokratischen Aufwands stöhnt. Ich bestehe immer darauf.
    Ich finde es außerdem auch wichtig, dass ihr euren Großen Mut zusprecht, dass er es genau richtig gemacht hat und sich an euch gewendet hat. Das MUSS er einfach!
    Auch nochmal Utas Meinung: Warum habt ihr keine Kontaktdaten der Klassenleitung *uff*. Für solche besonderen VOrkommnisse ist es doch wirklich wichtig (ich möchte auch nicht bei jedem Pups angerufen werden, aber dies ist doch ein Notfall, in dem schnell gehandetl werden muss). Ich hoffe, dass sich da auch etwas ergibt.

    Alles alle Liebe, drück den Großen von mir..
    Deine Jule

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  22. Nochmal ergänzend:
    Ich habe nun noch andere Kommentare gelesen und bin der absoluten Meinung, dass die Konfliktklärung über die Schule laufen muss. Das "unter Eltern" zu regeln ist nicht richtig,denn es ist nunmal während der Schulzeit geschehen und in der Schule leben wir die Schulordnung bzw. sollten wir das!
    Außerdem sehe ich es nicht so, dass du dich erstmal beruhigen solltest. NEIN, solche Gewaltvorfälle dürfen nicht bagatellisiert werden. Im Gegenteil.
    Nicht umsonst hat jede Schule einen Cop4U, der nah an den Schülern dran ist, präventiv Kontaktperson sein soll, aber leider auch für besonders schlimme Vorfälle zu Rate gezogen werden kann.
    Ich kann jedenfalls ganz klar verstehen, dass es dir schlaflose Nächte bereitet, dass so etwas passiert.

    LG Jule

    ...und ich tausche ein N gegen ein M ;-)

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  23. Du hast ja schon ganz tolle Tips hier bekommen die ich eigentlich nur wiederholen kann. Du mußt jetzt handeln und die Mühlen ins Rollen bringen! Frag deinen Sohn zunächst was er sich wünscht was du tun sollst und was nicht, wovor er Angst hat was passieren könnte wenn du dich einmischst und gehe unbedingt Montag mit ihm zusammen zum Direktor um den Fall zu schildern. Der wird in jedem Fall erreichbar sein (die Klassenlehrerin muß sicher unterrichten) und dann alles in die Wege leiten, die Klassenlehrerin kontaktieren, überlegen warum ihr keine Kontaktdaten habt, evtl. die anderen Eltern informieren und mit euch gemeinsam überlegen was zu tun ist.

    Ich drücke euch die Daumen!

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  24. Hallo!
    Ich habe das gerade bei uns im Radio gehört bzw.gelesen.


    http://www.hr-online.de/website/radio/hr3/index.jsp?rubrik=54785&key=standard_document_39117021

    Ich wünsche Euch alles Gute
    Rooby

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